Andere Okulare für Bresser Space Explorer

siafuso

Mitglied
Hallo zusammen. Ich habe mir diese Woche ein gebrauchtes BRESSER Space Explorer MC 127/1900 Teleskop mit EQ-3 Montierung gekauft. Der Vorbesitzer kam damit nicht zurecht. Das Teleskop sieht sehr gut aus, keine Macken, Risse, die Gläser sind auf den ersten Blick sauber, keine Risse, keine Pilze usw. Einzig der LED-Sucher funktioniert nicht trotz neuer Batterie.
Letzte Nacht hab ich die ersten Versuche gestartet. Ich war begeistert. Allerdings gibts da kleine Probleme. Zum einen ist bei der größten Vergrößerung (PL10 mm Fully Coated Optics) das Bild verschwommen und "matschig". Die Ringe des Jupiters konnte ich nur bei dem Super Plössl 25 mm FMC in Verbindung mit der 3x Barlowlinse sehen. Wird die (subjektive?) Bildqualität besser mit hochwertigeren Objektiven?
Zum anderen rennt bei der größten Vergrößerung der Jupiter schnell durch das Sichtfeld. Ich mußte immer nachjustieren. Das ist bei dem Teleskop aber nicht ganz so leicht und fein einstellbar, damit ich länger dran bleiben kann. Die Stabilität des Stativs schätze ich als in Ordnung ein.
Bin Neuling und taste mich erst mal ran, aber das Objektiv war günstig und ich hab´s deshalb gleich gekauft.
Lohnen sich andere Objektive? Kann man das mit einem Motor zur Nachführung der Planetenbewegungen nachrüsten? Ich möchte irgendwann mal Nebel, Sternhaufen, Galaxien, Doppelsterne beobachten, später vielleicht auch mal fotografieren.

Vielen Dank.
 
Hallo und willkommen bei einem tollen Hobby :-)
Ich nehme mal an, Du hast Saturn und dessen Ringe beobachtet? Jupiter hat auch Ringe, die aber nicht mit Amateur-Teleskopen erreichbar sind.
Grundsätzlich ist es mit Okularen ähnlich wie mit Lautsprechern an einer HiFi Anlage. Je mehr man in sie investiert, umso mehr Details darf man erleben.

Die Okulare, die Hersteller ihren Teleskopen beilegen sind sicher nicht der Brüller.... aber mit Plössel und SuperPlössel sollte schon was gehen.

Nicht nur - aber besonders beim Einstieg empfehle ich Okulare mit niedrigerer Vergrößerung. Sie liefern ein größeres Gesichtsfeld - also weniger Nachführung nötig und einen besseren Schärfeeindruck.
Dass das Bild bei hohen Vergrößerungen oft matschig wird, liegt nicht nur an den Okularen, sondern vor allem auch an der Luftunruhe. Dies gilt besonders für Nächte nach warmen Tagen, weil da dann die warme Luft aufsteigt, und sich oben mit kalter Luft mischt, was zu einer Unruhe führt. Bei einem Teleskop, das erst kurz draußen steht wird das durch die Temperatur im Tekeskop intensiviert. Besonders bei Schmidt- und Marksutov-Cassegrains tritt das massiv auf. Also auch bei Deinem.
Besonders intensiv ist das in den ersten zwei Stunden. Warst Du so lange draußen?

Bei einer auch nur grob ausgerichteten Äquatorialmontierung sollte die Nachführung machbar sein. Du musst ja nur an einer der biegsamen Wellen nachführen.
Du weißt, wie Du die Montierung ausrichtest?

Ich wünsche Dir die für dieses Hobby nötige Geduld ;-)
Und klare Nächte,
Thomas
 
Schmarrn. Ich hab den Jupiter und einige seiner Monde gesehen. Sorry für den Verhauer und danke für den Hinweis. :) Das mit der Luft und den Temperaturen klingt für mich logisch. Ich werd da drauf achten. War ca. 2 h insgesamt draussen. Ich brauch also - wenn ich das richtig verstanden habe - eine Abkühlzeit bzw. Anpassungszeit für das Teleskop.
Das mit der Nachführung ist eine Fummelei; vielleicht wäre für mich eine Motornachführung besser (aber auch teurer). Das mit der Montierung hab ich vorgestern irgendwo gelesen, mich aber noch nicht wirklich damit beschäftigt. Ich erarbeite mir so nach und nach die Grundlagen. Begriffe wie, Newton, Altazimut, Maksutov, Cassegrain, Apochromatisch, Refraktor, Reflektor, Catadioptrisch, Parabolisch sagen mir noch nichts, aber das wird noch.
Ich werd mal bei den Objektiven anfangen.
 
Hallo,

sicher hast du die Montierung nicht richtig ausgerichtet. Vor 3 Wochen lief mir in einem Gebrauchtwaren Hof ein vergewaltigtes Spiegelfernrohr samt parallaktischer Montierung zu. Da hatten die Vorbesitzer die Pol Achse mit Gewalt nach unten umgeklappt und dann beim Versuch etwas einzustellen auch noch den Sucher abgerissen. So landete das Opfer dann ein mal "ausprobiert" im Sozialkaufhaus. Hätten sie ein mal ordentlich in die Aufbau Anleitung geschaut; so habe ich das Rohr samt Montierung wieder in Ordnung gebracht und OHNE GEWINN einem neuen Besitzer zugeführt.

Wichtig ist für die parallaktische Montierung, dass die Polhöhe (gleich der geografischen Breite eures Wohnorts) eingestellt und fixiert wird. Dann wird das Stativ so aufgestellt, dass die Pol Achse nach Norden zeigt. Die Achse liegt dann parallel zur Erdachse. Jetzt genügt das Drehen an der Feinbewegung für diese Achse zum Nachführen und das Beobachtungsobjekt kann, auch ohne Motor, leicht verfolgt werden.

Bevor du neues kaufst, arbeite dich erst ein mal ein. Lerne das Rohr und die Montierung am besten bei Tag schon ein mal kennen, dann findest du die Griffe für die Klemmung und die Feinbewegung auch im Dunkeln. Geduld führt zum Ziel!

CS Gerhard
 
Danke für die Tips! :y:
 
Update:
Nachdem ich Ende 2024 nicht mehr viel gemacht hab, hab ich jetzt wieder a bisserl probiert. Ein Kollege hat sich mein Teleskop angesehen, er hat mir erklärt, wie ich die Nordung einstelle und dass die 3x-Barlow einfach zu groß für das Teleskop ist. Am Montag Abend konnte ich bei bestem Wetter die Venus beobachten, die außergewöhnlich hell war sowie den Mond, bei dem man am Rand schön die Höhenunterschiede an der Oberfläche sehen konnte.
Ob ich bei dem Teleskop bleibe oder mir ein etwas besseres hole, weiß ich noch nicht. Toll wäre was mit Nachführung, bisserl mehr Lichtstärke.
 
Hallo siafuso,

das freut mich zu hören und klingt nach einem schönen Fortschritt.

Eine Empfehlung ist auch immer, sich an eine Amateur-Sternwarte oder einen Verein in der Nähe zu wenden und dort andere Geräte auszuprobieren sowie sich auszutauschen. Dann kannst du gezielter aufrüsten.

Viele Grüße,
Hendrik
 
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