Acuter Elite Phenix 80/400 H-Alpha

Hi Forum,

ich habe gerade gesehen, dass u.a. Lacerta ein neues H-Alpha Teleskop für die Sonnenbeobachtung vertreibt:

80mm Achromat mit 40mm Frontetalon und 8mm Blockfilter.

Aus meiner Sicht hört sich das sehr interessant an, da wohl Werte kleiner gleich 0,6Å erreicht werden sollen. Und das für unter 1300€.


Was haltet ihr davon?

CS
Basti
 
Hi Basti,

ich habe das heute auch entdeckt und finde da passt das Preis/Leistungsverhältnis wohl gut. Jedenfalls sieht das Sonnenbild für 40 mm Öffnung ganz gut aus.

Gruß
Jörg
 
Hallo,

das wäre wohl eine günstigere Alternative zum bekannten Coronado PST oder LUNT LS40THa/B1200 in der Dimension. Da würde ich einen Vergleich schon spannend finden. Ich selbst will mir irgendwann noch ein kleines Ha-Sonnenteleskop für das schnelle Spechteln auf dem Fensterbrett zulegen, und hatte bisher einen von den beiden erwähnten im Fokus. Das Acuter 80/400 wäre hier wirklich noch mal ein gutes Stück günstiger, mit sogar 0,6Å.

Wer hat hier schon bestellt? :)
 
Hallo,

Das Acuter 80/400 wäre hier wirklich noch mal ein gutes Stück günstiger, mit sogar 0,6Å.

auf die FWHM 0,6A würde ich nicht so viel geben, wichtiger wäre für mich die Unterdrückung der Falschlichtanteile neben der H-alpha-Linie.


Solange nicht mehr Details bzw. Erfahrungswerte zu dem Scope bekannt sind, lasse ich gerne anderen den Vortritt.
So z.B.:
-Wie wird das Scope überhaupt getuned? Kompression des Etalons? Kippung?
-Wie gleichmässig und kontraststark ist das Sonnenbild, gibt es hierbei ein ähnliches "Lotto" wie bei dem Quark?
-Wie schaut's mit der Haltbarkeit der Komponenten aus? Werden irgendwo Komponenten eingesetzt, die evtl. nach wenigen Jahren unbrauchbar sein könnten (z.B. epoxy-verkittete soft-coated-Filter)?
-etc.

Aber vielleicht gehen mit dem Erscheinen eines Konkurrenzproduktes wenigstens die deutlich gestiegenen Lunt-Preise wieder etwas runter (z.B. LS40-B500 von 1099,- auf 1398,-).

Ciao Werner
 
Hallo Werner,

das sind sicher alles berechtigte Fragen, die man sich hierbei stellen kann. Welche aber wohl auch zum größten Teil auch nur durch Nutzerfahrung beantwortet werden können. Naja, die Art des Tunings hätte man ja schon in die Beschreibung nehmen können. Und das mit der Haltbarkeit der Komponenten ist wohl eine Frage, die sich auch erst nach einer längeren Zeit beantworten lässt. Hierbei stellt sich mir dann auch automatisch eine neue Frage, wie der Support bei dem Hersteller aussehen wird. Als Besitzer eines gebraucht erworbenen Lunts, bin ich mit dem Support über Bresser wirklich hochzufrieden, was ich so noch kaum von anderen Herstellern erlebt habe. Ob der auch bei diesem Hersteller so gut ist, wage ich zu bezweifeln. Wenn ich gerade so darüber nachdenke, habe ich meine Entscheidung glaube ich schon getroffen. :)

Das Preise wieder nach unten fallen? Gibt es das wirklich? :D
 
Hallo Dane,

Und das mit der Haltbarkeit der Komponenten ist wohl eine Frage, die sich auch erst nach einer längeren Zeit beantworten lässt.

manche Ausfälle lassen sich allerdings schon absehen, wenn man die Konstruktion kennt.

So sind leider in den Lunt Blockfiltern (inzwischen?) verkittete Schmalbandfilter eingebaut, was darauf schließen läßt, dass es sich hier um eine korrosionsanfällige soft-coated Variante handelt. Ob das jetzt alle Blockfiltereinheiten betrifft oder ob Lunt irgendwann das Design geändert hat, ist mir leider nicht bekannt. Defekte B600- und B1200-Einheiten sind jedenfalls schon aufgetreten.

