8,3 µm Pixelweite bei f/20 ?

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Re: Beugungswellen ?

Hallo Kurt,

das Airy-Scheibchen selbst ist doch Bestandteil, genauer gesagt, der Hauptbestandteil der Beugungswelle - nicht nur die das Airy-Scheibchen umgebenden Ringe.

Bei der durch "Einschlag" ausgelösten Wasserwelle gehört ja der "Eintauchkrater", bzw. die sich nach dem Eintauchkrater ausbildende Wellenspitze ebenso zum Gesamtbild der Welle.

Schau Dir hierzu mal die blaue 3D-Darstellung des Airy-Scheibchens auf Seite 4 an. Das sieht doch gerade so aus wie eine Wasseroberfläche, in die kurz zuvor etwas versenkt worden ist. Die zentrale Spitze ist der - im wahrsten Sinne - herausragendste Bestandteil der Welle.

Gruß, Jan
 
Re: Beugungswellen ?

Hallo Jan,

jetzt hast Du mich falsch verstanden. Genau so bschreibe ich die Gesamt-Beugungserscheinung:

Im Zentrum ist das Beugungsscheibchen. Mit zunehmendem Abstand wird die Intensität der Beugungsringe rasch kleiner

Natürlich gehört das Scheibchen dazu. Das was drumherum ist, folgt dem Babinetschen Prinzip, gilt also auch für die dunkle Encke-Teilung. Daher die gesonderte Erwähnung des Scheibchens. Siehe hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Babinetsches_Prinzip

Gruß

Kurt



 
Re: Beugungswellen ?

Hallo Kurt,

bezüglich der Wahrnehmbarkeit von "Beugungswellen" höherer Ordnung habe ich Zweifel. Wenn ich die Encke-Teilung als lineare Anordnung betrachte (breiter Spalt), dann hat das erste Nebenmaximum noch eine Intensität von knapp 5% und das zweite Nebenmaximum von knapp 2 % des Hauptmaximums. Da hier das Hauptmaximum an der Wahrnehmbarkeitsgrenze liegt, glaube ich nicht, daß die Nebenmaxima eine Rolle spielen.

Was hattest Du denn dann mit dieser Feststellung sagen wollen?

Auch bei der Encke-Teilung sprechen wir doch vom zentralen Teil der zugehörigen Beugungsfigur, und der ist eine dunkle Linie. Die Nebenmaxima brauchen wir doch bei der Frage der Wahrnehmbarkeit der zentralen Linie erstmal gar nicht in Betracht zu ziehen.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan!

Da ich momentan nur selten Zeit habe bei A.de mal zu schauen, melde ich mich erst jetzt. Ich möchte auch keinesfalls eine neue Diskussion starten, sonder nur kurz aufführen, was sich im Zuge unseres Kameratests in SUW 6/08 ergeben hat. Die Formel für die optimale Anpassung der Kamera bei Mond/Planeten lautet

F = 2x/λ

Dabei ist F das Öffnungsverhältnis der Optik, x die Pixelbreite und λ die Wellenlänge. In der Praxis kann aus verschiedenen Gründen eine Zugabe beim Öffnungsverhältnis von bis zu 20% sinnvoll sein. Diese Formel gilt so nur für s/w-Kameras. Bei Farbkameras mit Bayermaske ist eine weitere Zugabe von ca. 30% einzurechnen.

Für die Watec ergibt sich daraus im grünen Licht ein Öffnungsverhältnis von mindestens 30. Ein Öffnungsverhältnis von 20 ist für die Watec bei besten Bedingungen bezüglich Optik und Seeing also nicht ganz ausreichend. Diese Formel hat sich in der Praxis gut bestätigt. Zur Sichtbarkeit von Encke an Saturn: Ab 8" ist das unter besten Bedingungen mit einer perfekten Optik möglich (also bei Bedingungen, die ich nur einmal im Jahr habe). Bei 10" und mehr ist Encke visuell und fotografisch bei guten Bedingungen kein Problem, wenn die Optik wirklich gut ist (soll ja gelegentlich vorkommen). Zwischen visuell und fotografisch gibt es kaum einen Unterschied, was visuell nicht zumindest blickweise sichtbar ist, ist auch fotografisch normalerweise nicht darstellbar.

