Anfänger - 6 Zoll Refaktor gekauft - wie weiter?

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avanar

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Hallo liebes Forum. Habe mich grade neu angemeldet und bin von der Fotografie nun auf die Astronomie gestoßen. Interessiere mich schon immer für das Weltall und habe daher in den letzten Wochen sehr interessiert solchen Foren wie diesem hier gefolgt und gelesen was alles so möglich ist.

Allerdings muss ich mittlerweile zugeben, dass das alles komplizierter ist als ich dachte... Weshalb ich nun ein wenig Hilfe gebrauchen könnte.

Ich habe mir nun auf Ebay.de folgendes Teleskop ersteigert:

Lieferumfang:

Optischer Tubus 6 “ Refraktor 1200mm Brennweite
Sucherfernrohr 8x50 Finder
Elektrischer Fokussierung
Rohrschellen mit kurzer Prismenschiene
Link zur Grafik: http://www.wiiuforum.de/refraktor.jpg

Nun benötige ich ja noch einiges dafür um das Nutzen zu können. Nur was genau? Hat da jemand Kauftipps?

Ich denke ich brauch einen "Ständer, Okulare, Prismen"? Und villeicht noch was? Wäre über Hilfe dankbar :-)
 
Hallo,

ein 6"/f8 Refraktor als Erstteleskop, das ist sportlich...

Selbst für´s visuelle kosten ein Stativ und eine Montierung die das vernüftig trägt ein mehrfaches Deines Teleskops.

Und wenn Du fotografieren willst, oh,oh...

Schreib mal, was Du genau damit machen möchtest.

Gruß Uwe
 
Hi

Mit so einer kleinen Montierung wie auf dem Bild zu sehn wird wohl nicht allzuviel Freude aufkommen - nicht umsonst ist da ein Motofokussierer dran - das Teil wackelt wie ein Kuhschwanz...

Solide wirds mit Montierungen ab ~800-1000€. Zenitspiegel und Fringekiller kommen zusammen auf etwa 200-250€, ein einfaches Übersichtsokular auf etwa 100€, 2-3 einfache Okulare für höhere Vergrößerungen kosten zusammen etwa 100-150€.
Je nach Beobachtungsziel kommen noch Kosten für weitere Filter hinzu und je nach Einsatzort (Garten/Unterwegs) noch unterschiedliche Stromversorgungen. Und noch Kleinkram wie geeignete Lampen, Sternkarten, Literatur - das lässt sich aber auch günstig selbst zusammentragen.

Also bevors ins Detail geht würde ich mir eher überlegen, ob Du wirklich mit so einer schweren/anspruchsvollen Optik einsteigen möchtest und v.A. was Du überhaupt beobachten oder ggf. fotografieren möchtest. Könnte gut sein, dass Du deutlich günstiger wegkommst, wenn Du die gleich weiterverkaufst.

cs
Jürgen
 
Hallo.

So wie es aussieht hast du keinerlei Kenntnisse von Gebrauch eines Teleskops.

Ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, das eine Beratung umfangreich und heftig wird, dir alles von Grund auf beizubringen, sondern, eine dahingehende Beratung wird SEHR umfangreich und heftig werden.

Ich möchte damit jetzt nicht beginnen, aber mach dir schon mal über deine Finanzen Gedanken, um den Tubus nutzen zu können, solltest du nochmals 1500 bis 2500 Euro für Montierung, Okulare und Zubehör einplanen.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo avanar,

Du brauchst einige Sachen. Zuerst wäre eine Montierung mit Stativ zu nennen. Da das Teleskop schwer und lang ist, sind die HEQ-5 und die (N)EQ-6 die preisgünstigsten Modelle, welche sinnvoll sein dürften.

Da Du ohne Kopfverrenkungen beobachten möchtest, brauchst Du ein Prisma. Ich würde ein 2"-Exemplar vorschlagen, welches im Bundle mit einem Übersichtsokular etwas weniger kostet als beide Teile einzeln. Solltest Du jung und daher mit großen Augenpupillen gesegnet sein, könntest Du allerdings auch "entbundeln" und als Okular ein 56-mm-Plössl einsetzen. Das bringt 7 mm Austrittspupille und macht mit einem schmalbandigen Linienfilter eine Menge Spaß. Das wahre Gesichtsfeld ist in einem 40-mm-Weitwinkelokular aber nicht oder kaum kleiner.

