KlausZott
Aktives Mitglied
Liebe Sternfreunde,
das wolkenlose Spätsommerwetter lockte mich in höhere Alpenregionen und bescherte mir Tiefblicke im wahrsten Sinne des Wortes.
Zeit: 4./5. Sep 2003 22.00 –3.00Uhr
Ort: Zillertaler Höhenstraße, 2000m Meereshöhe
Gerät: 37x100 Miyauchi-Fernglas
Grenzgröße: 6,5m in Ursa Minor, 6,8m im Zenit
Bedingungen: Sehr klare Horizontsicht nach Süden
Etwas aufgehellter Nordhorizont (Inntal)
Leuchtende, fein strukturierte Milch-
straßenwolken
Nachdem der Mond gegen 23.30Uhr untergegangen und die Transparenz am Horizont ungewöhnlich gut war, nahm ich mir einige Objekte am tiefen Südhimmel vor, von denen ich nur eine kleine Auswahl hier vorstellen möchte:
Südlicher Aquarius
PN Helixnebel
Eine echte Offenbarung, ohne UHC ein halbmondgroßer, ovaler Wattebausch, einfach direkt zu sehen. Nach intensiver Betrachtung war auch der dunklere Innenbereich in Form wechselnder dunklerer Flecken ansatzweise zu erkennen.
Glx 7184 --- 11,2 (13,4 FH)
Die wunderschöne Edge-on-Galaxie war einfach indirekt zu sehen und zeigte sich als grob W-O-gerichteter Lichtstreif mittlerer Größe (etwa 3’).
Glx 7252 --- 11,4 (12,5 FH)
Diese auch "atom for peace" genannte Galaxie wirkte im Unterschied zur vorigen sehr hell und kompakt, ein kleiner runder Nebelspot in einer sternenarmen Umgebung.
Pisces Austrinus
Dieses kleine südliche Sternbild wird bei uns eigentlich nur durch den nahen, hellen 1m Stern Fomalhaut wahrgenommen, der in den Spätsommernächten den Südhimmel ziert.
2 Grad südlich davon ist leicht sein ehemaliger Begleiter (GC 31978) zu finden, ein gelblicher Zwergstern von 6,5m Größe. Beide sind nur 25 Lj entfernt.
Im südlichen Teil des Sternbildes befindet sich ein nettes Doppelsternpärchen fürs Bino, gut 1 Grad voneinander entfernt:
DS beta PsA --- 4,4/7,9 30“
Ein physisches Paar mit weiß-orangem Farbkontrast
DS Dunlop 241 --- 5,8/7,6 87“
Ein noch weiteres optisches Paar mit gelb-oranger Farbe, was der nahe Horizont natürlich verstärkt.
Unter den Galaxien ist in diesem Sternbild am einfachsten
Glx 7314 --- 10,9 (12,9 FH)
Leicht indirekt wahrzunehmen als dicker N-S-orientierter Lichtstreifen von etwa 3’ Länge.
Die beiden schwächeren Galaxien 7214 und 7221, die mit 200 bis 300 Mio Lj wesentlich weiter entfernt sind und vermutlich zum Nordrand des Pavo-Indus-Superhaufens gehören, waren nur schwach indirekt als kleine rundliche Nebelandeutungen auszumachen.
Cetus
Im südwestlichen Cetus musste ich mich bei diesem Traumhimmel natürlich an der Galaxie 247 versuchen, die ich am Alpenrand bislang immer nur mühsam indirekt finden konn-te.
Glx 247 --- 9,2 (14,1 FH)
Sie ist das beste Beispiel, dass nicht allein mehr Teleskopöffnung, sondern vor allem ein dunkler Nachthimmel die Schätze des Alls neu entdecken lässt.
Nördlich anschließend an einen 9m Stern offenbarte sich fast in direkter Sicht ein Lichtoval von mindestens 5’, bei abgewandter Blickweise fast um das Doppelte wachsend.
