70/700 vs. 70/900

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Micha

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Hallo

Möchte mir einen 70 mm Refraktor als "Unterwegsundschnellaufgestelltgerät" zulegen.
Kann mir jemand den Unterschied zwichen beiden erklären ???
(ausser der länge ??? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> )

Gruß
Micha
 
Hallo,

also, den wichtigsten Unterschied hast du ja schon erkannt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Die Konsquenzn daraus sind: Das Gerät wird unhandlicher! Das kommt dem Einsatzzweck nun nicht wirklich entgegen. Dann ist die Hebelkraft, die durch die größere Länge verursacht wird, durch die Montierung kompensiert werden muss und dabei auch mehr Schwingungen und eine höhere Windanfäligkeit resultieren.

Optische Vorteile des Langen: Weniger Farblängsfehler. Aber der ist schon bei f/10 ziemlich niedrig, bei f/12,8 dürfte man aber noch etwas besser dran sein ( und kommt allmählich in Semiapobereiche bei der Farbkorrektur ). Höhere Vergrößerungen lassen sich auch mit längeren Okularbrennweiten realisieren - aber daraus resultieren aber auch die

Optischen Nachteile des Langen: Man benötigt längere Okularbrennweiten für die selbe Vergrößerung - das größtmögliche Gesichtsfeld wird dadurch auch eingeschränkt. Im Deep Sky bereich hat man damit also ein paar Nachteile.

Insgesamt würde ich den kürzeren nehmen, weil sich die Abbildungsleistung des längeren IMO nicht genug verbessert um die größere Sperrigkeit und das kleinere Gesichtsfeld zu kompensieren.

Was nur wenige wissen:

Es gibt auch noch einen 70/500 mm Refraktor von Skywatcher.

Der Farbfehler tritt da natürlich schon etwas deutlicher hervor, allerdings ist er noch recht erträglich. Dafür hat man ein sehr großes Gesichtfeld, einen kurzen Hebel und ein sehr kurzes Gerät - was besonders der Transportabilität zu gute kommt. Außerdem dürfte sich ein solches Gerät schon auf eine einfachen - und billigen - EQ-1 ziemlich wohl fühlen.

Um aber auch noch eine ganz andere Variante ins Spiel zu bringen: es gibt seit neustem einen 114/500mm Newton mit parabolischen Spiegel zu kaufen ( bis jetzt hatten alle 114/500 mm Newton einen Kugelspiegel, der die Vergrößerung auf 50 maximal 100 fach limitierte - weil das Bild sonst flau wurde ). Wäre eigentlich z.Z. meine erste Wahl, wenn ich nicht schon ein Gerät in der Größe hätte ...
 
Hallo Micha,

ein Freund hatte den 70/900 auf einer eq1 .Die Montierung und das Stativ sind mit dem kleinen Refraktor hoffnungslos überfordert gewesen,nach dem scharfstellen zittert das Bild langanhaltend.
Die Optik hingegen fand ich recht ordentlich,mit einem 7,5mm Baader Eudiaskpischen Okular(120x) war das Bild scharf und selbst an hellen Objekten nur mit einem geringen Farbfehler.Dieser war vorhanden,aber er sprang nicht ins Auge,obwohl ich als Newton Nutzer da recht pingelig bin.

Mit einer Montierung wie der Sky-view oder EQ3 mit besserem Stativ ein brauchbares Teleskop.

Zum 70/700 war im alten Forum sehr viel zu lesen,Lothar Singer hat einiges an Beobachtungsberichten dazu geschrieben.

MfG,Karsten
 
Hi
Erstmal Danke für die Antworten.
Wie sähe es den mit dem 70/700 bzw. 70/900 auf der AZ3 aus ?
Laut Händler soll diese Montierung ja schon eine "schwere <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> azimutale Montierung sein.

Gruß
Micha
 
Hallo,

ich denke mal das, "der Händler" auf www.teleskop-service.de beheimatet ist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Der Wolfi bezieht die Angabe "schwere Montierung" usw. immer auf das jeweilige Teleskop, das dazu angeboten wird. Bei einem 80 mm Refraktor ist die EQ-3 dann zum Beispiel eine schwere Montierung - bei einem 8 Zoll dann eher eine leichte Montierung die man nur visuell und windgeschützt benutzen sollte.

Zur AZ3:

die AZ-3 ist eigentlich nicht schlecht, aber sie hat den Nachteil, dass der Schwerpunkt des Teleskops immer ÜBER der Drehachse liegt und somit immer eine Schraube das dadurch entstehende Drehmoment aushalten muss - und sie entsprechend oft auch lockert.