Wie gesagt, nur eine weitere Meinung, kein Anlass zur endlosen weiteren Diskussion......

Gruß, Peter
 
Re: Pyramide auf dem Mond

Hallo Thorsten,

kann ich gerne machen. Ich habe im Moment nur wenig Zeit dafür, das muß ich auf's Wocheende verschieben, falls der Thread bis dahin noch aktuell ist. Andernefalls schicke ich Dir das Bild zu. Natürlich kannst Du auch das Programm haben, ein kleines Python-Script und Gnuplot-Script. Das läuft am besten unter Linu: K/Ubuntu, oder anderen Derivate.

Die Breite der Encketeilung durch's Teleskop betrachtet entspricht auf jeden Fall der Halbwertsbreite der PSF. Wenn man annehmen kann, daß das Integral über die PSF konstant ist für alle Teleskope, ist die Amplitude der PSF umgekehrtproportional der Halbwertsbreite. Vielleicht kannst Du damit ja schon mal was anfangen.

Die anderen Kommantare und Postings kann ich leider erst am WE lesen.

Gruß,
Peter


 
Hallo Peter,

ich komme mit meiner Faustformel auf 3*x = 25 für die Blende (Öffnungsverhältnis?). Wenn man statt Rayleigh das Dawes Kritierium nimmt, wird mein Faktor 3 um den Faktor 1.22 verlängert, was zu einer Blende von ca. 30 führt. Somit stimmen wir gut überein.
Bleibt nur die Frage, welchem Kriterium man den Vorzug geben soll. Das kann nur das Experiment entscheiden. Ich habe mich für Rayleigh entschieden.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

vielen Dank für den Hinweis auf Euren Artikel in SuW. Im Zusammenhang mit der Fragestellung der hiesigen Diskussion habe ich mir die SuW-Ausgabe vom Juni 2008 heute sogleich ausgeliehen, um die Herleitung der von Dir o.a. Formel zu studieren.

Grundlage für die Formel war ja Eure Feststellung, dass die Abtastung des Airy-Scheibchens „eine Fläche von mindestens 3x3 Pixeln“ erfordert.

Diese Voraussetzung scheint mir mit 8,3 µm bei f/20 – so die Fragestellung unserer hiesigen Diskussion – bestens erfüllt; denn der Durchmesser des Airy-Scheibchens ist bei f/20 mit 27 µm bereits größer als das Dreifache der Pixelweite.

Es ist doch wohl klar, dass unter „Pixelweite“ die Rasterweite des Pixelarrays zu verstehen ist, und so hatte ich spontan auch die Größe „x“ in Eurer Formel verstanden.

Warum dann unter Berücksichtigung irgendwelcher „Zwischenräume“ plötzlich 5x5 statt 3x3 Pixel zur Erfassung des Airy-Scheibchens erforderlich werden, kann ich gedanklich nicht nachvollziehen.

Auf der Basis „3x3 Pixel“ muss Eure Formel lauten: F = 1,2 x/λ. Das hätte u.a. zur Konsequenz, dass die monochrome DMK21 Kamera mit einer Rasterweite von 5,6 µm im grünen Licht der Wellenlänge λ = 550 nm optimal bei f/12,2 einzusetzen ist.

Kannst Du das ggf. bestätigen, oder siehst Du bei meiner Argumentation einen Denkfehler?

Gruß, Jan
 
Re: Pyramide auf dem Mond

Hallo Jan,

bin doch nochmal schnell eigeloggt.
Du hast das hiermit genau auf den Punkt gebracht. Tatsächlich bewegen wir uns auf dem Terrain der Quantenphysik. Die PSF kann dann als Wahrscheinlichkeitsfunktion verstanden werden, mit der ein Photon auf das CCD trifft, also welches Pixel getroffen wird. Das man unter diese Auflösung aus prinzipiellen Gründen gar nicht kommen kann, hat W. Heisenberg mit seiner Unschärferelation gezeigt. Weil Licht aus Quanten (Teilchen) besteht, hat man dafür in Analogie die Wellenfunktion konstruiert.

Einen anderen Aspekt will ich noch beleuchten: Jedes Pixel erzeugt sein eigenes Rauschen. Jemehr Pixel pro Halbwertsbreite involviert sind, umso mehr Rauschen hat man anschließend auch im Bild. Und das ist nicht mehr als Rauschen (siehe oben). Dieses Rauschen erzeugt neue Strukturen, die physikalisch unsinnig sind, aber von den Wavelets mit Freude aufgenommen werden. Und erzeugen möglicherweise Strukturen, die gar nicht existieren können.

