Abfolge Bildkalibrierung v. DSLR Fotos f. Anfänger

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Mikskysurf

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Hallo Astrogemeinschaft!

Nach langem und leider nicht ganz so erfolgreichem Suchen hier im Forum habe ich mich mal hingesetzt und versucht mit Hilfe von Internet, verschiedener Literatur und eigenem
" Wissen ", eine Abfolge der Kalibrierung von DSLR Fotos zu schreiben.
Teilweise habe ich es vereinfacht geschrieben, um es auch Anfängern
[ich mit eingeschlossen] verständlich zu machen.
Was mir wichtig ist, das zum einen die Reihenfolge der einzelnen Schritte stimmt und zum anderen das die verschiedenen Bezeichnungen die richtigen sind.
Ich bin mir sicher, das der eine oder andere es besser und genauer weiss und auch passende Vorschläge oder auch Einwände hat.
Vieleicht kann ich hiermit eine Interessante Diskussionsrunde freitreten.....
Also bitte dann mal reinlesen:

1. Alle Bilder einer Fotoserie müssen die gleich Belichtungszeit haben !
2. Die Position der Kamera am Teleskop darf nicht verändert werden !
3. Der ISO-Wert muss bei allen Aufnahmen der selbe sein !

Lightframes:
[Rohbilder]
Sind die eigentlichen Bilder, die aufgenommen u. miteinander addiert werden.
Besser sind mehrere kürzer belichtete Fotos, um das „Sensorglühen“ zu dämpfen.

Darkframes:
[Dunkelbilder]
Hiermit entfernt man zum einen die „Hotpixels“ eines Chips, die ohne Anregung ein Signal senden, und zum anderen das „Sensorglühen“, das durch die sich erwärmende Kameraelektronik verursacht wird.
„Darkframes“ sollten bei der gleichen Chiptemperatur und Außentemperatur gemacht werden wie die „Lightframes“ !
Die Teleskopöffnung wird dazu abgedunkelt, bzw. geschlossen, es darf kein Licht von Außen einfallen. Dann eine Serie Dunkelbilder aufnehmen.
Mehrere „Darkframes“ werden zu einem „Master-Darkframe“ gemittelt und anschließend vom „Lightframe“ abgezogen.

Es entsteht ein Dunkelbild korrigiertes „Lightframe“ !

Offsetframes:
[Bias-Frame]
Damit wird das „Sensorrauschen“ entfernt, das von der „ISO-Zahl“ abhängig ist.
Die „Offsetframes“ bestehen aus einer Dunkelbild Serie, die mit der kürzesten Verschlusszeit der Kamera u. derselben „ISO-Zahl“ wie das „Lightframe“ gemacht werden. Diese Bias werden zu einem einzigen „Offsetframe“ gemittelt.

Flatframes:
[Hellbilder]
Dienen zum beseitigen von „Fremdkörpern“ im Strahlengang als auch zur Behebung der „Vignettierung“.Mit Hilfe einer gleichmäßig hell leuchtender Fläche werden Bilder aufgenommen, wobei die Belichtungszeit so gewählt wird, das ein helles aber nicht überstrahltes Bild entsteht. Man beachte dabei das Hisstogramm!
Die Hellbilder werden zu einem einzigen „Flatframe“ gemittelt.

Das gemittelte „Offsetframe“ wird anschließend von den gemittelten „ Flatframe“ abgezogen. Es entsteht ein „Masterflat“.
Dieses „Masterflat“ wird zur Korrektur des Dunkelbild korrigierten „Lightframe“ verwendet, indem das Dunkelbild korrigierte „Lightframe“ durch das „Masterflat“ dividiert wird!
Man erhält ein kalibriertes Bild!!!

Eventuell wird jetzt einer sagen: " Das kenn ich irgendwo her ". Ja, aber bestimmt alles viel genauer und das wollte ich irgendwie vermeiden!
Ich würde mich freuen, wenn hier ein paar alte Hasen und auch junge Hüpfer reinschauen und mithelfen, das es genauer wird aber auch noch verständlich bleibt!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael


vielen Dank für die Zusammenfassung. Ich bin gerade dabei, mich etwas näher mit der Fotografie zu beschäftigen, und da kommt mir deine Zusammenfassung gerade recht.


