Aktive Jupiter-Impaktsuche - wer macht mit?

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sven06

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Hallo liebe Planetenfotografiergemeinde,

ich möchte euch ein Projekt vorstellen, an dem ein paar Freunde und ich gearbeitet haben:

Einige von euch werden ja sicherlich mit Hochspannung die Berichte über die von Amateuren gefundenen Impakte auf Jupiter gelesen haben.
Die Frage, die wir uns nun gestellt haben: kann man danach nicht auch gezielt suchen? Ob es gelingt, ist natürlich noch nicht klar. Aber wenn man es nicht versucht wird es garantiert nichts. Also haben wir uns an die Arbeit gemacht. Entstanden ist ein Programm, welches in der Lage sein soll, die von Planetenkameras gemachten Bilder live auszuwerten (dh nach Impakten zu suchen).

Die Idee ist, dass mehrere Amateure immer gleichzeitig suchen, die Funde sofort ins Internet übertragen werden und somit auch gleich bestätigt werden können. Von dort aus sollen dann Interessierte sofort darüber benachrichtigt werden können.

In ersten Tests scheint das Programm zu funktionieren. Wobei es natürlich weit von perfekt oder fertig ist. Sofern das Feedback stimmt, werden wir sicher die Entwicklung noch voran treiben.

Wir haben dazu eine Website erstellt, die momentan auf Englisch ist, denn wenn das Projekt erfolgreich sein soll zielen wir natürlich auf ein internationales Publikum ab.
http://ssip.info
Nachdem wir alle keine englisch-Asse sind, sind sprachliche Fehler durchaus möglich. Hinweise dazu werden gerne angenommen.

Ich würde mich über viel konstruktives Feedback (negativ und positiv) freuen! Und natürlich auch darüber, wenn sich der Eine oder Andere für die Idee begeistert und mitmachen will.

Viele Grüße
Sven
 
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Gar keine Antworten? Liegt es daran, dass die Informationslage zu dünn ist, oder halten alle das ganze einfach für verrückt? Oder interessiert es einfach niemanden?

Wenn es aus eurer Sicht nicht funktionieren kann, würde mich stark eure Gründe dafür interessieren. Keine Frage, die Sache ist sehr ambitioniert. Aber das Konzept ist, meiner Ansicht nach, durchaus valide.
 
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Hallo Sven,

Ich finde die Idee hervoragend. Wenn ich Zeit finde werde ich mich damit mal beschäftigen. Vorrausichtlich Anfang des nächsten Jahres.

Gruß Jens
 
Hallo Sven,

im Prinzip ne tolle Idee.

Das "gleichzeitige" Gucken dürfte dabei das erste Problem sein. Je nach persönlicher Situation und Beobachtungsplatz schaun wir halt zu völlig unterschiedlichen Zeiten auf Jupiter.

Das nächste Problem ist das "sofort ins Internet übertragen".

Wer von zu Hause aus beobachtet, der dürfte damit kein Problem haben. Wenn ich aber an meinem bevorzugten Beobachtungsstandort bin, hab ich dort in der Pampa auch mobil kein Internet. Funkloch. :(
 
Hallo Sternenfee,

das mit dem Funkloch ist natürlich ein großes Problem, das gebe ich zu. Wobei das Programm auch prinzipiell offline eingesetzt werden kann. In dem Fall könnten die Daten aber trotzdem noch zur späteren Bestätigung oder auch Falsifizierung eingesetzt werden.

Die Gleichzeitigkeit kann meines Erachtens nur durch Masse, das bedeutet viele Beobachter, erreicht werden. Daher auch die internationale Ausrichtung. Es müssten sich insgesamt schon eine hohe zweistellige bis untere dreistellige Zahl an Fotografen finden, die ab und zu zum Projekt beitragen, damit eine möglichst zeitabdeckende Beobachtung gewährleistet werden kann.

Aber auch andersherum können wissenschaftlich interessante Daten gewonnen werden. Im Idealfall fallen auch dann DAten an, wenn nichts gefunden wird. Das Programm überträgt nämlich auch, wie viele Beobachter in welchen Zeiträumen aktiv sind. Daraus kann man ja wieder eine Abschätzung nach oben erstellen, wie oft solche Impakte höchstens stattfinden.

Viele Grüße
Sven
 
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Hallo Sven,

dein Projekt halte ich prinzipiell für eine gute Idee.
Allerdings sehe ich ein Problem: Worin besteht die Motivation der Mitmachenden? Aus eigener Erfahrung bei der Umsetzung kleiner Projekte die man nicht alleine durchführen kann, sondern auf die Mithilfe anderer angewiesen ist, kann ich sagen, es hilft sehr wenn man bereit ist dafür auch etwas(was auch immer) als Gegenleistung anzubieten.

