8" Dobson und Zubehör

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

XorFish

Neues Mitglied
Hallo Community

Ich möchte mit einem 8" Zoll Dobson in die Himmelbeobachtung einsteigen. Jedoch habe ich dazu noch ein paar Fragen:

  • Lohnt es sich, bei einem 200/1200 Dobson in Pyrex zu investieren?
  • Welche Objektive sollte ich mir dazukaufen? Ich denke an eines für die Planetenbeobachtung und eines für Nebel oder Galaxien.
  • Was für Zubehör ist für den Beginn noch wichtig?

Erstauswahl Teleskope:
http://bit.ly/14uIhAU
oder
http://bit.ly/17C8EZJ

Erstauswahl Okulare
http://www.teleskop-express.de/shop...60----1-25--Okular---voll-multiverguetet.html
und
http://www.teleskop-express.de/shop...--70--Feld---Max--Gesichtsfeld-mit-1-25-.html
 
Hallo Xorfish,

Also hier mal ein Link mit den Vorteilen von Pyrex
Pyrex

Als Übersichtsokular kannst du das 25mm schon nehmen. Aber dann der Sprung auf 5mm ist imho ein wenig gross.
Eines dazwischen schadet nicht, bzw eine Barlow Linse (2x) würde ich noch kaufen.

Dazu noch eine Rotlichtlampe und einen Starnenatlas bzw drehbare Himmelskarte, sonst wirst du nichts finden ;)

Und bitte bei den Okularen nicht zu sehr sparen.

CS
Christian
 
Das 5mm Planetary Okular wirst Du selten einsetzen können, sinnvoller wäre die TSSWM 15-9-6 Serie, (auch als Blau- oder Goldkanten bekannt). Das 25mm habe ich auch im Koffer, das funktioniert ganz hervorragend ich würde aber eher ein Übersichtsokular einplanen, z.B. das TSWA30 (2 Zoll) dürfte an Deinem geplantem Gerät gut funktionieren und ist gebraucht billig zu haben.
 
Hallo XorFish,

Ich habe mir vor Kurzem einen GSO 8'' F6 Dobson zugelegt.
Die normale günstigere Version. Bis jetzt bin ich damit sehr zufrieden.
Ich habe das Teleskop in der Garage stehen, so dass es schon ausgekühlt ist. Daher ist mir eine schnellere Auskühlzeit nicht so wichtig. Als Okulare habe ich ein Vixen NPL 25mm ein TS-SW15mm und ein Planetary 8mm im Einsatz.
Bei dem Okular für die niedrige Brennweite habe ich am meisten überlegt und mich dann für 8mm entschieden, da ich dies auch bei schlechteren Bedingungen gut nutzen kann. Bei gutem Seeing wäre wahrscheinlich auch noch ein Okular mit geringerer Brennweite möglich.

Weiteres Zubehör wie z.B. Filter habe ich zur Zeit noch nicht.


Gruß,
Holger
 
Hi,

Lohnt es sich, bei einem 200/1200 Dobson in Pyrex zu investieren? Nein, wenn die spiegelqualität gleich ist
Welche Objektive sollte ich mir dazukaufen? Ich denke an eines für die Planetenbeobachtung und eines für Nebel oder Galaxien. Für Galaxien ein Okualar mit einer Austrittspupille von 2mm bis 2,5mm (Nagler 12mm T4). Für die höhere Vergößerung ein 5mm oder 6mm Okular (AP < 1mm), Preiswert ein 5 mm oder 6mm Planetary HR
Was für Zubehör ist für den Beginn noch wichtig? Justierlaser, UHC-Filter in 2", Rotlichtlampe, Himmelsatlas, (dunkles Tuch)

Gruß
Lothar
 
Ich möchte mich bei allen für die Beratung bedanken.

