8" Dobson Teleskop - 200/1200, GSD 200c

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boris1984

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Hallo an alle,
ich bin neu hier im Forum und auch recht neu in Sachen astronomie. Ich habe zwar schon ein Teleskop zuhause möchte mir aber jetzt ein neues und besseres holen. Im Moment besitze ich ein Seben big boss 1400/150mm.
Habe das Dobson hier bei ebay gefunden:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=390135720683&ssPageName=STRK:MEWAX:IT
Wollte mal fragen, ob das Teleskop in euren Augen gut für einen Einsteiger geeignet ist, oder ob es in der Preisklasse etwas besseres gibt.
Außerdem weiß ich nicht was ich von einer Rockerbox halten soll, ist ein Stativ für den Gebrauch draußen z.b. auf einem Feld nicht besser geeignet?
Danke im vorraus,
Boris
 
Hallo Boris,
vom Preis/Leistungsverhältnis wird es wohl in dieser Preisklasse ziemlich gut sein.
Die Rockerbox ist auch im Freien Gelände brauchbar. Klar das damit nicht die Schollen auf dem Acker gemeint sind.
In dem Angebot kannst du einen Preis vorschlagen. Also 10% sind locker drin.
Gruß
Simon
 
Hallo,
danke für deine Antwort Simon aber meinst du (ihr) nicht das zu wenig Zubehör dabei ist, nur ein Superplössl 25mm Okular.
LG.
Boris
 
Moin Boris!

Zuerst einmal: Diese Dobson-Baugröße wird sehr oft als geeignete Einsteiger-Optik empfohlen. Lies mal ein bißchen weiter in diesem Foren-Bereich, da wirst Du ständig auf so ein Gerät stoßen, die es natürlich auch von anderen Herstellern gibt. Die Angebote unterscheiden sich dabei nur geringfügig in der Ausstattung.

Thema Okulare: Tja, da solltest Du einen Blick in den hiesigen Okular-Bereich tun - mit nur einer Vergrößerung kommt man nicht weit. Hier noch ein Link für Dich: http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html
 
Hallo Boris,

zunächst zu den Preisen deines Vorschlags.
Es ist ein Glücksfall, dass es in Fernost eine Serienproduktion für diese 8"-Geräte gibt und auf der anderen Seite hier in Europa einen Markt dafür. Vor 10 Jahren war das alles nur ein Traum. Du wirst also grundsätzlich vom Preis/Leistungsverhältnis nichts besseres finden.

Zu den Okularen hat Micha das Entscheidende schon gesagt. Man tut besser daran, sich je nach Bedarf und den finanziellen Möglichkeiten etwas individuell zusammenzustellen. Im Detail können wir ja darüber diskutieren.

Das vorgeschlagene Gerät hat meiner Meinung nach zwei Schönheitsfehler: der Sucher, das Azimut-Lager.
Die beigefügten Sucher sind meist nicht praxisgerecht, das ist leider fast immer der Fall. Die Sache ist aber für den Anfänger wichtig. Wenn man beim Einblick den Kopf verrenken muss oder wenn das Bild im Sucher auf dem Kopf steht, das kann gerade am Anfang sehr verwirren. Sehr beliebt sind Leuchtpunktsucher (für ca. 30 Euro) oder besser die Sucher mit den Markennamen Rigel oder Telrad.
Dazu kämen dann noch die Utensilien: Sternatlas, rote Lampe (wegen der Dunkeladaption), eine Sitzgelegenheit für 3 Euro aus dem Baumarkt usw.

Das Rollenlager ist meiner Meinung nach, und nicht nur meiner Meinung nach, sehr leichtgängig. Man muss vielleicht nacharbeiten. Schau z.B. hier:
http://www.deepsky-brothers.de
(dort: --> Tips + Tricks --> GSO-Rockerbox, auch --> Tips + Tricks --> Dob-Tuning total)

Ob du bereit bist, kleine handwerkliche Eingriffe vorzunehmen, bleibt dir überlassen. Dein vorgeschlagenes Gerät wäre sicher kein absoluter Fehlkauf. Ich würde aber dennoch ein Gleitlager vorziehen. Das gibt es aber bei fast jedem Händler.

Mit Grüssen,
Joachim


 
Hallo Boris,

Du hast ja schon einiges positives gehört - Link auf meine Seite war auch dabei, freut mich natürlich.
Im Moment hast Du ein Gerät, welches ich als meist abgeratenstes Teleskop 2007 bezeichne (oder war es 2006?).
Insofern ist es relativ leicht, ein besseres Teleskop zufinden, indem man eines wählt, dass eine "robuste" optische Konstruktion hat. Mit dieser Umschreibung kreise ich das Problem Deines Big Boss ein, diese Geräte leiden unter vielen Problemchen in der Ausführung eines eigentlich guten Optikdesigns. Es haben derweil schon einige erfahrene Sternfreunde versucht herauszufinden, ob diese 150/1400 Optiken nur schlecht zusammengebaut sind, oder ob die verbaute Optik an sich nicht gut ist. Ich bin im Moment auf dem Stand zwei zu eins für die schlechte Optik und das heißt die Serienstreuung bei diesen günstigen Optiken scheint wirklich schlimm zu sein... Nuja, ist keine empirische Erhebung, also...

Jedenfalls Du möchtest Dich verbessern. Der gewählte 200/1200 Dobson hat da optisch ein großes Potenzial. Aber sind ein paar Dinge zu beachten. Die Öffnung, klar das wichtigste, die ist größer. Die Qualität in der die Optik hergestellt wird, ist im Allgemeinen auch deutlich besser
Die Brennweite allerdings ist kürzer und ich möchte Dir vielleicht mal kurz darlegen, was daran so hängt.
Zunächst mal klar, die Brennweite bestimmt die Vergrößerung und wo ein 10mm Okular am Big Boss 140x lieferte, da kommen bei diesem Gerät nur 120x herum. Der 200/1200 hat aber natürlich das größere Potenzial vom nutzbaren Vergrößerungsbereich her.
Der 150/1400 kommt theoretisch so bei 220x an seine Grenzen und wieder theoretisch könnte man den z.B. bei der Mondbeobachtung bis 300x ziehen. So wie das Gerät umgesetzt ist, kann es aber gut sein, dass die Abbildung schon bei 100x nicht mehr so gut ist.
Der 200/1200 kommt bis 280x und lässt sich dann ggf. bis 400x am Mond hochziehen und in der üblicherweise anzutreffenden Qualität kann man sagen, dass bei guter Beherrschung des Gerätes auch umzusetzen ist. Mag sein, dass man im Auslieferungszustand bei 240x schon findet, dass das Bild flau wird. Wenn einen dass dann stört, kann aber etwas daran tun, indem man auf die Justage der Optik achtet und ggf. sich mal anschaut, wie das mit der Temperaturanpassung der Optik zur Umgebung so ist.

Soweit, so gut, aber ich bin da noch nicht fertig. 200/1200 bedeutet ein Öffnungsverhältnis von f/6, also 6x mehr Brennweite als Öffnung. Das ist schon eine recht ordentliche Lichtbündelung, die der Spiegel da leistet. Beim Big Boss sind es effektiv nur f/9,3. Das wirkt sich auf die Okulare aus. Es gibt einige Okulare, die sich bei f/9 ganz gut machen, die aber bei f/6 Schwächen offenbaren. Das zeigt sich indem das Bild am Rand unscharf wird. Leider wird in der Literatur fälschlicherweise oft einfach pauschal von Koma des Newtons gesprochen. Das ist aber nicht nur bei akademischer Betrachtungsweise falsch, sondern in der Praxis ist Koma (nicht nur bei f/6) so schwach ausgeprägt, dass der eigentliche Fehler, nämlich der Okularastigmatismus, deutlich kräftiger zuschlägt.
Unter anderem aus diesem Grunde ist die Okularwahl eine Wissenschaft für sich. Du bist dem Link hoffentlich gefolgt. Man sollte bei der Okularwahl überlegen, welche Kriterien einem selbst am wichtigsten erscheinen. Da Du nun bereits ein Gerät hast, bist Du in der Lage dazu, das weit besser einzuschätzen, als die Leute, die ein solches Gerät als ihr erstes Teleskop kaufen.
Du solltest also überlegen, ob Dir vor allem die Bildmitte wichtig ist, was beim Dobson aber bedingt, dass Du einen Planeten auch immer schön in der Mitte des Bildes halten musst, bzw. Du lässt den Planeten "durchlaufen" und akzeptierst, dass Schwächen bei der Randabbildung des Okulars das Bild schlechter machen, wenn der Planet ein Stück abseits der Bildmitte steht. Wenn man damit klar kommt, dann kann man nämlich zu Okularen greifen, die ein sehr kontraststarkes Bild liefern. Mit Kontrast meine ich nicht Schärfe, sondern ich versuche mal zu behaupten, dass "kräftige Farben" für einen guten Kontrast stehen. Ist natürlich relativ zu sehen, Jupiter ist einfach nicht kräftig gefärbt und bunter wird der im (ordentlichen) Teleskop auch nicht.
Demgegenüber gibt es Okulare, insbesondere Weitwinkelokulare, die an diesem Gerät einen sehr großen Bildbereich optimal scharf zeigen, dafür aber ist der Kontrast nicht ganz so gut. Das Bild wirkt etwas flauer. Schwer zu beschreiben - der Unterschied ist nicht groß, man braucht schon Beobachtungserfahrung und womöglich einen direkten Vergleich, um den Unterschied zu erfassen. Trotzdem gibt es viele Sternfreunde, denen das ungeheuer wichtig ist. Beim Dobson aber nimmt man dies ganz gerne in Kauf, weil dann ein Planet bei hoher Vergrößerung nicht so leicht verloren geht - falls man mal etwas zu heftig am Teleskop ruckt. Und natürlich kann man länger und entspannter beobachten, weil der Planet einfach etliche Sekunden länger im wirklich guten Bildbereich bleibt.
Und natürlich gibt es auch Beobachtungsobjekte, die selbst bei schwacher Vergrößerung noch das ganze Bildfeld im Okular ausfüllen. Auch da möchte man natürlich, dass möglichst viel vom Bild gut scharf ist.

