8"/f6 oder 8"/f5? 6"/f5? Verwirrung...

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mizar

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Hallo allerseits,

momentan nutze ich einen 130/900 Newton mit f6,9, möchte mir aber ein größeres Teleskop zulegen und habe dabei an einen schnelleren 8"-Dobson gedacht (Galaxy oder GSO).
Nun habe ich aber gesehen, dass nur noch 1200mm/f6-Dobsons in dieser Grösse angeboten werden; die 1000mm-Varianten kann ich nirgendwo mehr finden. Merkt man den Unterschied zwischen dem 130/900 mit f6,9 und einem 200/1200 mit f6 so stark (DeepSky)?
Weiss jemand, wo ich einen 8er mit f5 bekommen kann?

Wie gross ist er Unterschied bei DeepSky von f5 zu f6 beim 8-Zöller?
Meine Suche hierzu in den Foren hat wenig Informationen geliefert, eher noch mehr Verwirrung gestiftet. Zum einen heisst es, dass die Öffnung auschlaggebend sei und selbst mit dem 150/1200 soll DeepSky-Beobachtung gut möglich sein (f8), andere wiederum schwören auf "Schnelligkeit", daher f5 oder f4....

Und weil's noch nicht verwirrend genug ist, bin ich nun auch vom 150/750er etwas angetan. Über diese Teleskope wurde viel Gutes berichtet. Ich denke jedoch, dass hier Planetenbeobachtung nicht viel Sinn macht - der Fangspiegel dürfte durch seine Größe gewaltige Obstruktion verusachen, oder ist das vom Verhältnis her wie beim 8"/f5?

Danke schonmals für etwaige Antworten,

Mizar
 
Hi,
8" f/5 gibt es meines Wissens noch von Synta, also Celestron oder Skywatcher.
Unterschied bei DS? Mhm, kürzere Brennweite bedeutet das ein größeres Gesichtsfeld möglich ist. Da wir uns hier shcon in nicht mehr ganz Okular unkritischen Gegenden bewegen, sei auch der Hinweis gestattet, das die Koma bei f/5 andere Dimensionen hat als bei f/6.
Für viele DS-Bereiche ist Lichtsammelleistung und AUflösungsvermögen gefragt.
Beides hängt primär von der Öffnung ab.
Schau mal auf die HP, dort wird es etwas detaillierter erläutert.
Hoffe das hilft weiter.
CS
 
Hallo Mizar,

wie Armin bereits gesagt hat, ist der f/6 bei den Okularanforderungen und auch bei der Justierung unkritischer als der f/5. Hinzu kommt, dass er weniger Obstruktion hat und auch der längere Tubus ist in der Rockerbox IMHO angenehmer. Ich denke auch, dies ist der Grund dafür, dass die 8" f/5 Dobson immer seltener anzutreffen sind. Ein ausreichendes Gesichtfeld lässt sich mit 2"-Okularen erreichen. Für 1,25" wäre mir die Brennweite auch zu lang.
Ich halte f/6 Newtons für einen guten Kompromiss.
Das Ostruktionsverhältnis dürfte beim 150/750 gleich dem des 200/1000 sein.

CS Heinz
 
Hallo Mizar,

8" sind bei Deep Sky gegenüber 130mm ein gewaltiger Fortschritt.
Viele Kugelsternhaufen sind mit 8" sehr schön aufgelöst,etliche Galaxien
zeigen schon Details und am Planeten ist ein parabolischer 8" Spiegel
einem 130mmf/6,9 Kugelspiegel haushoch überlegen.

Gelegentlich findet man noch einen 8"f/5 Dobson (gab es von Synta),
der aber weitgehend vom 8"f/6 abgelöst wurde.

Ich würde mir den 8"f/5 Dobson aber nicht zulegen.Der hat eine schweineschwere
Spiegelzelle (quasi mit Gegengewicht),die das Ungleichgewicht des längeren
vorderen Tubusteiles gegenüber dem hinteren(untere) Teil ausgleichen soll.

Alternativ kannst du dir einen 8"f/5 Newton kaufen und die Rockerbox aus
Multiplex selbstbauen,das ist dann auch stabiler als die serienmäßige
Preßspanplatte.Torsten Krahn hat das so gemacht und kann dir sicherlich
gute Tips dazu geben.

