Admospheric Dispersion Corrector am 6" F6 Newton?

NZett

Mitglied
Hallo zusammen!

Ich bin gewzungen die meiste Zeit vom einem Stadtbalkon aus zu beobachten, deswegen sind Mond & Planeten die bevorzugten Beobachtungsziele für meinen 6" F6 Newton auf einer EQ5.
Macht da ein Admospheric Dispersion Corrector Sinn?
Es geht mir dabei um visuelle Beobachtung, nicht um's Fotografieren.
Ich dachte an sowas hier:
Ist der baugleich mit dem ZWO?



Grüße
Norbert
 
Zuletzt bearbeitet:

felixthecat

Mitglied
hallo Norbert
Visuell und bei der Öffnung würde ich mir das Teil sparen.
Es gibt einen Trick um die Atmosphärische Farbaufspaltung zu beheben.
Man setzt einfach das Auge ein wenig exzentrisch vor das Okular so daß die Austrittspupille etwas außermittig in die Iris geht dann entsteht im Auge selbst ein Farbfehler mit dem man den anderen kompensieren kann.
Man muß dann herausfinden bei welcher Stellung das Bild am besten wird.
Meist macht man das sowieso spontan - man bewegt unbewußt das Auge so vor dem Okular bis das Bild am besten ist.
Einfach mal probieren

gruß
Felix
 

UwePilz

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Ein ADC kommt mit so steilen Lichtkegeln nicht zurecht. Es sollte eher gen f/15 gehen. Am Newton gewöhnlicher Auslegung muss also eine Barlow-Linse davor.
Für die Beobachtung niedrig stehender Planeten ist dieses verstellbare Prisma ein Segen.
 

Nachtschwalbe

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hallo Uwe,
das Gerät kannte ich noch gar nicht,
wie muß ich mir die Bildverbesserung vorstellen, erscheint z.B. Jupiter mit ADC zur Zeit so als würde er 20 Grad oder so höher stehen ?
Oder ist die Bildverbesserung eher subtil ...?
Am schlechten bodennahen Seeing wird sich nicht viel verbessern lassen fürchte ich .
Aber berichte doch bitte etwas ausführlicher über deine Erfahrung,
CS Alex
 

klawipo

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@felixthecat Das wusste ich nicht.

@UwePilz Für meinen Teil habe ich schon recht aufschlussreiche, "niedrige Beobachtungen" an Saturn und Mars gemacht, wo mir die AD wirklich gar nicht aufgefallen ist. Hängt es auch vom Planeten ab, wie sehr das ins Auge sticht? Und wie stark von der Vergrößerung? Meine Beobachtungen waren bis maximal 300x am 8 Zoll Dobson.

VG
Klaus
 

felixthecat

Mitglied
Hallo Klaus
Bei zu niedriger Vergrößerung wird die Pupille zu machen und gleichzeitig ist die Austrittspupille des Okulars zu groß so daß man nicht mehr so viel Spielraum hat.
Auch bei sehr hellen Objekten wie Mond.
Wie gesagt man macht das meistens spontan- man bewegt das Auge bis das Bild am schärfsten erscheint - hängt auch von ZB Asti am Auge ab oder sonstigen Fehlern.
Der Farblängsfehler des Auges wirkt bei kleiner AP exzentrisch wie ein Farbquerfehler.
Man kann es an Sternen vielleicht besser erkennen.

Schönen Tag
Felix
 

DominikBraun

Mitglied
Hi,

ich besitze den genannten ADC (bzw. dessen Vorgänger, noch ohne Wasserwaage) und habe ihn bei den meisten Planetenbeobachtungen im letzten Jahr verwendet. Sowohl am 12"-Dobson mit f/4.9 als auch am 3,1"-Apo mit f/6.

Wer ernsthaft Planeten beobachtet und dies regelmäßig tut, sollte aus meiner Sicht über einen Dispersionskorrektor nachdenken. Bei mir hat er schlechte Jupiterbeobachtungen zu immerhin brauchbaren Beobachtungen gemacht - oder: Bei Beobachtungen, bei denen ich ohne ADC mein Zeug eingepackt hätte, habe ich mit ADC weiterbeobachtet.

Ein Zugewinn wie in diesem Vergleich ist zwar optimistisch, aber nicht unrealistisch: https://www.teleskop-express.de/shop/Bilder/shop/zwoptical/adc/zwoptical-adc-test-1000.jpg

Viele Grüße
Dominik
 

klawipo

Mitglied
Hallo Norbert,

da haben nun zwei Nutzer gesagt dass es was bringt, dann wird das wohl stimmen.

Um die Gedanken vielleicht noch in eine andere Richtung zu lenken: Offene und ein paar kugelige Sternhaufen gehen mit deinem Equipment auch unter deinen Bedingungen, falls du sie unter deinen paar Sternen denn findest...

VG Klaus
 

UwePilz

Mitglied
Wenn ihr einen Planeten bei tiefem Stand beobachtet, dann habt ihr mit zweierlei zu kämpfen:
1) Der Luftunruhe. Hier kann man als Amateur nix machen
2) die Farbdispersion. Besonders an den Gasplaneten mit ihrer subtilen Färbung erkennt man, dass sie oben blau und unten rötlich gefärbt sind. Das bekommt man weg
Man sieht es sehr schön an Sternen: Wenn man hoch vergrößert, dann sieht man das Beugungsscheibchen in seiner Form. DIes ist langgezogen und farbig. Mit dem Prisma schiebt man dies wieder zusammen.

Insgesamt ist dies eine deutliche Verbeserung. Die Schärfe entspricht in etwa dem, was man mit einem strengeren Farbfilter bekommt. Das kann man an Mond und Sonne zwar machen, an den Planeten will man aber natürliche Farben sehen.

Ich habe diesen hier:
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p8504_ZWO-Atmospheric-Dispersion-Korrektor-ADC.html
(den Vorgänger, ohne Wasserwaage)
 
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