Anette_Aslan
Aktives Mitglied
... der uns überleben lässt!
Liebe Forengemeinde,
bei Vollmond ist ja kein Sterndelfreund ans Teleskop zu locken, doch wenn man grad ein neues bekommen hat, zumal ein wirklich neues und keine abgehalfterte Weihnachtsröhre aus der Bucht, deren Firstlight auch gleich das Schlußlicht für alle Zeiten war, dann ist ein wolkenfreier Himmel ein Sterndelhimmel mit Vollmond halt.
So erging es meiner Spechtelkumpanin, die sich nun ein 130/650 Heritage zugelegt hat. Da sie auch Radelfahrerin ist wie ich, kam sie gestern Abend mit dem Anhänger zu mir in den Garten, wo wir ein bissel mehr Sicht auf die Ekliptik haben, als von ihrer beengten Terrasse aus.
Ich selbst war auch neugierig und wir ließen den 5-Zöller gegen meinen 10ner Dobson antreten.
Planeten gehen ja bei Vollmond eigentlich wunderbar, wir schraubten für Jupiter einen Blaufilter aufs 6mm Plössel und waren erstaunt, wie klar und kontrastreich man diesen durch den Heritage bei ca. 100 facher Vergrösserung sehen konnte. War das eine Freude! Ich habe den Jupiter ja nun schon durch meinen ehemaligen 16ner Gitterrohr ordentlich bestaunen können, doch die Freude meiner Freundin war so ansteckend, dass wir vor ihrem Minidobs schon Schlange standen. Sie konnte sogar die Wolkenbänder zählen. Dann gleich rauf zu Saturn, das hat sie ganz allein geschafft, was vorher an ihrem TAL 67/600 mit Kimme und Korn-Peiler absolut nicht möglich war, weil da so ein Brillenproblem ist. Selbst mit einem Folgeteleskop 114/900 hatte sie enorme Probleme mit dem Minisucher und der parallaktischen Nachführung, aber gestern war jedes Aufsuchen der Objekte ein Erfolg, so ein Rotpunktsucher und die intuitive Führung einer Rockerbox ist für unsichere Anfänger einfach die beste Wahl.
Trotz Lichtersuppe des langsam aufgehenden Vollmondes, der schon hinter dem Hausdach des Nachbarn in den Startlöchern stand , fanden wir mit dem 25mm Oku noch schnell den M13, der wie ein kleiner Schneeball wirkte, im 10ner Oku bei 65 facher Vergrößerung sah man schon erste Randauflösungen. Sie war so stolz, dieses legendäre Paradestück des Sommerhimmels nun mit eigenen Augen spielend leicht durch ihr eigenes Teleskop endlich mal gesehen zu haben. Ich bin gleich mit dem 10ner Dob hinterher, doch dieser weitaus bessere Anblick interessierte gar nicht - es war der Erfolg und die Tatsache, dass sie nun endlich ein Teleskop hat, das sehr motivierend ist.
Saturn haben wir auch mit dem 15ner Plössel, dem 10mm Chinakellner und dann dem 6er Goldkante Oku bestaunt. Sein Ring endlich mal nicht als Henkel oder Ohren wahrgenommen sondern deutlich aufgelöst mit der Kugel schwebend im Raum. Selbst die Cassinische Teilung konnte man bei indirektem Sehen wahrnehmen.
Dann hellte der Himmel immer mehr auf, für Deep Sky war alles hoffnungslos verloren. Wir schraubten diverse Buntfilter vor verschiedene Okulargrößen und ließen freudig quitschend die Mondparty steigen. Die Nachbarn dachten bestimmt, da sei ein Altweibersaufgelage zu Gange oder war irgend ein anderes Kraut im braven Blasen-Nieren-Tee, der uns vorsorglich vor irgendwelchen Ischiasnerv-Astroverrenkungsquetschungen bewahren sollte?
Der Abend mußte feucht-fröhlich beendet werden, denn zunehmender Taubeschlag lies sich leider auch auf den ungeschützten Fangspiegel des kleinen Gitterrohrdobsons nieder und die Kühle zog uns alten Weibern in die Glieder ...
Heute war ich nochmals allein Draussen und habe mich von meinem alten 152/1200mm Fraunhofer auf Goto schnell noch vor Mondaufgang durchs Weltall führen lassen. Eine gut geeichte Montierung mit exakter Polausrichtung ( Aua-das tat weh) und Goto ist schon ein Meilenstein in Richtung Bequemlichkeit.
