JSchmoll
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Hallo allerseits,
ich stolperte hier in England ueber besagtes Fernglas. Da ich noch nie ein Zoomfernglas hatte, das Ding lichtstark zu sein schien und nur 15 Pfund (ca. 20 Euro) kostete, habe ich mir eins gezogen. Kann ein Zoomfernglas dieser Groesse fuer 15 Pfund etwas taugen ?
Zuhause schaute ich aus dem geschlossenen Fenster, und ich war verwundert wie stark die Verzerrungen durch das Fensterglas insbesondere bei 30x sichtbar wurden.
Im Garten lernte ich dann, dass die Verzerrungen nicht vom Fenster kamen. Das Teil hat eine perverse kissenfoermige Verzeichnung, die z.B. beim Schwenk durch das Geaest eines Baumes Gleichgewichtsstoerungen verursacht.
Das Gesichtsfeld ist ein einziger Tunnelblick.
Abends mussten dank Wolken ein paar 10 km entfernte Strassenlaternen als Testobjekt dienen. Diese waren nicht wirklich scharf zu bekommen, und je nach Zoomstellung (zunehmend bei hoeherer Vergroesserung) wurde neben anderen Randunschaerfen auch ein Farbquerfehler erkennbar.
Ich schaute mal in ein Okular (hoffend, die Zoomoptik vielleicht ausbauen zu koennen, um das Teil als 10x60 oder was auch immer betreiben zu koennen). Entsetzlich, drei Linsen (natuerlich nur die verguetet, die man von aussen sieht) machen den Zoom. Eine (Barlow-)Bikonkavlinse schiebt sich nach vorn, waehrend eine Bikonvexlinse langsamer nach hinten gleitet.
Ich habe das Gefuehl, dass das Design paraxial und monochromatisch berechnet wurde. 3 sphaerische Einzellinsen sind niemals in der Lage, IM FELD Verzeichung und chromatische Queraberration zu korrigieren !
Und genau das werde ich dem Verkaeufer im Aldi sagen, wenn ich das Teil zurueckbringe.
Fazit:
(i) Antwort auf die Eingangsfrage: Nein, Finger weg.
(ii) Wer zwei 60mm-Bastelachromate sucht, und ein paar Prismen und Bastellinsen, bekommt fuer 15 Pfund ein Schnaeppchen ...
(iii) Wenn der Aldidesigner anstelle der aufwendigen Zoom-Mechanik und der kranken Optik dort einfach zwei gute Feldstecherokulare einsetzt, um z.B. ein 10x60 zu bauen, dann haette das Glas eventuell eine Zukunft.
ich stolperte hier in England ueber besagtes Fernglas. Da ich noch nie ein Zoomfernglas hatte, das Ding lichtstark zu sein schien und nur 15 Pfund (ca. 20 Euro) kostete, habe ich mir eins gezogen. Kann ein Zoomfernglas dieser Groesse fuer 15 Pfund etwas taugen ?
Zuhause schaute ich aus dem geschlossenen Fenster, und ich war verwundert wie stark die Verzerrungen durch das Fensterglas insbesondere bei 30x sichtbar wurden.
Im Garten lernte ich dann, dass die Verzerrungen nicht vom Fenster kamen. Das Teil hat eine perverse kissenfoermige Verzeichnung, die z.B. beim Schwenk durch das Geaest eines Baumes Gleichgewichtsstoerungen verursacht.
Das Gesichtsfeld ist ein einziger Tunnelblick.
Abends mussten dank Wolken ein paar 10 km entfernte Strassenlaternen als Testobjekt dienen. Diese waren nicht wirklich scharf zu bekommen, und je nach Zoomstellung (zunehmend bei hoeherer Vergroesserung) wurde neben anderen Randunschaerfen auch ein Farbquerfehler erkennbar.
Ich schaute mal in ein Okular (hoffend, die Zoomoptik vielleicht ausbauen zu koennen, um das Teil als 10x60 oder was auch immer betreiben zu koennen). Entsetzlich, drei Linsen (natuerlich nur die verguetet, die man von aussen sieht) machen den Zoom. Eine (Barlow-)Bikonkavlinse schiebt sich nach vorn, waehrend eine Bikonvexlinse langsamer nach hinten gleitet.
Ich habe das Gefuehl, dass das Design paraxial und monochromatisch berechnet wurde. 3 sphaerische Einzellinsen sind niemals in der Lage, IM FELD Verzeichung und chromatische Queraberration zu korrigieren !
Und genau das werde ich dem Verkaeufer im Aldi sagen, wenn ich das Teil zurueckbringe.
Fazit:
(i) Antwort auf die Eingangsfrage: Nein, Finger weg.
(ii) Wer zwei 60mm-Bastelachromate sucht, und ein paar Prismen und Bastellinsen, bekommt fuer 15 Pfund ein Schnaeppchen ...
(iii) Wenn der Aldidesigner anstelle der aufwendigen Zoom-Mechanik und der kranken Optik dort einfach zwei gute Feldstecherokulare einsetzt, um z.B. ein 10x60 zu bauen, dann haette das Glas eventuell eine Zukunft.