8" Dobson - GSO oder Skywatcher?

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Schrat

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Hallo,

aktuell werden die GSO mit BK-7 zum gleichen Preis angeboten wie die Skywatcher mit Pyrex.
Die sonstige Ausstattung ist laut Verkäufer gleich.

Zu welchem könnt Ihr mir raten?

Als Okulare dachte ich an ein 2" Barlow, einem 28 mm APEX,
einem 9mm und einem 20mm Plössl.

Welches Zubehör -mal abgesehen von Sternkarte, Atlas und
Taschenlampe- wäre denn noch sinnvoll für den Einstieg?

Viele Grüsse vom

Jens, der am Ende der Saison anfangen will ;-)
 
Hi,
ich habe den 10" GSO mit wirklich tollen optischen Werten. Das Apex 28mm hatte ich auch, genau einmal durchgeschaut und ---> Ebay. Kann sein, daß es am f/6 besser geht als am f/5, ich fand´s grausam!!! Sehr schön sind die TSWA 30-42mm Okulare! Etwas teurer, aber die gibst Du so schnell nicht mehr weg. Plössl Okulare würde ich keinesfalls unter 10mm verwenden, das wird vom Einblick sehr unangenehm.
 
Hallo,

ich hab mir im Dezember das 8" Skywatcher gekauft und bin bisher damit absolut zufrieden. Das 28mm Apex habe ich auch verkauft und habe nun ein 32mm Plössl sowie ein 20mm, 9mm und 6mm TS SW (ja die mit der Goldkante, aber ich bin zufrieden) im Einsatz.
Wichtigstes Zubehör ist der Telrad. Damit machts richtig Spaß. Mit dem Sucher bin ich als Anfänerger nicht richtig zurechtgekommen, kann ihn aber alternativ zum Telrad montieren. Justierlaser (hat halt sein müssen ;-) ) und Filmdose und das Feintuning war erledigt. Prima find ich beim Skywatcher die seitlichen Griffe zum einstellen und für den Transport vom Wohnzimmer auf den Balkon. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Hallo!

Habe auch seit nunmehr einem Jahr den 8" f/6 Skywatcher - nettes Teil, bin absolut zufrieden. Im Lieferumfang war damals auch ein 28mm-Apex, das als erstes der mitgelieferten Okus ausgetauscht wurde - das war einfach zwingend erforderlich!

Gruss,

Mathias
 
Hallo Schrat!

Willkommen hier im Forum.

Der Unterschied in der Wärmeausdehnung zwischen Pyrex und BK-7 bedingt während der Auskühlzeit Unterschiede in der Abbildung. Falls das Gerät vor Nutzung unter Außentemperatur gelagert wird, gibt es auch keine Wärmeeffekte. Die Auskühlzeit kann deutlich mit recht günstig zu erwerbenden Lüftern verringert werden. Die suboptimale optische Leistung während der Auskühlzeit beeinträchtigt besonders die Abbildungsqualität im Hochvergrößerungsbereich (z. B. Planetenbeobachtung). Wenn man also auch im Niedrigvergrößerungsbereich arbeiten will (ausgedehnte Strukturen), läßt sich dazu gewiß schon brauchbar ein großer Teil der Auskühlzeit verwenden. Erst ein Material mit Null Ausdehnung ("Zerodur") ist wirklich temperaturunabhängig optimal in Form. (Aber wenn der Spiegel noch warm gegen die Umgebung ist, wird auch er die Luft im Tubus zu verwirbeln beginnen: Tubusseeing. Dagegen muß auch dieser Spiegel erst hinreichend isotherm zur Umgebung werden.)