Der schnelle Achromat ist eher ein Deep-Sky-Instrument, also sind hohe Vergrößerungen nicht ganz so wichtig. Stufe daher weitere Okulare passend ab. Bei großen Brennweiten im Brennweitenverhältnis 1:1,4 bis 1:2, anschließend 1:1,4. Unter 4 mm Okularbrennweite wäre aber nicht einmal im Apo oder Newton sinnvoll ...

Falls Du doch Planeten beobachten möchtest, dürfte das ohne Filter kaum möglich sein, weil der Farbfehler hier zuschlagen wird. Farbfilter sind je nach Planet unterschiedlich hilfreich, sogenannte Minus-Violett-Filter wirken sich auf alle Objekte gleich gut (oder schlecht) aus. Der Kauf der Filter kann aber noch warten. Ich würde 1,25"-Typen nehmen.

Für Deep-Sky kann man auch den Kauf eines entsprechenden Filters ins Auge fassen. Der sollte ins Übersichtsokular bzw. in das Prisma passen. Die genaue Type sollte man später besprechen. In einer Stadt ist er wichtiger als auf dem Land.

Grüße

fquadrat
 
Hallo,

schönes Gerät, das Du da hast, aber auch anspruchsvoll, was die Technik drum herum betrifft. Beisst Du Dich aber hier durch, kannst Du sehr viel Freude mit dem Setup haben.

Okulare:
Ich würde hier folgende Okularbrennweiten zusammen stellen:
50mm, 25mm, 13mm, 8mm
Bei den Okulartypen kämen sogar schon preisgünstige Plössl-Okulare in Frage. Je nach Anspruch und persönlichem Auge gäbe es aber auch noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten, die man sicher besser in einem gesonderten Thread bearbeiten sollte. Hier also als Tip Plössl-Okulare, die HR Planetary Serie könnte hier auch vernünftige Dienste leisten.

Zum 'Ständer'
Wir unterscheiden hier grundsätzlich zwischen Sativ oder Säule und dem eigentlichen Achskreuz. Das Achskreuz nennen wir Montierung.

So eine Montierung kann man ganz vereinfacht in zwei Kategorien einteilen, die azimutalen Montierungen (also einfach nur hoch/runter/rechts/links) und die äquatorialen Montierungen (schaut der azimutalen Montirung schon etwas ähnlich, jedoch ist eine Achse schräg gekippt und allermeist haben sie Gegengewichte dran.

Wenn nun die Leute hier sagen 'au, das wird teuer' haben sie natürlich recht, denn so ein Refraktor sollte schon auf eine äquatoriale Montierung gepackt werden.

Einfach über den Daumen, wenn ich mir die Bilder zu dem Refraktor ansehe, würde ich mal mindesten von einer H-EQ5 Montierung ausgehen, besser (wackelfreier) aber wohl eine EQ6.
Zum Stativ, das bei diesen Montierungen dabei ist, ist zu sagen, besser geht immer, aber für den Anfang reicht es schon aus.

So, nun noch ein Zenitspiegel dazu, damit man in Zenitnähe noch angenehm in das Okular schauen kann, wären wir dann bei etwa 800-1300 Euro, was Du noch anlegen musst um den Refraktor beherrschbar zu machen.

Dabei hast Du noch keine Aussage über die Qualität des Teleskops getroffen, wahrscheinlich kannst Du das als Anfänger auch gar nicht. Es stellt sich also die Frage, lohnt es sich, so viel Geld nochmal zusätzlich anzulegen mit der möglichen Option, daß es die ganze Sache gar nicht wert ist, oder würde es Sinn machen, den Refraktor wieder zu verkaufen und mit etwas anzufangen, was mehr auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

..weiß ich nicht... musst Du entscheiden.
 
