An alle 8" f/5 Newton Besitzer!

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MP_Cap

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Hallo Astrogemeinde!

Könnt ihr mir mal bitte den Gefallen tun und visuelle Eindrücke eurer 8" f/5 Newtons geben? Ich hab nämlich in letzter Zeit immer mehr das Gefühl, das meiner (Celestron) nicht die Bilder liefert, die er eigentlich könnte.

Am meisten hab ich diesen Eindruck an Planeten: Bis zu einem gewissen Punkt kann ich den Planeten (Saturn und Jupiter) herausvergrößern. Bei Saturn sind auch meistens so um die 4-5 Monde sichtbar, aber um Details auf der Kugel zu erkennen, muss ich noch höher vergrößern. Ist dieser Punkt überschritten, so wird der Planet irgendwann nur noch flau. Er ist dann meistens nur noch ein matschiger Fleck, der sich nur schwer fokussieren lässt. Die Cassini-Teilung ist kaum erahnbar, aber ein dunkles Band auf der Oberfläche ist erkennbar. Dieser Punkt liegt bei ca. 150-200x Vergrößerung. Zudem erscheint mir der Planet relatriv klein, bei 333x (6mm + Barlow) umfasst er nur ca. die Hälfte des Bildfeldes. Da hab ich ihn im Telementor bei 140x größer und detailreicher im Gedächtnis. Will ich mehr Strukturen erkennen, ist dann da so nur noch ein Planet, der aussieht, als wäre das Okular beschlagen oder ein Weichzeichner drüber. (Ich beobachte mit normalen Plössls, Tubus ca. 1h gekühlt, Saturn ca. 1-2h vor Meridiandurchgang).

Bei Deep-Sky bin ich mir nicht so sicher, da scheinen die Bilder ordentlich zu sein (Beispielliste von helleren bis mittleren Objekten):

M42 - O.K., sehr plastisch, verträgt hohe Vergrößerungen
M51 - helle Zentren, Spiralstruktur nur bei indirektem Sehen erkennbar
M33 nur ein kleiner heller Fleck ohne Details
M1 ab ca. 100x typ. Form wie auf Fotos, an sonsten strukturlos
M76 - bei 100x als kleine Hantel erkennbar, sonst unregelmäßig
M57 - eigentlich schön, bei 100x und mehr Helligkeitsunterschiede zwischen den Ringenden deutlich erkennbar, einige Stukturen im Ring
Leo-Triplett ist gut erkennbar, wenn auch nur drei helle Zentren mit einer fast strukturlosen Halo zu sehen sind.
M81/82 - M81 helles Zentrum mit Halo, keine Spiralstruktur, M82 leichter zu erkennen, bei indirektem Sehen erste Andeutungen von Staubbändern
NGC 4565 - längliche Galaxie mit hellem Kern und schmalen Armen, bei indirektem Sehen auch die Staubbänder
NGC 2024 bis jetzt noch nicht entdeckt
NGC 4725 - heller Kern mit Halo, Balken angedeutet

Sternhaufen sind i.A. gut aufgelöst, Sterne über das gesamte Feld punktförmig (M13, M15, M45 - M44 sowieso, M34, h+x, M35, M37, M103...)

Was meint ihr dazu? Liefern eure Optiken ähnliche Bilder (vor allem bei Planeten) oder ist bei mir was fehlerhaft (Okulare oder Optik --> Schreck <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> )? Oder hab ich einfach nur zu hohe Erwartungen, da ich bis jetzt einen Telementor gewohnt war (obwohl man in einem 8" ja Strukturen im GRF bzw. Encke bei Saturn sehen soll) Da ich den Newton noch nicht sehr lange habe (bin quasi Anfänger) kann ich jede hilfreiche Antwort gebrauchen.


Vielen Dank und CS

Martin
 
Hallo Martin,

ich habe einen 8" f5 Skywatcher und war am Anfang auch eher ziemlich enttäuscht. Gründe:

1) ohne Ventilator kannst Du das Teil nicht mal zu 50% ausreizen, also Lüfter besorgen und anbauen (s. Forum
Selbstbau)

2) Planeten sind leider nur bei bestem seeing (konstanten Temperaturverhältnissen) im Zenit gut zu sehen, dann
kannst Du bei Saturn gut bis 300-350fach gehen und Dir bleibt die Spucke weg vor Begeisterung (etwa 2-3mal pro Jahr)
Am besten sind leicht diesige, kalte Nächte ohne Temperaturfall gegenüber Tag oder sehr spät (nach 24:00).
Ventilator ist Pflicht! In "normalen" Nächten geht nicht mehr als 200fach, am Horizont noch wesentlich weniger.
Achte darauf, daß "unter" dem Planeten keine Wärmequellen sind (Dächer, Straßen usw.), sondern am besten
freies Feld oder Wald.