Wie wäre es mit einem wirklich langbrennweitigem 2"-Okular für Minimalvergrößerung? Bei einem f/6-Gerät wie dem angedachten 8"-Dobson hätte man so bei 40mm eine AP von knapp 7mm. Bei dieser Minimalvergrößerung ist es sinnig, Weitwinkligkeit zu haben, daher empfiehlt sich ein aufwendigeres Design. Unter dunklem Himmel machts dann schon Spaß bei 30x die ganzen Plejaden im Blickfeld zu haben mit dem Licht der vollen Öffnung (ok- der Fangspiegel und die Streben). Wenn Du bei Deiner 2"-Barlow die Linse herausdrehen kannst und in das (etwa) 40er schraubst, hast Du 40mm/1,5~26,7mm (45x, AP=4,4mm). Dabei bleibt in der Regel Einblickverhalten und Weitwinkligkeit gut erhalten. Mit der Barlow als 2x vorgeschaltet hättest Du ein prima 20mm (60x, AP=3,3mm). Mit einer günstigen Verlängerungshülse kannst Du sogar die eine oder andere Barlow auf 2,7 oder so ziehen, dann hättest Du sogar noch etwa 15mm (80x, AP=2,5mm). Das wäre alles Kombination und also sozusagen kostenlos dabei (wenn man sich sowieso die 2"-Barlow holt und die etwa 5cm-2"-Verlängerung) und auf Brauchbarkeit zu prüfen. Aber in der Regel ist das schon sehr brauchbar.

Somit ist noch eher der kurzbrennweitigere Bereich (kleinergleich 12mm) okularseitig zu besetzen. Für einen Dobson ist hier sicherlich Weitwinkligkeit angezeigt, muß man doch mit wachsender Vergrößerung immer öfter und auch noch feiner, präziser Nachschubsen, weil sich ja der Himmel mit wachsender Vergrößerung immer schneller dreht. Unter diesen äußeren Bedingungsfaktoren ist auch ein "gutes" (Weitwinkel-)Zoom sehr interessant, ermöglicht es doch einerseits das bessere Wiederauffinden von Objekten im Hochvergrößerungsbereich durch Rückzoommöglichkeit und andererseits das stufenlose Herantasten an die durch Instrumenten- und Atmosphärenbedingungen gegebene Maximalvergrößerung. Solche Anforderungen ergeben komplexere optische Designs, mit entsprechend höherem Anschaffungswiderstand. Aber vielleicht lohnt sich sparen. Ich selbst nutze auch einen 8"-f/6-Dobson und überdenke die Anschaffung des Speers-Waler-Zooms 5-8mm.

Andererseits kann man sicher auch mit wenigen in der Summe noch günstigeren Okularen auch den Bereich schon mal ganz gut abdecken, man bedenke aber, bei späteren Doppelbesetzungen wandern häufig die älteren Teile in die Vitrine oder nach e-bay. Nur ein Beispiel für einen Besetzungsvorschlag: 25er Plössl (oft sehr günstig im Paket zu haben; V=48x) mit der Barlow noch 12,5 mm (V=96x) und sogar eventuell mit Verlängerungsfaktor 2,7 dann etwa 9,3 mm (V=130x). Ich selbst nutze am selben Gerät noch das 9er Plössl - ok, aber vielleicht wegen obiger denkbarer 9,3 gar nicht notwendig. Zufrieden bin ich auch mit dem 6er UW (200x) (mit der Goldkante, hat auch andere Produktbezeichnungen, ein nettes Weitwinkel zum günstigen Preis). Das 9er 2x-gebarlowt dann 4,5 mm (V= 267x) geht gerade noch, weitwinkliger wäre besser, finde ich. Das 6er UW 2x gebarlowt dann 3mm (V=400x, AP=0,5mm, an Planeten versucht) hat mindestens das Seeing noch nie hergegeben. Als sehr günstiges Ausnahmeokular für Hochvergrößerung gilt - ich bin im Begriff der Anschaffung, Kollegenerfahrungen folgend - das Kellner 3,6mm (auch Super oder Barium).