Ich hätte allgemein an alle Mitlesenden einige Fragen:


Das Master-Dark enthält Störinformationen des Sensors. Wird hier also die Operation Lightframe - Masterdark (LF - DF = LF_korr) für jedes Bild durchgeführt? Wird dann also beispielsweise ein Hotpixel zu Null (schwarz)?


Das Masterflat (MF) dient der Korrektur ungleichmäßiger Ausleuchtung. Die Operation LF_korr * 1/MF für jedes Pixel ist dann ja so etwas wie eine Normierung.(?) Jedes Pixel wird dann mit einem Korrekturfaktor multipliziert, sodass die Helligkeit ausgeglichen ist.





Welche Software eignet sich für den Anfänger am besten?



Viele Grüße
Christian
 
Meine Ergänzung:
Master-Darkflatframes zur Kalibrierung der Hell-Flatframes.
Meines wissens nach kalibrieren Flatframes auch unterschiedliche Emfpfindlichkeiten der Pixel.

Und am allerwichtigsten finde ich, auf das Dithern bei der Lightframe-Aufnahme hinzuweisen. Viele Anfänger kommen erst viiiiel zu spät darauf (ich z.B.). Außerdem ermöglicht dies unter guten Umständen den Verzicht auf die bei einer SLR schwer zu reproduzierenden Darkframes.

VG,
Johannes

P.S @Christian: Steigst du jetzt in die Deepskyfotographie ein? Software für Anfänger: Deepskystacker, macht alles automatisch.
 
Hallo Michael,

1. Alle Bilder einer Fotoserie müssen die gleich Belichtungszeit haben !
2. Die Position der Kamera am Teleskop darf nicht verändert werden !
3. Der ISO-Wert muss bei allen Aufnahmen der selbe sein !

Von müssen ist hier nicht die Rede, es ist nur sinnvoll es so zu machen. Damit erspart man sich eine Menge zusätzlicher Daten und Arbeit. Man müsste z.Bsp. für unterschiedliche Belichtungszeiten und ISO Zahlen extra Darks machen.

Sind die eigentlichen Bilder, die aufgenommen u. miteinander addiert werden.
Besser sind mehrere kürzer belichtete Fotos, um das „Sensorglühen“ zu dämpfen.

Sensorglühen, da meinst du bestimmt Verstärkerglühen mit. Dämpfen kann man da nichts.
Man belichtet möglichst lange in der Summe. Es hat lediglich praktische Gründe warum man überhaupt die Belichtungszeit unterteilt in mehrere Einzelbilder. Letztendlich ist es egal ob du 1h am Stück, 10x600s oder 600x 1 sek belichtest. Wobei sich die meisten Vorteile in dem von mir gemachten Beispiel bei 10x600s ergibt.

Offsetframes:
[Bias-Frame]
Damit wird das „Sensorrauschen“ entfernt, das von der „ISO-Zahl“ abhängig ist.


Rauschen wird nicht entfernt. Rauschen tut jedes Signal. Signale kann man entfernen, z.Bsp. das Signal des Dunkelstroms oder das Bias Signal. Das Biassignal ist ein fest angelegter Wert. Die meisten Kameras haben so ein Bias, einige nennen das Offset. Eigentlich könnte man das so belassen wie es ist, wenn es nicht bei den allermeisten Kameras unregelmässig wäre. Aus diesem Grunde muss man die Bilder vom Bias befreien. Aber wenn du eh ein Dark abziehst brauchst du nicht noch ein Bias abziehen. Jedoch musst du ein Bias (manchmal auch Flatdark genannt) vom Flat abziehen. Nur dadurch ist eine perfekte Flatkorrektur möglich.

Den Rest hast du soweit gut zusammengefasst. Eine Zusammenfassung habe ich in einem Video gemacht. Du findest es hier: https://www.youtube.com/watch?v=rgZ5MTSHClU

Das ist aber auch nur eine Zusammenfassung dessen, was du in guten Büchern findest. Gute Bücher über Astrofotografie sind meistens in Englisch. Im Internet findet man meistens nur immer teilweise Erklärungen.


