StefanF
Aktives Mitglied
Servus miteinander,
gestern ist mir beim Beobachten sowas dummes passiert, dass ich den Verdacht habe, ich hab entweder keinen Plan mehr vom Sternhimmel, oder ich werde allmählich alt. Naja, das zweite trifft ja leider immer mehr zu, erschreckend ist es trotzdem. Aber der Reihe nach:
Der Wetterbericht versprach für gestern abend doch glatt mal wieder gutes Wetter, und nach letzten Regenschauern am Morgen trat das tatsächlich ein. Der abendlicher Himmel klarte auf, die Schichtwolken des Tages verzogen sich. Kurz an den Mond gedacht: der war 4 Tage nach Vollmond, also sollte bis mindestens 1 Uhr was gehen im Deep-Sky-Bereich.
Teleskop eingepackt, und zu meinem Beobachtungsplatz gefahren. Bis dorthin dauerte es schon 10 min länger als sonst (Unfall auf der Alternativroute mit Vollsperrung Bundesstraße; Normalstrecke war wegen Straßenfest gesperrt, was man erst erfuhr, wenn man schon fast in den Sitzbänken stand; Umleitung führte dann in eine Monster-Baustelle über mehrere Kilometer). Aber schließlich war ich kurz nach 22.30 Uhr oben am Platz. Es war noch nicht ganz dunkel, und ich baute meine Photonenfalle schnell auf.
Irgendwie wollte die Milchstraße noch nicht so recht herauskommen, aber am Nordhimmel war noch ein schwacher Lichtstreif zu sehen. Seltsamerweise auch am Südosthorizont, aber vielleicht war's da dunstig, oder Restwolken (vielleicht klopfen sich einige von Euch schon auf die Schenkel vor Lachen, aber ich hatte noch nichts bemerkt).
Nach Justage schwenkte ich in den Ophiuchus, um einige schwächere Objekte aufzusuchen, bevor sie zu tief standen.
Erstes Objekt - nach dem schnellen Vorbeischauen bei IC 4665, der dort in der Nähe stand, war die Galaxie NGC 6509: ziemlich schwach, recht klein, etwas länglich, mit hellerem Zentrum, eingerahmt von 2 sehr schwachen Sternen östlich und südlich der Galaxie. Trotz der nicht gerade üppigen Helligkeit von 13.m3 hatte ich mir mehr erwartet. Aber naja, mal sehen, was der Himmel sonst noch hergibt.
Schnell zur nächsten Galaxie geschwenkt: NGC 6570. Die war etwas gleichhell laut Katalog wie 6509. Im Teleskop hatte ich dann kämpfen müssen, um sie zu sehen: sehr schwach, klein, rund, und ohne Struktur.
Dann wollte ich einen offenen Sternhaufen ausuchen, und drehte mich Richtung Auto, wo meine Atlanten im Kofferraum lagen. Nanu, was ist das da helles über den Bäumen am Horizont ? Das darf doch nicht war sein: der Mond ! Mit dem hatt ich erst 2 Stunden später gerechnet. Aber alles Zaudern half nichts. Die Deep-Sky-Session war damit etwa 20 min nach Aufbauende schon wieder vorbei. :mauer:
Ich habe dann noch den Offenen Sternhaufen NGC 6525 aufgesucht. Der war recht hell, insgesamt 17 Sterne ab 8m zu sehen, und hob sich gut vom Hintergrund ab. Bei NGC 6525 handelt es sich um ein "verlorenes" NGC-Objekt: in den gängigen Versionen des NGC ist er nicht aufgeführt, auch nicht in der Uranometria verzeichnet. Trotzdem existiert das Objekt.
Mißmutig hab ich dann noch versucht, Neptun zu beobachten. Aber das horizontnahe Seeing war grausam schlecht, sodass ich zwar eine manchmal grüne Murmel fand, die aber genauso matschig war wie die Sterne drumherum.
Fazit: 2x 40 min Autofahrt für 4 Deep-Sky-Objekte, davon 3 Erstsichtungen. Und ziemlich Enttäuschung über die Tatsache, dass ich nicht mehr abschätzen kann, wann der Mond am Himmel steht und wann nicht.