Kontakte zu anderen Sternfreunden, gemeinsames Beobachten und Kennenlernen der Objektklassen, Teleskopklassen, Besonderheiten und und und sind sicher sehr hilfreich, um viele Fragen zu beantworten. Hier hilft das GAD oder das Treffpunktforum hier. Wie bei allem, gibt es auch bei Okularen Geschmäcker. Daher ist das Selbst-Durchschauen vor Anschaffungen durch nichts zu ersetzen. Auch eine Rückgabemöglichkeit beim Händler empfiehlt sich, wenn man nicht sicher ist, ob man zufrieden sein wird. (Da Händler gern zufriedene Kunden haben, dürfte dies aber kein Problem sein, wenn man vorher seine Unsicherheit/Testmöglichkeit äußert.) Nutze die Suchfunktion - über die in Frage kommenden Geräte gibt es viele Threads hier, auch über Okularüberlegungen dazu, aber vor allem, nimm Kontakt zu anderen Astro-Kollegen auf.

Alles Beste für den weiteren Einstieg und

dunkle klare mondlose Nächte bei ruhiger Luft höchster Durchsicht wünscht

Matthias.
 
Hallo,

zunächst einmal vielen Dank für die grosse Resonanz.
Solche Hilfen kann man sich nur wünschen!

Eines ist dann ja wohl ganz klar:

Um das Apex werde ich einen grossen Bogen machen und
mir lieber ein 2"er mit laaanger Brennweite holen.
Dazu eine 2"-Barlow mit noch längerer Verlängerung.
So weit genial.

Wenn ich nun ein 30mm TSWA nehme und dazu
das serienmässige 9mm-Plössl, komme ich auf
folgende Vergrösserungen:

40-60-80-108-133-200-266-359

Das scheint mir für den Anfang gar nicht so übel
zu sein. Wenn ich dann etwas Erfahrung gesammelt
habe, fällt es mir sicher nicht schwer das 9er
durch wohlgefälligere Alternativen zu ersetzen.
Bis dahin habe ich auf jeden Fall keine allzu
grossen Ausgaben gemacht.

Solche Anforderungen ergeben komplexere optische Designs, mit entsprechend höherem Anschaffungswiderstand.
Das kann man nicht besser ausdrücken!

Die vorgeschlagenen Alternativen werde ich
mir jedenfalls merken und eventuell später
umsetzen, wenn ich weiss was mir fehlt.

Auf den Seiten vom Teleskop-Service habe ich noch
Hinweise gefunden, dass die Spiegel vom Skywatcher
wohl Einfärbungen aufweisen.
Welche Auswirkungen das hat kann ich natürlich nicht
beurteilen. Insgesamt tendiere ich dann wohl doch eher
zum GSO. Obwohl es eigentlich auch kein gutes Zeichen
ist, wenn es viele Seiten mit Tuning-Tipps zum GSO
gibt. Oder doch?

Also: Nochmals vielen Dank an Alle! Den Tipp
mit anderen Sternenfreunden Kontakt aufzunehmen
werde ich sofort umsetzen indem ich eine
PM an m_schlonz schreibe. Ich komme nämlich
auch aus der Nähe von Baden-Baden...

Viele Grüsse vom

Schrat

 
Hallo Schrat,

für den Namen für ich meine Eltern verklagen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
O.K.,welchen Dobson?!
Einen 8" Dobson mit einem guten Spiegel.

Wichtig ist,daß die Optik eine ausreichend gute Qualität hat.Eine 8" Scherbe nützt
dir gar nichts.Insofern macht es Sinn auf einer Mindestqualität der Optik
zu bestehen.Entweder der Hersteller oder der Händler sollten schriftlich
eine zumindest beugungsbegrenzte Abbildungsqualität zusichern.
Dann bist du auf der sicheren Seite.

Du solltest diesen wesentlichen Aspekt höher gewichten als eine bessere Ausstattung
oder ein zusätzliches Okular.Lesenswert sind die Ausführungen bei www.intercon-spacetec.de
zur Optikqualität.Die Galaxy Dobsons sowie die GSO Dobsons,
die beide von Guang Sheng Optical Taiwan kommen kann ich aus eigener
Anschauung empfehlen.