Sculptor
Gerade dieser letzte Eindruck steigerte meine Begierde nach den Verlockungen der Sculptorgalaxien. Zuallererst gleich das highlight 253:
Glx 253 --- 7,6 (13,2 FH)
Auch in heimatlichen Gefilden schon beeindruckend, begeisterte sie mich unter dem Hochalpenhimmel als riesiges NO-SW-gerichtetes Lichtoval von etwa 20’ Länge und zeigte zudem eine auffällige gemottelte Struktur als Hinweis auf ihre Spiralarme.
Nachdem die letzten beiden Galaxien Mitglieder der Sculptorgruppe sind (die mit etwa 8 Mio Lj zur unmittel-baren Nachbarschaft unserer Lokalen Gruppe gehört), standen nun auch ihre südlicheren Angehörigen auf dem Fahrplan.
Glx 7793 --- 9,2 (13,6 FH)
Sie entpuppte sich als indirekt einfach zu erkennendes Nebeloval von etwa 4’ Größe und W-O-Ausrichtung ohne zentrale Aufhellung.
Nun versuchte ich das unter Normalbedingungen Unmögliche, die Galaxie 55 bei –39 Grad.
Der tiefe Südhorizont (Blick bis –40,5 Grad) und die klare Spätsommerluft eröffneten mir das bislang südlichste deep sky Objekt von einem Nordalpenstandort.
Glx 55 --- 8,1 (13,6 FH)
Zuerst erkannte ich die östlich gelegene Dreiergruppe aus 7m Sternen und erst nach geduldigem Betrachten des Feldes schälte sich gut 1 Grad über einem flachen Gratstück des Zillertaler Hauptkammes eine große diffuse Lichtspindel aus dem Hintergrund heraus.
Sie zeigte eine grobe O-W-Orientierung und konnte mit einer Größe von 10-15’ indirekt ohne weitere Details gerade noch gehalten werden.
Nach diesen deep south challenges schlenderte ich sozusagen zum Genießen noch zu den bekannten Schaustücken der herbstlichen Milchstraße von den Messiers im Fuhrmann, über h und chi im Perseus, den UHC-gestanzten Nordamerika und Cirrus-Nebel bis zum zarten Crescent-Bogen im Schwan.
Klare Herbstnächte wünscht
Klaus
das wolkenlose Spätsommerwetter lockte mich in höhere Alpenregionen und bescherte mir Tiefblicke im wahrsten Sinne des Wortes.
Zeit: 4./5. Sep 2003 22.00 –3.00Uhr
Ort: Zillertaler Höhenstraße, 2000m Meereshöhe
Gerät: 37x100 Miyauchi-Fernglas
Grenzgröße: 6,5m in Ursa Minor, 6,8m im Zenit
Bedingungen: Sehr klare Horizontsicht nach Süden
Etwas aufgehellter Nordhorizont (Inntal)
Leuchtende, fein strukturierte Milch-
straßenwolken
Nachdem der Mond gegen 23.30Uhr untergegangen und die Transparenz am Horizont ungewöhnlich gut war, nahm ich mir einige Objekte am tiefen Südhimmel vor, von denen ich nur eine kleine Auswahl hier vorstellen möchte:
Südlicher Aquarius
PN Helixnebel
Eine echte Offenbarung, ohne UHC ein halbmondgroßer, ovaler Wattebausch, einfach direkt zu sehen. Nach intensiver Betrachtung war auch der dunklere Innenbereich in Form wechselnder dunklerer Flecken ansatzweise zu erkennen.
Glx 7184 --- 11,2 (13,4 FH)
Die wunderschöne Edge-on-Galaxie war einfach indirekt zu sehen und zeigte sich als grob W-O-gerichteter Lichtstreif mittlerer Größe (etwa 3’).
Glx 7252 --- 11,4 (12,5 FH)
Diese auch "atom for peace" genannte Galaxie wirkte im Unterschied zur vorigen sehr hell und kompakt, ein kleiner runder Nebelspot in einer sternenarmen Umgebung.
Pisces Austrinus
Dieses kleine südliche Sternbild wird bei uns eigentlich nur durch den nahen, hellen 1m Stern Fomalhaut wahrgenommen, der in den Spätsommernächten den Südhimmel ziert.