Sternfreundliche Grüße
Stefan
gestern ist mir beim Beobachten sowas dummes passiert, dass ich den Verdacht habe, ich hab entweder keinen Plan mehr vom Sternhimmel, oder ich werde allmählich alt. Naja, das zweite trifft ja leider immer mehr zu, erschreckend ist es trotzdem. Aber der Reihe nach:
Der Wetterbericht versprach für gestern abend doch glatt mal wieder gutes Wetter, und nach letzten Regenschauern am Morgen trat das tatsächlich ein. Der abendlicher Himmel klarte auf, die Schichtwolken des Tages verzogen sich. Kurz an den Mond gedacht: der war 4 Tage nach Vollmond, also sollte bis mindestens 1 Uhr was gehen im Deep-Sky-Bereich.
Teleskop eingepackt, und zu meinem Beobachtungsplatz gefahren. Bis dorthin dauerte es schon 10 min länger als sonst (Unfall auf der Alternativroute mit Vollsperrung Bundesstraße; Normalstrecke war wegen Straßenfest gesperrt, was man erst erfuhr, wenn man schon fast in den Sitzbänken stand; Umleitung führte dann in eine Monster-Baustelle über mehrere Kilometer). Aber schließlich war ich kurz nach 22.30 Uhr oben am Platz. Es war noch nicht ganz dunkel, und ich baute meine Photonenfalle schnell auf.
Irgendwie wollte die Milchstraße noch nicht so recht herauskommen, aber am Nordhimmel war noch ein schwacher Lichtstreif zu sehen. Seltsamerweise auch am Südosthorizont, aber vielleicht war's da dunstig, oder Restwolken (vielleicht klopfen sich einige von Euch schon auf die Schenkel vor Lachen, aber ich hatte noch nichts bemerkt).
Nach Justage schwenkte ich in den Ophiuchus, um einige schwächere Objekte aufzusuchen, bevor sie zu tief standen.
Erstes Objekt - nach dem schnellen Vorbeischauen bei IC 4665, der dort in der Nähe stand, war die Galaxie NGC 6509: ziemlich schwach, recht klein, etwas länglich, mit hellerem Zentrum, eingerahmt von 2 sehr schwachen Sternen östlich und südlich der Galaxie. Trotz der nicht gerade üppigen Helligkeit von 13.m3 hatte ich mir mehr erwartet. Aber naja, mal sehen, was der Himmel sonst noch hergibt.
Schnell zur nächsten Galaxie geschwenkt: NGC 6570. Die war etwas gleichhell laut Katalog wie 6509. Im Teleskop hatte ich dann kämpfen müssen, um sie zu sehen: sehr schwach, klein, rund, und ohne Struktur.
Dann wollte ich einen offenen Sternhaufen ausuchen, und drehte mich Richtung Auto, wo meine Atlanten im Kofferraum lagen. Nanu, was ist das da helles über den Bäumen am Horizont ? Das darf doch nicht war sein: der Mond ! Mit dem hatt ich erst 2 Stunden später gerechnet. Aber alles Zaudern half nichts. Die Deep-Sky-Session war damit etwa 20 min nach Aufbauende schon wieder vorbei. :mauer:
Ich habe dann noch den Offenen Sternhaufen NGC 6525 aufgesucht. Der war recht hell, insgesamt 17 Sterne ab 8m zu sehen, und hob sich gut vom Hintergrund ab. Bei NGC 6525 handelt es sich um ein "verlorenes" NGC-Objekt: in den gängigen Versionen des NGC ist er nicht aufgeführt, auch nicht in der Uranometria verzeichnet. Trotzdem existiert das Objekt.
Mißmutig hab ich dann noch versucht, Neptun zu beobachten. Aber das horizontnahe Seeing war grausam schlecht, sodass ich zwar eine manchmal grüne Murmel fand, die aber genauso matschig war wie die Sterne drumherum.
Fazit: 2x 40 min Autofahrt für 4 Deep-Sky-Objekte, davon 3 Erstsichtungen. Und ziemlich Enttäuschung über die Tatsache, dass ich nicht mehr abschätzen kann, wann der Mond am Himmel steht und wann nicht.
Sternfreundliche Grüße
Stefan