Statt eines 28mm Kellner-Okulares was bei f/6
nichts taugt
weil die Randabbildung nicht gut ist und selbst die Mitte schwächelt
nimm lieber ein entsprechendes Plössl Okular oder ein gutes
(leider teures) echtes 2" Weitwinkel.
Hier im Board habe ich schon einiges zu den 8" Dobsons sowie zur Okularwahl
geschrieben,bei Interesse such doch einfach mal danach.
Oder auch in diesem Beitrag beim Astrotreff.

Literatur:
Deep Sky Reiseführer von Ronald Stoyan.

Außerdem warme Klamotten und ein bequemes Stühlchen.

MfG,Karsten
 
Hallo Schrat!

Ich persönlich fände das 30er noch nicht langbrennweitig genug, halt "nur" 5mm AP und schon 40x, da dürften z. B. die Plejaden nicht komplett ins Gesichtsfeld gehen. Um genau das später zu realisieren, wird man dann wieder kaufen müssen. Wenn man allerdings unter permanenter Lichtverschmutzung beobachtet/beobachten muß, weil man nicht motorisiert mobil ist, kann es sein, daß die Wahl des 30er sinniger ist: weniger hellgrauer Himmelshintergrund, kein Gewinn mehr an Kontrast/Details des 40er gegenüber dem 30er. Bei Einsatz von speziellen Filtern (UHC, O-III, CLS, ALP...) ist auch dies wieder zu relativieren, genauso wie in Ausnahmenächten oder wenn man doch mal irgendwie mit dem Gerät unter dunklen Himmel kommt. Ich persönlich halte viel von der Minimalvergrößerungs-Option und die bedingt halt eben ein etwa 40er Okular.

Deine für ein (meiner unmaßgeblichen Meinung nach suboptimales) 30er (2") und ein 9er (1,25") Okular gerechnete Vergrößerungstabelle enthält auch den Wert 200x. Diese Vergrößerung bräuchte 6mm Okularbrennweite. Hier hast Du nicht bedacht, daß man nicht die ausgeschraubte 2"-Barlowlinse in das 1,25"-9mm einschrauben kann (Durchmesser unterschiedlich). Ich nutze für besagte 6mm (V=200x) das in meinem letzten Posting beschriebene UW (mit der Goldkante) - die Weitwinkligkeit ist sehr sehr hilfreich bei 200x. Wie beschrieben hatte ich noch nicht das Seeing für einen Test mit Barlow. Deine gerechneten 360x machst Du mit dem hochverbarlowten 9er Plössl: Hardcore-Fein-Nachschubsen im relativen Tunnelblick - natürlich nahe der Vergrößerungsgrenze in Ausnahmenächten!! Ich weiß nicht so recht - ich glaube, ich würde in wirklichen Seeing-Ausnahmenächten eher mit einem günstigen "Spezial-Planetenokular" beobachten (3,6 Kellner wie im Vorposting) oder im Bereich der Minimalvergrößerung (40er) im Deep Sky tauchen. Die Anschaffung einer 1,25-Zoll-2x-Barlow, die herausgeschraubt werden kann, wäre eine Lösung, um aus den 9mm 6 zu erhalten, aber auch ein neuer Kostenfaktor und weitwinkliger wird`s dadurch nicht.

Ein Vierziger Oku liefert am 8"f/6 mit den Barlow-Modi (1), 1,5, 2, 2,7: 40mm (V=30x, AP=6,7mm), 26,7mm (V=45x, AP=4,4mm) 20mm (V=60x) und 14,8mm (V=81x) - ich finde das erstmal prima. Von hier aus gedacht, wäre ein Okular um 12 mm - barlowverträglich und recht weitwinklig - vielleicht eine Überlegung: (1), 2, 2,7 - 12mm (V=100x), 6mm (V=200x), 4,4mm (V=270x). Das besagte 3,6mm wäre für Planeten-Ausnahmenächte gedacht (V=333x, AP=0,6mm), die einzig verbliebene Lücke um 8...9mm wird wohl - von Geschmack und Geldbeutel bestimmt - durch ein am Dobson sinnigerweise weitwinkliges Okular geschlossen.