@Christian, was du schreibst ist exakt. Bezüglich der Software: Viele Anfänger benutzen den Deepskystacker. Mit wachsenden Ansprüchen kommen dann andere Softwares in Frage, die dann aber meistens Geld kosten. Früher oder später landet man dann aber eh da.

CS Frank
 
Hallo,

vielen Dank für Deine Mühe in dieser Zusammenfassung.
Wie Frank schon schreibt, ist es nicht zwangsläufig erforderlich, dass alle Bilder die gleiche Belichtungszeiten haben müssen.

Im Deep Sky Stacker z.B. kannst Du mehrere Gruppen zusammen fassen, wobei diese Gruppen dann unterschiedliche Belichtungszeiten haben können. Wie Frank schon beschrieben hat, müssen die unterschiedlichen Belichtungszeiten auch mit entsprechenden Darks und bei verschiedenen ISOs auch mit Flats und Bias kalibriert werden, was ein Mehraufwand bedeutet.

Bei den Belichtungszeiten ist meine Meinung eine andere ...
Meines Erachtens macht die Einzelbelichtungszeit einen Unterschied im Endergebnis. Hier spielt die Empfindlichkeit der Kamera ein Rolle. Die Frage ist doch, ob ein Photon einen Impulse auf meinen Chip auslöst. Wenn ich 1 Sekunde belichte, kann bei einen nicht so empfindlichen Chip, Information nicht gesammelt werden. (z.B. ein Mag 16 Stern).
Wenn man nun 100 mal nichts aufaddiert ist das Ergebnis immer noch nichts. Bei einer Minute Belichtungszeit kann der Mag 16 Stern aber schon einen Impuls auslösen und ich erreiche eine bessere Tiefe der Aufnahme.
Nun muss man einen Mittelweg finden um ein gutes Signal / Rauschverhältnis zu erhalten und ausserdem genug Aufnahmen machen, um das Rauschen rausmitteln zu können. Das ist meines Erachtens gerade bei ungekühlten DSLR Kameras wichtig, da dort Darks aufgrund der Temperaturschankungen nicht so effektiv sind (manche behaupten sogar kontraproduktiv) wie bei gekühlten Kameras. Deshalb sollte man bei DSLR Kameras unbedingt auch dithern.

Just my 2 Cents.
Gruß Jens

Wenn Du also viel Zeit in ein Objekt investierst, würde ich durchaus mit längeren Einzelbelichtungszeiten einmal rum experimentieren.



 
Hallo Jens,

Wenn man nun 100 mal nichts aufaddiert ist das Ergebnis immer noch nichts. Bei einer Minute Belichtungszeit kann der Mag 16 Stern aber schon einen Impuls auslösen und ich erreiche eine bessere Tiefe der Aufnahme.]

das klingt für viele plausibel, stimmt aber überhaupt nicht. Mit der Argumentation könnte man zB auch den Dunkelstrom eliminieren, geht aber nicht.

Auch der A/D Wandlungsprozess ist mit Rauschen versehen, und ein einzelnes Elektron pro Bild würde statistisch gesehen dazu führen, dass auf ein paar Bildern eines Stacks mal statt x ADU x+1 ADU rauskommen, und beim Stacken kommen dann wieder Signale zum Vorschein, die im Einzelbild nicht zu sehen sind.
Die DSLR liefert ja nicht Nullen wenn kein Signal da ist, sondern ein ordentliches Rauschen von einigen ADU um eine Grundlinie. Und da zählt jedes einzelne Elektron mit.

Ist mühsam zu testen, aber wer eine Planetencam hat, kann es ganz leicht selbst ausprobieren: Kamera aufs Stativ, dann soweit abdunkeln, bis man gerade so nur noch Rauschen sieht. Dann etwa 50 Aufnahmen oder mehr stacken, und man kann im Rauschen deutlich das Bild erkennen. Natürlich ist es deutlich rauschärmer, wenn man es im Einzelbild schon sieht...
Das Stacking Programm muss natürlich mit größerem Datenformat arbeiten, als die Kamera, sonst kann sich das Rauschen nicht unter den Bruchteil eines ADU mitteln.

