Hallo Michael,
so unüblich sind diese Binokulare gar nicht, google mal nach asymmetric binocular telescope, da findest Du ne ganze Menge zum Thema.
Gerade in der ATM Szene sind sie sehr beliebt, weil sie relativ einfach und günstig herzustellen sind.
Das Bild mit einem Spiegel entspricht dem, was man eh schon von (Einzel-) Refraktor mit Zenitspiegel kennt.
Ein variabler Augenabstand ist machbar, aber nicht besonders elegant.
Nur eine Reflexion zu haben mag in Sachen Licht ein kleiner Vorteil sein, bei der heutigen Spiegelqualität würde ich ihn aber vernachlässigen.
(Der Reflexionsverlust durch einen dritten Spiegel war auch nie meine Primärkritik in der obigen Diskussion)
Der für mich grösste Nachteil ist der asymetrische Aufbau an sich.
Entweder macht man es wie in Deinem Link in einer Kiste (BinoBox) oder man frickelt die schräg versetzten Tuben irgendwie nebeneinander.
Dann ist es aber schwierig das unförmige Ding zu montieren, weil eine Mono- oder Doppelgabel schwieriger anzubringen sind als bei einem symmetrischen Aufbau.
@ Marcus: Die Strahlumlenkung für ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild geht sowohl mit 2 Spiegeln oder mit Prismen.
Was man bevorzugt ist Geschmacksache, darüber streiten sich die Geister.
Irgendwo im Forum war doch gerade kürzlich eine Diskussion, ob Prismen bei der Planetenbeobachtung gegenüber Spiegeln im Vorteil wären...
Prismen sind aus Glas, und dadurch führen sie auch Farbe ins System ein.
Die kann sich, wenn passend berechnet, mit der Farbe des Objektives aufheben, sie kann sich aber auch verstärken ;-)
Prismen sind aufwändiger herzustellen als Spiegel, deshalb sind sie auch teurer.
Das merkt man nicht zuletzt daran, dass die Prismen in Grossferngläsern gerne (zu) knapp bemessen sind ;-)
Gerade in Amiland gibt es einige Amateure, die mit Prismen von surplus Anbietern ganz nette Binos bauen, z.B. so was hier:
Link zur Grafik:
http://www.cloudynights.com/photopost/data/528/47546assembled.jpg
Auch die alten Flak Gläser hatten riesige Prismen, die selbst für heutige Verhältnisse gar nicht mal so schlecht sind
Grüsse Jochen