Unterschied 8"f/5 vs 8"f/6 bei Deep Sky:

Der f/5 kann ein etwas größeres tatsächliches Gesichtsfeld am Himmel zeigen,
falls du eine genügend große Austrittspupille nuzen kannst.Falls nicht,
etwa weil wegen aufgehelltem Himmel nur 5mm AP nutzbar sind gibt es da
keinen Unterschied(!)
So kann zum Beispiel der f/6 mit einem 3mm Nagler den gleichen Himmelsausschnitt
bei der gleichen AP zeigen wie der f75 mit einem 26mm Nagler.

Bei 7mm AP liegen beide jeweils mit einem Panoptik Weitwinkel-Okular bestückt
(35mm Pano am f/5 vs 41mm Pano am f/6 ebenfalls praktisch gleichauf.
Nur wenn man beim f/5 da ein Ultraweitwinkel reinstopft kann er noch
etwas mehr tatsächliches Feld zeigen...

Auf der anderen Seite ist der f/6 Okularunkritischer,einige Okualre
bilden bei f/6 noch randscharf ab,bei f/5 dagegen nicht mehr.
Außerdem ist die off-axis Koma des f/6 Spiegels deutlich geringer als
diejenige des f/5 Spiegels.
So geht meine Empfehlung eindeutig zum 8"f/6 Spiegel,es sei denn die etwa
115cm Tubuslänge sind gegenüber den knapp 100cm Tubuslänge ein Problem.

... andere wiederum schwören auf "Schnelligkeit", daher f5 oder f4....
Schnelligkeit meint die Belichtungszeiten bei Photographie.
Bei visueller Nutzung erzielst du mit einem 4mm Okular an 8"f/4 die gleiche
Vergrößerung wie mit einem 5mm am 8"f/5 , 6mm am 8"f/6 oder 8mm am 8"f/8 .

Auch die AP ist dann die gleiche.
Dagegen wird die off-axis Abbildung zu großen f/ (f/4 ist größer als f/6)
immer schlechter,zum einen weil es kaum Okulare außer den Nagler gint die
mit f/4 noch zurechtkommen und keinen oder geringen Astigmatismus zeigen,
zum anderen weil die off-axis-Koma beim f/4 Spiegel echt übel ist.
Zusätzlich sind die Toleranzen für eine Dejustage beim f/4 erheblich
geringer als beim f/6 .

150/750er:
Auch schon nicht schlecht,aber gegenüber deinem 130mm bei Deep Sky noch
nicht die Offenbarung.Am Planeten aber schon deutlich besser,sofern der
Spiegel gut parabolisiert ist.

Ich denke jedoch, dass hier Planetenbeobachtung nicht viel Sinn macht - der Fangspiegel dürfte durch seine Größe gewaltige Obstruktion verusachen, oder ist das vom Verhältnis her wie beim 8"/f5?

Tja,das alte Obstruktionsmärchen...
Die Obstruktion ist nicht das Problem,wesentlicher ist eine gute Qualität
des Spiegels (und auch des Fangspiegels!)
Ein mieser Spiegel mit Miniobstruktion bildet mies ab.
Ein suberber Spiegel mit 33% Obstruktion bildet sehr gut ab,nur im direkten
Vergleich zu einem nur zu 19% obstruierten sehr guten Spiegel geschlagen,
weil er etwas weicher zeichnet.

Ein 8"f/5 hat gegenüber einem 6"f/5 wenn das zu 100% ausgeleuchtete Bildfeld
gleich groß ist und der Brennpunkt gleichweit über dem Tubus liegt eine
etwas kleinere Obstruktion.
Weil der Weg über dem Tubus gleichgroß ist,also relativ größer,ebenso das
zu 100% ausgeleuchtete Bildfeld,während die anderen Parameter relativ
gesehen gleich bleiben.Das muß man einfach mal aufzeichnen,dann wird es
deutlich,oder man läßt es sich vom Programm Newt sagen.

Zuletzt der obligatorische Hinweis,daß die eigene Anscheuung immer noch
das Beste ist.Also triff dich mit Sternfreunden aus deiner Region und sieh
dir die Teleskope vor dem Kauf genau an udd vor allem durch!