Meine 2 Pixel pro Halbwertsbreite ist genau genommen auch schon etwas "oversampled", denn streng nach "Sampling Theorem" reichen drei Pixel pro Welle aus,z.B. (0.0, 1.0, 0.0) gibt die kleineste Struktur an. Bei meiner Aufteilung sind es 5 Punkte. Es kommt ja nicht darauf an, die PSF zu rekonstruieren, da die ohnehin nur ein Beugungsbild einer Puunktquelle ist, die nicht aufgelöst ist. Wobei allerdings bei anderer Verteilung der (0,1,0) Struktur auf die Pixel auch sowas wie (0.5, 0.5, 0.5) auftreten kann.
Ich werde am Wochenedne genauere Untersuchungen in diese Richtung starten, weil ich selber wissen will, wo die sinnvolle Grenze denn nun liegt.

Gruß,
Peter
 
Re: Pyramide auf dem Mond

Hallo Thorsten,

hier kommt das gewünschte Bild. Die Encketeilung ist 1/3 der Auflösung des gewählten Teleskops.

Link zur Grafik: http://www.mpifr-bonn.mpg.de/staff/peter/Astro/falt7.png

Das Bild ist aber rein qualitativ zu deuten, da ich natürlich eine numerische Quantisierung vorgenommen habe. Deshalb mag die Amplitude nicht aus die Goldwaage gelegt werden.

Gruß,
Peter
 
Hallo Jan!

Es ist doch wohl klar, dass unter „Pixelweite“ die Rasterweite des Pixelarrays zu verstehen ist, und so hatte ich spontan auch die Größe „x“ in Eurer Formel verstanden.

Warum dann unter Berücksichtigung irgendwelcher „Zwischenräume“ plötzlich 5x5 statt 3x3 Pixel zur Erfassung des Airy-Scheibchens erforderlich werden, kann ich gedanklich nicht nachvollziehen.

Im Prinzip hast Du richtig nachgedacht. Deine Überlegung würde stimmen, wenn die Pixel der Kantenlänge x dicht an dicht liegen würden. Das ist aber bei etlichen Chips nicht der Fall, weil zwischen den aktiven Bereichen nicht aktive Zwischenräume liegen. Um wirklich 3x3 aktive Pixel mit dem Airy-Scheibchen zu "erwischen", muss das Bild des Scheibchens auch die Zwischenräume überbrücken, und dann kommt man je nach Konstruktion des Chips im ungünstigsten Fall zu einem Feld von etwa 5x5.

x ist bei uns also nicht die Rasterweite des Chips, sondern die Kantenlänge eines aktiven Bereichs. Die Rasterlänge wäre immer x + nicht aktiver Zwischenraum. Um diese nicht aktiven Bereiche zu überbrücken verwendet man ja gelegentlich Mikrolinsen, dann gilt die obige Formel nicht, und es würden 3x3 Pixel reichen. Die TIS-Kameras haben aber keine Mikrolinsen. Bei den TIS-Kameras sind die Zwischenräume gut zu erkennen, wenn Du die Pixelzahl mit der Pixelbreite multiplizierst, kommst Du auf eine wesentlich kleinere Länge als für die Chipgröße angegeben wird. Dabei sind die Zwischenräume in x und y nicht gleich groß.

Gruß, Peter

P.S.: Ich habe nicht geschaut ob auch an anderer Stelle in diesem Thread immer daran gedacht wurde, dass die angegebene Pixelgröße bei vielen Kameras nicht(!) die Rasterweite ist, was aber für die Argumentation wichtig sein könnte.
 
Hallo Peter!

Lies mal meine Antwort für Jan! Hast Du bei Deiner Argumentation daran gedacht, dass bei den üblichen Kameras für Mond/Planeten Interline Transfer Chips zum Einsatz kommen, bei denen zwischen den aktiven Pixeln nicht aktive Bereiche liegen?

