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ICON1

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Hallo an alle,

mein Name ist Uwe ich bin 29 Jahre jung und komme aus der Nähe von Nidda(Hessen).
Ich habe schon länger Interesse an der Astronomie und wollte vor einen halben Jahr nun auch mal richtig einsteigen und mir ein schönes neues Teleskop gönnen .
Also gesagt getan, ab ins Internet und gelesen, auf dem zweiten Weg habe ich mir das Buch "Fernrohr Führerschein" gekauft, was übrigens echt super ist finde ich.
Ok, nach den ersten zwei Tagen wusste ich, ich brauch "Öffnung", also ein Teleskop gesucht mit viel Öffnung, zu einem erschwinglichen Preis und so passierte es, das ich zu dem TS Megastar 1550 gekommen bin, wie ich später merkte war das wohl ein Fehler.
Also Megastar bei Ebay wieder verkauft und ein Dobson (Skywatcher Skyliner-250PX - 254/1200mm) gekauft.
Als die Riesenkanone aufgebaut war, war ich natürlich voller Vorfreude, denn mit den wuchtigen Gerät muss man doch was sehen können.
Doch wie es immer so ist, kaum ist das neue Teleskop da hat man eine Woche lang dicke Wolken am Abendhimmel, bis gestern!
Als ich gesehen habe das es endlich freie Sicht auf den Himmel gibt, habe ich sofort meinen Justierlaser raus geholt und die Justage des Dobson überprüft, was genau richtig war, den es war vollkommen dejustiert.
Also Dobson justiert und raus auf die Terrasse bei wohligen 14,5 °C .
Doch als ich das erste Okular in den OAZ steckte und durchschaute kam die Ernüchterung.
Das was ich da sah, sah eigentlich nicht anders aus als das was ich durch mein Sucherfernrohr sehen konnte, also gleich mal vergrößert und sofort wurden die Objekte (irgendein Stern im großen Wagen) unscharf und irgendwann Mutierte der angepeilte Stern zum Erscheinungsbild meiner Fangspinne im Dobson.
Ich habe es mit einem "Super Plössel 25 Wide Angle Long Eye Relief"und einem "Super Plössel 10 mm" Okular probiert.
Aber der so gewünschte WOW-Efekt blieb aus.Ich bin dann einfach mal so am Himmel „rumgesurft", aber ich hätte echt gedacht das ich mehr sehen wurde, und vergrößern ging praktisch gar nicht, oder nur sehr sehr wenig.
Ich muss dazu sagen ich habe Wetter bedingt auch nur gut 2 Stunden geschaut und auch kein bestimmtes Objekt gesucht.
Aber was kann man erwarten von einem 10" Dobson, ich denke doch mehr als vom Megastar oder?
Ich weiß meine Fragen und Beschreibungen sind ein wenig einfach und vielleicht auch primitiv, vielleicht erwarte ich auch die die meisten blutigen Anfänger zu viel, aber ich wollte einfach mal die Meinung von Profis dazu hören.
 
Hallo,

wenn Du mit dem kurzbrennweitigen Okular die Fangspiegelspinne gesehen hast war höchst wahrscheinlich der Fokus total daneben.
Versuche einmal mit dem Okular scharf zu stellen. Du siehst ja ob der "Stern" kleiner wird wenn Du den OAZ rein oder raus bewegst. Sollte der OAZ auf Anschlag sein und Dir fehlt raus zu Fokusweg dann schau mal ob es nicht reicht, wenn du das Okular nicht ganz in den OAZ schiebst sondern es weiter vorn verklemmst.

Wenn Du einen Stern beobachtet hast, da wird nicht viel mehr zu erkennen sein als ein Stern. Sieht halt aus wie im Fernglas. Die größere Öffnung hilft Dir nur beim trennen von Doppelsternen, denn sie hat eine höhere Auflösung.

MfG
Basti

PS: schau mal hier: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/ubb/showflat/Number/829591/gonew/1/10_Zoll_Dobson#UNREAD
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Uwe!