Das fand ich schon überraschend, da ich bisher -auch schon auf Grund des Preises, da der hardcoated-Filter das teuerste Teil an dem Filter ist- davon ausgegangen bin, dass Lunt hier ebenso wie Coronado die wesentlich teureren aber korrosionsunanfälligen und damit haltbaren hard-coated-Filter einsetzt. Schließlich kostet z.B. der gesamte B1200-Filter Eur 1299,-. Ein Austausch dieses Schmalbandfilters bei Bresser kostet aber nur ca. Eur 290,-! Was bitte schön macht dann an der Filtereinheit die restliche Eur 1000,- aus? Der BG38? Der Spiegel? Das Gehäuse? Wahrscheinlich ist es die edle Lackierung ...

Ob der auch bei diesem Hersteller so gut ist, wage ich zu bezweifeln. Wenn ich gerade so darüber nachdenke, habe ich meine Entscheidung glaube ich schon getroffen.

Die LS40-Etalons scheinen generell eine gute Qualität zu haben. Ein LS40 (evtl. mit double-stack) ist sicher Klasse zum Schnell-Spechteln. Ich hab dafür ein älteres double-stack LS35.

Das Preise wieder nach unten fallen? Gibt es das wirklich? :D

Leider nicht wirklich ... :(

Ciao Werner
 
Ich bin gerade dabei, mir ein Testteleskop des Acuter Elite Phoenix zu organisieren. Daher sollte ich diese Fragen (und mehr) bald beantworten können.

Grüße, Mario
 
Kommerzielles Angebot entfernt.

Die Moderation


Der erste Eindruck ist überraschend positiv! Ungewöhnliches Design, aber super Preis-Leistungs-Verhältnis. Die 0,6A könnten stimmen, wenn ich mit meinem PST und meinem Doublestack PST vergleiche - aber heute zu viele Wolken um das sicher zu sagen.
In den nächsten Tagen hoffe ich auf Sonne um es wirklich zu testen.

Ein paar der Fragen, die blueplanet geschrieben hat, kann ich aber nicht beantworten, da es keine Angaben dazu gibt. Kann ich selbst irgendwie erkennen, ob es hardcoated oder softcoated ist?

Grüße, Mario
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Mario,

schön, dass Du so ein Teil jetzt zum Testen hast!

Ein paar der Fragen, die blueplanet geschrieben hat, kann ich aber nicht beantworten, da es keine Angaben dazu gibt.

Aber doch vielleicht Folgende: gibt's denn eine Angabe dazu, wie das Etalon getuned bzw. auf die H-alpha-Linie eingestellt wird oder ist das aus der Bedienung bzw. dem tuning-Mechanismus ersichtlich? Verkippung?
Ist das Vorderteil mit dem Etalon eigentlich aus Metall?

Kann ich selbst irgendwie erkennen, ob es hardcoated oder softcoated ist?

Läßt sich erkennen, ob die okularseitigen Filter (in dem Zenitspiegel-Gehäuse) verkittete Filtereinheiten sind (d.h. zwei mit Epoxyharz vekittete Gläser mit der Filterbeschichtung dazwischen)? Eine verkittete Einheit würde auf einen soft-coated-Filter hindeuten.
Wahrscheinlich wird das aber ohne Zerlegen des Gehäuses nicht zu erkennen sein ...

Wie sehen denn die Filter in dem Zenitspiegelgehäuse aus (Richtung Okular bzw. Objektiv)?
Wie sind die freien Durchmesser der Filter? Hat der okularseitige Filter wirklich 8mm freien Durchlass?

Gibt es Angaben dazu, wie das Scope aufgebaut ist (Etalon/Blockfilter/Schmalbandfilter)?

Auf einen aussagekräftigen Vergleich mit dem DS-PST bin ich auch gespannt!
Vor allem bzgl. Kontrast und Gleichmässigkeit des Sonnenbildes (banding, etc.).

Ciao Werner
 
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Aber doch vielleicht Folgende: gibt's denn eine Angabe dazu, wie das Etalon getuned bzw. auf die H-alpha-Linie eingestellt wird oder ist das aus der Bedienung bzw. dem tuning-Mechanismus ersichtlich? Verkippung?
Ist das Vorderteil mit dem Etalon eigentlich aus Metall?

