8" F4 Teleskop Erfahrungen/Vorschläge

Gamy1a

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich überlege aktuell mir in den kommenden Monaten ein Newton Teleskop zu kaufen primär für die Astrofotografie, zwischendrin aber evtl auch mal fürs Visuelle.
Aktuell habe ich einen 80/480er Apo und einige Kameralinsen.

Meine Vorstellung ging aktuell in Richtung eines 8" F4, am besten aus Carbon.
Bisher hatte ich bspw. den TS-PHOTON 8" F4 Advanced Newton Carbon oder Apertura CarbonStar 200 ins Auge gefasst. Gibts hierzu Anregungen/Erfahrungen?

Meine Montierung ist eine HEQ5 Pro auf einem Stahlstativ. Ich weiß, dass das schon an der Belastungsgrenze sein wird, daher auch bevorzugt Carbon und F4 für die Lichtstärke + den geringeren Hebel.
Sie steht bei mir idR ziemlich gut vor Wind geschützt(Fluch und Segen mit dem Blickfeld) auf dem Balkon -> Nördlich 5m hohe Wand, Ost & West ebenfalls nicht weit weg von den Wänden und Südlich ein geschlossenes "Geländer".
Aktuell ist sie noch Stock, würde aber vorher noch durch einen Belt-Mod und Hypertune optimiert werden.

Meine restliche Ausrüstung ist eine IMX571C Kamera, ein Filterrad und ein Autofokus. Guiden würde ich mit einem OAG oder alternativ 60/240 Scope.

Vielen Dank schonmal für Tipps, Erfahrungen oder Anregungen!

CS
Gamy / Philip
 
Hallo Philip,
Ein 8 Zoll F/4 zusammen mit der Kamera, die du hast, ist eine schöne Kombination. Für diese Brennweite gibt es viele schöne Objekte. Die Geräte von Lacerta sollen recht gut sein.
Du brauchst auf jeden Fall einen guten
Komakorrektor. Ich selbst hatte bis vor kurzem einen Vixen R200SS. Dazu gibt es einen passenden Korrektor, der eine sehr gute Abbildung macht, aber aufgrund des Gewindes nur zum Vixen passt. Der Okularauszug ist sicher nicht das Allerbeste, aber ich hatte nie Probleme damit.

Was du auf jeden Fall brauchst beziehungsweise lernen musst, ist die Kollimation. Da sind die Geräte mit dem schnellen Verhältnis recht anfällig.
Als Markierung hatte ich eine Losmandy G8, die den Newton locker getragen hat.

Viele Grüße,
Ulli
 
Hallo Philip,

Ich selbst hatte einen TS mit einer 571 der von der Justage einfach gruselig war- sehr sehr schwer einzustellen, teilweise gar nicht richtig einzustellen weil es die „Hardware“ -in dem Fall die Fangspiegelhalterung- nicht hergab und immer wieder weggerutscht ist. justage war so nicht möglich. Habe mir dann einen lacerta 8“ geholt; ja der ist teuer, aber Schande der ist genial. Super einzustellen, hält die Justage- kein neuer oaz nötig weil er labbert (wie beim ts mit entsprechend Gewicht dran), der Fangspiegel bleibt wo er ist wenn man ihn eingestellt hat. Verarbeitung Top und Service auch sehr gut.

Also du siehst- ich schwärme für den lacerta:)
Mit dem Gerät machst Du nichts falsch :)

Gruß und cs
Patrick
 
Danke schonmal für eure Antworten!

@Ulli_K : Genau, das mit der Kollimation ist mir bekannt, macht mir aber trotzdem natürlich etwas Sorge, da ich das ganze noch nie machen musste. Wird aber hoffentlich wohl möglich sein^^

@DeepFieldAstro : Uff, das klingt ja nicht so berauschend. Ich hab auch bisher schon einiges gehört, dass nicht unbedingt positiv von dem TS Newton sprach, gerade auch in dem Bereich des Okularauszugs und des Fangspiegels aber wollte doch nochmal mehr Meinungen hören. Scheint, dann ja wirklich ein Problem von dem zu sein.
Der Lacerta ist natürlich echt kostenintensiv, aber das ist Astrofotografie ja gefühlt immer. Wie oft musst du ihn denn Kollimieren bzw hält der die Einstellung ca. und wie lange lässt du ihn (vorallem im Winter) auskühlen? Wie siehts mit Fokus und Kollimation bei starken Temperaturwechseln aus -> Im Winter rausstellen sind ja gerne mal 20C wechsel.