3) f5 Newtons sind zwar nicht extrem empfindlich, aber sauber justiert sollten sie schon auch sein - am besten mal
von einem Astrofreund, der sich auskennt und einen Laser hat, überprüfen lassen.

4) Bei deep sky brauchst Du das entsprechende gute WW-2" Okular dazu (seufz, kostet soviel wie der Newton selbst),
dann siehst Du plötzlich aufgrund besserem Kontrast alles, was Du vorher nicht gefunden hast (ich habe das
TAL UWW 24mm mit 90° Gesichtsfeld und bin sehr zufrieden, andere bevorzugen Pentax XL 35mm).
Außerdem empfiehlt sich die Auskleidung des Tubus und des Okularauszugs mit schwarzer Veloursfolie zur
Erhöhung des Kontrasts.

5) Und für Planeten und Mond müssen die Okulare absolut reflexfrei sein (Linsenränder geschwärzt, wenn das nicht
der Fall ist, kann man es mit Filzstift leicht selbst nachholen), ansonsten sind Plössl oder Kellner gut genug bei den
kurzen Brennweiten bis auf den geringen Augenabstand. Celestron Ultima = Baader Eudia = Antares Ultra sind
allerdings in meinen Augen noch etwas besser. Die ganz kurzen Brennweiten besser über eine Barlow realisieren
(gibt längeren Augenabstand, z.B. 3fach Barlow vor 10mm Ultima gibt 3,3mm mit gutem Augenabstand.

6) Und bei hohen Vergrößerungen (>200fach) ist eine parallaktische Montierung mit Nachführung zu empfehlen.

Also mach mal - und schau vielleicht mal bei einem Freund, der es bereits optimiert hat, was das bringt.
Was es nicht bringt: die Qualität der derzeit an allen Ecken sichtbaren Cassini und Hubble Aufnahmen.
Also bitte erforsche Dein Gewissen: hast Du die aus versehen unter dem Stichwort "Telementor" abgespeichert?
Was es auch nicht bringt: richtig schöne Galaxien - die gibt's halt nur fotografisch! Leider.

Gruß
 
Hi Martin,
da fallen mir 2 Dinge ein:
- Seeing
- Justage, Kühlung

Zuletzt war es meist sehr windig, grade auch in den oberen Schichten. So hatte ich auch ein recht frustrierendes Saturnerlebnis und keine umlaufende Cassiniteilung, obwohl der Planet scheinbar still und ausgestanzt im Oku stand. Allerdings im 127 MAK.

Planeten mit dem 8" Newton, der mit f/5 noch recht schnell ist, brauchen a gute Auskühlung des Gerätes und gute Justage. Bei DS fällt Dejustage machmal gar nicht auf, wenn Du keinen Sterntest machst und man hat den Eindruck guter Bilder, solange nicht völlig daneben justiert ist. Eine leichte Dejustage führt bei schnellen Newton schon zu einem wenig ansprechenden Planetenbild.
Hat der Newton eine Platte hinterm Spiegel?
Wenn ja reicht ne Stunde auskühlen nicht. Mach die Platte weg und gut ist.
Hab ich an meinem GSO auch gemacht (siehe HP)
CS
 
Hallo Martin,

ein schlechter Kontrast fällt naturgemäß bei Planeten stärker wie bei der Deep Sky Beobachtung auf. Der schlechte Kontrast kann verschiedene Gründe haben, die sich insgesamt aufsummieren :

1. Obstruktion : Grundsätzlich verschlechtert die Obstruktion des Umlenkspiegels den Kontrast. Ein Refraktor hat theoretisch immer einen besseren Kontrast wie ein Newton Teleskop.

2. Seeing : Je größer die Öffnung, um so stärker ist die Anfälligkeit gegenüber dem Seeing, da die effektive beugungsbegrenzte Öffnung durch die Größe der Turbulenzzellen der Luft, genauer gesagt durch den Fried-Parameter beschrieben wird. Ein 8 Zoll Teleskop kann seine volle Leitung daher nur bei überdurchschnittlich ruhiger Luft zeigen.

3. Tubusseeing : Eine unvollständige Anpassung des Spiegels an die Umgebungstemperatur verschlechtert die Abbildungsqualität.

4. Optische Fehler : Die Optik des Teleskops selbst ist fehlerbehaftet (zum Beispiel Sphärische Aberration) oder nicht richtig kollimiert.