Um bei solchen Kameras zum Beispiel das Airy-Scheibchen auf 3x3 Pixel abzubilden, muss das Scheibchen nicht einen Durchmesser von 3 Pixellängen haben, sondern wegen der nicht aktiven Zwischenräume können das leicht auch mal 5 Pixellängen werden! Das führt aber zu einem größeren Öffnungsverhältnis!

Berücksichtige das mal, dann stimmen unsere Ansätze vermutlich gut überein. Ich bin mir nicht sicher, ob bei der Diskussion in diesem Thread diese nicht aktiven Zwischenräume immer berücksichtigt wurden, was aber sehr wichtig ist! Die in den Datenblättern angegebene Pixelgröße ist oft nur der aktive Bereich, und nicht die Rasterlänge des CCD. Die Rasterlänge wäre "aktiver Bereich + inaktiver Zwischenraum".

Gruß, Peter

 
Hallo Peter,

diese Zwischenraum-Diskussion kommt mir völlig überflüssig vor!

Tatsache ist doch, dass bei der DMK21 480 Pixel auf einer Kantenlänge von 4,0 mm untergebracht sind und das ergibt einen Pixelabstand - egal, ob der nun mit "x" oder "x+" bezeichet wird - von 8,3 µm.

Somit fallen doch effektiv die in Eurem SuW-Artikel geforderten 3x3 Pixel auf die Fläche des Airy-Scheibchens bei f/20.

Was will man denn mehr?

Gruß, Jan


Nachtrag:

Gerade erst fällt mir auf, dass Du - zumindest im Falle der DMK21 - doch Recht hast mit den Zwischenräumen; denn für die DMK21 wird ja als Pixelgröße 5,6 µm angegeben, die Rasterweite ist aber - siehe oben - tatsächlich 8,33 µm.

Bei der von mir zum Vergleich herangezogenen Marlin F046B haben wir 582 Pixel auf einer Kantenlänge von 4,8 mm, das ergibt eine Rasterweite von 8,25 µm.

Beide Kameras weisen also praktisch dieselbe Rasterweite auf und erscheinen - unter Zugrundelegung des 3x3-Pixel-Kriteriums - optimal angepasst mit f/20.
 
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Hallo Jan!

diese Zwischenraum-Diskussion kommt mir völlig überflüssig vor!

Tatsache ist doch, dass bei der DMK21 480 Pixel auf einer Kantenlänge von 4,0 mm untergebracht sind und das ergibt einen Pixelabstand - egal, ob der nun mit "x" oder "x+" bezeichet wird - von 8,3 µm.

Du berechnest richtig die Rasterweite von 8,3µm, die im Datenblatt angegebene Pixelgröße ist aber 5,6µm. Du siehst also (wie Du selbst inzwischen wohl auch festgestellt hast) dass die Zwischenraum-Diskussion sehr wohl von ganz entscheidender Bedeutung sein kann!

Bei der Watec mit ICX419ALL gibt es so weit ich mich entsinne ebenfalls erhebliche Zwischenräume zwischen den aktiven Bereichen, weil da wohl auch keine Mikrolinsen eingebaut sind, sollten diese Zwischenräume bei der Anpassung der Kamera unbedingt berücksichtigt werden. Die Marlin kenne ich nicht, und kann daher keine Aussage machen.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

da bin ich mir ja inzwischen völlig einig mit Dir.

Tut mir nur Leid, dass ich vor dem Editieren meiner letzten Eingabe Deine blau geschriebene Ergänzung noch nicht gesehen hatte, die das Zwischenraumproblem nochmal explizit erklärt.

Wir sind uns dann wohl auch darüber einig, dass im Zusammenhng mit dem Abtastkriterium nur die Rasterweite des Kamerachips und nicht die Abmessung der einzelnen Bildelemente (Pixel) von Bedeutung ist.

Nun enthalten aber die Datenblätter von SONY offenbar systematisch nur die letztgenannte Angabe. Diese lässt zwar gewiss Rückschlüsse auf das elektronische Fassungsvermögen (full well capacity) der Zellen und damit auf deren Helligkeitsdynamik zu. Auf der anderen Seite kann diese Angabe aber zu erheblichen Fehlschlüssen bezüglich der Ortsauflösung des Kamerachips führen.

Ich war ja selbst dem Irrtum unterlegen, als sei die DMK mit ihren 5,6-µm-Pixeln in der Lage, das vom Teleskop erzeugte Bild feiner abzutasten als die Marlin mit 8,3 µm, und sehe erst aufgrund unserer jetzigen Diskussion, dass beide Kameras mit praktisch derselben Rasterweite von 8,3 µm arbeiten.