Na, Dein Einstieg ins vielversprechende Hobby war wohl eher ein Fehlstart, was?!
Einige Anmerkungen dazu: Sich planlos ins (Sternen-) Getümmel zu stürzen, bringt überhaupt nichts. Sterne sehen im Teleskop genauso aus wie mit bloßem Auge, wie Du ja schon festgestellt hast. Ziemlich langweilig... - Also: Ohne Kartenwerk in Buchform (siehe Tips nur einen Thread tiefer ) oder ein Astroprogramm (Stellarium, CdC - beides Freeware) wirst Du da oben am Himmel gar nichts erreichen.
Fang am besten mit den leichten Objekten an, und wenn's zunächst auch nur der Mond ist! (Viel mehr lohnt bei dem hellen Nachthimmel im Moment sowieso nicht.) Hier kannst Du wenigsten einmal das Scharfstellen des Okulars üben, denn auch das scheint Dir Probleme zu bereiten, wenn ich Deinen Bericht so lese.

BTW: So "Nebenarbeiten" wie Justage des Newton und die Sucher-Einstellung kann man auch tagsüber machen. Dazu braucht man sich in diesen z. Zt. seltenen und kurzen klaren Nächten nicht noch zusätzlich unter Zeitdruck zu setzen...

Eins Sache noch zu den Okularen:
> "Super Plössel 25 Wide Angle Long Eye Relief"

Das sind Standard-Beilage-Okulare - das steht zwar "Super" drauf, aber "Super Plössl" sind's nicht, sondern sogenannte "reversed Kellner" (RK), 3-linsige Okulare mit 50° Eigengesichtsfeld. Die solltest Du schnell ersetzen, denn viel Beobachtungsspaß bringen sie nicht.
 
Ich danke euch beiden schon mal für die schnellen antworten und Tipps!
Aller Anfang ist schwer aber ich denke wenn man dran bleibt macht es ne menge Spaß!
 
Hallöchen Uwe,

Doch als ich das erste Okular in den OAZ steckte und durchschaute kam die Ernüchterung.

ja, das kann ich gut nachvollziehen. Sterne bleiben immer "Pünktles" im Teleskop, egal wie stark Du vergrößerst. :Trost:

Du wirst nur auf einem einzigen Stern Oberflächendetails sehen können - unserer Sonne. Die aber bitte immer mit Objektivsonnenfilter anschauen. Also sowas vorne über der Öffnung. Du kannst den Filter auch selber machen, wenn Du Bastelgeschick hast. Baaderfolie und Pappe oder Sperrholzkonstruktion. ;)

Wenn Du mit deinem Dobson planlos am Himmel rumrührst, wirst net per Zufall über all die Objekte stolpern, für die wir uns die Nächte um die Ohren schlagen. :augenrubbel:

Du brauchst noch Karten. Am einfachsten ist es, wenn Du Dir Stellarium oder ein anderes Planetariumsprogramm auf den Rechner lädst und erstmal ein bissy den Sternenhimmel mit den Sternbildern kennenlernst. Und Dir Karten ausdruckst, oder einen Sternatlas kaufst, mit denen Du am Teleskop dann im entsprechenden Sternbild die Objekte aufsuchen kannst. Du brauchst dazu noch eine Rotlichtlampe, damit Du sie auch lesen kannst, ohne durch helles Licht von ner normalen Taschenlampe die Augen zu blenden. :Trost:

Peil mal tagsüber ein weit entferntes Gebäude an. Dann bekommst ein Gefühl dafür, wie stark Dein Teleskop mit den vorhandenen Okularen vergrößert. Du hast ein feines Teleskop angeschafft. Damit kann man ne Menge sehen, wenn man das Objekt erstmal getroffen hat. Das "Treffen" mußt halt üben. :)

Von wo aus schaust denn in den Himmel? Großstadt, Dorf? Garten, Gehweg, Balkon? Hast freie Sicht rundum oder kannst nur in bestimmte Richtungen gucken?

Zur Zeit haben wir abnehmenden Mond, der ist also am Abendhimmel die nächsten 12 Tage nicht mehr zu sehen. Falls es klar wird in der Zeit kannst aber mal auf Saturn halten. Der steht am Abendhimmel im Südwesten, ganz dicht beim Stern Porrima in der Jungfrau.