Und bei allen diesen Überlegungen zum Okular muss man bedenken, dass f/6 schwieriger ist, als f/9. Das heißt die beim Big Boss beigelegten Okulare werden zwar am f/6 zunächst einmal grundsätzlich funktionieren, es ist aber sehr wahrscheinlich, dass Du abseits der Bildmitte bemerkst, dass die Abbildung schlechter geworden ist, als vom 150/1400 gewohnt. Insbesondere spielt das bei mittleren und kleinen Vergrößerungen eine Rolle, also Vergrößerungsbereiche, bei denen der 150/1400 nicht so sehr gehandicapped ist.

Nun sind die heute verkauften Cat-Newtons keine besonders guten Teleskope und es ist daher meiner Meinung nach wenig ratsam, viel Geld in Zubehör speziell für ein solches Gerät zu investieren. Beim 200/1200 lohnt es zwar, Zubehör anzuschaffen, und zwar in dem Maße das wirklich viele Besitzer eines solchen 200/1200 für 300 Euro ein Vielfaches an Geld für Okulare und weiteres Zubehör ausgegeben haben. Die müssen da nicht rot werden, ich schreibe Dir gerne Okulare für 2000 Euro auf und begründe Dir, warum jedes einzelne davon Vorteile hat, für die man den entsprechenden Preis zahlen mag.
Der Punkt ist also: Wenn im Moment nur um die 300 Euro da sind, dann muss man wirklich ganz genau überlegen, wie man mit vorhandenem Equipment die optischen Möglichkeiten dieser Optik überhaupt abrufen kann. Das Gerät nur mit dem beigelegten 25mm Alibi-Okular zu verwenden ist eine wirklich... äh... spääääährliche Lösung. Meister der Askese oder so...
Wenn nun vom Big Boss her noch ein paar Okus herumliegen und wenn dazu noch irgendwo etwas Asche auftaucht, mit der man das Zubehörpaket auf das Prädikat "sinnvoll" bringen kann, dann wäre das schon sehr, sehr gut.
Wenn aber zum Beispiel der Big Boss mit kompletten Zubehör zum Bleistift zu Ihbäh geht, dann muss man wirklich ernsthaft von einem Wechsel unter diesen Vorzeichen abraten. Man kann das Gerät dann nämlich eh nicht vernünftig ausnutzen, ehe man weiteres Zubehör, also Okulare, anschafft. Und dann ist es wirklich besser, noch eine Weile zu sparen, bis man sich ein brauchbares Komplettpaket zusammenstellen kann. (Das möchte ich übrigens auch betonen, ich meine man sollte sich sein Paket lieber selbst zusammenstellen als immer diese komischen KBM-Okularbrennweiten beigelegt zu bekommen. KBM: Keiner braucht mich!)

Naja. Was ist denn bei dem Big Boss an Zubehör vorhanden? Und wie kommst Du mit dem Suchen klar, sollte man das Thema Leuchtpunktsucher auch mal anschneiden?