Klare Nächte mit guter Durchsicht und stillsitzender Luft wünscht

Matthias.
 
Hallo,

die Sache wird schon einfacher. Ich habe mich für das GSO
entschieden! Am Samstag kann ich es abholen. Sichert GSO eigentlich eine beugungsarme Abbildung zu?
Jetzt schwanke ich nur noch beim Zubehör - und da habt Ihr mir ja netterweise schon
wieder eine Menge Input gegeben. Ich versuche mal abzuwägen:

Vorteile 40mm gegenüber 32mm:

- Gute Übersicht (Plejaden als Ganzes - ok, das hört sich sehr gut an :-)
- Gute Abbildung, aber nur bei wirklich dunklem Himmel (Was ist mit dem Mond? Der ist ja oft am Himmel und dann würde mir auch die beste Motorisierung nicht mehr helfen...)
- AP=6,7mm gegenüber 5mm (Irgendwo habe ich gelesen, dass alte Säcke, wie ich einer bin, ihre Pupille sowieso nur noch maximal 5mm weit aufkriegen. Bringen mir die 6,7mm dann eigentlich noch was?)

Deine gerechneten 360x machst Du mit dem hochverbarlowten 9er Plössl: Hardcore-Fein-Nachschubsen im relativen Tunnelblick - natürlich nahe der Vergrößerungsgrenze in Ausnahmenächten!!
Das hört sich irgendwie nach leichter Kritik an :-)))

Da ich in einem Alter bin in dem ich nicht weiss, ob
einmal erworbene Kreuzschmerzen auch wieder weg gehen, dachte ich an die Anschaffung eines Telrad-Finders.
Den habt Ihr als sinnvolles Zubehör noch gar nicht erwähnt. Ich schliesse daraus ersteinmal, dass ich ihn nicht unbedingt benötige und mir dafür besser ein gutes Okular zulegen sollte...

Da käme dann ja eventuell ein TSWA 12mm in Frage. Das tausche ich gegen Telrad und 9mm-Plössl und hätte somit vorläufig folgende Vergrösserungen (Barlow 1,5 - 2 - 2,7 vorausgesetzt; Matthias: Vielen Dank für die Korrektur!):

40mm TSWA + 12mm TSWA:
30-45-60-81-100-150-270

Das hört sich doch ersteinmal ganz vernünftig an, oder?
Später kann ich dann ja die Lücken noch schliessen...


Viele Grüsse vom nachdenklichen

Jens



 
Hallo Schrat,

kleiner "Warnhinweis" für den Fall, daß Du die 2"-Barlow vom Teleskopservice meinst:

Die 1,25"-Reduzierung paßt zwar in die Barlow, aber nicht in die 50mm-Verlängerungshülse. In der Barlow ist eine Aussparung für die Klemmschraube des Reduzierstücks. Im Verlängerungsstück ist diese nicht, so daß das Reduzierstück nur sehr wackelig geklemmt werden kann. Also ist der Faktor 2,7 nur für 2"-Okulare nutzbar, nicht für 1,25"!

Ciao
Martin
 
Hallo Jens!

Freut mich, daß die Sache langsam klarer wird.

Eine "beugungsarme" Abbildung erzielt wohl praktisch jede käufliche Optik, da diese Bezeichnung wohl kaum irgendwie klar definiert ist. Beugungsbegrenztheit ist das Schlüsselwort. Ich weiß nicht um irgendwelche Zusicherungen an Mindestqualität (obwohl ich eher davon ausgehen würde, daß Beugungsbegrenztheit beim frisch einjustierten Gerät vorliegt), weiß aber persönlich durchweg nur um positive Erfahrungen mit den GSO Dobsons.

Der Mond, wenn er nicht gerade eine schmale Sichel ist und kurz vor dem Untergehen, verhindert praktisch immer effektive Deep-Sky-Beobachtung. Das ist relativ instrumentenunabhängig. Somit wird man sich in diesen Nächten wohl mit Mond und Planeten zufriedengeben müssen, vielleicht gehen noch bei guter Durchsicht und Seeing in Hochvergrößerung hellere DS-Objekte (z. B. Kugelsternhaufen), wenn das Streulicht in großem Winkel vom möglichst gering erhellten Mond entfernt ist. Für Deep-Sky-Puristen sind durch Vorhandensein des Erdmondes etwa ein Drittel aller klaren Nächte unbrauchbar. Da hilft auch kein Reisen, wie Du richtig erkennst, nur Warten auf mondlose Nächte.

Zur max. AP bei Minimalvergrößerung: irgendwo hier (weiß die genauen Threads leider nicht mehr) hab ich -meine mehrfach- gelesen, daß zwar prinzipiell mit dem Alter die Max-AP abnimmt, aber es gibt große Varianz von Mensch zu Mensch dabei. Am Besten wäre wohl ausmessen (halbe Stunde dunkles Zimmer, dann mit möglichst schwächster Lichtquelle vor dem Spiegel mit Lineal oder mit Bohrern diverser Stärke pupillär mit senkrecht vors Auge gehaltenem Bohrerschaft abblenden, bis die möglichst weit entfernte adaptionserhaltend schwache Lichtquelle nicht mehr gesehen wird; dieser Bohrer ist dann gerade etwas dicker als die AP) und danach die Langbrennweite bestimmen, bzw. den Rest der Okularbestückung neu bedenken.

Doch selbst wenn die Beobachter-Max-AP unter 6mm liegen würde, bei Einsatz eines Spezialfilters zur Kunstlichtunterdrückung oder gutem selektiven Durchlass der diskreten Nebel-Anregungs-Wellenlängen bei Dämpfung aller anderen, macht das 40er wieder Sinn (besserer Kontrast). Sollte ein solcher Filter jedoch von Vornherein sicher nie angeschafft werden und ist gleichzeitig die Beobachter-Max-AP 5 mm, dann wäre das 30er die bessere Wahl. Hier würde ich dann allerdings überlegen, ob das in 2" sein muß (bei 30 mm Brennweite paßt das Strahlenbündel bzw. die Feldblende in ein 1,25"-Design), bzw. ob auch die Barlow 2zöllig zu sein hat, da wäre dann immerhin ein erkleckliches Einsparpotential gegeben. (Außerdem hätte man dann tatsächlich den Barlowfaktor 1,5 bei Herausschrauben der Linse und Einschraubung für alle 1,25"-Okus.)

Mein Satz beginnend mit "Deine gerechneten 360x..." ist schon etwas kritisch gemeint - ich hab's einwenig drastisch ausgedrückt, um die Bedingungen klar vor Augen des Noch-Nur-Theoretikers zu führen. Dies war/ist rein sachlich, ein wenig spaßig sicherlich auch, gemeint, keinesfalls persönlich.

Zu Telrad etc. kann ich leider kaum etwas sagen, da ich dergleichen nicht verwende. Man schaut durch eine Peilvorrichtung, die definierte Peilringe ins Gesichtsfeld einblenden. Wer für instrumentenlose Beobachtung eine Brille benötigt (z. B. Kurzsichtigkeit wie bei mir), braucht diese dann auch für solche Finde-Vorrichtungen. Ich persönlich nutze aber beim Blick durchs Okular keine Brille: habe nur Refraktion als Augenfehler bei mir, da bin ich im Abstand Hornhautscheitel-Okularaugenlinse flexibler, kann also auch relativ einblickkritische Okulare benutzen, also auch die, die mit Brille wg. Platzmangel gar nicht mehr vom Auge fokussierbare Bilder liefern, habe zwei Grenzflächen/Reflexionen, den Verlust... weniger. Würde ich einen Telrad o. Ä. benutzen, hätte ich ständig zu tun mit Brille auf, Brille ab, Brille auf, Brille ab... Der prima Sucher am Gerät reicht mir bisher. Ich perönlich überdenke die Anschaffung eines 114/450 Newton als Superwinkelsucher mit "schon prinzipbedingt eingebauter" Strahlumlenkung. So muß ich dann nicht mehr den Kopf wenden, um vom Haupt-Oku zum Sucher-Oku zu kommen, sondern hab beide schön nebeneinander.

In Deiner Tabelle fehlt der Wert V=200, er wird durch Kombination der Barlow als 2x (also mit "Gehäuse", aber ohne Verlängerung) mit dem angedachten 12er erzielt, 6mm effektive Okularbrennweite.

Nur noch einmal zur Klarstellung: wenn Du eine 2Zoll im Durchmesser betragende 2fach-Barlow hast, hast Du die Möglichkeiten: 1. ohne Barlow (Faktor 1, Nennbrennweite). 2. Mit herausgeschraubter Linse in ein beliebiges ZWEI ZOLL MESSENDE (!!!) Oku eingeschraubt=Faktor 1,5 (also 26,7 bzw. 20 mm bei Okunennbrennweite 40/30mm). Das geht mit 1,25"-Zoll-Okularen nicht, da die Linse samt Gewinde zu groß ist und schlichtweg mechanisch nicht passt. Daher hast Du nicht 12mm/1,5=8mm, wenn Du die große 2Zoll im Durchmesser messende 2x-Barlow kaufst. Von daher ist der Wert 150x in deiner letzten Vergrößerungstabelle bei Anschaffung einer ZWEIZOLLBARLOW nicht gegeben. Hier wäre eine Lücke. Mit zusätzlicher Anschaffung einer 1,25-Zoll-2x-Barlow wären 8mm aus 12 mm möglich. 3. Barlow mit Barlow"gehäuse"=2x für alle Okulare, egal ob Zweizoll oder 1,25". 4. Barlow mit Barlow"gehäuse" und Verlängerung=2,7x für alle Okulare, egal ob Zweizoll oder Eineinviertel.

Noch als Verständnis-Zusatz: Mit einer Eineinviertel Zoll-Barlow kann man zwar alle 1,25"-Zoll Okulare gut barlowen, nicht aber 2"-Okulare (diese wären schlicht zu groß, würden nicht passen).

Ich hoffe, ein wenig weitergeholfen zu haben,

wünsche klare Nächte mit stillsitzender hochtransmissiver Luft,

Matthias.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

es ist vollbracht! Der Tubus steht fertig montiert auf der Box vor mir und draussen ist der vorhergesagte, bewölkte Ich-habe-ein-neues-Teleskop-Himmel *seufz*

Trotzdem bin ich ganz froh, denn ich denke, dass ich -Dank Eurer Hilfe- nun eine vernünfige Einsteiger-Ausrüstung erworben habe. Es sei denn ich habe mal wieder was übersehen oder mich erneut verrechnet.

Es ist nun tatsächlich ein 8" GSO-Dobson mit folgendem Zubehör geworden:

2" TSWA 32mm
1,25" 1,5/2-fach Barlow
1,25" TSWA 15 mm
1,25 TS-Superplössl 9mm
1,25" TSSW 6 mm

Damit sollte ich auf folgende Vergrösserungen kommen (ohne Gewähr ;-)

37x AP=5,33 TSWA 32
80x AP=2,50 TSWA 15
120x AP=1,67 TSWA 15 / 1,5 Barlow
133x AP=1,50 TSSP 9
160x AP=1,25 TSWA 15 / 2 Barlow
200x AP=1,00 TSSW 6
200x AP=1,00 TSSP 9 / 1,5 Barlow
266x AP=0,75 TSSP 9 / 2 Barlow
300x AP=0,67 TSSW 6 / 1,5 Barlow
400x AP=0,50 TSSW 6 / 2 Barlow

Die letzte Zeile ist natürlich "jenseits von" und nur der Vollständigkeit halber aufgeführt.

Eventuell werde ich mir irgendwann nochmal eine 2"-Barlow dazukaufen, aber ich hoffe, dass ich für den Moment ersteinmal eine günstige und ausreichende Anfangslösung gefunden habe.

Vielen Dank für die intensive Beratung und Korrektur!
Richtig witzig fand ich das Bild "Hardcore-Fein-Schubsen mit Tunnelblick nahe der Vergrösserungsgrenze" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Ich werde hier in Zukunft auf jeden Fall gern mitlesen und sicher auch noch die ein oder andere Frage aufwerfen - und vielleicht ja auch mal beantworten können...

Bis dahin viele Grüsse vom

Jens

 
Hallo Jens,

jo, dann wünsche ich viel Spaß mit dem neuen Gerät. Allerdings - 2" Barlow? Eine 2x Barlow würde das 32mm zwar zum 16mm machen, aber 15mm sind ja schon besetzt.
Die 1,5x Option mancher 2" Barlows würde passen. wie ca 21mm würde das 32mm Oku dann abbilden. Aber lohnt das wirklich, nur für eine einzige Zwischenvergrößerung eine 2" Barlow anzuschaffen?
Ich würde eher empfehlen, Du wartest mal ab, was Dir in der Praxis auffällt. Vielleicht willst Du nämlich in ein paar Monaten das Geld lieber in ganz andere Okulare stecken - z.B. in ein hochwertiges 5mm, oder Du sparst schon auf's erste Nagler... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Clear Skies
Sven
 
Hallo Jens!

Ich freue mich mit Dir über Dein Gerät und die gewählte okularseitige Ausstattung. Du wirst viel Freude damit haben - für einen Achtzöller visuell hält der Himmel reichlich Objekte parat.

Deine Okular/Barlow-Auswahl deckt den hauptsächlichen Arbeitsbereich der Primäroptik ab. Doppelbesetzungen lassen sich nicht immer vermeiden - man wird im allgemeinen recht bald wissen, welche Kombination man vorzugsweise verwendet. Deine Erlebnisse unter dem Firmament werden Dir zeigen, wo Du vielleicht noch ergänzen möchtest - ich bin gespannt, wie sich Deine Interessen entwickeln werden.

Ich würde mich sehr über geschilderte Beobachtungen und Erfahrungen mit Deiner neuen Freizeitbeschäftigung freuen. Bin gespannt, welche Fragen so aufkommen werden.

Zur 2"-Barlow schließe ich mich Sven an.


Möge das Wetter astrofreundlich werden - wünsche

klare Nächte mit bester Durchsicht und stehender Luft,


Matthias.
 
Jaa, Jippeee...

gestern ist der Himmel tatsächlich für eine
halbe Stunde aufgeklart. Da habe ich das Gerät mal
eben schnell ans offene Fenster geschoben und auf so
ein helles Ding gehalten.

Das war dann wohl die Venus-Sichel in den Plejaden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Nach ca. 20 Minuten war das Wabern dann auch etwas
verflogen, so das ich was erkennen konnte.

Was mich irritierte: Wenn ich das 2" 32mm-Monstrum
bis zum Anschlag in den OAZ schiebe, reicht der
Verstellbereich nicht mehr zum Fokusieren aus. Ich
musste das Okular wieder leicht herausziehen, so das
es etwa nur noch 10mm im Auszug steckte.
Das kann doch nicht im Sinne des Konstrukteurs sein, oder etwa doch?

Vielen Dank für die guten Wünsche! Mögen die Wolken immer
ein Loch für uns lassen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Viele Grüsse vom

Jens
 
Moin Jens,
Du bist nicht der einzige, der darüber irritert ist... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ob das nun im Sinne des Erfinders war, keine Ahnung. Aber es ist die harte, unumstößliche Realität.
Das 2" darf nicht ganz hinein.
Trage es wie ein Mann und freu Dich über den Rest...... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Es ist ein tolles Gerät und wird Dir, so wie mir, viiiiieeeel Freude machen.

Gruß
 
Hallo Gunnar,

...ich werde es wie ein Mann tragen und sofort eine
saubere Bastel-Lösung finden. Das Ding braucht einen
Anschlag, damit es nicht verkantet oder mir gar eines
nachts herausplumpst. Ich denke ein kleine
Abstandshülse wird reichen...

Viele Grüsse vom

Jens
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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