2 Grad südlich davon ist leicht sein ehemaliger Begleiter (GC 31978) zu finden, ein gelblicher Zwergstern von 6,5m Größe. Beide sind nur 25 Lj entfernt.
Im südlichen Teil des Sternbildes befindet sich ein nettes Doppelsternpärchen fürs Bino, gut 1 Grad voneinander entfernt:
DS beta PsA --- 4,4/7,9 30“
Ein physisches Paar mit weiß-orangem Farbkontrast
DS Dunlop 241 --- 5,8/7,6 87“
Ein noch weiteres optisches Paar mit gelb-oranger Farbe, was der nahe Horizont natürlich verstärkt.
Unter den Galaxien ist in diesem Sternbild am einfachsten
Glx 7314 --- 10,9 (12,9 FH)
Leicht indirekt wahrzunehmen als dicker N-S-orientierter Lichtstreifen von etwa 3’ Länge.
Die beiden schwächeren Galaxien 7214 und 7221, die mit 200 bis 300 Mio Lj wesentlich weiter entfernt sind und vermutlich zum Nordrand des Pavo-Indus-Superhaufens gehören, waren nur schwach indirekt als kleine rundliche Nebelandeutungen auszumachen.
Cetus
Im südwestlichen Cetus musste ich mich bei diesem Traumhimmel natürlich an der Galaxie 247 versuchen, die ich am Alpenrand bislang immer nur mühsam indirekt finden konn-te.
Glx 247 --- 9,2 (14,1 FH)
Sie ist das beste Beispiel, dass nicht allein mehr Teleskopöffnung, sondern vor allem ein dunkler Nachthimmel die Schätze des Alls neu entdecken lässt.
Nördlich anschließend an einen 9m Stern offenbarte sich fast in direkter Sicht ein Lichtoval von mindestens 5’, bei abgewandter Blickweise fast um das Doppelte wachsend.
Sculptor
Gerade dieser letzte Eindruck steigerte meine Begierde nach den Verlockungen der Sculptorgalaxien. Zuallererst gleich das highlight 253:
Glx 253 --- 7,6 (13,2 FH)
Auch in heimatlichen Gefilden schon beeindruckend, begeisterte sie mich unter dem Hochalpenhimmel als riesiges NO-SW-gerichtetes Lichtoval von etwa 20’ Länge und zeigte zudem eine auffällige gemottelte Struktur als Hinweis auf ihre Spiralarme.
Nachdem die letzten beiden Galaxien Mitglieder der Sculptorgruppe sind (die mit etwa 8 Mio Lj zur unmittel-baren Nachbarschaft unserer Lokalen Gruppe gehört), standen nun auch ihre südlicheren Angehörigen auf dem Fahrplan.
Glx 7793 --- 9,2 (13,6 FH)
Sie entpuppte sich als indirekt einfach zu erkennendes Nebeloval von etwa 4’ Größe und W-O-Ausrichtung ohne zentrale Aufhellung.
Nun versuchte ich das unter Normalbedingungen Unmögliche, die Galaxie 55 bei –39 Grad.
Der tiefe Südhorizont (Blick bis –40,5 Grad) und die klare Spätsommerluft eröffneten mir das bislang südlichste deep sky Objekt von einem Nordalpenstandort.
Glx 55 --- 8,1 (13,6 FH)
Zuerst erkannte ich die östlich gelegene Dreiergruppe aus 7m Sternen und erst nach geduldigem Betrachten des Feldes schälte sich gut 1 Grad über einem flachen Gratstück des Zillertaler Hauptkammes eine große diffuse Lichtspindel aus dem Hintergrund heraus.
Sie zeigte eine grobe O-W-Orientierung und konnte mit einer Größe von 10-15’ indirekt ohne weitere Details gerade noch gehalten werden.
Nach diesen deep south challenges schlenderte ich sozusagen zum Genießen noch zu den bekannten Schaustücken der herbstlichen Milchstraße von den Messiers im Fuhrmann, über h und chi im Perseus, den UHC-gestanzten Nordamerika und Cirrus-Nebel bis zum zarten Crescent-Bogen im Schwan.
Klare Herbstnächte wünscht
Klaus