Hallo avanar,
ich habe auch so ein Teil. Sicherlich gibt es öfter empfohlene Einsteigerteleskope, aber man kann schon einiges damit machen und sehen.
Aller Unkenrufe zum Trotz ist das Gerät - so es denn keine "Gurke" ist - am Mond mit Fringe-Killer-Filter eine Wucht!
Ich würde mich an deiner Stelle nach einer gebrauchten EQ 6 umsehen, auch Okulare, Filter und Zenitspiegel kann man gebraucht kaufen.
Die meisten von uns behandeln ihre Sachen pfleglich.
Viele Grüße
Martin
 
Hier noch ein Bildbeispiel mit der Röhre: Jupiter mit Callisto und Europa von gerade eben mit einer Webcam bei 3600mm Brennweite.
Die Farben stimmen nicht (Farblängsfehler beim Achro), der Blaukanal ist matschig, aber man kann doch ein bisschen was erkennen. Vielleicht schreckt dich das etwas ab oder die Vorfreude steigt?!
Bei Top-Seeing sieht man mehr und bessere Fotografen bekommen sicher auch bessere Bilder als ich damit hin.
Viele Grüße
Martin
 

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Guten Morgen liebes Forum :-),

Danke erst einmal für die zahlreichen Antworten.

Mir war schon bewusst dass da noch einige Kosten auf mich zukommen. Zum Probieren habe ich mir deshalb auch gleichzeitig ein billiges "Seben" Teleskop mitbestellt, womit ich zur zeit herum probiere.

Über den Refraktor selbst kann ich noch keine Antworten geben. Der wird jetzt die Woche erst versendet. Das Bild von oben stammt aus der Ebay-Auktion. Da ich nun aber schon nach und nach schauen möchte, dass ich den rest dafür zusammen bekomme und ich keine ahnung hatte was ich genau brauche, habe ich mich halt hier an euch gewandt :-)

Ich selbst komme aus Frankfurt am Main und das Teleskop steht hier hauptsächlich auf dem Balkon, wo ich nun auch schon mit dem billigen Teleskop ein wenig beobachte.

Ich würde mich über die Zeit schon gerne zur Astrofotografie vorarbeiten. Allerdings musste ich schon in den letzten Tagen feststellen, dass dies viel Erfahrung brauch. Deshalb ist das für mich zunächst noch uninteressant. Wichtiger wäre dass ich mit dem Teleskop dann vernünftig beobachten kann. Da ich wie gesagt noch Einsteiger bin sind einfache Objekte für mich viel schneller zu finden. Weshalb ich mich anfangs erstmal gerne für Planeten, Mond und Sonne spezialisieren würde.

Später würde ich mich dann auch gerne immer weiter an Deep Sky heranwagen.

Um die "Ständer-Frage" nochmal aufzugreifen. Ich habe hier grade etwas ziemlich günstiges gefunden. Würde das für den Anfang ausreichen?

http://www.opticalvision.de/images/products/large/482.jpg
 
Hallo Avanar,

die Säule müßte gehen, aber die Montierung oben drauf, die das Teleskop trägt, ist bei dem genannten Preis nicht dabei. Die kostet bei diesem Händler nochmals etwas über 1300 €.

Grüße

Kurt
 
Hi

Wie schon erwähnt: Neu kostet so eine Montierung (also sozusagen der Stativkopf, wobei oft schon ein einfaches, anfangs ausreichendes Stativ dabei ist) so rund 800-1000€ aufwärts. Gebraucht auch öfter mal für ~600€ zu finden. Günstiger wirds nicht.
Und fotografisch gibts dann noch weitere Probleme und erst recht Kosten. Allein schon meine Erinnerungen an den frankfurter Nachthimmel.... Ich würde da auf etwas deutlich transportableres setzen oder aber nach möglichkeiten suchen, irgendwie durch die Suppe durchzukommen. Irgendwo hier müsste auch noch ein Schnappschuss von meinem Frankfurter Balkon herumschwirren. Kurz gesagt: Kurz gesagt ist der Hintergrund bereits nach ~30 Sekunden limitiert, d.h. bis man lange genug belichtet hätte, um etwas auf dem Bild zu erkennen, ists komplett orange-bräunlich und unbrauchbar.
Ein paar Möglichkeiten für Astrofotografie aus der Stadt gibts zwar schon - aber für mehr als Mond (den in SW umwandeln, Farben lassen sich da leider nicht herausarbeiten) und Planeten/Sonne würde ich deinen Refraktor nicht unbedingt empfehlen.

