Allein unter Wölfen bei Minus 13 Grad

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Mamoe

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Hallo!

Auch wenn mein Bericht eher wenige astronomische Details enthält, möchte ich folgenden Bericht gerne veröffentlichen.

Optik: Bresser Messier 80/900 Refraktor
Ort: Lüneburger Heide, Amelinghausen
Zeit: 22.30 - 01.30
Temperatur: von -8 bis -13 Grad.


Ich habe mir von einem Arbeitskollegen einen einfachen Refraktor ausgeliehen, um endlich etwas weiter in den Himmel schauen zu können. Da im Norden die letzten Nächte ständig verhangen und wolkenbedeckt waren, war ich über den dunklen Nachthimmel gestern Nacht erstaunt - das erste Mal keine Wolken seit 14 Tagen. Jupiter blinkte schon prächtig und deutete mr schon an, dass er mir ein paar Details mehr zeigen wollte.

Ich stieg in mein Auto, um ein wenig in die Prärie zu fahren und absolute Dunkelheit zu haben. Trotz wackeliger Montierung und anderen kleinen Ärgernissen, konnte ich den Planeten samt Monden und "erahntem" Punkt gut erkennen: Zwei prächtige Bänder konnte ich ausmachen, nach dem Einsetzen der Barlow-Vergrößerung und einigem Gefummel konnte ich den Jupiter so weit vergrößern, dass ich mehr Details sehen konnte.

Mein zweites Ziel war der M42-Nebel, den man mit dem Teleskop angeblich auch sehen konnte. Kurz: Ich habe es nicht geschafft. Trotz Hilfsmittel habe ich 45 Minuten vergeblich versucht, den Nebel zu sehen. Möglicherweise reicht das Teleskop dazu auch nicht aus. Auf der anderen Seite tränten meine Augen aufgrund der Kälte wie verrückt. Stattdessen habe ich danach dann einfach ein wenig "gesurft". Sprich, Objekte anvisiert die mich interessiert haben; die ich zufällig gefunden habe.

Schöne Geschichte nebenbei. Vom Rand des Feldes auf dem ich gespechtel habe, hörte ich zeitweilig ganz leichtes "Getrippel" und dann und wann ein Geräusch. Ich habe an Rehe oder Wildschweine gedacht, ohne mich davon beeindrucken zu lassen. Als ich alles abgebaut habe, habe ich dann mit meiner recht starken Taschenlampe in die Richtung geleuchtet. Jede Menge Reflexionen! Ungefähr auf Kniehöhe. Dann sah ich einen kleinen grauen Hund in den Lichtkegel laufen. Hunde? :-)
Nein, es war das Wolfsrudel, welches in der Gegend des öfteren gesehen wurde. Die haben mich beobachtet, wie ich beobachtete ...

Fazit: Der geliehene Refraktor reicht mir nicht aus :-). Jupiter ist super schön, Nebel schwierig zu finden, Kalt ist ganz schön kalt und Wölfe offensichtlich sehr leise.


Danke und Grüße
Marco
 
Hallo Marco,

danke erst mal für Deinen Bericht.
Zitat von Mamoe:
Mein zweites Ziel war der M42-Nebel, den man mit dem Teleskop angeblich auch sehen konnte. Kurz: Ich habe es nicht geschafft. Trotz Hilfsmittel habe ich 45 Minuten vergeblich versucht, den Nebel zu sehen. Möglicherweise reicht das Teleskop dazu auch nicht aus. Auf der anderen Seite tränten meine Augen aufgrund der Kälte wie verrückt.
Wenn, dann würde ich die tränenden Augen für das Nichtfinden verantwortlich machen.
Normalerweise kann man den Orionnebel eigentlich nicht verfehlen, weil er so groß, hell und "gut gelegen" ist: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sternbild_Orion.jpg
Wenn ich hier ein wenig aus dem Schein der Straßenbeleuchtung heraus bin, ist M42 gut im Fernglas (8x40), aber auch in kleineren als Deinem Teleskop zu sehen, zB. problemlos im Telementor (63/840).

Viel Erfolg auf jeden Fall beim nächsten Versuch!