Meine vorläufige Wahl sieht nun folgendermassen aus:
  • GSO Dobson 680 - 8" - 200/1200mm Teleskop - Deluxe Version
  • GSO Superview 30mm 2" Großfeld ERFLE Okular - 68 Grad(Im Lieferumfang des Teleskopes)
  • TS Optics 5mm HR Planetary UWA - 60° - 1,25" Okular - voll multivergütet
  • Skywatcher Hyperflex 9-27mm 1,25" Zoom Okular
  • TS Barlow 2fach - 1,25" mit T2 Gewinde - achromatisch
  • TS Newton Justierlaser 1,25" - dimmbare Helligkeit
  • Planisphäre - drehbare Sternkarte - 50° nördlicher
  • Skywatcher LED Rot- und Weisslicht Lampe - dimmbar
  • GSO Abdeckkappe für 8" Newtons und 8" RCs aus Kunststoff
Wobei ich einen Händler schon angefragt habe, den 10mm Pössel aus dem Lieferumfang des Teleskopes zu entfernen.

 
Hallo Xorfish,

wenn das Zoomokular in Ordnung ist (keine Ahnung), sollte die Zusammenstellung gut aufgebaut sein. Von einfachen Barlows halte ich allerdings weniger, zumal Du eine Zweifachbarlow angesichts der Okularzusammenstellung nicht unbedingt brauchst.

Habe gerade nachgesehen: Das Zoom hat bei 27 mm Brennweite nur 40° scheinbares Gesichtsfeld. Wenn Du kein Problem mit dem höheren Preis und dem höheren Gewicht hast, wäre das Hyperion-Zoom von Baader dem Skywatcher vorzuziehen. Beginnt mit 50° und kommt mit 8 mm dem 5-mm-Planetary näher. Daß man keinen Adapter braucht, weil das Hyperion auch eine 2"-Steckhülse aufweist, macht das Leben nicht schwieriger. Nur ist das Ding halt recht schwer (Dobson und Gleichgewicht).

Grüße

fquadrat
 
Hallo,

wenn die Investition in Richtung Preis-Leistung optimiert werden sollte, würde ich einiges abändern.

Zunächst: was kann man weglassen oder anders lösen:

1. GSO 680 Deluxe. Bietet gegenüber der Standard-Version so wie ich es sehe: Rollenlager im Azimut. Ich persönlich halte das für eine Verschlimmbesserung, denn Teflon ist sehr bewährt. Es gab mal das Teflonset gegen Aufpreis bzw. als Nachrüstkit, das nur mal als Hinweis. Die aufwendigere Höhenradlagerung ist vermutlich nicht schlecht, allerdings - ich kenne den GSO 680 Standard (war mein Einstiegsgerät) fand ich die "einfache" Höhenlagerung recht gut und nach Aushängen der Federn und Anbringen eines befilzten, verschiebbaren Aquarienmagnetendoppels für ein paar lausige Kröten fand ich die richtig gut. Ferner hat der Deluxe 1:10-Untersetzung. Ich finde, das braucht man bei gut laufendem Crayford an f/6 visuell nicht. Da würd auch der Standard reichen. Dann bietet der "Deluxe" noch den 8x50 statt 6x30 Sucher. Die sind aber beide geradsichtig und haben gegenüber dem Newton ein anders orientiertes Bildfeld. Ich verwende seit langem zufrieden Leuchtpunktpeiler, das sollte auch beim "Standard"-GSO 680 gegen den 6x30 aufpreisfrei zu tauschen gehen. Das 25er Plössl würd ich wandeln. Da wäre erstmal etwas Investitionsvolumen wieder frei (Preisunterschied).

2. Zweizoll-Erfle 30mm. Wenn man eh nicht High-End bis Top-Notch besetzt, sei vielleicht als Preis/Leistungshausnummer das 30-BW bzw. Moonfish genannt. Ist bezogen auf Randabbildung ebenso etwas überfordert, wie quasi alle in diesem Okular-Brennweiten-Bereich unter 300-400 Euros, bietet allerdings 80 Grad Okulargesichtsfeld und kost so um 80-90 Euro neu. Vielleicht Angebote recherchieren, Einkaufsquellen Messe, Aktion und Gebrauchtmarkt bedenken, da könnte es noch preiswerter sein.

