Achromat für Linsenteleskop Eigenbau

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dendelma

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Hallo,
da ich ein leidenschaftlicher Bastler bin, habe ich jetzt vor mein eigenes Linsenteleskop zu bauen. Hierfür bin ich noch immer auf der Suche, nach einem Achromat mit möglichst großer Öffnung, für einen erschwinglichen Preis.

Mein bisheriger Favorit ist ein:
Luftspalt Achromat D=83mm, F=900mm in Fassung (EUR 49,-)

Kann mir jemand einen Online-Shop empfehlen, bei dem es entsprechende Achromaten zu kaufen gibt?

Anbei schon mal eine Entwurfsansicht des Teleskops:

Link zur Grafik: http://img3.fotos-hochladen.net/thumbnail/x5cboxavl6_thumb.jpg

Grüße, dendelma
 
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Hallo,

zu deinem Entwurf will ich kurz was sagen. Ich glaube nicht, dass du eine Barlow Linse fest einbauen solltest; für viele Objekte (z.B. Sternhaufen) wäre die kürzere Brennweite die bessere. Wenn du eine 2x Barlow vor einen Zenitspiegel setzt bekommst du einen größeren Vergrößerungsfaktor, bei den meisten 1,25 Zoll Zenitspiegeln kommt so etwas 3-fach raus. Damit wärst du schon bei fast 3 Metern Brennweite, für 83mm Öffnung ist das sehr reichlich. Das von dir geplante Zoom Olular könntest du vielleicht gerade noch bei der schwächsten Vergößerung benutzen; auf Anblicke wie den ganzen Mond im Gesichtsfeld müsstest du aber verzichten, vom Aufsuchen von Objekten bei + 130 facher Vergrößerung möchte ich gar nicht sprechen.

Beziehe in deine Konstruktion auch solche Sachen wie einen vernünftigen Okularauszug ein. Spätestens dann wirst du feststellen, dass sich dein Projekt auch preislich nicht mehr so vorteilhaft gestaltet. Du wirst Schwierigkeiten haben die Preise günstiger Refraktoren zu unterbieten; gegen ein High end Produkt an zu konstruieren ist aber etwas für echte Spezialisten.

Solltest du nicht von deinem Projekt lassen wollen, so beschäftige dich erst einmal ausführlich mit entsprechender Literatur. Ich wünsche dir viel Erfolg.

Schmitti (Sterngucker Frankenberg e.V.)
 
Eine Barlow bietet nur dann den aufgedruckten Verlängerungsfaktor, wenn das Okular unmittelbar in der Barlow-Fassung eingesetzt wird, d.h., wenn die Feldebene des Okulars mit der ausgangsseitigen Öffnung der Barlowfassung zusammenfällt. Die Barlow sollte also mit dem Okular eine Einheit bilden. Es gibt viele Okulare, z.B. von Vixen, die bereits eine angepasste Barlow-Linsengruppe enthalten.

Jedenfalls erscheint es mir ratsam, den Zenitspiegel vor die Okularfassung zu setzen und eine Barlow nur im Bedarfsfall dazwischenzuschalten.

Gruß, Jan
 
Hi!

Für 89 Euro Listenpreis kriegst du bei TS einen kompletten 80/900 OTA samt Okularauszug und Leuchtpunktsucher; der Listenpreis von solchen Suchern liegt in der einfachen Version bei ca. 20-30 Euro. Einen Tubus und eine Taukappe bräuchtest du für deinen Eigenbau ja auch noch. Billiger als ein Fertig-Fernrohr wird's also kaum. Die Chinesen basteln schon arg günstig...

Ein 80/1800 ist aber wirklich keine besonders reizvolle Kombination - als Richtwert gilt eine Maximalvergrößerung von doppelter Öffnung in mm, also 160x - lieber etwas weniger. Wenn die Brennweitenvergrößerung so passen würde, wie du planst, wärst du bei 85-257x, durch den Zenitspiegel wird's noch mehr. Ohne Barlow passt das geplante Zoom-Okular schon besser.

Übrigens fehlt in deinem Entwurf noch eine Möglichkeit zum Fokussieren, wenn nicht nur du durch das Teleskopschauen willst und nicht nur Sterne angeschaut werden sollen, sondern - und sei es nur für Funktionstests - auch mal was irdisches. Wobei bei den meisten Zoom-Okularen auch noch etwas nachfokussiert werden muss, wenn gezoomt wird. Bei einer einzelnen Festbrennweite wäre der Okularauszug evtl. vernachlässigbar; zumindest ein Schiebefokussierer a la Piratenfernrohr) wird nötig sein.

Gruß,
Alex

PS: Noch was zu deinem Entwurf: Die Barlowlinse müsste vor der Brennebene vom Teleskop positioniert werden und nicht hinter dem Brennpunkt, wenn ich mich nicht täusche. Gegen Streulicht wären evtl. noch ein paar Blenden im Rohr empfehlenswert, aber nicht unbedingt nötig - eine gute mattschwarze Lackierung bringt auch schon einiges.

Edith meint: Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu negativ - ein Bastelprojekt soll ja vor allem Spaß machen. Aber gerade die integrierte Barlow ergibt für mich keinen Sinn.
 
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Hi,

netter Entwurf. Wenn du die Barlow unbedingt verbauen möchtest - kann ja Sinn machen, um mit der Webcam Planeten aufzunehmen - dann würde ich dir raten eine in langer Bauweise zu nehmen. Die kannst du dann auch gleich als Schiebefokusierer nutzen.

CS
Chris
 
Hallo,

bedenke bitte auch die diffiziele Justage, die eine integrierte Barlow mit sich bringt. Das ist ja auch immer der Knackpunkt der 114/1000 u.ä. Cat-Newtons.