Viele Grüße
*entfernt*









 
Zu Jens Aussage hier noch ein kleiner Nachtrag: https://www.dropbox.com/s/djnixi029p0ta1h/nichts x 1000.jpg

Dort kann man ein Einzelbild einer 1000Bilderserie mit DMK, und rechts das gestackte Bild sehen. Zusätzlich habe ich den Querschnitt dargestellt. Man sieht das um den Faktor 30 reduzierte Rauschen. Ein ADU links ist ca. 20-30 Elektronen, die Intensitäten im Bild rechts bewegen sich insgesamt zwischen 0.3-0.4 ADU, also weniger als 8-10 Elektronen, und innerhalb dieser werden noch viele Nuancen differenziert dargestellt.

Klar kommen bei DS nicht so viele Bilder zusammen, aber das Prinzip ist das Gleiche.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Letztendlich ist es egal ob du 1h am Stück, 10x600s oder 600x 1 sek belichtest.

Diese Aussage von Frank ist definitiv falsch !

Neben der Tatsache, daß (zu) kurz belichtete Aufnahmen die Bandbreite des Sensors nicht ausnutzen produzieren sie ein erheblich schlechteres S/N-Verhältnis als länger belichtete Aufnahmen.
Letztendlich hängt die optimal kürzeste bzw längste Belichtungszeit für ein Einzelbild sowohl vom Lichtsammelvermögen der eingesetzten Optik als auch von der jeweiligen Helligkeit des Himmelshintergrundes ab. Letztere limitiert die längstmögliche Belichtungszeit, weil dann das Signal eines Objektis im aufgehellten Himmelshintergrund verschwindet. Deshalb ist z.B. 1 Std. Belichtungszeit pro Einzelaufnahme in unseren Breiten vermutlich nicht machbar.



 
Hallo Peter,

Diese Aussage von Frank ist definitiv falsch !

Ja insofern, das da eine NUll fehlt haha:-)

Neben der Tatsache, daß (zu) kurz belichtete Aufnahmen die Bandbreite des Sensors nicht ausnutzen produzieren sie ein erheblich schlechteres S/N-Verhältnis als länger belichtete Aufnahmen.


Das ist jetzt ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen. Ich schrieb ja, das es in MEINEM Beispiel am besten funktioniert mit 10x600s.

Eigentlich wollte ich genau diese immer wieder kehrende Diskussion vermeiden und nun sind wir doch wieder mittendrin:-)
Das S/N verbesserst du ja durch das aufaddieren oder genauer gesagt durch das mitteln der Aufnahmen. Hast du dir das Beispielbild von Norbert angeschaut, ich denke das sagt alles.
Allerdings sind dann länger belichtete Einzelbilder den kürzeren leicht im Vorteil wegen des Ausleserauschens. Aber eben nur leicht und nicht erheblich.

Die Limitierung durch den Himmelshintergrund spielt übrigens nicht nur die entscheidende Geige bei der maximalen Belichtungszeit, sondern auch bei der minimalen. Das Stichwort lautet Hintergrundlimitiertheit. Genau diese Hintergrundlimitiertheit wird bei allen theoretischen betrachtungen häufig ausser acht gelassen. Ich selber habs sogar absichtlich bei meinem beispiel ausser acht gelassen, weil ich diese Diskussion nicht wieder anzetteln wollte.
Und genau deshalb rate ich auch jedem dazu so lange wie es geht die Einzelbilder zu belichten. Mein Beispiel diente nur dazu überhaupt auf zu zeigen warum Bilder in Serie aufgenommen werden.

P.S. 1h sind mit Schmalbandfiltern auch in unseren Breiten kein Problem. Mit Luminanzfiltern freilich nur unter perfekten Bedingungen wie etwa in Namibia. Ich belichte nur aus den genannten Praxis Gründen mit 10-20m, ansonsten würde ich in Teneriffa z.Bsp. locker auf 40 Minuten hochgehen.