CS Mike
 
Hallo Mike,

für mich besteht die Motivation in den daraus zu gewinnenden wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ich denke, man könnte auch den einen oder anderen Profi-Astronomen für dieses Projekt gewinnen. Nicht zuletzt hat ein Kommentar von Franck Marchis (UC Berkeley), welcher in diese Richtung zielte, das Ganze bei mir ins Rollen gebracht.

Und natürlich fame & glory im Falle des Erfolgs. Namensnennung der Finder ist ja selbstredend.

Man könnte natürlich den Wettbewerb mit einer Statistik anstacheln, wer mehr Frames durchsucht hat oder länger die Kamera laufen lässt. Aber ich weiß nicht, ob das nötig, geschweige denn zielführend ist.

Viele Grüße
Sven
 
Hallo Sven,

zunächst einmal möchte ich Euch für Euer "Solar System Impact Project", welches ja in erster Linie der Suche nach weiteren Jupiterimpakten dient, viel Glück und Erfolg wünschen!

Aber vielleicht wollt Ihr dabei in den kommenden Jahren ja noch einen Schritt weiter gehen? Im Juli 2016 wird die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Raumsonde JUNO den Jupiter erreichen, in eine polare Umlaufbahn einschwenken und den Planeten anschließend über einen Zeitraum von etwa einem Jahr im Detail mit verschiedenen Instrumenten untersuchen.

Die an der Mission beteiligten Wissenschaftler sind allerdings auf diverse erdgestützte Beobachtungen des Jupiters angewiesen, um die gesammelten Daten in den richtigen Kontext versetzen und korrekt auswerten zu können. Dabei erhoffen sich die Wissenschaftler nicht nur die Unterstützung der "professionellen" Astronomen, sondern auch eine intensive und fruchtbare Zusammenarbeit mit der internationalen Community der Amateurastronomen.

Einer der beteiligten Forscher, Glenn Orton vom JPL, hat erst kürzlich auf dem diesjährigen "European Planetary Science Congress" in Madrid einen entsprechenden Vortrag gehalten:
http://meetingorganizer.copernicus.org/EPSC2012/EPSC2012-288.pdf (engl.)

Von besonderem Interesse sind dabei wohl spektroskopische Daten. Aber auch Eure in erste Line der Impaktsuche dienenden Aufnahmen des Jupiters könnten durchaus hilfreich sein, denn sie bilden dabei als "Nebeneffekt" auch die Planetenatmosphäre und die dort befindlichen Wolkenstrukturen ab. Auch an diesen Formationen und ganz besonders an den Zeitpunkten von eventuell auftretenden Veränderungen in der Jupiteratmosphäre sind die Mitarbeiter der JUNO-Mission interessiert.

Falls Ihr - oder andere Amateurastronomen - Interesse haben solltet, dass setzt Euch doch einmal kurz mit Glenn Orton in Verbindung (die Mail-Adresse ist im obrigen Link zu finden). Er kann bestimmt erklären, wie eine solche Zusammenarbeit am besten in die Praxis umgesetzt werden kann.

Zur Motivation:
Eine kontinuierlich erfolgende Beobachtung des Jupiters setzt selbstverständlich einen relativ hohen technischen und zeitlichen Aufwand sowie gewisse Grundkenntnisse voraus.

Als Gegenleistung bekommt man dafür immerhin das Gefühl, aktiv in einem größeren Projekt mitzuwirken und die Erforschung unseres Sonnensystems somit auch aktiv voranzutreiben. Der regelmäßige Erfahrungsaustausch mit den anderen Mitbeobachtern erweitert zudem die eigenen Möglichkeiten bzw. Fähigkeiten.

Und vielleicht beabsichtig ja der Eine oder die Andere von Euch, zukünftig nicht nur als "Amateurastronom" den Himmel zu studieren, sondern auch einmal professionell in dieser Richtung aktiv zu werden. Eine Teilnahme an einem Beobachtungsprojekt liest sich bestimmt nicht negativ in einem Lebenslauf für ein Bewerbungsschreiben...

Schöne Grüße aus Hamburg - Mirko
 
Hallo Mirko,

das hört sich in der Tat sehr interessant an. Ab demnächst steht an der Sternwarte Regensburg vermutlich ein Spektrograph zur Verfügung, den ich eigentlich auch parallel bei Beobachtungen mitlaufen lassen wollte. 2 Teleskope stehen glücklicherweise zur Verfügung.
Ich werde wohl tatsächlich mal Kontakt mit Glenn Orton aufnehmen. Danke für deinen Hinweis.

Viele Grüße
Sven
 
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