70mm Refraktor - Tubusblenden / Feldausleuchtung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Christian_P

Aktives Mitglied
Hi :huhu:

Ich habe vor, in einem 70/900ter Linsenfernrohr Tubusblenden einzubauen. Die vorher eingebaute Blende im Tubus habe ich rausgehauen, da ich der Ansicht war, dass sie eine leichte Vignettierung des Bildfeldes verursacht hatte. Apropos: Hat schon mal jemand dieses Problem bemerkt? Es handelt sich bei meinem kleinen Refraktor um ein No-Name Fabrikat ähnlich einem Skywatcher mit denselben Abmessungen.

Ich habe eine Frage zum notwendigen ausgeleuchteten Bildfeld, welches die Tubusblenden noch zulassen sollen. Wenn ich ein 25-mm-Okular mit ~20mm Feldblende als Minimalvergrößerung verwende, reicht es dann für die Planung der Blenden ~20mm als ausgeleuchtetes Feld zu nehmen. So brauche ich weniger Blenden, da der Tubus nur ~70mm Innendurchmesser hat. Ich gehe nach dieser Anleitung: Blenden im Refraktor

Der Okularauszug misst ~30mm im Innendurchmesser und um mit dem Zenitspiegel in den Fokus zu kommen, muss ich den Okularauszug relativ weit reindrehen. Ich glaube, dass allein schon deswegen kein sehr großes ausgeleuchtetes Bildfeld erreicht werden kann. Dies muss ich aber noch mal genau messen und dann zeichnen, um sicherzugehen. Es sind erst mal alles nur allgemeine Überlegungen.


Ich freue mich über Tipps und Anregungen.




Viele Grüße

Christian
 
Moin Christian!

Hm - ich hatte seinerzeit meine 70er Skylux/Lidlscope-Röhre mit Velours austapetiert. Das ist zwar eine ziemliche Fummelei in dem engen Rohr, aber geklappt hat's doch. Heute würde ich wahrscheinlich Antireflexfarbe benutzen. --> Die hier!
Den Aufwand mit Blenden halte ich für so ein Instrument für zu groß. Taugt denn das Objektiv was, so daß sich dieser Aufwand auch lohnt?!

Stichwort Okularauszug: Das Okularauszugsrohr kannst Du objektivseitig ruhig bis zum Beginn der Zahnstange absägen. Ähnlich hat man es früher bei der Lidl-Optimierung gemacht. Schaut man ohne Okular in den Auszug, wahlweise auch mit einmgesetztem Zenitspiegel, dann sollte man den Rand vom Objektiv ganz knapp sehen.

Eine 20 mm durchmessende Feldblende bei einem 25er Okular entspricht 46° sGF. Willst Du nur Kellner- und einfache Plössl-Okus verwenden?! Ich würde der maximalen Feldblende (28 mm) eines 1,25"-Okulars ausgehen, denn es gibt schöne Erfle mit 1,25"-Steckmaß, die das maximale Gesichtsfeld bieten.
 
hi Micha


Erst mal danke für deine Antwort. Der Tipp mit der Antireflexfarbe ist sehr gut, danke! Auf jeden Fall gut zu wissen, dass es so etwas gibt. Ich würde erst mal auf die bei schon vorhandene Acrylfarbe zurückgreifen. Mal sehen, ob die überhaupt geht.

Das Teleskop wird von TS verkauft und hat auch einen TS-Aufkleber auf dem Tubus. Ich hatte neulich einen weit entfernten Hochspannungsmast beobachtet, der sehr scharf zu sehen war. Ich denke, dass das Objektiv durchaus brauchbar ist. Der Versuch Blenden einzubauen, ist natürlich ein bisschen Bastelspielerei zum Spaß an der Freude. Obs wirklich sinn macht, na gut, das sei dahingestellt. Auf jeden Fall lerne ich so ein bisschen was dazu.

Ich habe übrigens schon einen älteren Beitrag von dir gelesen, in dem du über Velourauskleidung des Lidl schreibst. Ich glaube da hatte der Fragesteller auch gefragt, welche Ausleuchtung angemessen sei. Ich würde erstmal nur Plössl-Okus nutzen. Dann würde ich aber trotzdem 25-28mm anpeilen... Mal sehen, wie das mit den Blenden dann geht bzw. wie viele ich brauche. Ich denke 4 müssten es werden. Ich plane eine Konstruktion mit Kiefernleisten, an denen die Blenden angeklebt sind. Diese kann ich dann komplett in den Tubus einschieben und irgendwie festmachen.

