8" Galaxy Dobson - Ein bisschen enttäuscht!

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NewHorizons2

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Hallo liebes Forum,

ich habe mir vor einem Jahr ein 8" Galaxy Dobson gekauft, da mein Geldbeutel ziemlich knapp war und eigentlich bin ich mit dem Gerät an sich sehr zufrieden.

Es ist nur so, dass ich bei einigen Objekten ziemlich enttäuscht war, was die Beobachtung anbelangt.

Ich habe 2 Okulare: Plössl 32 mm und 9 mm - mit diesen sehe ich Mars z.B. nur als kleine leuchtende Scheibe - genauso wie Jupiter und andere Planeten. Deep Sky Objekte habe ich auch schon einige entdeckt, allerdings sind sie ohne jegliche Details als nebliche Flecken zu erkennen.

Es geht mir einfach darum, wie man es überhaupt hinbekommt so klasse Ansichten von Objekten zu bekommen, sodass man bsp. sogar die Polkappe des Mars erkennt bzw. dass Planeten einfach als Planeten und nicht als leuchtende Bälle zu erkennen sind.

Ich werde mir demnächst Zubehör für mein Teleskop kaufen und wollte euch fragen, ob mir jemand einen Tipp geben könnte, wie man z.B. Planeten oder auch Deep Sky Objekte faszinierender zu Gesicht bekommt. Ansonsten hätte ich mir nämlich eine Sonnenschutzfolie zugelegt, eine 2-fach Barlow Linse und Okular?? Tja, da brauche ich eben eure Hilfe! Oder würdet ihr mir ein ganz anderes Zubehör empfehlen?

Vielen Dank im Voraus
 
Hi,

für die Planeten bekommst Du mit 9 mm noch eine relativ kleine Vergrößerung. Du solltest aber zumindest bei Saturn schon recht gut die Ringe erkennen können und auch bei Jupiter sollten die Wolkenbänder mindestens erahnbar sein (je nach Beobachtungserfahrung).

Wenn das nicht so ist, dann würde ich als Erstes mal die Justierung des Dobsons überprüfen. Falsche Justierung kostet einiges an Kontrast und Schärfe.

Dann sind Planeten halt sehr hell. Das verhindert zuverlässig das Du mehr Details erkennst. Dem kann man z.B. mit Farbfiltern begegnen die u.a. auch einen Teil des Lichtes "schlucken" und bestimmte Farbkontraste besser unterscheidbar machen. Ein variables Polfilter kann auch helfen sehr helle Objekte auf "gesunde" Helligkeiten zu bringen.

Auch Okulare mit kürzeren Brennweiten helfen, da sie - neben einer stärkeren Vergrößerung - auch das Bild dunkler machen. In meinem 10" Dobson sehe ich bei Mars mit 9 mm auch nicht viel mehr als eine grell helle orange Scheibe bei der ich nur erahnen kann, dass sie keine homogene Fläche hat.

Für Nebel und Galaxien ist es sehr wichtig, einen guten Beobachtungsplatz mit möglichst dunklem Himmel zu haben. Erstens heben sich die Objekte dann besser gegen den dunklen Himmel ab und zweitens öffnet sich die Pupille im Auge bei möglichst starker Dunkelheit weiter: Beides führt dazu, dass man einfach mehr erkennen kann. Allerdings: Wie auf den Astrofotos die man hier ständig im Forum sieht erscheinen solche Objekte NIE im Okular. Da ist das menschliche Auge einfach der begrenzende Faktor.

Was auch hilft sind Nebelfilter. Für einen 8" sollte man mit einem UHC-Filter anfangen. Der dunkelt den Himmel zusätzlich ab und macht bei vielen nebligen Objekten eine Menge aus. Ausprobieren kann man auch mal einen OIII-Filter - der wirkt noch stärker. Die Filter sind allerdings nicht ganz billig...

Vielleicht suchst Du Dir mal Amateurastronomen in Deiner Nähe mit denen Du dann zusammen beobachten gehst. Dann kannst Du sicherlich mal verschiedene Okulare und Filter ausprobieren und selbst sehen, welchen Unterschied das an Deinem Gerät macht.

Ciao, Udo
 
Hallo Namenloser,

tja, mit den mitgelieferten Okularen kann man so ein Teleskop einfach nicht richtig nutzen. Es fehlt an Vergrößerung oder an Vergrößerungsstufen.

Für Planetenbeobachtung kann man gut bis hin zum 4mm Okular gehen. Wichtig ist aber eine gewisse Auswahl aus dem Bereich 4mm bis 7mm. 9mm sind so eine "Einstiegsvergrößerung".
Du solltest vielleicht ein Okular aus dem Bereich 5mm bis 6mm anstreben. Wie kommst Du mit dem 9mm klar? Wenn Dir das vom Augenabstand schon unangenehm wird, dann sollte das neue Okular auch einen guten Augenabstand haben, damit der Einblick bequemer ist.
Durch die stärkere Vergrößerung ist das Bild auch nicht mehr so blendend hell, was meiner Meinung nach besser als jeder Filter ist. Filter kann man später noch hinzunehmen.

Bei Deepsky-Objekten kommt es sehr auf den Standort und das Objekt an. Galaxien sind meistens nur schwache Wölkchen, die gerne im Streulicht von Städten "absaufen". Daher sind sie für den Anfang keine besonders dankbaren Objekte. Stattdessen solltest Du mit Deinem Gerät auf die Jagd gehen nach Gasnebeln und zwar planetarischen Nebeln, Supernovaüberresten und hellen diffusen Nebeln wie dem Orionnebel. Da kommt mehr bei raus, als nur kleine Fleckchen! Diese Nebel lassen sich auch mit einem Nebelfilter (ich empfehle zunächst einen OIII an Deinem Gerät) besser herausarbeiten. Dann ist auch ein aufgehellter Stadthimmel ein geringeres Problem.
Ohne Filter lohnt auch der Blick auf Kugelsternhaufen, die sind aber eher Objekte des Frühsommers und am Winterhimmel rar gesät. Aber auch Kugelsternhaufen leiden unter schlechtem Himmel.
Zur Beobachtung offener Sternhaufen hat das 32mm Plössl oft zu wenig wahres Gesichtsfeld, also der Himmelsausschnitt ist zu klein, so dass diese oft sehr ausgedehnten Haufen nicht recht wirken können. Hier würde ein Okular mit 2" Einsteckdurchmesser sehr viel Sinn machen. So ein Okular kann zwischen 30mm und 42mm Brennweite haben, wobei man lieber weniger Brennweite nimmt, wenn man einen durch nahe Städte aufgehellten Himmel hat. 42mm ergibt ein Okular für richtig dunkle Standorte, also sehr guten Mittelgebirgshimmel oder gar Alpenhimmel. Ansonsten ist der Himmelshintergrund einfach zu grau! Mit einem solchen Okular lassen sich auch ein paar sehr ausgedehnte Objekte schön beobachten, wie die Andromedagalaxie mit ihren beiden Begleitern oder die beiden Teile des Zirrusnebels. Dafür braucht man aber im Falle des Andromedanebels richtig dunklen Himmel und im Falle des Zirrusnebels einen Nebelfilter (am beste OIII). So ein Filter kostet in 2" allerdings mehr als 100 Euro.
Wenn Du gerne Deepsky-Objekte schaust, ist so ein Filter so wichtig, wie passende Okulare:
http://www.svenwienstein.de/HTML/nebelfilter.html

Clear Skies
Sven
 
Hallo ______,

gerade die Deepskybeobachtung setzt neben einem dunklen und klaren (also kein Hochnebel, kein Schmodder in der Luft) Himmel auch schon ein bissl Erfahrung vorraus, ich war nach einigen Monaten mit meinem ersten Teleskop auch erstmal ziemlich enttäuscht (war aber bedeutend kleiner), eigentlich war ich von Anfang an enttäuscht und im Laufe der Zeit hat es sich gebessert, wenn du am Ball bleibst wirst du auch nach Jahren noch neue Details entdecken können weil dein Blick mit der Zeit einfach geschulter wird.

Dass du DS Objekte am besten mit indirektem Sehen erfassen kannst hast du sicher schon mitbekommen, hier gilt es aber auch einen Mittelweg zu finden, zu fixiert und du siehst nicht genug (weil das Bild auf den lichtunempfindlichesten Teil der Netzhaut trifft) etwas zu weit weg geschaut und das Auflösungsvermögen des Auges lässt nicht genug Details erkennen.

Die Erwartungshaltung ist natürlich noch mal so eine Sache, vieleicht schaust du dich mal verstärkt nach Zeichnungen um, auf meiner Homepage findest du einige mit 8" und kleineren Geräten.

Planeten, und ich finde gerade der Mars, brauchen meiner Erfahrung nach auch richtig Zeit. Wenn ich ein Okular reinknalle und durchschaue sehe ich erstmal gar nix, wenn das Seeing mitmacht entdecke ich in den Momenten grosser Luftruhe dann ganz allmälich Details wie Polkappe oder Dunkelstrukturen der Oberfläche, dass kann aber auch mal über eine Stunde dauern, je nach Seeing...

Grundsätzlich würde ich auch mal die Justage checken (ich glaube bei den Galaxys ist ja ein Justierokular dabei).