@Antares : War deine HEQ5 modifiziert oder Stock? Ich würde auf jeden Fall beide Gewichte nutzen, bin sogar am überlegen, ob ein 3. evtl Sinn ergibt, damit man nicht so weit nach außen auf der Stange damit muss und (nach meinem Verständnis zumindest) dadurch nochmal etwas mehr Stabilität durch geringerem Hebel und mehr Gewicht bekommt. Wie war das bei dir? Hast du evtl noch grobe Guiding-Werte im Kopf? Warst du vor Wind gut geschützt in einer Sternwarte/Balkon oder aktiv unterwegs auf dem Feld bzw im offenen Garten?

CS
Philip
 
Das Problem beim TS ist die Fangspiegelhalterung; in dem "Kreuz" wo die Kollimationsschrauben drauf aufliegen (Also auf der Metallhalterung auf die der FS geklebt ist) sind so Kerben drin in der die Schrauben sitzen. Willst du nun Kollimieren und drehst und neigst den FS, dann kann es sein, dass eine Schraube eben genau da sein muss, wo eben die Kante einer Einkerbung ist. Der Spiegel rutscht also immer wieder zurück und dadurch bekommst du ihn (zumindest war es bei mir so) nie sauber Justiert. Dadurch das die FSS auch recht labberig ist, musste ich den Gefühlt jedes mal Justieren wenn ich mit dem raus war.

Also die Justage beim Lacerta sitzt wirklich lange, ich kann den auch im Auto transportieren und die bleibt wie sie soll. Die FSS ist richtig schön massiv, der FS geht sauber und leicht zu justieren. Auch die HS- Halterung ist sehr wertig verarbeitet und man bekommt sie sehr fest angezogen, sodass sich der HS nciht von alleine groß verstellen kann.

Ich Justiere meinen so alle halbe Jahr mal wenns hoch kommt, meinst einmal im Jahr wenn ich den HS raus hatte zur Reinigung. Wenn er aber einmal richtig eingestellt ist (ich justiere mit Ocal Pro) - was beim ersten Mal etwas dauern kann bis man den Dreh raus hat- verstellt er sich nur minimal und es reicht eine kleine "Nachjustage"

Meiner steht in einer Sternwarte immer draußen, kann sich also über den Tag an die Temperaturen gemütlich anpassen, dazu kann ich dir also nix groß sagen leider- sorry.

Cs
Patrick
 
Hallo Philip,
ich habe mir vor knapp einem Jahr den "ASTRO-RESEARCH NT200Q-02 Photo-Newton SkyWatcher Quattro 8S in optimierter Version" von Karl Kloß gekauft. In Verbindung mit dem Koma Korrektor MPCC Mark III, der Touptek 2600 KPA, und dem Focuser AAF ist es ein tolles Gerät. Guiding läuft über ein 50/205 Scope. Getragen wird er von der EQ6-R pro. Mit einem guten Laser ist die Justage kein Problem. Ich hab mir allerdings Bob Knobs selber gebastelt, was die FS-Einstellung erheblich erleichtert. Ich habe mich ganz bewusst für einen Stahltubus entschieden und bereue es nicht.