Merkwürdig nur, dass manche Hersteller die Rasterweite und andere die Pixelgröße angeben. Diese unterschiedlichen Angaben werden gewiss auch bei anderen Astroamateuren zu Fehlschlüssen und ggf. sogar zu Fehlkäufen führen.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse werde ich nun die auf meiner Website bei vielen Abbildungen eingetragenen Angaben zum Abbildungsmaßstab überprüfen. Denn ich habe inzwischen mit drei unterschiedlichen Videokameras gearbeitet ...

Jedenfalls möchte ich Dir und den anderen aktiven Teilnehmern an dieser Diskussion sehr danken für Euren Beitrag zur Entwirrung der Ansichten und damit zur Aufklärung des Sachverhalts.

Gruß, Jan
 
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Hallo zusammen,

gibt es eine sichere Quelle oder Messungen, dass das Raster des ICX098Bx nicht 5,6µm betraegt, sondern lediglich die effektive Pixelflaeche damit gemeint ist ? Ich fände diesen Umstand auch extrem wichtig aber falls es so ist, auch etwas merkwuerdig, da ich fuer mein C9 Setup oefter die effektive Brennweite anhand von Aufnahmen nachgerechnet hatte und mit angenommenen 5,6µm nichts merkwuerdiges festgestellt habe. 8,3µm statt 5,6µm ist ja schon Faktor ~1,5x ?)

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo zusammen,

aus dem Sony-Datenblatt geht hervor, daß das Chip der DMK21AF 4600µ x 3970µ groß ist und 692x504 Pixel hat, demnach ist die Pixelauflösung (Pixelabstand) 6.6µ x 7.9µ, also nicht quadratisch ???


Genau wie Oliver habe ich auch aus der Pixelgröße, der Brennweite und den Sternabständen keiner Abweichungen erhalten, jedenfalls nicht signifikant, daß da irgendetwas nicht stimmig gewesen wäre.

Ergänzung: Wenn sich die Pixelsize von 5.6µ auf 6.6µ vergrößert, ist das eine Vergrößerung um 17%. Wenn man mit der schon bekannten Formel a["] = 206 * p[µ] / f[mm] rechnet, aber 5.6µ statt 6.6µ einsetzt, muß man die Brennweite stattdessen um 17% vergrößern, um auf die selbe Pixelauflösung und damit bekannten Sternabstände zu kommen. Und eine Brennweitenverlängerung von 17% fällt doch auf, oder?

Gruß,
Peter

 
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Hallo Peter,

letztlich hängt meine Aussage nicht an daran, ob die Pixel untereinander einen mehr oder weniger großen Abstand haben oder nicht. Von mir aus kann man die Zwischenräume zum Pixel dazuzählen. Dann wird aus einem 5.6µ Pixel vielleicht ein 6.6µ Pixel. Trotzdem gilt das von Jan und mir Gesagte uneingeschränkt. Auch mit vielleicht etwas größeren "effektiven" Pixel.

Gruß,
Peter
 
Hallo Oliver,

spontane Meinung dazu: Die effektive Pixelgröße beträgt 5,6 my, die restlichen my sind ja nur "Luft". Daher darf sich an der effektiven Brennweite nichts ändern, die sollte sich anhand von 5,6 my errechnen lassen. Lediglich die Auflösung, nicht aber der Bildmaßstab ändern sich.

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo Peter,

ja, das habe ich auch schon gerechnet. Quadratisch sind die Pixel ja nun wirklich, also kann etwas nicht stimmen. Die 4600µ x 3970µ entspr. wahrscheinlich nicht der Sensorflaeche, sondern die "Chip size" meint etwas anderes. Ich habe zuhause noch einen ausgeloeteten 098BQ liegen und versuche nachher mal etwas zu messen...

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Nachtrag

Die heutige Wartungsphase des Forums-Servers habe ich für die schnelle “Kalibrierung“ zweier von mir in den letzten Jahren eingesetzter Videokameras genutzt, nämlich der Marlin-F046B von Allied Vision Technologies – Kurzbezeichnung „Marlin“ – sowie der DMK-21AF04 von The Imaging Source – kurz „DMK“. Beide Kameras geben lediglich ein Luminanzsignal, d.h. keine Farbinformation aus.