3. HR-Planetary 5mm. Ein gutes Okular, ich habe es selbst. Allerdings im Hochvergrößerungsbereich nur 60 Grad (58 hab ich auch mal gelesen) und keine Zoom-Möglichkeit. Mit 5 mm liegst Du bei 240x (0,83 mm AP) und damit fest. Ist die Luftruhe besser, kommst Du nicht höher, ist sie schlechter, gehts nicht etwas geringer. In der Hochvergrößerung ist am günstigen Kaufdobson ordentliche Weitwinkligkeit wirklich hilfreich.

4. Hyperflex-Zoom. 40-60 Grad Gesichtsfeld ist nicht so der Hammer, die 60 Grad bietet es bei 9mm. Also wird man eher den unteren Bereich zoomend verwenden, denn von vielleicht 18-27 mm ist das Gesichtsfeld relativ tunnelig. Ich finde, ein Zoom mit 50-60 Grad bei 9-18 mm ist nun nicht unbedingt, was mit dem Dobs so anwendungsorientiert besonders gebraucht würde. Ich würde anders investieren.

5. Barlow 2fach mit T2-Gewinde. Frage hier: wofür unbedingt eine Barlow und wofür das T2-Gewinde? Ich würd sie weglassen.

6. TS-Justierlaser. Dimmbar ist schon schön, ich hab das Teil ohne Dimmung und sehe zu, halbleere Batterien zu verwenden. Mir gefällt die nur im Ansatz vorhandene Schulterkante nicht. Es ist an normalen Zweizoll-Eineinviertelzoll-Reduzierungen (2"-1,25"-Red.), derer ich mehrerer habhaft bin, nicht gescheit reproduzierbar zu klemmen. Die Okulare klemmen sich dann nochmals anders. Mittlerweile habe ich selbstzentrierende 2"-1,25"-Reduzierungen, damit gehts. Ist vielleicht auch anzudenken, oder halt ein anderes Produkt mit vernünftig ausgeformter Schulterkante.

7. Drehbare Sternscheibe. Könnte man auch runterladen, ausdrucken und laminieren bzw. in Din A4-Prospekthülle stecken. Sternkarten, Atlanten etc. sind mittlerweile viele frei entwickelt im Internet runterzuladen oder als Buch zu kaufen. Das ist schon hilfreich.

8. LED-Rot/Weißlichtlame. Ich komme mit einfacher Rot/Weiß-LED-Kopflampe bestückt mit 3 NiMH-Akkus statt Batterien aus (Akkus haben weniger Spannung - das dimmt dann automatisch). Ziemlich preisgünstig und man hat beide Hände frei. Im Okukoffer ist noch ein einfaches Dioden-Fahrrad-Rücklicht - auch hier Akkuzellen und wunderbar.

9. Abdeck-Kappe: wozu eine zweite? Beim GSO 680 ist doch eine dabei?

Wenn man konsequent ist, könnte man durch alle meine Abänderungsüberlegungen ziemlich viel Geld sparen und dann mal überlegen, wie man das in passende Okulare steckt.

Arbeitsbereich des Geräts: ca. 30x - 300x, (AP ca. 7 - 0,7 mm, Okularbrennweiten entspr. ca. 40 - 4 mm - beim Auto hast Du ja auch den ersten Gang bis zum höchsten Gang).

Übersichtsvergrößerung - Mittlere Vergrößerung(en) - Hohe bzw. Höchste Vergrößerung. Am Dobson alles gern Weitwinkel (wegen händischer Verstellung und Seheindruck).

Z. B.
- 30 BW/Moonfish (2", 80 Grad, m. E. Preisleistungsspitze im Niederpeissegment am 8"-f/6-Dobson)

- Astro-Professional UWA 16 (baugleich Williams UWAN 16) - (82 Grad) evtl. im *entfernt*schen Zoomset (hat dann mit dem unteren Negativ-Element des UWA 16 selbst Zoombereich ca. 15-10 mm, gleichbleibend 82 Grad Gesichtsfeld)

- Hochvergrößerungsbereich definitiv eine hochweitwinklige Zoomlösung (z. B. Astro-Professionel UWA 7 im *entfernt*schen Zoomset mit UWA-eigenem Negativelement) oder aber Planetary HR 8 oder 9 im *entfernt*schen Zoomset mit Planetary-eigenem Negativelement.