CS Frank
 
Nabend zusammen.....

Als erstes herzlichen Dank an alle!
Schön wenn es unterschiedliche Meinungen und Erfahrungswerte gibt und die dann diskutiert werden, aber das war ja so auch beabsichtigt.
Es gibt immer verschiedene Lösungswege und jeder hat so für sich seinen eigenen Bearbeitungsablauf gefunden.

Nach einiger Recherche und nochmaligen Durcharbeitens habe ich dann den Ablauf der Bildkalibrierung auf einen neuen Stand gebracht. Es war nicht ganz so einfach, wie ich es mir vorgestellt habe.
Wenn jetzt immer noch gravierende Fehler darin stecken, dann korregiert mich bitte. Ich möchte es aber, wenn möglich, immer noch einigermaßen übersichtlich halten!
Also dann, auf ein Neues:

1. Alle Bilder einer Fotoserie sollten die gleiche Belichtungszeit haben !
2. Der ISO-Wert sollte bei allen Aufnahmen der selbe sein !
( Bei unterschiedlichen Belichtungszeiten und ISO-Werten müssen dementsprechend Darkframes gemacht werden! )
3. Die Position der Kamera am Teleskop darf nicht verändert werden !

Lightframes:
[Rohbilder]
Sind die eigentlichen Bilder, die aufgenommen u. miteinander addiert werden.
Praktischer sind mehrere kürzer belichtete Fotos, um das „Verstärker glühen“ zu minimieren.
Um die Qualität des aufzunehmenden Bildes zu erhöhen, sollte man das „Dithering“ mit anwenden.

Darkframes:
[Dunkelbilder]
Hiermit entfernt man zum einen die „Hotpixels“ eines Chips, die ohne Anregung ein Signal senden.
Zum anderen wird das „Verstärker glühen“ und der „Dunkelstrom“, die durch die sich erwärmende Kameraelektronik verursacht werden, entfernt.
„Darkframes“ sollten bei der gleichen Chiptemperatur und Außentemperatur gemacht werden wie die „Lightframes“ !
Die Teleskopöffnung wird dazu abgedunkelt, bzw. geschlossen ( es darf kein Licht von Außen einfallen ) und eine Serie Dunkelbilder aufgenommen.
Mehrere „Darkframes“ werden zu einem „Master-Dark“ gemittelt und anschließend vom „Lightframe“ abgezogen.
Es entsteht ein Dunkelbild korrigiertes „Lightframe“!
Da das „Bias-Frame“ hierbei schon mit entfernt wurde, muss es nicht nochmals vom „Flatframe“ subtrahiert werden.
Nur wenn kein „Master-Dark“ gemacht wird, sollte mindestens ein „Bias-Frame“ angefertigt werden!

Bias-Frame:
[Offsetframe]
Damit werden die „Störsignale des Bildsensors“ entfernt, die von der Intensittät der „ISO-Zahl“ abhängig sind.
Das „Bias-Frame“ besteht aus einer Dunkelbild Serie, die mit der kürzesten Verschlusszeit der Kamera u. derselben „ISO-Zahl“ wie das „Lightframe“ gemacht werden.
Diese Bias werden zu einem einzigen „Bias-Frame“ gemittelt.

Flatframes:
[Hellfeldbilder]
Dienen zum beseitigen von „Fremdkörpern“ im optischen System und zur Behebung der „Vignettierung“.
Mit Hilfe einer gleichmäßig hell leuchtende Fläche werden Bilder aufgenommen, wobei die Belichtungszeit so gewählt wird, das ein helles aber nicht überstrahltes Bild entsteht. Man beachte dabei das Hisstogramm!
Die Hellfeldbilder werden zu einem einzigen „Flatframe“ gemittelt.

Das gemittelte „Bias-Frame“ wird anschließend von den gemittelten „ Flatframe“ abgezogen. Es entsteht ein „Masterflat“.

Dieses wird zur Korrektur des Dunkelbild korrigierten „Lightframe“ verwendet, indem das Dunkelbild korrigierte „Lightframe“ durch das „Masterflat“ dividiert wird!