Overkill - aber mit besserem Konzept - wäre hier die Giro 2 Montierung, bei der das nicht passieren kann ...
 
genauso ist es...

die zentrale schraube der AZ3 wird bei jedem einstellvorgang
so gelockert, daß das gerät nach hinten zu kippen beginnt.
man muß sie dann alles paar minuten wieder festziehen, wenn man
nicht irgendwas bastelt um das abzustellen.
ich würde von der AZ3 ebenfalls abraten.

den 70/700er hatte ich selber lange zeit (einen lidl-optimus).
fotos von und mit dem gerät gibts auf meiner hp.

der farbfehler ist gering, wenn die optik gut ist, dann gehen
vergrößerungen bis etwa 180fach, bei doppelsternen auch mehr.

die EQ1 ist dafür und vor allem für den 70/900 ein schlechter
witz, ein sehr schlechter allerdings <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

minimum für angenehmes beobachten ist für den 70/700er, genau wie es
karsten gesagt hat, eine skyview oder eine EQ3 mit einem anderen stativ,
weil das original-alustativ der EQ3 einfach absoluter schrott ist.

wenn dich das teil interessiert, kauf dir doch beides, den 70/700er
und die skyview, gebraucht. sollte zusammen bei etwa 250 EUR
liegen und ist eine schöne (hallo wolfi) und stabile kombi die
spaß macht.
und dann noch ein bischen das gerät tunen, damit es die volle leistung
bringt. gebe dir gerne tips dazu, schick mir einfach eine nachricht
wenn's soweit ist.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Moin Micha!

Ich hab' mir vor etwa 14 Monaten einen 70/700er Refraktor als "Schnellspechtel-
Einheit" zugelegt und ihn auf eine einfache, aber sehr stabile Selbstbau-
Montierung gesetzt ( Threat ein paar Zeilen tiefer ).
Die f/10-Optik hat zwar noch einen geringen Farbfehler, bildet aber schon sehr
scharf ab. Mir war dieses Öffnungsverhältnis einfach universeller einsetzbar
als die 900 mm-Geschichte. Testweise habe ich den 700er letztes Jahr mal auf
meine EQ-3 (alte, vier Jahre alte und stabilere als die aktuellere Bauform)
gesetzt. Das war eine wirklich gute Kombination, vor allem, weil ich ein hohes
Vixen-Holzstativ (vom NP-80L) unter der Monti sitzen habe.

Mit der 700 mm-Optik und 1,25"-Auszug erreiche ich gute 2° Gesichtsfeld am
Himmel (25 mm-TAL-Plössl bei 28fach). Die 900 mm-Optik bietet das nicht,
sondern hätte vielleicht nur Vorteile am Planeten und Doppelsternen, weil
weniger kurzbrennweitigere Okulare eingesetzt werden können. Als Leitrohr
wäre der 70/900 mm damit auch besser geeignet. Universeller ist IMO die
f/10-Optik.
 
Hi

Ich denke, das was Du suchst muss klein, handlich und kompakt sein. Statt einer langen Röhre würde ich doch mal die Russentonnen in Betracht ziehen. Das sind kurzgebaute Maksutov Teleskope mit Durchmesser von 90-125 mm bei kurzer Baulänge. Diese mögen zwar eine Mittenabschattung durch den Sekundärspiegel haben, sind dennoch sehr klein in den Ausmassen und optisch sicher O.K.

Viele Grüsse

Thomas Knoblauch
 
Hallo Thomas,

mmmh..., die Russentonne ist meines Erachtens nicht so optimal für Einsteiger geeignet.
- schwierig zu fokusieren (extra Zubehör wie Schneckenfokusierer nötig, mit dem Telefokuser ist es ziemlich fummelig)
- schwierig auf der Monti zu adaptieren (wieder extra ZB ¼"-Adapter nötig, überzeugen konnte der mich nicht)
- und beim Sucher (schon wieder extra <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />) Bastelei oder nochmal ZB nötig. Ohne untauglich, da man sich den Wolf sucht.

Da würde ich den kleinen Antares-MAK 90mm oder 102mm vorziehen. Kommt preislich dann ungefähr aufs selbe raus.
 
Ups,
das wollte ich dem Micha garnicht unterstellen, das er Einsteiger ist. Hab mich vom Topic "...für Einsteiger" verleiten lassen.
 
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