Eigentlich nur 3 Okulare, dafür weitwinklige, die an f/6 sehr gut arbeiten (Abstriche beim BW/Moonfish, aber das gibts abstrichfrei nur VIEL preisintensiver), *entfernt*-Zoomkit(s) und es geht heftig ab.

Ein Hinweis noch zum GSO 680 - egal welche Version: die Fangspiegel-Justage-Schrauben brauchen Werkzeug (Kreuz-Schlitz-Schraubendreher), besser in Horizontaler Lage des Tubus justieren, dann kann das Werkzeug im Fall der Fälle nicht auf den Hauptspiegel fallen! Oder eng ans Handgelenk mit Schnur binden oder Rändelschrauben besorgen.

Sollte Dein Budget höher liegen, würde man einiges anders bestücken, es wäre auch fraglich, ob dann überhaupt ein niederpreisiger Fernost-Dobs angeschafft würde. Das sind nämlich irgendwie in fast allen Details ein wenig Bausätze. Schau Dir mal meine anderen Postings an, ich schreib zwar nicht häufig, aber Dobsons und deren Tuning bzw. Verbesserung von Stangenware-Suboptimalitäten ist so ein bisschen mein Gebiet. Ansonsten: warme Klamotten, Klapphocker und Klapptisch wären noch andenkenswerte Dinge für nachhaltige Freude unterm Sternenzelt.

Klare Himmel, stehende Luft und beste Grüße,

Matthias.
 
Vielen Dank für die Ausführliche Antwort.

Ich werde wahrscheinlich auf die Deluxe Version verzichten und mich für den günstigeren GSO Dobson entscheiden. Dafür werde ich ein bisschen mehr in die Okulare investieren. Müglicherweise kann ich auch einen gebrauchten Skywatcher Skyliner 10" FlexTube Dobson günstig für 350-500 Fr. ersteigern. Da dieser auch In meiner Ragion abholbar ist, erspare ich mir auch den teuren Versand.(Leider habe ich in der Schweiz noch keinen Händler gefunden, der die genannten Teleskope zu einem vergleichbaren Preis anbietet) Jedoch habe ich bedenken weil dieser nur f4.8 ist.

Zu den mootzischen Zoomokularen: Klingen die nicht ein bisschen zu gut um wahr zu sein? Was haben die für Nachteile?

Ansonsten werde ich mir wohl die beiden 82° Zoomokulare und ein Übersichtsokular kaufen.

Das vorgeschlagene Moonfish Okular konnte ich leider nirgends finden.

 
Hallo XorFish ( richtiger Name ?? )

Mit dem 30MM 80° Okular von BW-Optiks wirst Du bei F6 wahrscheinlich nicht glücklich werden, das ist mehr was für Optiken ab F10 da funktioniert es gut. Bei F20 sogar sehr gut. Diese Okular gibt es hier:
http://www.apm-telescopes.de/de/Oku...aweitwinkel/Andere/APM-Okular-UW-30mm-80.html

Wesentlich besser gefällt mir am 8" F6 Dobson das 38MM 70° Okular von Astroprofessional ( das von Skywatcher ist wahrscheinlich baugleich ). Es ist noch nicht ganz perfekt aber die Abbildung zum Rand hin erscheint mir deutlich besser als beim 30MM BW. Zudem zeigt es einen deutlich größeren Himmelsausschnitt ( BW 30MM 41MM Feldblende; AP 38MM 47MM Feldblende ). Das ist dann der größte Himmelsausschnitt den Du mit dem 8" Dobson erfassen kannst. Ich denke auch die Austritspupille von 6,3mm (gegenüber 5mm beim 30er Okular) passt beim 38MM Okular besser da hast Du bei Verwendung von Filtern z.B. OIII-Filter mehr Reserven. Ich empfand die Austritspupille von 6,3MM noch nicht als zu groß und ich feiere nächtes Jahr meinen sechzigsten. Okulare von 28-32MM sind eher die erst Wahl für F5-Optiken. Da ist die Austrittspupille dann ähnlich groß. Bei F 5 schwächelt das 30MM BW aber noch deutlicher. Was bei F6 möglicherweis auch noch gut funktionieren könnte aber noch nicht sooo.... teuer ist, ist das 31MM Luminos-Okular von Celestron. Das wird mit einer Feldblende von 47MM beworben. Der kleine Bruder, das 15MM Luminos, machte diese Woche jeden falls einen sehr guten Eindruck an meinem 105MM F6,2 Apo ohne am Rand zu schwächeln. Es kam sogar beinahe an das 16MM Nagler heran. Nur bei der Feldblende hat man wiedermal geschwindelt. Es sind "nur" 24MM anstatt der beworbenen 26MM aber der wahre Himmelsausschnitt war dann doch schon fast so groß wie beim 16er Nagler. Wenn das 31er auch so gut mit f6 zurecht kommt wie das 15er währe es tatsächlich mal eine ersthafte Überlegung wert denn der Platzhirsch ein 31er Nagler ist doch noch eine ganze Ecke teurer und für die meisten unbezahlbar.

