Abdichten von Ferngläsern

Eisenwindel

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich gesehen habe, dass hier einige Ferngläser auseinander- (und wieder zusammen-) bauen.

Kürzlich habe ich einige 8x30 Dienstgläser von Hensoldt günstig bekommen. Eines habe ich geschlachtet, die anderen mit den Teilen wieder in einen akzeptablen Zustand versetzt: Prismen, Linsen und Strichplatte gereinigt, ausgerichtet, Gummierung gesäubert und behandelt, usw.

Jetzt bleiben ein paar Fragent: Die Gläser waren versiegelt. Um zunächst die Funktion zu testen habe ich nicht wieder versiegelt, überlege aber, ob ich das jetzt doch angehe. Weiss jemand, WAS da original benutzt wurde? Eine hellgraue, kaugummiartige Masse, die in breiten Würsten unter den Abdeckungen, Schraubenlöcher usw. angebracht war. Von der Konsistenz erinnert es mich an „Scheibendichtung abtupfbar“, gibt’s von Würth, LiquiMoly usw.

Und: womit gehören die Okulargewinde geschmiert? Sieht m.E. aus, wie Graphitfett.
Bonusfrage: Weiss jemand, ob die alten Hensoldts (nicht die aktuellen D16/17/18) Stickstoffgefüllt waren (warum überhaupt Stickstoff und nicht Argon)?

Bonus-Bonusfrage: demnächst steht mein Kern-Arau 6x24 von 1935 an. Das ist auch gedichtet aber natürlich nicht mit so neumodischem Kram. Kann mir vielleicht jemand sagen, was da in den Fugen ist? Es sieht aus, wie Bitumen oder Pech.

Herzliche Grüße

Martin
 
Hallo Martin,

sei doch mal mutig und frage mal per Email bei Hensoldt an. Freihändig irgend etwas zu benutzen, was nicht gerade für diesen Zweck gemacht wurde, halte ich für nicht ungefährlich. Solche Massen können ins Fernglas hinein ausgasen; so was kann später zur Fungus Bildung führen.

Zur Stickstoff Füllung (ab wann bei den Hensoldt) kann ich nichts sagen. Warum Stickstoff und nicht Argon hat mir mal ein hauptberuflich tätiger Fernglas Kostrukteur (Firma wird nicht genannt) erklärt. Argon klingt als Edelgas halt besonders wertig und lässt sich gut bewerben. Im Gegensatz zu Argon kommt Stickstoff zu 80% in unserer Luft vor. Deshalb neigt der Stickstoff wesentlich weniger dazu, im Laufe der Jahre durch das Gehäuse zu diffundieren. Nach 15 Jahren sei von Argon Füllungen praktisch nichts mehr übrig.

CS Gerhard
 
Zurück
Oben