Man erhält ein fertig kalibriertes Bild!!!
 
Hallo Michael,

Es gibt immer verschiedene Lösungswege und jeder hat so für sich seinen eigenen Bearbeitungsablauf gefunden.

Bei der Bildkalibration gibt es keine "eigenen" Abläufe. Das funktioniert immer nach dem gleichen Muster. Es wird ein Masterdark erstellt. Die Lights einzeln von diesem Masterdark befreit. Dann wird ein Master Bias erstellt. Die Flats werden vom Masterbias befreit und anschliessend zum Masterflat gemittelt. Die Lights werden dann durch das Masterflat dividiert. Nun hat man kalibrierte Lights. Diese werden nun registriert und anschliessen zum fertigen Bild gemittelt (umgangssprachlich sagt man oft addiert oder gestackt).

3. Die Position der Kamera am Teleskop darf nicht verändert werden !

Auch hier bitte nicht so streng. Wenn man zwei oder sogar noch mehr Nächte in ein Objekt investiert darf die Kamera auch mal leicht eine andere Position haben. Am sinnvollsten ist es natürlich die Position bleibt immer exakt gleich. Obwohl: Ich drehe meine Kamera gerne bei der Hälfte der Aufnahmen um 180°. Bei quadratischen Chips könnte man sogar 4 Positionen durchmachen.

Praktischer sind mehrere kürzer belichtete Fotos, um das „Verstärker glühen“ zu minimieren.

Du mit deinem Verstärkerglühen:-) Nein, praktisch ist es deshalb weil deine Monti vielleicht nicht exakt eingenordet ist, du mal ans Stativ stösst, ein Flugzeug oder Satellit durchs Bild fliegt und du leichter den Verlust von einer 5min Aufnahme in Kauf nehmen kannst als den Verlust einer 20 Min Aufnahme.

Ob sehr kurze oder sehr lange Einzelbelichtungen Sinn machen ist nicht das Thema eines Anfänger Beitrags. Das wurde hier schon zig mal ausführlich diskutiert, um es zu verstehen braucht man einiges an Wissen bezüglich CCD Technik, Rauschen, Signal Rausch Verhältnis etc. Sprengt den Rahmen dieses Beitrages.

Da das „Bias-Frame“ hierbei schon mit entfernt wurde, muss es nicht nochmals vom „Flatframe“ subtrahiert werden.

Vielleicht nur ein Vertipper. Vom Flatframe MUSST du es abziehen aber nicht extra nochmal vom Light frame. Gut Light und Flat kann man schonmal durcheinander bringen:-)

Damit werden die „Störsignale des Bildsensors“ entfernt, die von der Intensittät der „ISO-Zahl“ abhängig sind.

Doppel nein:-)
Das Bias ist kein Störsignal. Es ist ein sehr kluges und sinnvolles Signal. Es ist nur leider nicht sehr gleichmässig, sogar von Kamera zu Kamera etwas unterschiedlich. Darum muss es raus. Geschieht automatisch dann wenn die Darks vom Light abgezogen werden. Vom Flat muss es aber extra abgezogen werden.
Mit ISO oder Temperatur hat das Bias nix zu tun.

CS Frank





 
Morgen Frank,

habe ich es mir schon fast so gedacht ;-), habs verschlimmbessert!!! ;(
Aber aller guten Dinge sind ja angeblich derer Drei
also noch mal ran!
Wird aber etwas dauern........ hab noch andere Verpflichtungen.
 
Hallo an alle,
habe mich jetzt nochmals dahinter geklemmt und versucht es etwas lockerer zu formulieren.
Hier also mein Dritter und hoffentlich letzter Versuch.

@ Frank:
Danke für Deine positive Kritik, hat mich zum weitermachen angespornt. Dein Link hat mir sehr gut geholfen und auch gefallen!
Hoffe, ich komme jetzt mit meiner Umschreibung vom Bias bei Dir durch :pfeif: !

Auch nochmals vielen Dank an Johannes und Jens für Eure Anregungen. Habe versucht, es mit einfliessen zu lassen.

Ansonsten an alle die mitlesen:
Kritik ist erwünscht.....