CS und VG Christian
 
Vielen Dank für die vielen hilfreichen Kommentare. Ich werde mir über die endgültige Konstruktion noch etwas Gedanken machen, gerade wegen der Einwände der Barlow Linse und über die Fokussierung. Aus diesem Grund, solche Hinweise zu erhalten und auf Fehler hingewiesen zu werden, habe ich mich an das Forum gewendet, vielen Dank schon mal.

Meine Frage, zu dem Erwerb eines Achromats ist noch offen, würde mich freuen, hierzu noch den ein oder anderen Tipp zu erhalten. Das Online Angebot ist hier wohl etwas lau. Mit freundlichen Grüßen, dendelma
 
Hi!

Wenn du kein Fernrohr schlachten willst, um eins zu bauen, fallen mir grad nur D&G Optical (zu groß und teuer) sowie Astromedia mit Baumarktteleskop und Optimedia (zu klein) ein.

Gruß,
Alex
 
Zitat von copernicus:
Hallo,

bedenke bitte auch die diffiziele Justage, die eine integrierte Barlow mit sich bringt. Das ist ja auch immer der Knackpunkt der 114/1000 u.ä. Cat-Newtons.

Die Justage dürfte bei einer f/11 Optik, die zu einer f/22 werden soll, wesentlich unkritischer sein, als bei den von dir angeführten Cat-Newtons, bei denen aus einem f/4,5 eine f/9 Optik wird.
 
Hallo dendelma,

der Strahlengang den Du in Deine Skizze eingezeichnet hast ist falsch.
Eine Barlow kommt immer vor den Fokus nie genau in den Fokus.
Nach dem Fokus weitet sich der Strahlengang auf das ist richtig aber der Zenitspiegel führt diesen dann nicht wieder zusammen, dieser lenkt lediglich den Strahl um, ist aber plan und kann deshalb nicht die von Dir gezeichnete Zusammenführung der Strahlen bewirken.
Das Objektiv funktioniert ohne ZS genauso.
Der ZS kommt ebenfalls vor den Fokus!

Der Tubus muss um den Lichtweg im ZS kürzer ausfallen und es muss natürlich auch ein Backfokus und die Länge des Okularauszuges mit eingerechnet werden.

Wie schon erwähnt hängt der Verlängerungsfaktor der Barlow von deren Fokusabstand ab.
Die Formel lautet.

f gesamt = (f Objektiv *f Barlow) / (f Barlow – Abstand Fokus)

Würdest Du die Barlow vor dem ZS positionieren würde sich der Verlängerungsfaktor drastisch erhöhen bzw. es würde sich sogar wenn der Abstand vom Fokus über der Brennweite der Barlow liegt eine negative Brennweite also ein aufweinten der Strahlen ergeben.

Zu Bezugsquellen für Achromate, schau mal bei TS, die hatten verschiedene höherwertige AC einzeln im Angebot.

Grüße Gerd
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das 105/1500 Objektiv kostet 399 Euro. Für 459 Euro, also nur 60 Euro Aufpreis, bekommt man einen – in der Fertigung wohl kaum günstigeren, eher noch teureren – 127/1200 mit Tubus und Okularauszug und allem drum und dran.

Wie soll man dagegen noch im Selbstbau ankommen? Irgendwie kommt's mir bei Preisen für Einzelkomponenten echt manchmal so vor, daß die extra so gelegt sind, daß Selbstbauambitionen direkt im Keim erstickt werden.

(Ich weiß, daß der Farbfehler bei 105/1500 deutlich geringer ist als bei 127/1200, aber ansonsten werden beide Objektive wohl ein gleichartiges Qualitätsniveau haben. Es geht hier halt vorrangig um die preislichen Relationen zwischen Selbstbau- und Fertigfernrohren.... zumal man ein Selbstbau 105/1500 ja auch erst einmal in der erforderlichen sehr guten Qualität stemmen muß, um was von nem guten Objektiv zu haben.)

LG
Thomas
 
Hi Thomas,

ein Antares Elite gibt es auch als Fertiggerät und kostet so um die 900 CAD, das sind ca. 630 EUR. Da ist der Preis von 400 EUR für das Objektiv m.E. nicht unverhältnismäßig.

Dass es qualitativ auf gleichem Niveau ist, wie eine Billig-Chinaröhre läßt mich zweifeln. Ich konnte es nur mit einem China-ED gleicher Öffnung vergleichen. Mein Fazit: der Antares wäre die bessere Investition.

CS
Chris
 
Hallo Chris,

nur: Wieso kostet denn der 105er fertig mehr als der 127er? Mein Beispiel mit den unter 500 Euro ist doch *auch* ein Elite! nur eben 127er.... aber fix und fertig mit Tubus und OAZ und so weiter => siehe hier ...

LG
Thomas
 
Hi Thomas,

dass du dich auf den kürzeren Elite bezogen hast ist mir leider entgangen. Ich dachte es ginge um einen Skywatcher o.ä..
Nun ja, also 100 EUR Preisdifferenz zum Fertiggerät. Schaut man sich einen 12"er GS0, den gibt es als Fertiggerät für 688 EUR. Eine 12" HS einzeln kostet 591 EUR.
Es werden sich wohl noch viele Beispiele finden lassen. Und die Preisgestaltung der Händler werden wohl immer Fragen aufwerfen ;-)

Der Selbstbau kann sich trotzdem lohnen, auch in finanzieller Hinsicht. Es mag nicht einfach sein, aber man hat es selbst in der Hand die Schwächen der Seriengeräte (sofern vorhanden) zu vermeiden. Letztendlich hat man dann selbst ein Unikat geschaffen und sich zeit- und geldraubende Optimierungen erspart.


CS
Chris
 
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