Gruß Peter
 
Hallo,

ein f/4,8-Gerät ist bezüglich einiger Faktoren deutlich zickiger als ein f/6. Die Justage ist schwieriger, leichte Dejustage wirkt sich stärker aus (mathematisch gesprochen: quadratisch).

Für dieselbe Abbildungsqualität am f/4,8er gegenüber einem f/6er ist das Okulardesign ebenfalls aufwendiger zu gestalten, was sich deutlich im Preis der Okulare niederschlägt. Unter f/6 würde ich das BW 30 nicht mehr einsetzen, es hat ja schon bei f/6 klare Schwächen (steht aber bei seinem Preis und 80 Grad von denen einiges gut nutzbar ist, allein da).

Ein f/4,8er hat fotographisch natürlich kürzere Belichtungszeiten gegenüber einem f/6er (quadratischer Zusammenhang), aber alle diese Geräte sind zunächst klar für visuelle Verwendung gedacht (und ausgelegt). Allein eine gut taugliche Montierung für Langzeitfotographie kostet ein Vielfaches, da würde man dann - wenn es denn ein Newton als Primäroptik sein soll - wohl konsequent ein Fotogerät wählen (gleich f/4 oder so, Korrektor, sehr steif, Fokallage, Fangspiegelgröße usw.). Visuell ist ein f/4,8er nicht lichtstärker, denn das Auge kann nicht länger belichten und über geeignete Okularwahl läßt sich ebenfalls der gesamte Arbeitsbereich nutzen (Vergrößerung, AP). Allenfalls Minimalvergrößerung in Hochweitwinkel bleibt beim f/6er als dezentes Mini-Manko zurück. (An f/6 geht AP 7 mm nicht mehr in 80 oder mehr Grad, weil das in ein Zweizollokular nicht mehr zu bauen ist, die Steckhülse ist schlicht zu eng. Am f/4,8 könnte man mit einem 31er Nagler 80 Grad haben. Die Frage wäre: braucht man dieses Quentchen Ultraminimalvergrößerung in Ultraweitwinkel? Ich würde meinen: das ist ein extremer Spezialfall, ein günstiges Zweitgerät als Weitfeldspezialist ist erheblich billiger, um auch das zu haben.)

Flex-Tube: hab ich auch schon häufiger im Web und auf Messen gesehen. Für Transport und mal eben ohne Verlängerungsfaktor Binokularansatznutzung schon nett. Ich frage mich bloß, warum sowohl Profi-Teleskope als auch Gitterrohr-Dobsons (egal ob kommerzielle Ware oder Selbstbauten) immer diese 6-8 statisch dreiecksbildenden hochsteifen Rahmen haben. Man will ja auch beim Schwenken auf Bogensekunden (!!! bzw. als Strecke im Gerät Sub-Millimeterbereich) stets alle optischen Elemente korrekt verankert wissen (Hauptspiegel, Fangspiegel, Okularauszug). Flexibel bei Transport und Bino heißt da hoffentlich nicht auch flexibel was die innere Ausrichtung der optischen Komponenten angeht. Vielleicht mal hier recherchieren, da gibt es sicher Nutzungsergebnisse zu. Den Werbetexten würde ich nicht allzuviel Bedeutung beimessen, was kritische Stimmen sagen und wie sie es begründen würde mich interessieren, wenn für mich ein Flextube in Frage käme.