Also wie schon gesagt: Eigentlich ein sehr schönes Gerät, aber zum Einstieg verschlingt es sehr viele Ressourcen und bringt in der Stadt mangels Transportabilität große Nachteile. Für das Geld, was das 'Drumherum'so kostet, ließe sich eine für dich deutlich nützlichere Ausrüstung zusammenstellen oder aber für das, was dir ein 6"/8 Refraktor da zeigt, kommt man auch mit deutlich weniger Geld aus.

cs
Jürgen

edit:
Fotografie + Beobachtung würde ich eh trennen, wenn eine DSLR bereits vorhanden ist. Dann für die lieber eine kleine Nachführeinheit kaufen oder aber selbst basteln (--> Barndoor) und damit ein wenig rausfahrn. Muss nicht gleich bis in den Taunus sein, aber eben so weit, dass Du nicht über die Stadt und schon gar nicht aus der Stadt heraus fotografierst. Am Rand von Schwanheim gehts z.B. schon einigermaßen, zumindest wenn man nicht direkt richtung Flughafen fotografiert; war allerdings nicht jedermanns Sache, dort Nachts rumzuhängen.
 
Hallo,

Zitat von avanar:
Ich selbst komme aus Frankfurt am Main und das Teleskop steht hier hauptsächlich auf dem Balkon, wo ich nun auch schon mit dem billigen Teleskop ein wenig beobachte.

Du möchtest also mit dem Gerät vornehmlich unter dem frankfurter Stadthimmel vom Balkon aus beobachten?

Da beschränkt sich der Himmel, pauschal gesagt, auf Mond, Planeten und (mit geeigneten Filtern) die Sonne.

Für Deepsky musst Du aus der Licktglocke der Stadt rausfahren.
In dem Moment muss man sich dann Gedanken machen, ist man dazu generell bereit und wieviel Gewicht an Geraffel möchte/kann man überhaupt schleppen. Der Tubus wird sicher so seine ~12kg haben, die passende, bereits genannte Montierung EQ6 kommt auf 16kg, plus 8kg für das Stativ plus etwa 12kg Gegengewichte. Dazu dann noch Okulare, Sternatlanten, Stromversorgung, gerne hat man ja noch einen Tisch dabei...

Also, das soll Dich nicht erschrecken, es wird ja so vielerorts gemacht. Die Frage die du Dir stellen musst ist, ob Du das so machen möchtest.

Wenn Du dagegen sagen kannst, daß Du zumindest mit DIESEM Gerät lieber daheim auf dem Balkon bleibst, könnte man den Refraktor auch auf eine azimutale Montierung packen. Mit der kann man zwar nicht oder nur nur sehr bedingt fotografieren, dafür ist sie leichter zu bedienen (hoch/runter/rechts/links) und muss beim Aufstellen nicht ausgerichtet werden, man stellt sie einfach hin und gut ist.

Später würde ich mich dann auch gerne immer weiter an Deep Sky heranwagen.

Dazu müsstest Du, wie gesagt, aus der Lichtglocke von FFM raus. Vllt. machst Du Dir mal den Spaß nach Norden auf den Vogelsberg zu fahren. Bei Stumpertenrod steht die Sternwarte der Sternenwelt Vogelsberg. Dort wirst Du sicher sehr freundlich aufgenommen, kannst Deine Fragen stellen und auch durch Teleskope durchgucken um Dir selbst ein Bild zu machen.

Um die "Ständer-Frage" nochmal aufzugreifen. Ich habe hier grade etwas ziemlich günstiges gefunden. Würde das für den Anfang ausreichen?

Nun, das ist nur die Säule mit den drei Füßen dran. Der Montierungskopf ist hier noch nicht dabei. Ich sagte ja, wir unterscheiden beim 'Ständer' zwischen Stativ, Säule also generell dem 'Unterbau' und der Montierung, also dem Achskreuz, das letztlich das Teleskop bewegt.

Ich würde aber an Deiner Stelle mit Anschaffungsgelüsten an dieser Stelle noch warten, bis das Teleskop eingetroffen ist. Der Tip mit der H-EQ5 oder EQ6 war lediglich aufgrund des Bildes mal aus dem Bauch heraus genannt. Es kann auch sein, daß man hier, je nach Teleskopgewicht, nochmal neu überlegen muss.

 
Zitat von raziel28:
Nun, das ist nur die Säule mit den drei Füßen dran. Der Montierungskopf ist hier noch nicht dabei. Ich sagte ja, wir unterscheiden beim 'Ständer' zwischen Stativ, Säule also generell dem 'Unterbau' und der Montierung, also dem Achskreuz, das letztlich das Teleskop bewegt.