Gruß
Hubert
 
Hallo Günther,
eigentlich wollte ich mir auch einen 8" mit Carbontubus zulegen. Ich habe jedoch über viele Wochen festgestellt, dass hier im Forum immer wieder Carbon-Newtons zum Verkauf angeboten werden. Das machte mich dann doch etwas stutzig. Ich recherchierte eine zeitlang und anscheinend ist Carbon nicht gleich Carbon. Es kommt hier auf die Lagen, das Material, die Zusammensetzung und weiß der Teufel was noch alles an. D.h. für mich kam gedanklich, wenn schon Carbon, dann nur der Lacerta in Betracht. Ausschlaggebend, warum ich mich dann doch für den Kauf des modifizierten Skywatchers entschieden habe, war letztendlich der Preisunterschied von ca. 1.000 €.
Ich hatte noch nie einen Carbon-Newton und kann somit auch keine Aussagen bzgl. der Qualität, Stabilität usw. treffen. Das waren einfach nur meine persönlichen Beweggründe. Es liegt mir auch fern, jemandem einen Carbon auszureden oder madig zu machen.
So hat jeder seine eigenen Beweggründe und muss für sich selbst entscheiden was für ihn die bessere Wahl darstellt.

Gruß
Hubert
 
Hallo

Carbon ist gut bei Sandwichbauweise, sonst müsste es Dickwandig sein was den Gewichtsvorteil aufhebt.
Sandwich ist natürlich teurer, da passen dann die Standardtubusabschlüsse nicht mehr was es noch teurer macht.
3mm Hartpapier ( Krüpax ) war früher prima, aber relativ schwer.

Gruß Frank
 
Hey,

@Antares alles klar, danke dir, dann schaue ich mal, dass ich noch ein Gewicht besorge wenn ich mir das Teleskop hole.

@DeepFieldAstro ja gut, dass was du beschreibst bei dem TS ist ähnlich zu dem was ich schon gehört hatte (dir stimmen da ja scheinbar auch noch Mitleser zu^^) und für mich eigentlich ein KO ist. Ich komme schließlich vom APO und muss mir dann nicht so ein Justierchaos direkt anschaffen :D Der Lacerta klingt da schon besser, klar teuer aber man investiert ja in längere Zeit^^ Hast du den Lacerta/TS bei ner anderen Montierung auch schon genutzt und kannst dazu evtl noch was sagen oder nur mit der aktuellen?

@Hubert_421 Danke dir auch für deine Antwort! Wie läuft das Guiding mit dem 50er scope? Reicht das noch aus bei der Brennweite?

CS
Philip
 
Moin Leute
Ich habe/ hatte insgesamt 4 Newtons , davon 3 mit Carbon Tuben . Die meisten von uns ( außer mir ) verwenden ja ohnehin Autofocusierer , somit ist die temperaturbedingte Ausdehnung ja kaum noch noch ein Faktor bei der Entscheidungsfindung. Ein Lacerta oder TS ONTC in 8“ ist für eine Heq 5 schon grenzwertig . Eine EQ 6 R ist ideal !
Von TS habe ich ja verschiedene Modelle; der ONTC in 8“ ist super aber auch entsprechend schwer. Der normale TS Advanced in 6“ f/5 ist dagegen superleicht und eine sichere Alternative zu den ONTC/ Lacerta 8“ . Ich habe dem Newton u.a. eine neue Fangspiegelspinne verpasst und seitdem keine Probleme mehr mit der Kollimation.
Hätte ich eine HEQ 5 würde ich sicher beim 6 Zöller bleiben!

Klaren Himmel , Knut
 
Ich hatte ebenfalls eine Zeit lang einen 8" f/5 Newton auf einer Heq5, sehr schnell mir Rowan Belt Mod, im Einsatz und das hat nur bedingt Spaß gemacht. Der lange Hebel und hohe Schwerpunkt eines 8" Newtons, auch bei f/4 sind auch meiner Meinung nach für die Heq5 grenzwertig. Ich würde auch entweder zur Eq6r oder zum 6" Newton raten und mich damit Knut seinem Ratschlag anschließen. Für Langzeitbelichtungen würde ich zudem wegen differential flex unbedingt zum OAG raten - Zumindest beim Stahltubus. Bei Carbon könnte wegen höherer Steifigkeit auch guiding über Leitrohr funktionieren.
Viele Grüße Ben
 
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