Per *entfernt*schem Zoomset verzoomte Okulare: so manches moderne Okular - vorzugsweise weitwinklige wurden untersucht - besteht aus im wesentlichen 2 Teilen: unten das manchmal per Abschrauben zugängliche Negativglied (meist 1-3 Linsen) und dem eigentlichen, weiter oben liegenden Restokular mit seinen Linsen. Die Brennweite, die sich ergibt, hängt häufig vom Abstand der beiden Teile zueinander ab. Den kann man über das *entfernt*sche Zoomkit rein mechanisch zueinander abändern, die optische Achse bleibt dabei erhalten. Nun hat sich in der Praxis gezeigt, daß - ein geeignetes Okular vorausgesetzt - dies auch bei Abstandsänderung (alles hat Grenzen) weiterhin sehr gut bis recht gut arbeitet. So kommen differenzierte Praxiserfahrungen zu per mechanischer Verstellung verzoombar gemachten Okularen heraus. Es ist schon schön, das Gesichtsfeld so wählen zu können, daß ein Objekt ideal im Sternfeld zur Geltung kommt. Es ist fein, sich an die aktuelle Luftruhe im Hochvergrößerungsbereich heranzutasten. Mit (vorzugsweise guten) Barlow-Elementen (u. a. auch komakorrigierenden) läßt sich ferner eine in Grenzen freie Abstandswahl und damit der Effektivfaktor variieren.

Gegen gute Einzelokulare spricht sicher nichts, nur bei recht engmaschiger Besetzung kostet das a) Geld, b) Platz und bedingt c) häufigeres Herumgewechsel. Zoomokulare gibt es ja schon länger und sie haben natürlich ihre Anwender und Anwendungsfälle gefunden. Leider gibt es das Speers Waler Zoom 5-8 mm (gleichbleibend 82 Grad Gesichtsfeld) nicht mehr - das hat m. E. ein wenig die Zoomsets "vorweggenommen". Eigentlich funktioniert quasi jedes Zoom über soch einen Weg. Warum bietet der Handel solche Konstruktionen nicht wirklich an? Hmm. Mit 3-4 solcher Teile wäre man ja "fertig" und würde wohl nicht weiteres erwerben...

Grenzen: in den Extrembereichen des Verstellwegs mag die Abbildung schlechter werden, ab 20 mm aufwärts als Ergebnisbrennweite ist das kaum noch sinnvoll hinzubekommen. Eher unterhalb 15, da aber mit 2 Teilen dann füllend bis Vmax.

Die ganze Idee ist meines Wissens noch eher neu, die Durchdringung der Welt der Sternfreunde um Wissen und Erfahrung braucht sicher noch seine Zeit. In min. einem amerikanischen Forum ist darüber aber schon (positiv) berichtet worden. Ich denke: hochwertige Okulare mit großen Gesichtsfeldern haben wir und das ist sehr gut so. Verzoomt bei geeigneten Exemplaren steigert noch die Möglichkeiten und das ist eben noch BESSER. Davon ab kann man natürlich auch das Originalokular wieder zusammenschrauben.

Übersichtsokular: wenn Du Dein Teleskop festgelegt hast, und Deine Himmelsqualität an den Einsatzorten bekannt ist, dann die optimale Brennweite bestimmen. Himmelsqualität hier: Dunkelheitsgrad. Dunkel wie 15 km vor der Stadt? Sehr dunkel wie im Mittelgebirge, 40 km von Städten entfernt? Enorm dunkel, wie Alpenhimmel? In der Vorstadt würde am f/6er vielleicht 30 mm passen (5 x 6), im Mittelgebirge wäre wohl so 33-36 mm passender (5,5 bis 6 x 6), im Alpenbereich oder ähnlich genialen Standorten bis 42 mm (7 x 6). Es hängt von der Pupillenöffnung ab, die sollte bei Minimalvergrößerung möglichst exakt der Geräte-AP entsprechen. Im Alpenbereich mit nur 30 mm verschenkst Du Öffnung (die Augenpupille öffnet weiter als die Austrittspupille des Gerätes), in der Stadt mit 42 mm klappt zwar alles, aber der Himmelshintergrund ist unschön hellgrau und schwache Flächenobjekte saufen ab - kein Kontrast. Auch in der Stadt kann man so beobachten, aber Spaß macht es dann nur mit engem Filter (z. B. O-III bei geeigneten Objekten) und Beobachtungstuch zur Umgebungsabschirmung. Sollte also absehbar ein solcher Filter angeschafft werden sollen, wäre dennoch ein sehr lang brennweitiges Okular anzudenken. Dann macht es aber wohl auch schon richtig Spaß und es kommt nicht mehr auf ein Okular mehr oder weniger an, Hobbykosten pro Stunde muß man ja auch bedenken...