Die Kalibrierung wurde mithilfe der beiden hier gezeigten Platoaufnahmen vorgenommen. Die entsprechenden Videos waren zu unterschiedlichen Zeiten im Primärfokus meines FH 6" f/20 ohne Nachvergrößerung aufgenommen worden. Das linke Bild ist der Marlin-Aufnahme zuzuordnen, das rechte der DMK.

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Plato_Vergleich_8.3vs5.6.jpg

Der Abbildungsmaßstab ist rechts ziemlich genau 50% größer als links. Damit scheint zunächst einmal das Verhältnis der von den Herstellern angegebenen Pixelweiten 8,3 µm (Marlin) zu 5,6 µm (DMK) bestätigt.

Auf der Basis des bekannten Plato-Durchmessers und des Abstands Erde-Mond, sowie der am Bildschirm in Pixeleinheiten ausgemessenen Plato-Längsachse im rechten Bild und schließlich der Aufnahmebrennweite des Teleskops berechne ich (Dreisatz) für den DMK-Chip eine Pixelweite von 5,4 µm.

Unter Berücksichtigung der beschränkten Genauigkeit der eingesetzten Zahlen ist dieses Ergebnis als weitestgehende Bestätigung der Herstellerangaben von 5,6 µm bei der DMK, sowie – aufgrund des Verhältnisses 1:1,5 der Abbildungsmaßstäbe – gleichzeitig auch der 8,3 µm bei der Marlin zu betrachten.

Wir können somit annehmen, dass die „aktive“ Bildfläche auf dem DMK-Sensor deutlich kleiner ist als die Außenabmessungen des Chips.

Insofern scheint sich die von Peter Wellmann hier aufgebrachte Debatte um „Zwischenräume“ nun doch noch als unzutreffend erledigt zu haben, d.h. die von den Herstellern angegebenen Pixelabmessungen sind offenbar tatsächlich gleichzusetzen mit dem „Rastermaß“ des Pixelarrays.

Wenn wir weiterhin bei dem von Christian und Peter Wellmann in SuW zugrundegelegten Kriterium bleiben, dass 3x3 Pixel für die Abtastung eines einzelnen Airy-Scheibchens ausreichen, dann läge die angemessene Teleskop-Anpassung der DMK mit 5,6 µm Pixeln bei f/15 und die der Marlin mit 8,3 µm bei f/20.

Damit scheint die Ausgangsfrage dieses etwas in die Länge geratenen Threads nicht nur aus praktischer Sicht sondern auch im Hinblick auf grundlegende Aspekte der Signalübertragungstechnik geklärt.

Gruß, Jan
 
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Hallo Jan,

danke fuer's Nachrechnen der Pixelrasterweiten der CCDs. Es haette mich auch sehr gewundert, wenn der ICX098Bx aus der ToUCam, den DMK21 etc. nicht 5.6µm Rasterweite aufweisen wuerde, sind dies doch die im Astrobereich mit am meisten genutzten Kameras und ein Raster >8µm waere sehr wahrscheinich schonmal jemand aufgefallen, die 5.6µm sind ja quasi in Stein gemeisselt...

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Hallo Oliver!

gibt es eine sichere Quelle oder Messungen, dass das Raster des ICX098Bx nicht 5,6µm betraegt, sondern lediglich die effektive Pixelflaeche damit gemeint ist ? Ich fände diesen Umstand auch extrem wichtig aber falls es so ist,

Du hast ebenso wie Jan die Problematik genau erkannt, und auch wie wichtig das sein kann. Die sicheren Daten findest Du in den Datenblättern der Hersteller.

Gruß, Peter
 
Hallo Peter!

aus dem Sony-Datenblatt geht hervor, daß das Chip der DMK21AF 4600µ x 3970µ groß ist und 692x504 Pixel hat, demnach ist die Pixelauflösung (Pixelabstand) 6.6µ x 7.9µ, also nicht quadratisch ???

Doch, die Pixel der TIS Kameras sind quadratisch, die nicht aktiven Bereiche zwischen den Pixeln sind aber in x und y verschieden groß! Das Raster der Kameras ist also nicht quadratisch.

letztlich hängt meine Aussage nicht an daran, ob die Pixel untereinander einen mehr oder weniger großen Abstand haben oder nicht. Von mir aus kann man die Zwischenräume zum Pixel dazuzählen. Dann wird aus einem 5.6µ Pixel vielleicht ein 6.6µ Pixel.

