Noch ohne Phasenbelag, vermutl. Uppendahl-Prismen
Es scheinen die damaligen Spitzenmodelle von Nikon zu seín; insofern könnte man sie als Vorläufer der HG-Modelle ansehen, mit denen sie aber sonst kaum etwas gemein haben. Denn sie hatten noch keinen Phasenbelag auf den Dachkantprismen (Zeiss entwickelte diesen 1988, alle anderen Hersteller, die ihn heute benutzen, folgten deutlich später) und haben ein anderes optisches System.
Die Bauform läßt vermuten, daß diese Ferngläser nicht die heute in den HG-Modellen verwendeten mdifizierten Abbe-König-Prismen, sondern Uppendahl-Prismen haben (so wie damals auch die Leica-Trinovid-Modelle bis 1988). Ein Uppendahl-Prisma ist kein Nachteil (auch wenn es aus drei statt nur zwei Teilen zusammengesetzt ist und eine etwas andere Glasweglänge hat), aber weil es eine andere Glasweglänge hat, sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch mindestens die Objektive anders als die heutigen. Daß auch die Okulare nicht den heutigen entsprechen, folgt daraus nicht zwingend, ist aber anzunehmen.
Über die Qualität der Objektive und Okulare kann ich nichts sagen, auch nicht darüber, ob Nikon auch schon damals eine Bildfeldebnungslinse und Silberverspiegelung der Prismenfläche ohne Totalreflexion verwendet hat.
Zumindest aufrund des fehlenden Phasenbelags und auch wegen geringerer Transmission (wegen damals noch nicht so guter MC-Vergütung und wahrscheinlich Alu-Verspiegelung) dürfte es den heutigen HG-Modellen klar unterlegen sein. Dennoch scheint es angesichts des günstigen (Start-)Preises kein Fehlkauf zu werden, wenn man diese Nachteile kennt und akzeptiert, denn in dieser Preisklasse wird heute neu sicher nichts Besseres (wenn auch mit Phasenbelag) angeboten. Selbst der Sofortkauf-Preis erscheint mir noch vertretbar.
Ich würde mich aber vor dem Bieten oder Sofortkauf noch nach der Sehfeldgröße (die nicht unter ca. 105 m auf 1000 m liegen sollte) und nach dem Gewicht erkundigen, um diesbezüglich keine Überraschungen zu erleben.
Walter E. Schön