Die mitgelieferten Okulare sind zwar beim Galaxy etwas netter abgestimmt aber so toll wie angepriesen ist die Kombination nicht, kann man sich eigentlich schenken wenn man dabei bleiben will, das 32mm Plössl funktioniert sicher (nutzte es selber ab und an am 8" f/6) aber ein 2" Okular mit grossem scheinbaren Gesichtsfeld ist dann doch eine andere Welt und wenn man keine allzu hohen Ansprüche an die Randschärfe stellt ist man unter 100€ dabei, das Reese/BW/wieauchimmer 30mm finde ich nicht übel, klar ist die Randunschärfe nicht wegzudiskutieren aber Alternativen sind sehr teuer und die 80° Feld entschädigen in gewissem Masse ;) 9mm find ich auch nicht soo optimal für Planeten, zumindest ist mit dem 8"er weit mehr drin, empfehlen kann und werde ich keins weil ich selbst noch keins besitze (im Moment nur ein 5mm LE das aber eher unterer Bereich ist) aber bei 240x geht schon einiges an diesem Gerät.

Viele Grüsse Benny
 
Re: 8" Galaxy Dobson - Ein bisschen enttäuscht!

Hi,

man hat offensichtlich versäumt, Dir zu sagen, dass Du mit dem gekauften Paket das Leistungsvermögen eines 8" F/6 Newton/Dobsons gerade Mal so eben ankratzt.
Ich habe inzwischen mit Zubehör das das Einstiegsburdet vervierfacht und ken einziges unnützes Teil ist dabei.
Wie meine Vorredner halte ich es für schwierig, da jetzt ohne Budgetvorgabe un ins Blaue hinein ganz konkrete Vorschläge zu machen.

2" Übersichtsokular, etwas um 6 mm Brennweite und auch ein weiteinkliges Okular 14 mm Brennweite, sowie ein Nebelfilter (O III/UHC) sind sicher gute Ansätze, besser in die Beobachtung einzusteigen.

Such Kontakt zu Sternenfreunden und schau Dir an, was möglich ist. Wenn Du immer noch enttäuscht bist, spar das Geld.

CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi.

Also ich habe den Galaxy D8 seit gut 2 Jahren, und bin hoch zufrieden.

Der Grund:

-Vergiss die bunten, hochaufgelösten Fotos aus Büchern und Magazinen

-Tuning des Tubus (Innenauskleidung mit Velours), Taukappe, saugender Lüfter hinter dem Spiegel.

-Erlernen des astronomischen Sehens (Oft Spechteln gehen)

-Beherrschung der Justage

-Gute WW-Okulare (müssen keine von Tele Vue oder Pentax sein)

-Richtiges Einschätzen der Seeing-Bedingung und der Grenzhelligkeit


Wenn du obige Punkte beherzigst, macht dir dein Galaxy riesigen Spass
 
Hallo Namenloser,

Alex bringt es auf den Punkt. Mir scheint, Du beobachtest nur ab und an und hast das Teleskop auch noch nicht justiert (?).
- Ist beim 8" f6 auch nicht immer nötig, aber Du solltest mal durch Chesire schauen und berichten, was Du da siehst. Denn auch ich bin mit dem gleichen Gerät absolut zufrieden.

Lies mal die Bedienungsanleitung, da steht auch ein Kapitel über das Justieren; mit entsprechender Abbildung. Was Du dort siehst, das schreibe uns mal.

Oder Du dachtest ggf. wirklich, Du würdest den Himmel so sehen wie auf den Fotografien???
Bist Du noch absoluter Anfänger (das darf man hier zugeben, dafür sind wir ja da!) oder hast Du schon mehr Erfahrung.
Wie und von wo beobachtest Du? Garten, Feld, dunkle Umgebung oder aus der Stadt heraus?

All das wäre wichtig zu wissen, um Dir die entsprechenden Tips geben zu können.

CS
WINFRIED
 
Hallöle,

nach und nach die richtigen Okularabstufungen anschaffen und Üben, Üben, Üben, sonst klimpert man nur auf den Tasten und das erhebende Gefühl des wirklichen Könnens bleibt aus!

Stelle Dir vor, Du hast noch nie Astrofotots gesehen! Und dann schau Dir den Himmel mit blossem Auge und anschließen mit Deinem Teleskop an! Da gehen wirklich Türen auf, Galileo hätte sich für diesen 8 Zöller vom Balkon geschmissen....Gruessel von Anette
 
Buongiorno der der nach neuen Horizonten schweift,

alles richtig was hier bereits gesagt wurde aber...
...was nutzt einem das beste Equipment wenn man seine Freuden nicht mit anderen teilen kann.

Das Internet ist sehr informativ aber das nutzt Dir nicht viel draußen in der Nacht. Suche Dir gleichgesinnte Beobachter und teilt ich Eure Mißerfolge und Erfolge. So was motiviert und regt den Apetit für wirklich neue Horizonte an :-)

Das ganze hat auch den Vorteil das man auch mal ein paar Okulare von anderen Mitbeobachter testen kann.


saluti Gio
 
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