Zu Punkt 1 und 2 findest Du hier ausführliche Informationen : http://www.epsilon-lyrae.de/Seeing/Seeing.html
Zu Punkt 3 findest Du hier ausführliche Informationen : http://www.epsilon-lyrae.de/TeleskopTechnik/TeleskopTechnik.html

Viele Grüße
JS
 
Hi,

was du über die Deep Sky Beobachtungen schreibst, würde mich nicht auf üble Fehler deines Newtons schließen lassen. Du solltest allerdings bedenken, dass die Menge der bei DS gesehenen Details in erster Linie von einem dunklem Himmel abhängt - aus eigener Erfahrung weiß ich, dass mein 8,5" f/5 Newton auf dem Sudelfeld mehr zeigte als ein C14 am südlichen Stadtrand von München.

Planeten: Seeing ist das A&O. Ich habe auch bei weniger als einer Stunde Abkühlzeit schon hervorragende Bilder vom Mond und den Planeten genossen - beim Mars und Mond auch mit Vergrößerungen zwischen 300 und 400 (Barlow: TeleVue PowerMate 2,5fach, Okulare von Meade oder TeleVue). Die Videobilder von Planeten, die mir mit dem Camcorder gelungen sind kann man schamlos vorzeigen. An der Optik liegt's also bei mir nicht, wenn etwas supoptimal wird, eher am Seeing oder an nachlässiger Scharfstellung.

Wenn du Zweifel am Teleskop hast, dann leih' dir mal andere Okulare aus, die über Zweifel erhaben sind <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Plössls sind aber m.E. nach eigentlich prima scharf und kontrastreich.

Ich hatte mal eine Barlow von Meade, die das Bild flau machte -> nicht zu gebrauchen.

Gruß,
Tom
 
Tach!

Ich besitze auch einen Celestron 8" f/5 Newton. Grundsätzlich bin ich recht zufrieden damit, aber ein paar Punkte sollte man beachten. Die Streuung bei den Synta-Spiegeln ist recht hoch. Meiner hat eine Zone, eine abgesunkene Kante und eine leichte Unterkorrektur. Beugungsbegrenzt ist er wohl schon, aber es ist bestimmt keiner von diesen ganzen 98er-Strehl Spiegeln.
Eine Zwangsbelüftung könnte durchaus helfen, aber bei Planeten spielen noch ganz andere Probleme rein, vor allem das Seeing. Montagabend sah der Saturn in meinem 102/500 (sic!) genausogut aus, wie in einem 20"-Dobson mit Baader Bino. Ich hatte eigentlich noch keine Nacht, in der sich mehr als 250-fach am Planeten gelohnt hätten.
Und nicht zuletzt: Encke-Teilung mit einem 8-Zöller ist IMHO einzig und allein aus dem Reich des Marketings.

Wie die anderen schon meinten: Gutes Seeing und dunkler Himmel sind wichtiger als der Strehl. So hatte ich mit dem Celestron-Teil dank Emberger Alm mehr Glück bei Stephan's Quintett als mit meinem wesentlich besseren Selbstschliff-Spiegel. Wenn Du das Staubband in 4565 sehen kannst, ist der Spiegel voll tauglich.

CS Gernot
 
Hallo Leute!

Vielen Dank für die Tipps! Wenn ich mal so rekapituliere, muss das Ganze an dem Seeing und dem Streulicht gelegen haben. Und über eine Straße hab ich auch noch beobachtet...
Ich hatte halt nur Angst irgendwelchen Schund gekauft zu haben, da ich - wie gesagt - einen Telementor gewohnt war. Im Sommer letzten Jahres bei 18° Temperatur und Saturn bei 30° Höhe zeigte der so viele Details... Polkappe, Band, Cassini rund um (6mm Ortho --> 140x). Oder Jupiter bei 21x, selbst da ließen sich die Bänder beobachten. Aber ein Refrator und dazu noch ein Telementor zeigt halt doch bessere Planeten als ein Spiegel. Zumal er frei von optischen Fehlern war (war nur ein ganz kleines bisschen überkorrigiert). Den konnte ich rausstellen und loslegen, nix mit vorkühlen. Schön, wenn das auch mit Spiegeln ginge... Was mich störte, war:
1. kein Sucher
2. nur begrenzte Stellwege der Feineinstellung der Montierung (nur begrenztes Nachführen möglich)
3. ziemlich kurzer Fokussierweg (gab Probleme beim Fotografieren)

Nichts desto trotz, vielen Dank nochmal, ich brauch also ruhige Luft und einen ausgekühlten Newton.

CS Martin
 
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