Die folgende Beschreibung soll eine einfache Hilfe sein, um zu verstehen, wodurch Fehlerquellen in den aufgenommenen Bilder entstehen und wie sie beseitigt werden.
Um es sich als Anfänger zu Beginn nicht allzu schwer zu machen sollten :

- Alle Bilder einer Fotoserie die gleiche Belichtungszeit haben.
- Der ISO-Wert bei allen Aufnahmen der selbe sein.
( Bei unterschiedlichen Belichtungszeiten und ISO-Werten
müssen dem entsprechende Darkframes gemacht werden! )
- Die Position der Kamera am Teleskop fürs erste nicht verändert werden.
Nach eigenem Ermessen kann man aber diese Angaben natürlich abändern.Sie sollen nur als Einstiegshilfe dienen!



Lightframes :
[Rohbilder]
Sind die eigentlichen Bilder, die aufgenommen u. miteinander addiert werden.
Praktischer sind für den Anfang nicht allzu lang belichtete Bilder.
Durch eigene Erfahrungen wird man die Zeiten je nach Situation und Objekt selbst variieren.
Um die Qualität des aufzunehmenden Bildes zu erhöhen, sollte man das Bild Dithern.

Darkframes :
[Dunkelbilder]
Hiermit entfernt man die Hotpixels eines Chips, die ohne Anregung ein Signal senden, und die Coldpixels, die ein zu schwaches oder gar kein Signal senden.
Gleichzeitig wird damit das thermische Rauschen, das durch die sich erwärmende Kameraelektronik verursacht wird, vom Dunkelbild abgezogen .
Darkframes sollten bei der gleichen Chiptemperatur, Außentemperatur und ISO-Wert gemacht werden wie die Lightframes !
Die Teleskopöffnung wird dazu abgedunkelt, bzw. geschlossen ( es darf kein Licht von Außen einfallen ) und eine Serie Dunkelbilder aufgenommen.
Mehrere Darkframes werden zu einem Master-Dark gemittelt und anschließend vom Lightframe abgezogen.
Es entsteht ein Dunkelbild korrigiertes Lightframe!
Da das Bias hierbei schon mit entfernt wird, muss es nicht nochmals vom Lightframe subtrahiert werden.
Nur wenn kein Master-Dark gemacht wird, sollte mindestens ein Bias angefertigt werden!

Bias :
[Offset]
Bias (auch Offset genannt) bezeichnet eine elektrische Vorspannung, die durch die Kameraelektronik vorgegeben ist. Die Pixel werden dadurch automatisch auf ein elektrisches Niveau angehoben. Da sich dieses Biassignal negativ auf die Weiterbearbeitung des Bildes auswirkt, muss es entfernt werden.
Das Bias besteht aus einer Dunkelbild Serie, die mit der kürzesten Verschlusszeit der Kamera u. derselben ISO-Zahl wie das Lightframe gemacht werden.
Diese angefertigten Bias werden zu einem einzigen Bias gemittelt.

Flatframes:
[Hellfeldbilder]
Dienen zum beseitigen von Fremdkörpern im optischen System und zur Behebung der Vignettierung. Unter anderem wird auch die unterschiedliche Empfindlichkeit der einzelnen Pixel beseitigt.
Mit Hilfe einer gleichmäßig hell leuchtende Fläche werden Bilder aufgenommen, wobei die Belichtungszeit so gewählt wird, das ein helles aber nicht überstrahltes Bild entsteht.
Man beachte dabei das Hisstogramm!
Diese Hellfeldbilder werden zu einem einzigen Flatframe gemittelt.

Das gemittelte Bias wird anschließend von den gemittelten Flatframe:
abgezogen. Es entsteht ein Masterflat .

Dieses wird zur Korrektur des Dunkelbild korrigierten Lightframe verwendet, indem das Dunkelbild korrigierte Lightframe durch das Masterflat dividiert wird!

Jetzt hat man ein kalibriertes Bild, das man weiter bearbeiten kann.