MfG,Karsten

 
Danke für die bisherigen Antworten!
Heisst das nun, dass ich beispielsweise mit einem 14" f6 MEHR sehen kann als mit dem 8" f6? Mit mehr meine ich nicht nur, dass ich etwa bei Sternhaufen mehr Einzelsterne auflösen kann, sondern dass bei gleicher Vergrößerung auch Nebel und Galaxien nicht nur schärfer/detailreicher, sondern auch heller bzw. allgemein besser erkennbar dargestellt werden? (Ich nehme mal fiktiv eine Vergrößerung von 100-fach bei beiden Optiken an.)
Noch ein Beispiel:
Bisher konnte ich mit meinem 130/900 den Hantelnebel gut erkennen, die Ohren jedoch nur einmal ansatzweise bei stockfinsterer Nacht (auf dem Land), Neumond und Superseeing - bei indirektem Sehen. Wie schaut's hier mit 7cm mehr Öffnung, aber nur einem geringeren f-Unterschied von f6 zu f6,9 aus?

Und: Ja, ich habe schon Kontakt mit einem Astroverein in der Nähe aufgenommen, um mir andere Optiken anzusehen - bzw. durchzusehen.
Da ich selbstständig bin, hat mir mein Beruf bisher aber immer einen Strich durch die Rechnung gemacht, wenn ich dort zu einem Treffen erscheinen wollte...


Hoffe, meine Fragerei nervt nicht zu sehr...


Danke,
Mizar
 
Hallo KaStern,

danke auch Dir für die Antwort!
Eine Mail-Nachfrage bei Meade wegen des Spiegels meines 130ers brachte das zu Tage:
"Keine Sphäre, sondern Parabolspiegel mit 1/10 Lambda."
Am Sterntest habe ich den Spiegel auch immer eindeutig als Parabel mit minimaler Überkorrektur definieren können - dachte vorher aber auch, da wäre nur eine Kugel drin..
Bei der Planetenbeobachtung und bei Doppelsternen ist der Spiegel gut und auch keine "langen Sterne" oder "Kometen" zum Rand hin!
(ich kann Vergleiche mit diversen 114/900ern von Celestron etc. anstellen, nur eben nicht mit 8"-Newtons)
Den Hauptspiegel hatte ich ausgebaut, die stramm angezogegenen Halteklemmen auf ein Minimum gelockert (gegen Asti), und seitdem "läuft" das Teil gut! Nur eben im DS-Bereich würde ich gerne etwas mehr sehen oder auch einmal -gutes Seeing vorrausgesetzt- Jupiter scharf bei 300-fach...

Demnach bringt zumindest der Umstieg auf 6" wohl nicht sooo viel..?

Und noch etwas:
Ein Faktor, der die Teleskopwahl beeinflussen dürfte :
Die Himmel hier sind bei klarer Nacht und Neumond rabenschwarz (->Pampa), da stört kaum ein Licht (lein). Lichtverschmutzung wie in Städten ist hier ein Fremdwort.
Und dort wo meine Freundin wohnt, werden um 1 (ja, um 1 Uhr nachts, nicht mittags) die Strassenlampen ausgeschaltet
(-> Megapampa) ! Idealbedingungen!
Leider nicht auf 2000m ü.M. aber dennoch ganz nett.

Dark and Clear Skies

Mizar

 
Hallo alle zusammen,

ich habe mich nach langem Hin und Her für einen Celestron 200/1000 (f/5) entschieden.

Die Öffnung von 8" gegenüber den 6" beim 150/750 oder 150/1200 war mir wichtig.

Die Röhre wurde auf der optischen Bank sowohl per Ronchigramm, als auch mit dem Laser
getestet. Beide Ergebnisse fielen sehr positiv aus!

Das Ronchi zeigte gerade, parallele Linien, der Lasertest ein gleichmäßig rundes Abbild mit
wenigen runden Beugungsringen drumherum.

Was ich damit sagen will: Celestron scheint auch gute Geräte zu liefern. Somit ist der 200/1000 wohl
auch eine Empfehlung wert.

Dazu habe ich ein TSWA32 2"-Okular genommen, welches zwar nicht ganz randscharf, aber doch sehr ordentlich abbildet.

Ich habe mir das Gerät auf einer Astro-5 gekauft, da ich auf die Nachführung wert lege, und vielleicht mal ein paar Fototests machen möchte. Die Astro-5 trägt das Gerät, zumindest visuell, sehr gut!

Also mein Tipp daher: Celestron 200/1000. Gibts aber wohl nicht als Dobson... falls du sowas suchst!

