90° Bino per Newton - Fangspiegel

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Maiko

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Hallo Sternfreunde,

mal ne provokative Frage: Wäre es nicht möglich, ein größeres Bino mit Senkrechteinblick unter Zuhilfenahme von Fangspiegeln aus Newton - Optiken zu verwenden?

Beispiel: 25/100 Bino von TS für ca 300 Euro
2 x Newton - Fangspiegel TS (Orion) 100mm für jew.
204 Euro...

denn bei den 100mm Binos bin ich auf keins gestoßen, was unter 900 Euro Senkrechteinblick bietet... und so kann ein vorhandenes Geradsicht - Bino "aufgerüstet" werden. Fangspiegel gebraucht evtl noch günstiger...
Blieb die Frage nach der optischen Qualität des Binos, wobei ich meine, China - Geradsicht und Chino 90° - Einblick nehmen sich nicht viel, auch wenn der Preisunterschied 500 Euro übersteigt... natürlich müsste man etwas basteln...

Nur mal so als spontane Anregung

CS, Maiko
 
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Hi Micha,

so was in der Art meinte ich, wobei ich eher an Einzelspiegel dachte... Justage könnte wohl tatsächliche schwierig werden.

Gruß, Maiko
 
Hallo Maiko,

das größte Problem dürfte die Fokulage sein. Wenn der zusätzliche optische Weg der Spiegel dazu kommt dürfte Fokussieren unmöglich werden wenn man nicht das Prismengehäuse entsprechend umbaut - und dann kann man auch zwei der ohnehin verbauten Prismen anders anordnen um das von den Objektiven kommende Lichtbündel weiter vorne nach oben aus dem Gehäuse zu lenken. Ist machbar, man muß aber die Möglichkeit haben die Umbauten relativ präzise vorzunehemen, sonst justiert man sich den Wolf ohne ein ansprechendes Resultat zu erhalten. Eventuell wäre es am sinnvollsten ein solches Glas nur als "Organspender" für die optischen Bauteile zu mißbrauchen, dann hat man zwei Objektive, vier Prismen und die Okulare. Welche Qualität diese Teile dann aufweisen ist schwer zu sagen, manche Billigferngläser lassen sich bei guter Justage ganz ordentlich hinkriegen, bei anderen merkt man irgendwann daß einfach minderwertige Teile verbaut sind und sich der Aufwand nicht lohnt. Ein Fernglas gut zu justieren ist nicht so schwer wenn man einmal begriffen hat wie es geht, wie beim Newton... :/

Viele Grüße Felix
 
Hallo Maiko,

wenn ich mit so etwas wirklich experimentieren wollte, würde ich die Umlenkung vor dem Prismengehäuse versuchen, also direkt an den entsprechend gekürzten Objektivtuben.
Das sähe zwar abenteuerlich aus, aber vom Lichtweg her und von der Justierung her könnte es dort am wenigsten schwierig sein.
Knickbrücke fällt dann natürlich flach. Augenweitenverstellung und Feinjustierung müssten über einen Präzisionsschlitten für die beiden Hälften erfolgen.

Gruß und CS
*entfernt*
 
hallo nochmal,

@ Felix: ganz verstehe ich das mit der Fokuslage nicht - müsste es nicht mit Spiegeln genauso sein wie ohne? wenn der plane Spiegel 45° direkt vor dem Objektiv sitzt, dann lenkt er doch nur das licht um 90° ins Bino hinein (?)... vielleicht hab ich was übersehen...

@ Günter: vor den Prismen aufschneiden ist auch interessant: dann könnte der Spiegel auch kleiner sein - wie könnte man da wohl justieren? der von dir angeratene Präzisionsschlitten würde wahrscheinlich einiges an finanziellen Vorteilen gegenüber Fertiglösungen wegschmelzen lassen, vermute ich mal... oder es geht auch anders(?)

Viele Grüße & Clear Sky, Maiko
 
Die einzig praktikable Lösung besteht darin, Oberflächenspiegel vor die Objektive zu stellen. So etwas gibt es auch kommerziell, zu Unsinnspreisen. Ich habe mir zu diesem Zweck Spiegel aus Overheadprojektoren besorgt. Diese werden durch die Beamer mehr und mehr verschrottet. Gebastelt habe ich damit aber noch nicht.
 
