Henning81
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Gleißend zog die riesige Raumstation an der Schulter des Orion vorbei,
und der Abend unterm Himmel begann.
Kein Tau war zu spüren, kaum Wind, leichte Zirren verhinderten eine Ausnahmenacht. Bei Beobachtungsende ergab das SQM einen gemittelten Wert von 21,63. Jupiter stieg da gerade aus dem Horizontdunst auf, der Mond machte sich da gerade mit einem ersten Schein hinterm Wald bemerkbar.
Schon ziemlich tief hing das Schwert zu Beginn des Abends, aber der große Nebel Messier 42 war noch schön anzusehen. Der Unterschied zwischen 36x und 50x bestimmte, ob die vierte Komponente vom Trapez nur aufblitzte oder sicher im Raum stand. Auch Messier 43, de Mairans Nebel, war zu erkennen, er schien etwas unzentrisch an einem Stern zu hängen.
An der kosmischen 37 und Hubbles Veränderlichem Nebel scheiterte ich von vornherein und es zeigte sich einmal mehr, das eine gewissenhafte Vorbereitung den Erfolg oftmals überhaupt erst möglich macht.
Der Fokus lag sowieso auf der Messierliste, also schaute ich mir nun offiziell dokumentiert Praesepe/Krippe, also Messier 44 und dann M 45, die Plejaden an. Damit das auch mal in der Liste abgehakt werden kann.
Weiter gings zum Löwen, schön hoch steht der zur Zeit. Messier 95, 96 und 105 waren da etwa mittig unterm Bauch und dicht beisammen. Nicht sehr spektakulär, wenn man davon absieht, dass sich da drei Galaxien im Okular aufhalten. Der Dunst, wie gesagt, erschwerte die Sichtung feiner Details. Der Kern stellar, mit schnell auslaufender, neblig-ovaler Scheibe. Neben M 105 immerhin eine zweite kleine Galaxie. Wahrscheinlich NGC 3384, die ist etwas heller als NGC 3389. Wobei die Position eher auf letztere zutraf.
Das Leo-Triplett durfte nicht fehlen, klar. Mit seinen beiden fast parallel angestellten M 65 und M 66 als Augen und der Hamburger Galaxie als Mund.
Das war schon mehr als geplant, dennoch schwenkte ich hinüber zu Arktur, von wo ich über M53 meinen Weg zur Nadelgalaxie versuchen wollte.
Beim Versuch blieb es auch, dann der Kugelsternhaufen zeigte sich diesmal, zum noch unrunden Saisonstart, nicht. Deshalb setzte ich neu an, von der markanten Sternkette der Coma Berenice abwärts, so dass ich nach kurzer Sucharbeit ohne Fehltritte die Nadelgalaxie bewunderte. Erstaunlich, es schien immer der Nadelausläufer zu verschwinden, der mittig im Gesichtsfeld stand. Das lag nicht am direkten und indirekten Sehen.
Von dort war es zu verlockend, um die Blaues Auge Galaxie, Messier 64, nicht mitzunehmen. Der dunkle Bogen unterm Auge blitzte immer wieder auf, in Richtung des nächsten Sternes, war mein Eindruck.
Ein kurzes Verlieren in den Armen der Jungfrau, zuviele Galaxien, wie in aller Welt kann jemand da sicher sagen, was er vor sich hat?
Das muss erwähnt werden, ich habe noch nie eine solche Galaxiensuppe gesehen. Spektakulär. Dennoch ist mir unklar, wie ich da ehrlich diesen Teil der Messierliste abarbeiten soll.
Eine schöne Nacht, es war erst Mitternacht, aber ich hatte kalte Knie und meine Aufmerksamkeit ließ nach.
So wie jetzt wieder, jedes dritte Wort vertippe ich mich schon.
Gute Nächte, CS,
Henning
und der Abend unterm Himmel begann.
Kein Tau war zu spüren, kaum Wind, leichte Zirren verhinderten eine Ausnahmenacht. Bei Beobachtungsende ergab das SQM einen gemittelten Wert von 21,63. Jupiter stieg da gerade aus dem Horizontdunst auf, der Mond machte sich da gerade mit einem ersten Schein hinterm Wald bemerkbar.
Schon ziemlich tief hing das Schwert zu Beginn des Abends, aber der große Nebel Messier 42 war noch schön anzusehen. Der Unterschied zwischen 36x und 50x bestimmte, ob die vierte Komponente vom Trapez nur aufblitzte oder sicher im Raum stand. Auch Messier 43, de Mairans Nebel, war zu erkennen, er schien etwas unzentrisch an einem Stern zu hängen.
An der kosmischen 37 und Hubbles Veränderlichem Nebel scheiterte ich von vornherein und es zeigte sich einmal mehr, das eine gewissenhafte Vorbereitung den Erfolg oftmals überhaupt erst möglich macht.
Der Fokus lag sowieso auf der Messierliste, also schaute ich mir nun offiziell dokumentiert Praesepe/Krippe, also Messier 44 und dann M 45, die Plejaden an. Damit das auch mal in der Liste abgehakt werden kann.
Weiter gings zum Löwen, schön hoch steht der zur Zeit. Messier 95, 96 und 105 waren da etwa mittig unterm Bauch und dicht beisammen. Nicht sehr spektakulär, wenn man davon absieht, dass sich da drei Galaxien im Okular aufhalten. Der Dunst, wie gesagt, erschwerte die Sichtung feiner Details. Der Kern stellar, mit schnell auslaufender, neblig-ovaler Scheibe. Neben M 105 immerhin eine zweite kleine Galaxie. Wahrscheinlich NGC 3384, die ist etwas heller als NGC 3389. Wobei die Position eher auf letztere zutraf.
Das Leo-Triplett durfte nicht fehlen, klar. Mit seinen beiden fast parallel angestellten M 65 und M 66 als Augen und der Hamburger Galaxie als Mund.
Das war schon mehr als geplant, dennoch schwenkte ich hinüber zu Arktur, von wo ich über M53 meinen Weg zur Nadelgalaxie versuchen wollte.
Beim Versuch blieb es auch, dann der Kugelsternhaufen zeigte sich diesmal, zum noch unrunden Saisonstart, nicht. Deshalb setzte ich neu an, von der markanten Sternkette der Coma Berenice abwärts, so dass ich nach kurzer Sucharbeit ohne Fehltritte die Nadelgalaxie bewunderte. Erstaunlich, es schien immer der Nadelausläufer zu verschwinden, der mittig im Gesichtsfeld stand. Das lag nicht am direkten und indirekten Sehen.
Von dort war es zu verlockend, um die Blaues Auge Galaxie, Messier 64, nicht mitzunehmen. Der dunkle Bogen unterm Auge blitzte immer wieder auf, in Richtung des nächsten Sternes, war mein Eindruck.
Ein kurzes Verlieren in den Armen der Jungfrau, zuviele Galaxien, wie in aller Welt kann jemand da sicher sagen, was er vor sich hat?
Das muss erwähnt werden, ich habe noch nie eine solche Galaxiensuppe gesehen. Spektakulär. Dennoch ist mir unklar, wie ich da ehrlich diesen Teil der Messierliste abarbeiten soll.
Eine schöne Nacht, es war erst Mitternacht, aber ich hatte kalte Knie und meine Aufmerksamkeit ließ nach.
So wie jetzt wieder, jedes dritte Wort vertippe ich mich schon.
Gute Nächte, CS,
Henning