Matthias_Müller
Aktives Mitglied
Hallo allerseits!
In den letzen 3 Nächten nach gut 15 Jahren astronomischer Praxis-Abstinenz ging's zur Sache (gelesen eigentlich immer, letzte Wochen hier die Foren und und und).
Mit meiner schlimmen Röhre (siehe Forum "Teleskope für Einsteiger"; 80er Jahre Kaufhausrefraktor...) gegen die Sterne. 60 mm Apertur kulminieren eher übel im Unter-Zoll-"Zoomokular". Jetzt weiß ich wirklich, was Tunnelblick ist. Bei knapp 50fach bereits schrumpft das wahre Gesichtsfeld auf unter Mondscheibendurchmesser. Das kann man sich ja noch ansehn, nur höher vergrößern geht halt nicht. Wird nur noch viel flauer und dunkler, Bilddefinition ist was anderes. Sogar das scheinbare Gesichtsfeld ist lächerlich.
Also Mars, noch recht tief, aber: eine Scheibe. So viel steht fest. Nicht ganz rund, mit vier fiesen Beugungszungen, oben eher bläulich-ausgefranster Rand, unten orange-rötlich. Keine Einzelheiten. Definitiv nicht. Aber auch gar nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass da mit 60 mm Öffnung etwas mehr geht: zum Beispiel ohne Zungen, mit diesem Gerät aber ganz ganz sicher nicht.
Sterne kriegt man schon zu Punkten annähernd fokussiert, aber ehrlich gesagt, auf diesem Haft/Gleitreibungs-Nerven-Alt-Az-Etwas macht definitiv nix Spaß. Von daher hab ich es erst gar nicht versucht, Doppelsterne zu trennen, was nützts, wenns alles keinen Spaß bringt. Ein Wort noch zum Einblickverhalten: unangenehm ist, wenn die Wimpern muskuläre Eigenreflexe aufbauen, weil man so nah an dem Löchlein klebt, daß man es ständig mit eig'nem Aug'haar "putzt" (oder einfettet!!!!)... Ohne jede Lichtumlekung macht man das dann in Yoga-Meister-ähnlicher Kopf- und Körperhaltung, um wenigstens zenitnah ein bisschen der optischen Brühe entgehen zu können, die Ballungszentren so an sich haben (was freu ich mich aufs tiefe Sauerland, wo meine Eltern wohnen).
In Kombination mit meiner Digicam (3,5 MPix, Blende 2,1) nix zu machen: Austrittspupille und Kamera-Objektivfläche passen gerade umgekehrt gut zueinander, so jedoch gar nicht.
Da gings schon eher - nur eher - in Kombination mit einem meiner Feldstecher, aber das gehört hier nicht hin.
Was hab ich sonst beobachtet: die ISS kam vorbei und wunderschön, für mich das erste bewußte Mal, hatte die Koordinaten über die Heavens-above-Website vorausberechnen lassen. Irre hell das Teil, wenngleich ich auch trotz und wegen der ollen Röhre keinerlei Einzelheiten erkennen konnte.
Etwa 70% der vorausberechneten Satelliten konnte ich (bloßes Auge) beobachten. Das fand und find ich schon ziemlich cool, wenn man bedenkt, daß ich noch letzte Woche nur zufällige Beobachtungen im Kopf hatte und nie gedacht hätte, daß Vorausberechnungen Web-basiert jederzeit für jeden Ort möglich sind.
Was mich erstaunt: ich konnte Satelliten sehen, die gerade mal mag (+)4,5 haben sollten, aber mein Himmel gab das sicher nicht her! Sind die vorausgesagten Helligkeiten eher Schätzung? Ist die Bewegung und das konzentrierte Auge schuld?
Toll klappte auch der vorausgesagte Iridium-Flare kurz nach Mitternacht. Mein erster überhaupt. Schlicht der Hammer. Wie ein Scheinwerfer, und der war "bloß" -3 mag. Nächsten Monat gibt`s hier einen -7, da sitz' ich dann besser mit Sonnenbrille, was??!!
Summa Summarum: (als Neuling...)
1. Meine Guckröhre taugt astronomisch nichts. Zehn Zoll Dobson fänd ich gut, soweit ich bisher Ahnung hab. Meine Fragen - nach Recherchen - dazu im passenden Forum...
2. Satelliten (auch ISS) und Iridium-Flares machen Spaß.
3. (mehr prinzipiell
es gibt Wege vom Theoretischen zur Praxis, auch heute noch, auch bezahlbar, mit lohnenden Zielen. Und's fühlt sich gut an, zu merken, Feuer zu fangen dafür, praktisch das zu machen, was ich vorher nur theoretisch hatte.