Bei der TIS-kamera werden aus 5,6µ dann (im Mittel, da x und y verschieden) fast 8µ, das ist ein gewaltiger Unterschied, weil ein Airydisk der bei 5,6µ gerade noch 3x3 Pixel "erwischt", bei 8x8µ nur noch ein einziges Pixel trifft!

Gruß, Peter


 
Hallo Stefan!

Bedenke Folgendes:

Bei der TIS-kamera werden bei der Berücksichtigung der nicht aktiven Zwischenräume aus 5,6µ dann (im Mittel, da x und y verschieden) fast 8µ, das ist ein gewaltiger Unterschied, weil ein Airydisk der bei 5,6µ gerade noch 3x3 Pixel "erwischt", bei 8x8µ nur noch ein einziges Pixel trifft!

Zur richtigen Anpassung der Kamera müssen aber von Disk mindestens 3x3 Pixel überdeckt werden, und das bedeutet, dass der Disk bei 8µ deutlich größer sein muss, als bei 5,6µ. Das ändert dann das erforderliche Öffnungsverhältnis ganz erheblich!

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

Zitat von Wellmann:
Bei der TIS-kamera werden bei der Berücksichtigung der nicht aktiven Zwischenräume aus 5,6µ dann fast 8µ

??? Jan und ich haben doch gerade dargelegt, dass das eben nicht so ist. Das Pixelraster (Pixelmittelpunkt zu Pixemittelpunkt) des ICX098 der DMK21xxxx betraegt 5,6µm, die aktive Pixelflaeche ist etwas kleiner...

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
Ich dachte, wir hätten die Sache jetzt verstanden?

Die 5,6 µm der DMK sind doch - wie meine "Kalibrierung" beweist - einschließlich der Zwischenräume zu verstehen!

Denn wären es inklusive Zwischenräume bei der DMK etwa 8 µm, dann müsste das aus dem DMK-Video gewonnene Bild (rechts) in einem ebenso kleinen Maßstab auf dem Bildschirm erscheinen wie das aus dem Marlin-Video gewonnene Bild (links).

Da das DMK-Bild aber um den Faktor 1,5 größer erscheint als das Marlin-Bild, heißt das nichts anderes, als dass die Rasterweite der DMK bei 5,6 µm und eben nicht in der Gegend von 8 µm liegt.

Gruß, Jan
 
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Hallo Oliver!

Mein Datenblatt besagt: Auflösung 640 x 480
Aktive Chipfläche: 4,6 x 4,0 mm
Aktive Pixelfläche 5,6 x 5,6

Einfache Rechnung: 4,6/640 = 7,2 und 4,0/480 = 8,3

Das Rastermaß ist also 7,2 x 8,3 im Gegensatz zum Pixel 5,6 x 5,6

Das ist ein erheblicher Unterschied, der bei der Anpassung einer Kamera unbedingt beachtet werden sollte! Ich hoffe, meine Datenblätter sind in Ordnung, mehr kann ich dazu kaum noch beitragen...

Gruß, Peter
 
Hallo Peter,

damit waere das Raster in x und y Richtung ja nicht aequidistant und runde Planeten wuerden als Ellipse dargestellt, kann also nicht sein...

Das Datenblatt sagt woertlich:
Number of effective pixels: 659 (H) × 494 (V) approx. 330K pixels
• Total number of pixels: 692 (H) × 504 (V) approx. 350K pixels
• Chip size: 4.60mm (H) × 3.97mm (V)
• Unit cell size: 5.6μm (H) × 5.6μm (V)
• Optical black: Horizontal (H) direction: Front 2 pixels, rear 31 pixels
Vertical (V) direction: Front 8 pixels, rear 2 pixels
• Number of dummy bits: Horizontal 16
Da ist eben auch der OB-Bereich (Optical Black) etc. mit drin und die Angabe Chip Size gibt eben nicht die optisch aktive Pixelflaeche wieder, was auch immer Sony mit "Chip size" meint...
Das Pixel*raster* ist erwiesenermassen 5.6µm...

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 
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