 
Die Celestron-Newtons kommen von Synta und sind baugleich damit, lediglich die Tubuslackierung ist anders.
Grüsse
Nikita
 
Hallo Mizar.

Als Dobs würde ich Dir eher den f/6 nahelegen.

Er ist zwar etwas grösser (etwa 20cm länger) wie der f/5, dafür aber weniger okular- und justierungskritisch.

8" f/5 gibt's z.B. von Celestron oder SkyWatcher
und f/6 gibt's von diversen Herstellern (GSO, Orion,...)


Noch ein Tipp: ich würde den 130/900 auf jeden fall behalten; er ist ein tolles Universalgerät.
 
Hallo Mizar

Ich würde auch ganz klar den 8"/f6 empfehlen, nicht nur, weil ich einen Solchen habe und sehr zufrieden bin.
Bei Karsten steht es schon zwischen den Zeilen. Die f5 Spiegel sind schwieriger sauber herzustellen und somit ist die Gefahr, einen nicht ganz so tollen Spiegel zu erwischen, größer. Wir bewegen uns im Preissegment billig bis günstig und da ist es bei f6 wesentlich wahrscheinlicher, einen Spiegel geliefert zu bekommen, der seinen Preis auch wert ist.
Da gilt ohnehin immer, Rückgaberecht sichern und testen, möglichst mit Leuten, die solche Geräte schon kennen.
Unabhängig davon sehe ich den f5 in gleicher Qualitat zu einem f6 nur bei fotografischer Nutzung vorne. Einfachere Okularwahl und Justage sind erhebliche Argumente für f6. Ich würde sogar bei 10"-12" einen f6 vorziehen, obwohl das schon brutal lang wird und derzeit "von der Stange" nicht zu haben ist.
Dies alles gilt nur, wenn nicht angedacht ist, das Teil später parallaktisch zu montieren. Lange Hebel sind Gift für billige Montierungen und Stative. Da wird´s richtig teuer und schwer.

CS, günther
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Günter.

Hey, wenn Du den "Mizar" meinst, warum schreibst Du dann AW auf meinen Beitrag? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
(is' nich weiter schlimm..)


Naja, bei 10" könnte man noch drüber streiten, ob lieber f/5 oder f/6 - aber einen 12"er würd'ich nicht in f/6 haben wollen.
Gründe:

1. Das Rohr wäre dann nochmals 30cm länger als (m)ein f/5 und somit für die meisten PW's zu lang, um es (längs "in Fahrtrichtung") auf die umgelegte Rück-Rückenlehne zu legen! Transport nur noch im MiniVan oder Kleinbus möglich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> oder Tubus zum Gitterrohr umbauen; das heisst aber jedesmal zwingend Aufbau und spätere Zerlegung des Gerätes.

2. Der Einblick am Zenith würde so hoch liegen, dass beim Beobachten eine Trittstufe nötig wird (wieder ein Teil mehr zu schleppen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> ) ausserdem steh'ich auf Bodenkontakt... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Auch der 10" f/5 hat durchaus seine Berechtigung: diesen Tubus kannst Du noch auf der Rückbank transportieren; mit 10" f/6 wäre dann auch das Umlegen einer Rückenlehne nötig.


Ausserdem wird ab 10" der Unterschied der Brennweite dann langsam so gross (bei 8" sind's ja schon 200mm; bei 12" schon 300mm), dass sich das mögliche erreichbare Gesichtsfeld merklich verkleinert und/oder Okulare, die genügend Brennweite haben, langsam krass teuer werden...

Im neuen Starobserver habe ich jetzt gesehen, (in einem Inserat von ICS) dass es den 8" f/4 jetzt auch als Dobs gibt. Schaut' irgendwie geil aus, wie eine "richtige" DeepSky-Kanone <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
An ALLE!

Sorry für eventuelle Verwechslungen. Es ging mir primär um meine Meinung zu 8"f6 und 8"f5 und zu meiner Begründung, dass der f6 unter den gegebenen Umständen die sinnvollere Anschaffung ist, stehe ich.
Der Rest ist meine "Zukunftsmusik"! Bin 190 cm groß, nicht eben mager und hab´s nicht weit zum dunklen Himmel. Von daher passt für mich so ein 12" f6 (Gitter) schon ins Bild. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> !
Da sind allerdings noch die Finanzen und die zuständigen Ministerin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> !

CS, *entfernt*
 
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