Ok verstehe. Das mit dem Lichtproblem ist natürlich ärgerlich. Ein großes Problem aus Frankfurt raus zu kommen habe ich aber eigentlich dann später auch nicht. Wohne hier ganz am Rand - Griesheim ;-) Hab hinter dem Haus im Garten schon mal Lang belichtungsaufnahmen ohne Teleskop vom Himmel gemacht. Weiß jetzt nicht ob man das vergleichen kann, aber hinter dem Haus wo es dunkel war, war es mit dem schleier echt ok. Da könnte ich dann auch immer mal das große teleskop aufbauen.

Allerdings wo ihr das nun alles so erläutert mache ich mir natürlich schon gedanken ob mein schnellschuss eine gute entscheidung war? Das Bild von Spacecadet macht mir schon lust auf mehr.

Eine große hilfe wäre mir villeicht nun einfach mal die optionen aufzulisten. Was ich für den refraktor brauche weiß ich ja nun ungefähr.

Was wäre denn eine leichte/günstigarere ca. gleichwertige alternative? Den Refraktor werde ich wohl fürs erste behalten da ich denke einen guten preis gezahlt habe? 200€ Aber villeicht sollte ich statt das nun fertig zu machen dann erstmal in ein geeigneteres gerät investieren. Mir macht es auch nichts hier mehrere teleskope stehen zu haben ;-)... Fürs erste bin ich mit dem Seben Big Bos erstmal ganz gut bedient. Ich denke da werde ich die nächsten Tage und wochen noch meinen spaß haben. Gestern war hier kurzzeitig ein recht klarer himmel und das war echt genial damit in den himmel zu schauen :-)
 
Hallo nochmal,

das...
Zitat von avanar:
Allerdings wo ihr das nun alles so erläutert mache ich mir natürlich schon gedanken ob mein schnellschuss eine gute entscheidung war?
wie auch das...
ich denke einen guten preis gezahlt habe? 200€
...hängt ja maßgeblich davon ab, ob das Teleskop in Ordnung ist und davon würde ich auch alles weitere abhängig machen.

Machen wir mal Nägel mit Köppen:

0) (Brauchst Du sowieso):
- kostenloses Stellarium herunter laden und den 'Himmel' damit erkunden.
- Sternatlas, z.B. den Deepsky Reiseatlas kaufen
- Telrad kaufen

a) der Refraktor ist in Ordnung
- gebrauchte EQ6 mit Stativ besorgen, 4 Okulare (weiter oben im Thread schon beschrieben) und Zenitspiegel dazu.

b) den Refraktor verwerfen
- zunächst visuell anfangen, z.B. mit einem 8" oder 10" Dobson, da bist Du mit Zubehör mit etwa 500 € dabei, mit glücklichem Händchen auch mit ~400 €. Für Deepsky dann ggf. raus fahren.

- Statt mit dem Dobson mit Teleskop auf äquatorialer Montierung beginnen:
-- 6" f/5 auf EQ5 (ca 800-900 € inkl Zubehör)
-- 8" f/5 auf EQ6 (ca 1500-1800 € inkl Zubehör)

Zur Fotografie:
Natürlich möchten die Einsteiger immer auch gerne gleich das, was sie sehen auch festhalten. Der Wunsch ist ja mehr als legitim, die Praxis zeigt aber bei denen, die dann wirklich Fotografie betreiben, daß man sich hierfür mit der Zeit ein weiteres Setup aus Teleskop, Montierung und eben dem ganzen Zusatzkram anschafft.
Diese 'Fotomaschine' ist dann meistens auch kleiner als das visuelle Gerät zum gucken. Als Einsteiger in die Fotografie bist Du z.B. gut beraten, bei einer Brennweite um die 500mm zu bleiben, einfach, damit die Fehlerquellen beherrschbar bleiben. Das aber nur mal als Nebenkriegsschauplatz genannt.

Aber egal was Du daraus machst, der beste Tip ist immer noch, schließe Dich anderen Sternfreunden an, da lernst und entwirrst Du in einer Nacht mehr, als es hier im Forum in Wochen möglich wäre.
Ich nannte ja bereits die Sternenwelt Vogelsberg, darüber hinaus gibts aber im Taunus und Spessart einige Leute.
 