E.
 
also neee...

Da beobachtet jemand unter Wölfen - und das wird überhaupt nicht kommentiert??

Ist mir unbegreiflich, wie man da so drübergehen kann!

Ich finds total spannend - Danke Marco für Deinen Bericht!!
Krasses Erlebnis.

Also M 42 ist tatsächlich auch mit kleinerem Gerät sehr einfach. Wichtig ist eben, ein niedrig vergrößerndes Okular herzunehmen, sonst peilt man dran vorbei eventuell. Nim doch erst mal ein Fernglas, danach mit Teleskop. Das Gerät kann schon einiges zeigen! Man muss nur erst mal suchen lernen.

Schöne Grüße

Norman
 
Hallo Marco,

toller Bericht, besonders das mit den Wölfen. Mir wär' ja im Nachhinein noch die Muffe gegangen...

Zum Orionnebel: Den solltest Du mit Deinem Refraktor problemlos sehen können. Der ist schon ziemlich auffällig. Mit dem Sucher (sofern der richtig justiert ist) auf den hellen Bereich südlich der drei Gürtelsterne des Orions halten (fast mittig in das Viereck halten).

Viel Erfolg beim nächsten Mal!

Achim
 
Hallo Marco,

der Refraktor reicht für viele Objekte aus, aber man muß sich erst am Himmel zurechtfinden und das Teleskop kennenlernen.

M 42 ist leicht zu finden, aber bitte mit geringen Vergrößerungen anfangen und sich dann steigern.

Grüße

fquadrat
 
Guckst du auch hier !

Gruß, Michael
 
Hi Marco, hi Micha,
super Filmchen erstmal, schon recht ungewöhnlich das sich die Wolfe so zeigen ?)
Vor fast zwei Jahren beim Venustransit waren wir im Tagebaugebiet bei Finsterwalde und haben dort die Nacht verbracht um am nächsten Morgen mit unseren Astrokollegen von da oben den Transit zu schauen(einmaliges Erlebnis: http://forum.aschnabel.bplaced.net/showthread.php?tid=111)
Die Verabschiedung am Abend war dann so: Und fall´s heut Nacht Hunde vorbeikommen mal lieber nicht füttern hier gibt´s Wölfe :D
Gesehen haben wir keinen aber das mulmige Gefühl beim nächtlichen Austreten war enorm und ein bleibender Eindruck :pfeif:

Grüße aus Chemnitz
Uwe
 
M42 hab ich schon im Tshibo 76/700 gesehen, das muß dann auch in einem kleinen Refraktor gehen.
Ich war gestern mal wieder abseits der Zivilisation im Wald und hatte bei ca. -12°C und Ostwind Stärke 3 ebenfalls Probleme mit tränenden Augen. Teilweise sind dann die Okulare beschlagen. Aufgefallen ist mir, daß an diesem Platz, an dem sonst absolute Stille herscht, recht viel Wild akustisch wahrzunehmen war, bellende Rehböcke, knackende Äste und ordentlich Geraschel. Die merken villeicht schon etwas vom kommenden Frühling.

Das die Wölfe Dich beobachtet haben ist schon merkwürdig, normalerweise meiden die doch den Menschen. Sind die zahm, bzw. an Menschen gewöhnt?
 
Hallo!

Vielen Dank erst einmal für die Rückmeldungen.
Das ich den M42 nicht gefunden habe, hat mich echt enttäuscht. Macht nichts, nächstes Mal werde ich beheizte Lidwärmer dabei haben. So oder so habe ich mir kräftig einen aufgesackt. Ich war so angespannt, dass ich die Kälte gar nicht so mitbekommen habe. Egal, die nächste Nacht wird kommen.


Zu den Wölfen: Ich bin mir recht sicher. In der Lüneburger Heide nehmen die Sichtungen zu - auch am Tage. Da ich beruflich auch auf der anderen Elbseite zu tun habe - Biosphärenreservat - habe ich dort auch schon den einen oder anderen grauen Freund gesehen. Meist waren aber sehr weit weg. Sie sind recht scheu. Auch bei meiner nächtlichen Beobachtung waren die Tiere wenigstens 500 Meter entfernt. Angst habe ich eigentlich nicht vor denen. Zur Not hätte ich ja einen Refraktor dabei gehabt.
 
Hallo,
Die Wölfe mit den langen Ohren heißen übrigens Hasen ;-) duck und weg...
Das mit M42 ging mir am Anfang auch so im 85er Refraktor, man erwartet etwas wie auf den Bildern, dabei ist da nur ein Hauch.
Wenn man sich dann an das teleskopische sehen gewöhnt wird immer mehr sichtbar, aber das dauert ein wenig.
Sehr geholfen hat mir dabei das Anschauen von Astrozeichnungen, das ist realistischer als Photos !
Einfach mal googeln.
Grüße Alex
 
Hallo!

Also, heute im heimischen Garten mit dem TAL-Newton: M42 ist doch ein Klacks :-). Auf Anhieb dingfest gemacht.
 
Hi Marco,

mir hätten die Knie geschlottert! Allein der Geruch von denen hätten in mir alle Ur-Erinnerungen sämtlicher Ahnen in den Genen alarmiert.... Du hast ja die Ruhe weg....also der mit dem Wolf tanzt?

M42 kriegste auch in einen kleinen Kaufhausrefraktor rein, ich würd sagen: misch dich nochmals unter´s Rudel und lass dir das nicht entgehen beim nächsten Mal....
 
Hallo Marco,

ein toller Bericht. :super: Nicht weit von Deiner Position in Amelinghausen lege ich mich in der Lüneburger Heide auch immer auf die Lauer. Genauer gesagt etwas weiter Nördlich in der Nähe von Eyendorf. Ich fahre immer aus Hamburg dort raus zum schwärmen und fotografieren. Allerdings habe ich z.Zt. kein Teleskop,sondern nur eine Systemkamera mit Weitwinkel- und Teleobjektiv. Damit kann man da draussen auch ganz gute Astrofotos des Himmels machen. Wenn der Mond nicht stört und es ganz klar ist, dann sind die Sterne dort fast zum greifen nah. Ich hatte dort übrigens auch schon öfters das Gefühl, nicht alleine zu sein. :o

Schöne Grüße

Andreas
 
Hallo Marco

Die 3 Gürtelsterne vom Orion kannst du ganz gut sehen,
vom mittlerem aus 5° senkrecht runter etwa
Daumen und Zeigefinger gespreizt.

Welche Tiere leben noch in Gruppen und sind Nacht aktiv ? Wildkatzen, nein.
Füchse, nein. Wildschweine, Ja, Rotwild, ja, Luchs, nein.
Dachs, nein. Igel, nein.

Welche Tiere scheuen den Menschen, eigentlich alle arten, nur in der Schonzeit sollte man vorsichtig von Wildscheine sein.

Womöglich warst du so leise das sich die Tiere sich trauten dir zu nähern.

Manfred
 
Hallo,

wie Du den Orionnebel findest, haben jetzt ja schon genug Leute erklärt, deswegen halt ich mich da jetzt zurück :cool:

Aber ich muss mich anschliessen:
:respekt: für die Wolfsbegegnung ...

mir hat ein Hund schon gereicht, der sich angeschlichen hatte,
da ist mir schon das Herz in die Hose gerutscht
 
Hallo Marco!

Das ist ja mal was! Wölfe in der Lüneburger Heide!
Ich bewundere echt deine Gelassenheit!

Ich beobachte so 300 km südwestlich von dir und werde in Zukunft wohl bei jedem nächtlichen Geräusch deinen Bericht im Hinterkopf haben...

Gruß

Matthias
 
Zitat von mightymartin:
Zitat von Mamoe:
Angst habe ich eigentlich nicht vor denen. Zur Not hätte ich ja einen Refraktor dabei gehabt.

Zum Zuschlagen braucht man aber ein apochromatisches Tripletobjektiv. :0
(Die erkennen einen China ED)

Ein Rudel Wildschweine ist nicht so selten und nicht so scheu wie Wölfe und wahrscheinlich auch nicht so wählerisch mit den Refraktoren.

Grüße

Klaus
 
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