Hoffe, nicht alle nur gelangweilt zu haben (als Greenhorn),
- so zehn Zoll-Dobson in Spe -
Matthias.
In den letzen 3 Nächten nach gut 15 Jahren astronomischer Praxis-Abstinenz ging's zur Sache (gelesen eigentlich immer, letzte Wochen hier die Foren und und und).
Mit meiner schlimmen Röhre (siehe Forum "Teleskope für Einsteiger"; 80er Jahre Kaufhausrefraktor...) gegen die Sterne. 60 mm Apertur kulminieren eher übel im Unter-Zoll-"Zoomokular". Jetzt weiß ich wirklich, was Tunnelblick ist. Bei knapp 50fach bereits schrumpft das wahre Gesichtsfeld auf unter Mondscheibendurchmesser. Das kann man sich ja noch ansehn, nur höher vergrößern geht halt nicht. Wird nur noch viel flauer und dunkler, Bilddefinition ist was anderes. Sogar das scheinbare Gesichtsfeld ist lächerlich.
Also Mars, noch recht tief, aber: eine Scheibe. So viel steht fest. Nicht ganz rund, mit vier fiesen Beugungszungen, oben eher bläulich-ausgefranster Rand, unten orange-rötlich. Keine Einzelheiten. Definitiv nicht. Aber auch gar nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass da mit 60 mm Öffnung etwas mehr geht: zum Beispiel ohne Zungen, mit diesem Gerät aber ganz ganz sicher nicht.
Sterne kriegt man schon zu Punkten annähernd fokussiert, aber ehrlich gesagt, auf diesem Haft/Gleitreibungs-Nerven-Alt-Az-Etwas macht definitiv nix Spaß. Von daher hab ich es erst gar nicht versucht, Doppelsterne zu trennen, was nützts, wenns alles keinen Spaß bringt. Ein Wort noch zum Einblickverhalten: unangenehm ist, wenn die Wimpern muskuläre Eigenreflexe aufbauen, weil man so nah an dem Löchlein klebt, daß man es ständig mit eig'nem Aug'haar "putzt" (oder einfettet!!!!)... Ohne jede Lichtumlekung macht man das dann in Yoga-Meister-ähnlicher Kopf- und Körperhaltung, um wenigstens zenitnah ein bisschen der optischen Brühe entgehen zu können, die Ballungszentren so an sich haben (was freu ich mich aufs tiefe Sauerland, wo meine Eltern wohnen).
In Kombination mit meiner Digicam (3,5 MPix, Blende 2,1) nix zu machen: Austrittspupille und Kamera-Objektivfläche passen gerade umgekehrt gut zueinander, so jedoch gar nicht.
Da gings schon eher - nur eher - in Kombination mit einem meiner Feldstecher, aber das gehört hier nicht hin.
Was hab ich sonst beobachtet: die ISS kam vorbei und wunderschön, für mich das erste bewußte Mal, hatte die Koordinaten über die Heavens-above-Website vorausberechnen lassen. Irre hell das Teil, wenngleich ich auch trotz und wegen der ollen Röhre keinerlei Einzelheiten erkennen konnte.
Etwa 70% der vorausberechneten Satelliten konnte ich (bloßes Auge) beobachten. Das fand und find ich schon ziemlich cool, wenn man bedenkt, daß ich noch letzte Woche nur zufällige Beobachtungen im Kopf hatte und nie gedacht hätte, daß Vorausberechnungen Web-basiert jederzeit für jeden Ort möglich sind.
Was mich erstaunt: ich konnte Satelliten sehen, die gerade mal mag (+)4,5 haben sollten, aber mein Himmel gab das sicher nicht her! Sind die vorausgesagten Helligkeiten eher Schätzung? Ist die Bewegung und das konzentrierte Auge schuld?
Toll klappte auch der vorausgesagte Iridium-Flare kurz nach Mitternacht. Mein erster überhaupt. Schlicht der Hammer. Wie ein Scheinwerfer, und der war "bloß" -3 mag. Nächsten Monat gibt`s hier einen -7, da sitz' ich dann besser mit Sonnenbrille, was??!!
Summa Summarum: (als Neuling...)
1. Meine Guckröhre taugt astronomisch nichts. Zehn Zoll Dobson fänd ich gut, soweit ich bisher Ahnung hab. Meine Fragen - nach Recherchen - dazu im passenden Forum...
2. Satelliten (auch ISS) und Iridium-Flares machen Spaß.
3. (mehr prinzipiell
Hoffe, nicht alle nur gelangweilt zu haben (als Greenhorn),
- so zehn Zoll-Dobson in Spe -
Matthias.