Zum Suchen nimmst das 25 mm Okular, dann zum Betrachten das 10er...

Ist in Deiner Nähe irgendwo eine Sternwarte? Dann geh mal dorthin und laß Dir von den Amateuren dort mit deren Teleskopen ein paar Objekte einstellen. Dann hast einen Eindruck, was Du in Deinem Teleskop sehen können solltest. :teufelgrr:

Galaxien z.B. sind immer graue, fluffige Wattebäuschles, Farben wie auf den Fotos wirst nicht sehen. Bei hellen Spiralgalaxien kannst die Arme und Staubbänder andeutungsweise sehen, bei Planetarischen Nebeln unterschiedliche Konturen. Kugelsternhaufen sind wie Diamanten auf dunklgrauem oder schwarzem Samt und bei Doppelsternen kannst sehen, daß die Sterne unterschiedliche Farben haben. Ein Schönes Beispiel dafür ist Albireo, da hast nen bläulichen und nen orangenen Stern. Bei den Planeten kannst Details sehen, an Saturn die Planetenkugel mit Wolkenstreifen und den Ring, Jupiter wird farbig, mit roten Bändern, weißer Äquatorzone und einzelnen Knoten oder weißen Flecken in den dunkleren Bändern... :super:

Versuche als erstes Kugelsternhaufen zu finden. Und dann die Nebel in der südlichen Sommermilchstraße. Als Faustregel kannst davon ausgehen, daß die Messierobjekte heller sind als die NGC-Objekte. Weil sie heller sind, sind sie einfacher zu erkennen. Bleib am Ball, lern das "indirekte Sehen" und Du wirst viel Spaß am Hobby haben. :)


 
Wow, danke für diese ausführliche Antwort!
Echt lieb, das werde ich mir alles zu Herzen nehmen.(-:
 
Hallo,

Bitte nicht gleich die Flinte ins Korn werfen!

Mein Bruder und ich haben ja nur ein 200mm Newton.

2 Wochen lang blieb der "Wow" Effekt aus, bis wir uns endlich am Himmel zurechtfanden. Unser Erstes Deep Sky war dann der Kugelsternhaufen im Herkules M91 galaube ich. Da war all der Frust verflogen.
Später folgten dann Mars, Jupiter, Venus, Saturn, und natürlich deren Monde und unseren Mond natürlich. Der Ringnebel in der Leier hat es uns dann richtig angetan....

Das Starhopping fällt sehr schwer am Anfang, da wir noch kein Gefühl für Gesichtsfeld, Vergrösserung usw hatten. Das was man im Okular sah, war nicht im Stellarium Programm zu finden. Dann kommt noch dass das Bild hoch und seitlich Spiegelverkehrt ist. Nach einer Weile geht das in Fleisch und Blut über...

Also wünsche ich dir viel Erfolg für die Nächsten Wolkenlosen Nächte.

Gruss, Andy
 
Hi Andy,

Zitat von kozi1982:
Das was man im Okular sah, war nicht im Stellarium Programm zu finden. Dann kommt noch dass das Bild hoch und seitlich Spiegelverkehrt ist.
in Stellarium lassen sich zwei Schaltflächen dazu schalten, damit man die Ansicht horizontal und vertikal spiegeln kann.
Dazu im "Einstellungsfenster [F2]" unter "Navigation" ganz unten den Radiobutton "Zeige Spiegelungsschaltflächen" aktivieren.

Viele Grüße
Markus
 
Hallo Uwe,

komm doch einfach mal samt dem Teleskop zu einem Neumondtreffen der Sternenwelt Vogelsberg (www.sternenwelt-vogelsberg.de) in Stumpertenrod. Termine und weitere Informationen gibts auf der Homepage. Da kannst du mit anderen Beobachtern Erfahrungen austauschen, dir den Himmel und dein Teleskop erklären lassen und nette Leute kennenlernen.

Viele Grüße

Carsten
 
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