OAZ absägen ist auch ein guter Tipp, danke!



lg Christian
 
Hi, noch mal ein kleiner Nachtrag. Ich bin nun mit der Optimierung fertig geworden. Was habe ich gemacht? Ich habe ein Blendensystem aus drei Blenden aus Pappe und einer Pappscheibe zu Stabilisierung mit vier Kiefernleisten aus dem Baummarkt so mit Holzleim verbunden, dass ein Gestell entstanden ist, das ich in den Tubus von hinten einschieben konnte. Leider war ich zu ungeduldig und habe deswegen kein Foto gemacht. Ich habe aber eins angehängt, wo man das Gestell innen im Tubus erkennen kann.

Ich habe die Blenden mittels einer Excel-Tabelle berechnet. Diese ist im Internet zu finden (google.de). Die Blenden habe ich aus mehrfach mittels Holzleim verleimter Pappe aus Amazon Versandtperpackungen hergestellt. Diese Pappe ist relativ dünn und stabil, sie lässt sich deshalb gut mit einem Teppichmesser schneiden. Die Formen habe ich also ausgeschnitten, verklebt (drei- bis vierfach), und dann Schlitze so an vier gegenüberliegenden Seiten eingeschnitten, dass die 3x6mm Kiefernleisten flach eingeklebt werden konnten. Gerade so, dass sich das besagte Gestell ergeben hat.

Die Blendwirkung ist fantastisch, wäre da nicht das OAZ-Rohr :schwitz: In dies habe ich eine Rolle aus Tonpappe aus dem Bastelgeschäft eingeschoben. Die Pappe habe ich vorher mit Schleifpapier aufgeraut, sodass die Wirkung gegen Reflexe besser wird. Alles im allem ist das Ergebnis ok. Siehe Bilder. Das Teleskop ist gegen den hellen Himmel gerichtet und die Kamera gibt die Helligkeit verstärkt wider.

Ich hoffe, dass alle, die ähnliche Ideen haben, einen kleinen Nutzen aus dem Beschriebenen ziehen können :).

lg
 

Anhänge

  • IMGP3039 Kopie.jpg
    IMGP3039 Kopie.jpg
    75,1 KB · Aufrufe: 565
  • IMGP3044 Kopie.jpg
    IMGP3044 Kopie.jpg
    34,1 KB · Aufrufe: 542
  • IMGP3046 Kopie.jpg
    IMGP3046 Kopie.jpg
    32,2 KB · Aufrufe: 542
Hallo,

habe gerade mal das Posting gelesen und habe gleich ein paar Fragen dazu:
Zitat von Christian_P:
Ich habe ein Blendensystem aus drei Blenden aus Pappe und einer Pappscheibe zu Stabilisierung mit vier Kiefernleisten aus dem Baummarkt so mit Holzleim verbunden, dass ein Gestell entstanden ist, das ich in den Tubus von hinten einschieben konnte.

Wozu denn ein "Gestell"? Wenn man die Pappe passend zum Durchmesser rollt und die Blende stirnseitig befestigt- wo soll die Pappe dann hin? Nach innen kann sie nicht- es sei denn, die Pappe ist sehr sehr dünn (aber dann nennt man es nicht Pappe).

Zitat von Christian_P:
Ich habe die Blenden mittels einer Excel-Tabelle berechnet. Diese ist im Internet zu finden (google.de).

Warum denn "googeln"? Es wäre doch einfacher für alle, wenn ein Link oder eine bessere Beschreibung zu der Excel-Tabelle angegeben würde. Ich nehme immer einen Taschenrechner zu Hilfe- würde mein Ergebnis aber auch gerne mal mit einer anderen Vorgehensweise vergleichen.

Meine Blenden aus Pappe schneide ich immer mit einem Schneidzirkel aus- geht super. Danach die Pappe für den Tubus ausschneiden (Innendurchmesser x Pi) Länge = Abstand zur nächsten Blende +6mm. Die 6mm werden um 90° geknickt und V-Förmig eingeschnitten, damit man die Pappe rollen kann. Auf die Abknickung wird dann die Blende geklebt. Anschliessend werden die einzelnen Tuben in das Fernrohr geschoben. Die Arbeit und die Kosten sind sehr gering, gemessen am Erfolg.

CS *entfernt*
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben