Hi Almak,
wenn du den 8-Zöller, egal ob als Dobson oder auf anderer Monti transprotieren, bewegen, handhaben
kannst und willst, bist Du damit auch im Ruhrpott gegenüber kleinerer Öffnung immer im Vorteil.
Es ist lange her, da ging mir die teilweise heftige theoretische Diskussion so auf den Geist,
dass ich der Sache praktisch auf den Grund gegangen bin.
An einem heißen Sommertag habe ich in der seeingtechnisch schlimmsten Ecke meines Grundstücks,
auf der heißen Betonplatte meiner Terrasse, in einer Hausecke, einen 4,5-Zöller und einen 8-Zöller
nebenienander gestellt. Die untergehende Sonne wurde vom aufgehenden Mond abgelöst.
Das Aufsuchen des Planeten Jupiter am Tage gelang mir dann mit dem 8-Zöller einige Zeit bevor Jupiter
im 4-Zöller überhaupt zu sehen war und auch die Monde erschienen im 8-Zöller wesentlich früher.
Das grottenschlechte lokale Seeing begrenzte den 8-Zöller in der sinnvoll anwendbaren Vergrößerung
noch lange Zeit auf Vergrößerungswerte, die auch mit dem 4,5-Zöller sinnvoll zu erreichen sind,
dies änderte sich erst nach mehreren Stunden langsam, aber selbst als die Betonplatte noch wesentich
wärmer war als die Umgebungstemperatur konnte ich mit dem 8-Zöller langsam höher gehen und kam nach
Mitternacht auch auf Werte um und über 200fach, wo der 4,5-Zöller licht- und auflösungstechnisch
öffnungsbedingt in die Knie geht.
Auch DS Objekte waren am mondhellen Himmel (simulierte Standbedingungen) mit dem 8-Zöller
immer besser auszumachen, aufzulösen und zu vergrößern als am 4,5-Zöller.
Dabei ann man, ohne Filter, die große mögliche AP nicht nutzen, man muss die AP den Bedingungen
anpassen, aber Öffnung ist immer im Vorteil.
Eigentlich sind diese praktischen Ergebnise eine logische Konsequenz mathematischer, physikalischer,
optischer, theoretisch berechenbarer Grundlagen.
CS
*entfernt*
PS: Wird am größeren Teleskop die Vergrößerung bei der Planeten-/Mondbeobachtung durch Seeing
begrenzt, ist es wichtig, "überschüssiges" Licht durch Graufilter oder variable Polfilter zu dämpfen.
Ansonsten leidet die Detailerkennung durch Überstrahlung erheblich.
Dies führt zu dem häufig anzutreffenden Irrglauben, kleine Teleskope bildeten sauberer/besser ab.