Clear Skies
Sven
 
Hallo,
also erstmal vielen Dank für die Beiträge.
Nun zu deiner Frage Sven Wienstein, beim big boss sind ein 6.5 mm AF 50° Plössl,ein 25mm AF 40° Plössl Okulare dabei. Ein Erecting Eyepiece 1.5*, 2* Barlow und ein Mondfilter dabei.
Mein Vorhaben war, das ich das Seben big boss Teleskop verkaufe, mit dem Zubehör und mir dann das dobsen mit zusätzlich 2-3 Okularen kaufe ( für den Anfang wohl gemerkt). Habe gerecht das ich dann im Bereich 350-400€ lande.
LG,
Boris
 
Hi Boris,

"Big Boss" verkaufen, ja das ist eine gute Idee. Hoffentlich bekommst du noch was dafür. :/

Für einen 6" oder 8" Dobson + 3 bis 4 gute Okulare solltest du schon 500+ € rechnen.

Gruß
Lots
 
Hallo Boris,

ich denke beim Big Boss muss man schauen. Es wäre unfair das Gerät ohne Zubehör abzugeben, weil der Käufer dann wirklich draufzahlt. Andererseits wäre Dein Problem, dass Du bis 400 Euro eben den Dobson auch nicht mit Überflieger-Okus ausstatten kannst.
Aber immerhin, wenn Du das als Grundlage betrachten willst, ja, das kann so funktionieren. Es muss halt letztendlich ein bisserl was da sein. So zum Beispiel ein Übersichtsokular, dann was um 15mm und was um 6mm. Die beigelegten 25mm und 9mm finde ich deshalb so völlig ungeschickt, weil 25mm ist nicht das 1,25" Spar-Übersichtsokular und 9mm ist als einziges Deepsky-Okular (zumal ohne Weitwinkel) zuviel und deplaziert und für Planetenbeobachtung zu schwach auf der Brust (133x).
Wenn man das beim Händler durchkriegt, müsste man eben wenigstens ein 32mm Plössl und ein ca. 15mm Plössl draus machen und dann noch ein 6mm zukaufen, besser mit gutem Augenabstand wie ein Planetary/TMB/APM oder ein LE meinetwegen. Von den ED-Okularen gibt es ja kein 6mm, nur 5,2mm was als einziges im Hochvergrößerungsbereich dann durch Luftunruhe oft zuviel sein würde und ein 7mm wäre eben wieder etwas zu wenig. Super wäre natürlich, das 25mm nicht wieder gegen 1,25" einzutauschen, sondern ein 30mm bis 32mm (oder gar 38mm) Weitwinkel dafür zu beschaffen. Es gibt etliche Angebote, wovon einige baugleich sind, nur mit anderem Label. Die tun sich eigentlich alle nicht viel, bei gewissen Ansprüchen sind das Okulare "für den Übergang". So 65° bis 82° bekommt man und das ist dann auch OK, 50° sollte man wieder nicht nehmen, da hat man nicht viel mehr wahren Himmelsausschnitt als mit 1,25".

Man kann dann darauf aufbauen und so nach und nach eine schöne und nützliche Zubehörsammlung aufbauen. Leider ist das ja eine unendliche Geschichte, wenn man meint, genug Okulare zu haben, stellt man fest, dass Nebelfilter toll sind, und während man Nebelfilter anschafft, kommt ein neues Okular raus und bis man das gespart hat, will man die Nebelfilter auf 2" umstellen...

Clear Skies
Sven
 
Hi Boris,

ein solche Breitbandzoom ist die absolute "Low-Budget" Lösung für Leute, die erst Mal günstig "reinschnuppern" und dabei ein großes Brennweiten- und AP-Spektrum abdecken wollen. Das kann eine gute Entscheidungshilfe für die Anschaffung guter Okulare in den als wichtig für die eigene Beobachtung erkannten Bereichen sein.
Die Nachteile solcher Zooms, überigens auch teurerer Varianten sind:
-tunneliges Gesichtsfeld von 24 bis etwa 16 mm Brennweite, da auch häufig erhebliche Abbildungsschwächen wie Randunschärfe, Streu-/Sörlichtprobleme, Bildaufhellungen.
-ab etwa 16 mm Srennweite ausreichendes Gesichtsfeld, aber nicht die Leistung guter Festbrennweiten oder Schmalbandzooms.
Hier der Link zu einem aussagekräftigen Test:
http://www.svenwienstein.de/HTML/seben_zoom.html
und gleich der Link zu grundsätzlichen Okularempfehlungen für 8" F/6 Dobsons:
http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html

Gruß und CS
*entfernt*

 
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