So, dann warte ich mal auf Eure Kommentare!!!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Michael,

die Bias Aufnahme zur Masterflat Erstellung kann man bei vielen Canon DSLRs durch ein synthetisches Bild mit konstantem Mittelwert ersetzen. Es empfiehlt sich, das einmal mit dem gemittelten Masterbias zu überprüfen, in der Regel ist da keine Struktur bzw. Gradient darin zu erkennen. Der Vorteil ist, dass man kein zusätzliches Rauschen in die Verrechnung einführt, und vor allem, man muss es auch nicht jedesmal wiederholen.

Bei einigen Nikon DLRSs wird der Bias schon intern abgeschnitten, da wäre keine Extra Aufnahme nötig.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Michael,

ein schöner und bunter Ansatz, aber mal ehrlich. Ich sehe bei dieser Flut an Informationen keine echte Hilfe für Anfänger. Das würde mich eher demotivieren.
Aus meiner Sicht reichen zu Beginn Lights und Darks und ein paar hilfreiche Tips zum Stacken mit den gängigen frei verfügbaren Programmen.
Was mir zu Beginn meiner Fotoleidenschaft gefehlt hat, war ein verständlicher Leitfaden zur Vermitllung wichtiger immer wiederkehrender Bearbeitungstechniken in PS oder anderswo.

Ich für meinen Teil habe mich in den ersten drei Jahren bei der Kalibrierung mit dem Abzug des Masterdarks von den Lightframes zufrieden gegeben.

Beste Grüße

Rene

PS: Den Ansatz, anfängerfreundliche Informationen zu geben, halte ich nach wie vor für sehr gut.
 
Hallo

@ Norbert:
Danke für den Hinweis. Das mit dem synthetischen Flat habe ich auch schon gelesen, das war mir aber etwas zuviel des Guten.

@Rene:
Auch Dir ein Danke schön!
Es stimmt schon, das es viele Informationen am Anfang sind.
Ich möchte damit zum einen zeigen, wie so eine Kalibrierung vor sich geht, welche Signale darin verarbeitet werden.
Und zum anderen auch die Reihenfolge, womit der Arbeitsprozess beginnt und wo er endet, aufzeigen.
Ich würde es zum Verständniss sogar als Skizze/Zeichnung bearbeiten, aber das ist mometan etwas zeitraubend,
.... obwohl?

Na, ich warte erst mal noch auf andere Ratschläge und Kritiken.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Frank.

Deine Aussage:
Letztendlich ist es egal ob du 1h am Stück, 10x600s oder 600x 1 sek belichtest.

Hallo Peter,

Antwort auf:
Diese Aussage von Frank ist definitiv falsch !

Ja insofern, das da eine NUll fehlt haha:-)

Nicht, daß ich da rumnörgeln will, aber es fehlt halt nicht nur eine Null !
Sorry, aber 1 Stunde hat mal nicht "10x600s" oder gar "600x1 s" - mit oder ohne zusätzliche Null, sondern schlicht 60x60 Sekunden, unbd das sind nun mal 3600 Sekunden und keine 600 oder 6000.
A bisserl Exaktheit sollte schon sein.

Nix für ungut
 
Hallo Frank.

Der Hinweis auf das S/N hatte in diesem Zusammenhang m.E. schon seine Berechtigung.
Aber Du hast recht: die Diskussion wurde schon ausgiebig an anderer Stelle geführt und ich will sie hier nicht nochmal aufwärmen, da sie dem hier von Michael angesprochenen Thema "Bildkalibrierung" abträglich wäre.
 
Hallo zusammen.

Da momentan keine weiteren Anregungen und Vorschläge kommen, belasse ich es erst einmal so wie es jetzt ist.
Es fehlen noch viel mehr Details und technische Hintergründe, sowie auch noch einige weiterführende Arbeitsschritte.
Aber für einen Anfänger ist das schon einiges an Information, um sich eine ungefähre Vorstellung von der Reihenfolge der Arbeitsschritte zu machen.
Man kann sich zwar vieles Wissen anlesen, aber alles weitere kommt mit eigener Erfahrung und die muss jeder für sich selbst sammeln.
Danke an alle, die hier mitgeholfen haben!
 
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