Jupiter zeigte keine nennenswerten Kontraste mehr so tief im Westen knapp über der Hecke, seine Wolkenbänder konnte ich noch erahnen, ich ersparte mir die Hochvergrösserungen. Schade, damit verabschiedet er sich langsam, dieser sommerliche Freund.
Saturn im Meridian zeigte die Cassinische Teilung durchs 8mm Baader Hyperion, im 13ner kam er zwar kleiner aber klarer hervor.
Ich bevorzuge bei höheren Vergrösserungen eigentlich immer das 13ner Oku, es enttäuscht einen fast nie.
M13 konnte ich durchs 13ner Baader Hyperion bei 92facher Vergrößerung selbst in diesem 6 Zöller schon mit seinen aufgelösten Sternenketten erkennen! Durchs 5mm Baader Hyp wirkte er leider sehr verschwommen, das Bild war auch zu hell, es gab keinerlei Kontraste. Durchs 8er Oku kaum besser heute aber das 13er lies ich gleich dran und bestaunte noch M27, der mir sofort mittig angesteuert wurde - ach herrlich, hier nicht wie beim Dobson herumrühren zu müssen. Auf diese Weise fuhr ich noch die Open Clusters im Ophiuchus ab, die allesamt am Rande schön aufgelöst erschienen, M15 - den Pferdeapfel des Pegasus, der ja schon in Mondnähe steht ging auch noch, Galaxien aber absolut gar nicht, versuchte die Sunflower, die Whirlpool oder Needle-Galaxie, Cat eye und Blue Snwoball - es war absolut nichts auszumachen. Den Himmel schätze ich auf 4mg.
Auch heute Abend schlug heftig Tau nieder, der Tag war sonnig warm und trocken, ein absolut wolkenloser Himmel - doch es wird Herbst, dass sind dann so diese Widrigkeiten - keine Mücken mehr aber dafür der Tau.
Dann kam wieder der Mond übers Hausdach des Nachbarn im Osten. Da benutze ich am Farbwerfer FH dann einen Gelbfilter der sehr wirkungsvoll ist, auch an Planeten, dieser typische Farbsaum ist auf diese Weise irgendwie nicht mehr wahrnehmbar.
Sternenselige Grüsse von Anette
Liebe Forengemeinde,
bei Vollmond ist ja kein Sterndelfreund ans Teleskop zu locken, doch wenn man grad ein neues bekommen hat, zumal ein wirklich neues und keine abgehalfterte Weihnachtsröhre aus der Bucht, deren Firstlight auch gleich das Schlußlicht für alle Zeiten war, dann ist ein wolkenfreier Himmel ein Sterndelhimmel mit Vollmond halt.
So erging es meiner Spechtelkumpanin, die sich nun ein 130/650 Heritage zugelegt hat. Da sie auch Radelfahrerin ist wie ich, kam sie gestern Abend mit dem Anhänger zu mir in den Garten, wo wir ein bissel mehr Sicht auf die Ekliptik haben, als von ihrer beengten Terrasse aus.
Ich selbst war auch neugierig und wir ließen den 5-Zöller gegen meinen 10ner Dobson antreten.
Planeten gehen ja bei Vollmond eigentlich wunderbar, wir schraubten für Jupiter einen Blaufilter aufs 6mm Plössel und waren erstaunt, wie klar und kontrastreich man diesen durch den Heritage bei ca. 100 facher Vergrösserung sehen konnte. War das eine Freude! Ich habe den Jupiter ja nun schon durch meinen ehemaligen 16ner Gitterrohr ordentlich bestaunen können, doch die Freude meiner Freundin war so ansteckend, dass wir vor ihrem Minidobs schon Schlange standen. Sie konnte sogar die Wolkenbänder zählen. Dann gleich rauf zu Saturn, das hat sie ganz allein geschafft, was vorher an ihrem TAL 67/600 mit Kimme und Korn-Peiler absolut nicht möglich war, weil da so ein Brillenproblem ist. Selbst mit einem Folgeteleskop 114/900 hatte sie enorme Probleme mit dem Minisucher und der parallaktischen Nachführung, aber gestern war jedes Aufsuchen der Objekte ein Erfolg, so ein Rotpunktsucher und die intuitive Führung einer Rockerbox ist für unsichere Anfänger einfach die beste Wahl.