Hallo Maiko,

wenn du ohnehin vorhattest, die Spiegel vor der Optik einzusetzen, dann ist die schon vorgestellte Lösung mit einem Spiegel praktikabel.
Mit zwei Spiegeln, egal ob irgendwo im eigentlichen Fernglassystem (so wie ich das irrtümlich verstanden hatte), oder auch davor, gibt das entweder eine wüste Bastelei oder sehr komplizierte Feinarbeit. Die Justierung und Abstimmung von zwei gefalteten Fernrohren zueinander ist schon eine Kunst. Da noch Spiegel einzusetzen ist eine echte Herausforderung, auch für absolute Könner.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo,

danke für die Antworten!

dass die Justage so kompliziert würde, war mir nicht bewusst

@ Uwe: Wie kann man denn die Overhead - Spiegel einordnen? Sind die überhaupt einigermaßen zu gebrauchen von seitens der optischen Qualität?

Viele Grüße, Maiko
 
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Nach meinen Versuchen eignen sie sich auf jeden Fall für ein 10x50-Fernglas. Sie passen auch für mein 20x80, aber da habe ich nur Tagebeobachtungen gemacht. Alles übrigens nur monokular, du brauchst für jedes Objektiv einen Spiegel.

Es sind ja optische Spiegel, die Qualität ist zumindest nicht schlecht. Richtige Messungen kann ich dir leider nicht anbieten. Wenn jemand eine Idee hat, wie man mit geringem Aufwand zu verlässlicheren Aussagen kommt, dann probiere ich das freilich.
 
Hallo Maiko,

hatte leider überlesen daß Du die Spiegel vor die Objektive setzen wolltest...klar, da ändert sich nix an der Fokuslage.

Viele Grüße Felix
 
Hallo Uwe,

das mit den Overheadspiegeln interessiert mich! Falls du mal ne Nachtbeobachtung machts, würde mich der Vergleich mit und ohne Spiegel am selben Objekt sehr interessieren... Vielleicht weiß ja auch wer ne Meßmethode... wobei halt das Justageproblem bleibt...

CS, Maiko
 
hallo Uwe,

mach einfach einen Sterntest mit einem kleinen Refraktor, einmal ohne und dann mit vor das Objektiv gestelltem Spiegel. Am besten an Polaris natürlich. Der Refraktor sollte so gross sein, dass er einen wesentlichen Teil des Spiegels "sieht", kann sogar grösser sein.

Dann siehst du ob sich mit/ohne grob was unterscheidet, ob zB Koma/Asti eingeführt werden. Bei den geringen Vergrösserungen, die du in einem Fernglas hast, spielt das dann eine kleinere Rolle.

Auf dieselbe Weise kann man auch Zenitspiegel am Stern antesten, ob sie was taugen.

lg Tommy
 
Hallo Leute.

Da ich die Spiegel-Lösung für mein 25 X 100 wollte und nur zwei getrennte Oberflächenspiegel in der erforderlichen Größe und Qualität (!) hatte, habe ich die beiden Spiegel nebeneinander auf eine Alu-Platte fixiert, wobei einer der beiden durch M3'er Schauben von hinten leicht verkippt werden konnte um die Justage zu ermöglichen. Das Ganze wurde aber schnell recht kompliziert, da ich durch Federn die Spiegel auf die Justierschrauben ziehen musste um sie stabil in Position zu halten, und auch die seitlichen Halterungen habe ich 5mal umgemodelt, bis sie zwar einerseits die Spiegel sauber in Position hielten, aber andererseits das Verkippen zum Justieren erlaubten. Um's kurz zu machen: es war ein wüstes Gewurstel, bei 25-fach sieht man bereits leichte Dejustagen, die Overhead-Spiegel waren zu dünn um vernünftig in der Halterung zu bleiben oder haben sich schnell verbogen, dickere Spiegel wurden schwer und haben immer schwerere Grundplatten verlangt um sauber zu liegen (und ich will nicht zum 25X100und dem Stativ noch viel mehr Gewicht schleppen). Vielleicht habe ich mich auch einfach nur zu doof angestellt, aber das Resumee war, dass dünne Overhead-Spiegel nicht formstabil genug sind, Newton-Fangspiegel mit 10 mm Dicke sollten gehen aber sind schwer. 25-fach ist schwierig, 10-fach evtl. eher machbar. Es ist auch eine Frage der Qualität, die man letzendlich wünscht.

Viel Erfolg weiterhin, Jürgen.
 
Danke für die Antworten und ersten Erfahrungsberichte!

dass man bei so (verhältnismäßig) kleinen Durchmessern und Vergrößerungen schon Formlabilität mit den Spiegeln (Overhead) als Problem hat, kam mir nicht in den Sinn...

vielleicht hat ja noch jemand was gebastelt

CS, Maiko
 
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