Hallo zusammen,
ich habe mich nochmal etwas intensiver mit den tau-Herculiden beschäftigt.
Mittlerweile sind ja eine ganze Menge visuelle Daten auf dem IMO Server hinterlegt, besonders auch aus Amerika, wo zum berechneten Maximum der Radiant hoch am Himmel stand und es auch noch dunkel war.
Bei den tau-Herculiden kommt ein Effekt zum tragen, der bei unter "normalen" Bedingungen fast vernachlässigbar ist, die sog. Zenitattraktion, heißt, die Anhebung des Radianten besonders bei niedrigen und sogar schwach negativen Radiantenhöhen.
Dieser Effekt, den schon Sciaparelli bemerkte und berechnete ist bei langsamen Strömen besonders stark ausgeprägt. Die TAH haben eine v inf von nur
11,6 km/s, was eine geoz. Geschwindigkeit von vg=16 km/s bedeutet.
Die Zenitattraktion berechnet sich dann nach
za = 2 arctan ((vinf - vg)/(vinf + vg) tan (z0/2))
Damit ist der Strom noch länger beobachtbar, bei mir ist die max. Tiefe unter dem Horizont rd. 9°. Nun habe ich die Daten, so wie schon in einem der vorangegangenen Postings unter Berücksichtigung des oben gesagte, neu berechnet und zusammen
mit den visuellen Daten dargestellt. Gingen in der ersten Auswertung die Raten am Ende der Beobachtung auf Grund der sehr geringen Radianthöhe noch "durch die Decke", so ergibt sich nun ein realistischeres Bild, was auch recht gut zu den visuellen Daten paßt.
Zeitachse hier in Sonnnenlänge angegeben!
Viele Grüße
Ulrich