An einem f/4,5 z. B. muß man rechnen: 5 x 4,5, 6 x 4,5, 7 x 4,5, also immer Öffnungszahl mal AP in mm, die zum Grad der Dunkelheit paßt.

Moonfish heißt das glaube ich eher im angelsächsischen Sprachraum, hier eher BW 30, UW 30. BW-Optik ist glaube ich der Hersteller, die stellen auch andere Optik her. Natürlich spricht auch nichts gegen andere Übersichtsokulare, ich würde bloß deren Leistung, Gesichtsfeld und Preis in Relation sehen wollen. Ich selbst verwende Nagler 31 mm am f/5-Dobson, Panoptik 35 mm bei enormer Dunkelheit oder mit Filter, aber mein BW 30 macht am Reise-8"-f/6-Dobson eine brauchbare Figur und erspart mir Versicherung und Zusatzfluggepäck.

Schönen Einstieg, klare Himmel und stehende Luft wünscht

Matthias.

 
Nun, ich tendiere nun zum 10" Dobson, da dieser für mich günstiger ist und die Konstruktion scheint stabil zu sein.(Zumindest bestätigen das bis jetzt alle Erfahrungsberichte)

Ich wohne ca. 10km nördlich von Bern und befinde mich noch knapp im "grünen" Bereich.

Als Übersichtsokular stelle ich mir ein 33mm SWAN Okular vor. Dies bietet 72° Gesichtsfeld und sollte für den Anfang ausreichen.

Jedoch warte ich mit der Okularbestellung noch, bis ich das Teleskop auch habe.

Gruss Timothée(richtiger Name ;) )

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Timothée,

Also 10" f/4,8 - ich wünsche Dir viel Freude mit dem Gerät.

Das Öffnungsverhältnis f/4,8 ist bei der Okularwahl zu beachten; 10 km nördlich von Bern im auf der schönen Lichtverschmutzungskarte "grün gefärbten" Bereich, also haben die schwächsten freisichtigen Sterne in guter Nacht so um 5 Mag. Ohne Filter ergäbe sich da als Übersichts-Okular-Brennweite also ca. AP x Öffnungszahl = 5 mm x 4,8 = 24 mm, vielleicht etwas mehr. Bei angedachter O-III/UHC-Filternutzung durchaus noch mehr.

Zu Übersichtsokularen läuft gerade eine aktuelle Diskussion im Okulare-Unterforum, dort geht es allerdings um f/6. Manche Typen sind aber eventuell auch an f/4,8 brauchbar, eine Recherche offenbart Dir eventuell auch die für Dich sinnvolleren, etwas kürzeren Brennweiten.

Ein 33er SWAN könnte sowohl an f/4,8 überfordert sein (das BW30 ist es definitiv) und liefert AP 6,87 mm - toll bei Alpengipfelhimmel und/oder mit Filter (z. B. O-III). Am f/5 (12", mein Hauptgerät) ist ein UWAN 28 (82 Grad, Anbieter z. B. Astro Professional, Williams) gut performant und kostet durchaus erheblich weniger als die langbrennweitigen Nagler. Auch ein Explore-Scientific 30 (82 Grad) wäre in wohl in meiner engeren Auswahl zur Recherche, ich kenne es aber noch nicht. Am f/4,8 würde ich von niederpreisigen Übersichtsokularen die Finger lassen.

Weiterhin schönen Einstieg in unser Hobby, beste Grüße,

Matthias.
 