Trotz Lichtersuppe des langsam aufgehenden Vollmondes, der schon hinter dem Hausdach des Nachbarn in den Startlöchern stand , fanden wir mit dem 25mm Oku noch schnell den M13, der wie ein kleiner Schneeball wirkte, im 10ner Oku bei 65 facher Vergrößerung sah man schon erste Randauflösungen. Sie war so stolz, dieses legendäre Paradestück des Sommerhimmels nun mit eigenen Augen spielend leicht durch ihr eigenes Teleskop endlich mal gesehen zu haben. Ich bin gleich mit dem 10ner Dob hinterher, doch dieser weitaus bessere Anblick interessierte gar nicht - es war der Erfolg und die Tatsache, dass sie nun endlich ein Teleskop hat, das sehr motivierend ist.
Saturn haben wir auch mit dem 15ner Plössel, dem 10mm Chinakellner und dann dem 6er Goldkante Oku bestaunt. Sein Ring endlich mal nicht als Henkel oder Ohren wahrgenommen sondern deutlich aufgelöst mit der Kugel schwebend im Raum. Selbst die Cassinische Teilung konnte man bei indirektem Sehen wahrnehmen.
Dann hellte der Himmel immer mehr auf, für Deep Sky war alles hoffnungslos verloren. Wir schraubten diverse Buntfilter vor verschiedene Okulargrößen und ließen freudig quitschend die Mondparty steigen. Die Nachbarn dachten bestimmt, da sei ein Altweibersaufgelage zu Gange oder war irgend ein anderes Kraut im braven Blasen-Nieren-Tee, der uns vorsorglich vor irgendwelchen Ischiasnerv-Astroverrenkungsquetschungen bewahren sollte?
Der Abend mußte feucht-fröhlich beendet werden, denn zunehmender Taubeschlag lies sich leider auch auf den ungeschützten Fangspiegel des kleinen Gitterrohrdobsons nieder und die Kühle zog uns alten Weibern in die Glieder ...
Heute war ich nochmals allein Draussen und habe mich von meinem alten 152/1200mm Fraunhofer auf Goto schnell noch vor Mondaufgang durchs Weltall führen lassen. Eine gut geeichte Montierung mit exakter Polausrichtung ( Aua-das tat weh) und Goto ist schon ein Meilenstein in Richtung Bequemlichkeit.
Jupiter zeigte keine nennenswerten Kontraste mehr so tief im Westen knapp über der Hecke, seine Wolkenbänder konnte ich noch erahnen, ich ersparte mir die Hochvergrösserungen. Schade, damit verabschiedet er sich langsam, dieser sommerliche Freund.
Saturn im Meridian zeigte die Cassinische Teilung durchs 8mm Baader Hyperion, im 13ner kam er zwar kleiner aber klarer hervor.
Ich bevorzuge bei höheren Vergrösserungen eigentlich immer das 13ner Oku, es enttäuscht einen fast nie.
M13 konnte ich durchs 13ner Baader Hyperion bei 92facher Vergrößerung selbst in diesem 6 Zöller schon mit seinen aufgelösten Sternenketten erkennen! Durchs 5mm Baader Hyp wirkte er leider sehr verschwommen, das Bild war auch zu hell, es gab keinerlei Kontraste. Durchs 8er Oku kaum besser heute aber das 13er lies ich gleich dran und bestaunte noch M27, der mir sofort mittig angesteuert wurde - ach herrlich, hier nicht wie beim Dobson herumrühren zu müssen. Auf diese Weise fuhr ich noch die Open Clusters im Ophiuchus ab, die allesamt am Rande schön aufgelöst erschienen, M15 - den Pferdeapfel des Pegasus, der ja schon in Mondnähe steht ging auch noch, Galaxien aber absolut gar nicht, versuchte die Sunflower, die Whirlpool oder Needle-Galaxie, Cat eye und Blue Snwoball - es war absolut nichts auszumachen. Den Himmel schätze ich auf 4mg.
Auch heute Abend schlug heftig Tau nieder, der Tag war sonnig warm und trocken, ein absolut wolkenloser Himmel - doch es wird Herbst, dass sind dann so diese Widrigkeiten - keine Mücken mehr aber dafür der Tau.
Dann kam wieder der Mond übers Hausdach des Nachbarn im Osten. Da benutze ich am Farbwerfer FH dann einen Gelbfilter der sehr wirkungsvoll ist, auch an Planeten, dieser typische Farbsaum ist auf diese Weise irgendwie nicht mehr wahrnehmbar.
Sternenselige Grüsse von Anette