Anderson Teleskop: Wo muss man ziehen, wo drücken?

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Thomas_Stelzmann

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Hallo,

seit geraumer Zeit schon spiele ich mit dem Gedanken, einfach mal zu versuchen, ein Anderson-Teleskop (Glass Bender) aus einem Newton zu bauen.

Hierbei wird der Hauptspiegel über Zug und Druckpunkte so verformt, dass der Fangspiegel aus dem Einfallssstrahlengang herausrücken kann und das System obstruktionsfrei wird.

Ich habe glücklicherweise nun einen 6"-f10-Spiegel erstanden, und will es damit mal versuchen, man muss etwas stärker ziehen als beim Vorbild, einem f15:

http://hometown.aol.com/stressedglass/index.html

Weiß einer von Euch, wo am Spiegel man drücken und ziehen muss?

Wird das in Abhängigkeit von Durchmesser und Brennweite berechnet oder muss man das ausprobieren?
Ich habe auf der Seite nichts darüber gefunden, oder es übersehen..


Viele Grüße
Thomas

 
Hi Thomas,

ich habe heute grade zufälligerweise über das Yolo-Teleskop gelesen.
Dort wird auch ein "warping harrass" benutzt.
Da ich davon nichts verstehe, mich aber erinnere, kann ich nur sagen:
Es kommen nur die beiden Ebenen meridional oder sagittal fürs "verwarpen" in Frage.
Das sind einfach eine Kralle, die von vorn auf den Spiegel fasst und eine andere, die um 90 GRad versetzt von hinten dagegen drückt - verstellbar = auseinanderdrückbar mit einer Schraube.
Man sollte natürlich Kork oder Gummi unterlegen, aber ich habe uach mal einen Bericht gelesen, wo das mit Erfolg praktiziert wurde mit trial and error.
Viel ERfolg und verwarpte Grüße und
cs
Jorgos
 
Hi Jorgos!

Ich habe davon auch keine Ahnung, deshalb ist "trial and error." ein guter Vorschlag! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Anders hat Mr. Anderson das wahrscheinlich auch nicht gemacht.

Die Mechanik an sich wird gar nicht das Problem sein, vom Prinzip her ist die ja einfach.
Mich interessieren vor allem die genauen Positionen der Druckpunkte.
Egal, ich quetsch einfach mal ein bißchen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Das wird das erste Teleskop in unserer Flotte mit Warpantrieb. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Viele Grüße
Thomas
 
Hallo Thomas,

damit du nicht sogleich beim Test schon mit zwei Spiegeln arbeiten musst, kann man den Spiegel auf seiner Spiegelzelle belassen und auf einer Hilfskonstruktion montieren.
1. Bestehend aus einem langem Brett (>länge der Brennweite) und breite (dreifacher Spiegeldurchmesser)
2. Kurzes Brett zur Aufnahme von Spiegelzelle + Spiegel seitwärts an einem Ende des langen Brettes rechtwinklig montieren.
3. Auf dem langen Brett lässt sich dann der Strahlengang bis zum Spiegel aufzeichnen. Neben Diesem, lässt sich nun auf einer geeigneten Projektionsfläche ein Laserpunkt abbilden.
4. Durch vererstellen und verwarpen, wie schon von jorgos beschrieben, wird nun der Laserpunkt soweit nach aussen verlegt, wie es für den Umlenkspiegel (Dm =?) erforderlich ist und dann bis zur Brennpunktendfernung anzeichnen.
5. Mit einer dort, an einem Okularauzug anebrachten WebCam in Spiegelbrennweite, lässt sich jetzt mit Sterntester die weitere Justierung vornehmen.
6. Danach erst wird der Umlenkspiegel, entlang der eingezeichneten Linie in Richtung Hauptspiel in den Strahlengang gebracht und positoniert. Denn die notwendige Huptspiegeldeformation ist ja abgeschlossen, wenn die Beugungsbilder in beiden Richtungen Ok sind.
7. Danach kann man den benötigten Fokusweg austesten und das ganze System mit dem Umlenkspiegel einjustieren.

Ich baue nach dieser Methode (ohne Umlenkspiegel) einen 114/900 Newton zum obstruktionsfreien Sonnen - Telekop mit WebCam um, in dem auch Filter und Spektralgitter eingesetzt werden können.
Vieleicht hilft Dir der Tipp weiter.

Gruß Günter
 
Hallo Günter,

vielen Dank für die Beschreibung, das ist eine gute Idee.

Aber nach wie vor steht ja die Frage im Raum: Wo muss ich die Kräfte ansetzen?

Weißt Du da was Genaues?