Hallo Timothée,

ich trau mich mal einige der sehr guten Gedanken von Matthias weiter zu führen und eventuell auch ein wenig vor dem 10" f/4,8 zu warnen, denn der Unterschied von 8 Zoll f/6 zu 10 Zoll f/4,8 (oder auch f/5) lässt eben nicht nur den Vorteil der höheren Lichtsammelleistung und Auflösung klar erkennen sondern man muss das auch okulartechnisch umsetzen um was davon zu haben.

An 8" f/6 habe ich auch zum BW/Moonfish gegriffen, schlicht und ergreifend weil es zwar nur den gleichen scharfen Bereich wie das 32er (TS)WA bereit stellt, aber eben durch das deutlich größere Eigengesichtsfeld für mich(!) das größere Sehvergnügen brachte.
Nun liefert es an f/6 nur 5 mm AP, man kann ja auch 7 mm AP. Das allerdings nur, wenn die Himmelsqualität auc in etwa 7 Mag entspricht, was in Europa selten anzutreffen ist, oder eben wenn man mit Filter und gut dunkeladaptiert Objekte betrachten will, die auf Nebelfilter ansperechen (O III, UHC, Hß).
Noch etwas kommt hinzu und das wird dann an f/5 dramatisch deutlich. Mit einem guten Okular (Nagler und Co), also einem Okular bei dem wirklich perfekte Linsenpolitur, Vergütung und Schwärzung sowie Korrektur der üblichen Bildfehler zusammentreffen ist eine Überschreitung der Faustformel Grenzgröße in Mag ist gleich AP in Millimetern in Grenzen sehr gut möglich, mit günstigen Okularen geht das gar nicht, das Bild matscht noch mehr als der Himmel und damit verschenkt man Teleskopleistung ohne Ende.

Selbst nutze ich an f/6 und f/5,3 mein 28er UWAN sehr gerne, wobei an f/5,3 die Randabbildung schon nicht optimal ist. Es steht aber bezüglich Transmission und Achsschärfe, Brillianz von Details recht deutlich über günstigeren WAs/Erfles und bietet 82° Feld.
Ich sah das Okular kürzlich im Vergleich mit einem 31er Nagler und in Kombination mit einem Komacorr. Als Fazit steht, dass das UWAN mit Korrektor auf Nagler-Niveau (ohne Korrektor) kam und das Nagler erst mit dem Korrektor wirklich bis zur Feldblende tadellos ist. Am 16" f/4,5 gefällt mir das UWAN solo überhaupt nicht mehr, mehrere Mitbeobachter können damit leben. Mit Komakorr finde ich es sehr gut, weil wieder naglerlike.

Es spielt also auch der persönliche Anspruch eine Rolle, aber ganz billig kommt man mit F/5 und schn eller einfach nicht mehr davon wenn man vorhandene und gekaufte Leistung abrufen möchte.
Ganz nebenbei verderben sich Viele die Leistung schon allein durch mangelnde Justage ihrer schnellen Teleskope. Ein f/6 hat noch quasi ein Fenster in das man hineinjustieren muss um gute Abbildung abzurufen. Ein f/5 hat da nur ein Guckloch.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Ohne die anderen Beiträge gelesen zu haben, hier meien Erfahrungen mit 8":
Pyrex muss nicht sein, ein normaler GSO-Spiegel kühlt ruckzuck aus.
Bei einem 8"/f5 kannst Du mit folgenden Okularen am Anfang eigentlich alles sehenswerte sehen:
-31mm als Aufsuchokular
-13mm für größere Objekte
-8mm für mehr Vergrößerung

Ich hab immer mit einem 31mm (oder vergleichbar, kann auch 28mm sein) gesucht und dann fast immer gleich mit dem 8mm weitergemacht.
Für die Planeten/Mond und für höhere Vergrößerungen kannst Du dann Richtung 5mm ausbauen, da wäre ein 6,5mm o.ä. ein guter Kompromiss.
Mit den HR Planetary hab ich gute Erfahrungen gemacht, wenn es höherwertig sein soll, dann die Baader Hyperions. Da geht auch immer mal wieder im Forum eins günstig her.

Viele Grüße,
Sebastian
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben