Anfängefrage FITS oder SER

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lochj71

Neues Mitglied
Hallo,
ich arbeite mich gerade in die Materie der Astrophotographie ein. Komme ganz gut voran, trotz vieler (wirklich vieler) Fragen. Aber das lösen der Fragen macht auch riesig Spaß!
Aber zu einem Thema finde ich keine Antwort. Vielleicht könnt Ihr mir ja ein Link nennen, wo ich ein Lösung finden kann.

Erst mal zum Ausganggaspunkt. Ich habe ein Skywatcher 150PDS auf einer HEQ5-Pro. Und die ZWO Kamera ASI 485 MC. Aktuell benutze ich SharpCap zum Aufnehmen. Bei den Bearbeitungstools lass ich mich noch sehr stark von YouTube und Foren beeinflussen. Denke, das ist auch der Grund meiner Frage, habe wirklich noch nicht den richtigen Workflow gefunden/ richtig verstanden (also wann was).

Und somit komm ich zu meiner Frage. Ich lese immer bei Planetenaufnahmen sollte man Videos machen und bei DeepSky mit FITS arbeiten. Aber warum ein Mal ein Video und ein Mal ein Foto?
Das Video wird doch auch in einzelne Fotos zerlegt und dann gestackt. Wie ich es bei FITS auch machen würde (also mehrere Aufnahmen und dann Stacken).

Ich will mich als nächstes an den Orion Nebel ran machen. Und ich werde dazu 100 Aufnahmen á 20sek wählen (Guiding mache ich mit PHD2) probieren. Und ich werde FITS als Format wählen. Aber warum ich das mache; sorry, ich könnte es nicht begründen.

Wo kann ich nachlesen, warum man Video oder Einzelbild wählt.
 
2 Anworten:

Videos bei Planeten, weil man ja möglichst kurze Einzelaufnahmen machen will. Möglichst im ms Bereich, damit das Seeing "ausgetrickst" wird. Und mit was speichert man ganz viele kurze Aufnahmen? Genau, mit einem Video Format.

Fits benutzt man, weil man in der EBV die unkomprimierten, ungedebayerten Daten verarbeiten will. Und Fits speichert genau das. Übrigens sogar 4 (!) Farbkanäle, d.h. 2 mal Grün.
Aber ganz wichtig, Fits speichert auch gleichzeitig noch astronomische Annotierungen zum Bild, zB Koordinaten, eingesetzte Kamera, Pixelscale, Koordinatenssystem, Inhalt der einzelnen RAWs, usw.

Gruß
Peter
 
Hallo,

es geht eigentlich beides. Wichtig um bei Astroaufnahmen alles an Detail und Qualität rausholen zu können ist, daß man als Rohformat abspeichern kann, wie Peter erwähnt. Das kann dann alles z.B. in einem Ordner als .FITS-Einzeldateien sein oder schön zusammengefasst in einer .SER-Datei. Man verliert bei beiden Formaten nichts und kann eine Anzahl .FITS-Dateien in eine .SER-Datei umwandeln oder einzelne .FITS-Dateien auch aus .SER-Dateien extrahieren.
Nur komprimiertes Video (mpeg o.ä.) sollte man nicht nehmen. Da verliert man Informationen.
Programme die Planetenaufnahmen auswerten lesen Aufnahmeserien meist als einzelne FITS-Dateien und auch als SER-Dateien. Programme die sich auf Deep-Sky-Bildverarbeitung spezialisieren, können oft aber keine SER-Dateien lesen.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo,

Im Prinzip kann man auch bei Deep-Sky Aufnahmen im SER Format aufnehmen und arbeiten. Das ist übersichtlicher, da man nur mit einer Datei zu tun hat, statt mit vielen.
Allerdings hat die Aufnahme in einzelnen FITS Dateien auch Vorteile:
Man kann z.B. schon während die Aufnahme noch läuft die ersten Bilder anschauen, Probe-Stacks machen oder ggf. noch Aufnahmeparameter oder den Bildausschnitt anpassen. Die SER-Datei ist ja erst fertig geschrieben, wenn die Aufnahme beendet wurde.
Bei einem Absturz der Aufnahme-Software sind zumindest die bisher geschriebenen Aufnahmen noch erhalten. Bei einem halbfertig geschriebenen SER File kann das funktionieren, muss aber nicht.
Außerdem ist es bei Einzeldateien leichter, einzelne Bilder mit verwackelter Nachführung, durchziehenden Wolken oder Flugzeugen auszusortieren und zu löschen. Ein Bild aus der Mitte eines SER Files bekommt man nicht so ohne weiteres los. Ist aber wahrscheinlich auch nur relevant, wenn man etwas auf den Speicherplatz achten muss.

Grüße,
Steffen
 
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