Grüße
Thomas
 
Hallo Thomas,

ich dachte, das wird sofort am Beugungsbild sichtbar deshalb die WebCam.
Das Beugungsbild des undeformierten Spiegels zeigt ja einen Fehler an, so lässt sich durch zug und druck, von unten oder oben sehen, wie Es sich dabei verhällt und an welcher Seite man ziehen oder drücken muss.

Gruß Günter
 
Hi Thomas und Günter,

ich hab mal versucht, mir was zu überlegen:

Das ist doch etwa dasselbe wie der Koma-Fehler.
WEnn ein schiefer Strahl auf eine Kugelfläche fällt, sieht er saggital die richtige, alte Krümmung. Meridional sieht er eine stärkere Krümmung. Also müsste man die "wegdrücken", indem man meridional (also in der Ebene in der der SPiegel geschwenkt worden ist) die Krallen von vorn auf den Spiegel setzen müsste und unter 90 Grad dazu
von hinten drückende am Rand anpacken lassen.
Sind meine Überlegungen richtig?
Viel Erfolg, verdrückte Grüße und
cs
Jorgos
 
Re: Anderson Teleskop: Wo muss man ziehen, wo drüc

Hi Jorgos,

ich kann das zwar nicht so schön ausdrücken wie du, aber in der Richtung gingen meine Überlegungen ebenfalls.

Gruss,
Chris (der erstmal bei Standard-Newtons bleibt)
 
Re: Anderson Teleskop: Wo muss man ziehen, wo drüc

Hallo,
Mir ist auch nicht so ganz klar, wie man die Deformierung berechnen und die richtigen Angriffspunkte bestimmen kann. Meine Idee dazu wäre rund um den Spiegel herum Angriffspunkte zu setzen und dann durch wechselseitiges Probieren den Druck oder Zug auf jeden einzelnen Punkt zu verändern bis die gewünschte Abbildung erreicht ist.
So ganz einfach stelle ich mir das nicht vor, weil bei jeder Veränderung auch die Justierung des Teleskopes nachgestellt werden muß. Und wenns dann etwas kälter oder wärmer wird, dann verändert sich alles wieder.
Ich hab mal in Sky and Telescope eine Lösung gesehen, da haben sie einen torischen Fangspiegel geschliffen der alle Bildfehler ausgleicht. Das halte ich im Endeffekt für die einfachere Lösung.
Grüße Martin
 
Re: Anderson Teleskop: Wo muss man ziehen, wo drüc

Hallo,

meinst Du, ausprobieren wäre das einfachste? (Ich kann keine Spiegel schleifen....)

Grüße
Thomas
 
Re: Anderson Teleskop: Wo muss man ziehen, wo drüc

Hi Thomas und Marty,

in Advanced Amateur Telescope Making steht - glaube ich - über das Yolo-Teleskop, dass das Verwarpen ganz einfach geht: nur kreuzweise ziehen und drücken, also nur vier Stellen, an denen Kräfte anpacken.
Verklemmte Grüße und
cs
jorgos
 
Re: Anderson Teleskop: Wo muss man ziehen, wo drüc

Hallo Thomas,

zu dem Therad, ist Information für dich in der Post, schau mal nach.

Gruß Günter
 
Re: Anderson Teleskop: Wo muss man ziehen, wo drüc

Hallo,
Einen torischen Spiegel zu schleifen ist gar nicht so schwer, ich habs gerade gemacht, allerdings unbeabsichtigt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
Grüße Martin
 
Re: Anderson Teleskop: Wo muss man ziehen, wo drüc

Hi Thomas,

ich habe gerade versucht, die Literatur zu finden:
Es muss heißen: Advanced Telescope Making Techniques.
Da steht auf Seite 114 (1. Band, Optics) ein Bild vom Yolo.
Das hat aber zwei konkave Spiegel. Der erste ist verkippt, so dass das Licht nicht obstruiert wird. Dann trifft
es den zweiten Spiegel, der wieder verkippt ist,so dass das Licht den einfallenden Strahl überschneidet.
Dieser zweite Spiegel ist verwarpt.
Aber irgendwo habe ich gelesen, dass das auch mit nur einem Spiegel à la ´Herschel geht.
So, nun viel SPaß beim verwarpen und dann später
cs
jorgos
 
Re: Anderson Teleskop: Wo muss man ziehen, wo drüc

Hi!

Okay, Du hast Recht....vielleicht könnte ich es, ich weiß es nicht.

Aber da muss man sich ja langsam rantasten, und da habe ich ehrlich gesagt im Moment keine Lust zu.
Hast mich ertappt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Viele Grüße und einen schönen Abend! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Thomas
 
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