Hallo! Der Vorderteil ist aus Vollmetall (auch der Drehring) und der Ethalon sieht so wie beim Doublestack-Filter vom PST aus. Also zum Drehen und schwarzer runder Abstandhalter in der Mitte des Filters.

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Läßt sich erkennen, ob die okularseitigen Filter (in dem Zenitspiegel-Gehäuse) verkittete Filtereinheiten sind (d.h. zwei mit Epoxyharz vekittete Gläser mit der Filterbeschichtung dazwischen)? Eine verkittete Einheit würde auf einen soft-coated-Filter hindeuten.
Wahrscheinlich wird das aber ohne Zerlegen des Gehäuses nicht zu erkennen sein ...

Da ich ihn nur als Leihgabe habe, bin ich etwas vorsichtig was das Zerlegen angeht. Der soll nachher noch als "neu" verkaufbar sein.
So sieht das Zenitprisma teleskopseitig aus:
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Und so okularseitig:
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Wie sind die freien Durchmesser der Filter? Hat der okularseitige Filter wirklich 8mm freien Durchlass?
Ja, sind genau 8mm freier Durchlass im Blockfilter.

Gibt es Angaben dazu, wie das Scope aufgebaut ist (Etalon/Blockfilter/Schmalbandfilter)?
Nein, überhaupt keine Angaben irgendeiner Art. Es sind genau 8 Seiten Anleitung auf Englisch dabei und die erklären ausschließlich in sehr einfachen Worten, wie man ein/das Teleskop benutzt.

Auf einen aussagekräftigen Vergleich mit dem DS-PST bin ich auch gespannt!
Vor allem bzgl. Kontrast und Gleichmässigkeit des Sonnenbildes (banding, etc.).
Ich plane auf jeden Fall ein Video zum Acuter inkl. Vergleich zum PST auf YouTube in den nächsten Wochen. Ich brauche nur ein paar Tage an denen ich nicht in der Arbeit bin und Sonne scheint um alles in Ruhe zu testen und zu filmen/fotografieren.

Bei durchziehenden Wolken zeigte ein schneller Blick heute eine sehr einheitliche Helligkeit und einen gleichmäßigen H-Alpha Kontrast, aber es waren ständig Wolkenschlieren vor der Sonne (wenn sie sich überhaupt mal sehen ließ), so dass ich das noch nicht sicher sagen kann.

Grüße, Mario
 
Hallo Mario,

danke für Deine schnelle Antwort und die Pics, da läßt sich doch Einiges daraus erkennen!

Der Vorderteil ist aus Vollmetall (auch der Drehring) und der Ethalon sieht so wie beim Doublestack-Filter vom PST aus. Also zum Drehen und schwarzer runder Abstandhalter in der Mitte des Filters.
Das sieht für mich so aus, als ob das Etalon hier nicht durch Kippung, sondern durch mechanischen Druck/Kompression getuned werden würde. Das hätte den Vorteil, dass das Sonenbild kein banding wie bei dem Kipp-tuning und einen gleichmäßigeren H-alpha-Kontrast zeigen würde.
Leider hat das Etalon eine zentrale Obstruktion. Damit läßt es sich schlecht auf einen größeren Durchmesser modden (z.B. mit Telezentrik an das Ende eines größeren Refraktors).
Über dem Etalon scheint ein Eingangsfilter zu liegen, der wohl den Hauptteil des UV/VIS blocken soll.

So sieht das Zenitprisma teleskopseitig aus:
Das sieht nach einem leicht grünlich gefärbten KG-Filter zur Blockung des IR aus. Er sollte nur ausreichend dick und vergütet sein (wegen der Feuchtigkeitsempfindlichkeit).
Der Filter scheint in einer 1,25-Zoll-Filter zu sitzen und abschraubbar zu sein? Vielleicht ist es sogar einfach ein ungelabelder UV/IR-on-KG3-Filter. (Optolong?)

Das wird als abschließendes Element wahrscheinlich ein Rotglas (RG610/630) mit einem Schmalband-/Bandselektionsfilter sein. Es ist leider nicht ersichtlich, ob der Filter zwischen Glasplättchen sitzt.

Ich bin auf Deinen Beobachtungsbericht gespannt!

Ciao Werner
 
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