Hi avanar,

wenn es kostengünstig und stabil sein soll, gibt es noch eine Alternative.
Eine sogenannte "Altazimuth mount" könnte die Lösung sein. Ist nicht jedermanns Sache, weil man selbst nachführen muss. Aber so habe ich gelernt, mich am nächtlichen Himmel zurechtzufinden.
http://en.wikipedia.org/wiki/Altazimuth_mount


Diese Montierung mit Gegengewichtsstange

http://www.tele-optic-tecnica.de/giro-3-1.html

würde dich ca. 290 € kosten ( ohne Gegengewichte, die du aber bei deinem Refraktor auch noch brauchst).


Dazu noch eine gutes Stativ für 379 €

http://www.berlebach.de/?bereich=details&id=146

Eine Prismenklemme für 36 €

http://www.amazon.de/TS-Optics-GP-Format-Prismenklemme-Schnellkupplung-Prismenklemmes/dp/B004IZR0KQ

Und noch eine Sternenkarte (Planisphere) für 15 €
http://www.teleskop-express.de/shop...at=1&manufacturers_id=&pfrom=&pto=&suchdas=OK

Ein sehr gutes Buch für 17 €

http://www.amazon.de/Kosmos-Himmels...0975/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1360590553&sr=8-1

Alles zusammen für 737 €uronen. Software für deinen Rechner gibt es verschiedene (auch gratis)
Brauchbare Okulare brauchst du auch noch. Vielleicht kannst du das ein oder andere deines Sebens noch nutzen.
Sehr hilfreich wäre auch ein Besuch eines Teleskoptreffens in deiner Nähe.

Diese Seite ist auch sehr hilfreich für Dich:

http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-ecke.html





 
Hi Avanar,

Allerdings muss ich mittlerweile zugeben, dass das alles komplizierter ist als ich dachte... Weshalb ich nun ein wenig Hilfe gebrauchen könnte.

Du bist in Griesheim zu Hause. Das ist schon mal besser als die Darmstadter oder Frankfurter Innenstadt. ;)

Hab hinter dem Haus im Garten schon mal Lang belichtungsaufnahmen ohne Teleskop vom Himmel gemacht.

was verstehst Du unter "Langbelichtet"? 10 Sekunden? 30 Sekunden?

Wenn Du nicht gerade Sonne, Mond und Planeten (mit Webcam) fotografieren möchtest, dann reden wir hier bei Astrofotografie von 3, 5 oder 10 Minuten Belichtungszeit für 1 Bild. Und viele davon. 20, 30, 40 Einzelbelichtungen vom selben Motiv. Die werden dann im Computer gestackt (übereinander gelegt). Dadurch geht das Rauschen weg und der Dynamikumfang steigt. Und dann kann man anfangen die Bilder zu bearbeiten.

Da Du einen eigenen Garten hast, wäre eventuell auch eine feste Aufstellung im Garten eine Option. Mit Schmalbandfiltern und einer gekühlten s/w Kamera kann man auch aus der Stadt raus ne Menge fotografieren. :)

Bei der Entscheidung: "ich werd jetzt Astrofotograf" mußt erstmal definieren, welche Objekte Du "da oben" fotografieren möchtest. Da gibt es nämlich unterschiedliche Kategorien.

a) Sonne, Mond und Planeten:
das geht selbst aus der Innenstadt, am besten mit Brennweiten um 3-4 Meter oder mehr, damit man feine Details erkennen kann. Als Kamera nimmt man da keine DSLR, sondern entweder ne astrotaugliche Webcam, oder eine bessere s/w Kamera mit kleinem Chip und hoher Ausleserate.

Sonne und Mond sind etwa gleichgroß, die Planeten sind 1/30 bis 1/100 mal kleiner als Sonne/Mond. Die Belichtungszeiten liegen hier für ein einzelnes Bild bei 1/25 bis 1/300 Sekunde.

b) helle, großflächige Objekte wie Orionnebel, Andromedagalaxie, Kalifornianebel, Cirrusnebel, Nordamerikanebel:
die sind 10 - 30 mal so groß wie der Vollmond. Da mußt mit Teleobjektiven (200 - 500 mm Brennweite) ran, sonst passen die nicht auf den Chip der DSLR. Die Belichtungszeiten liegen da zwischen 30 Sekunden und 10 Minuten, je nach Motiv. Dummerweise haben die DSLR´s vor dem eigentlichen Chip einen Filter, der IR-Licht wegschneidet. Das macht bei Tageslichtaufnahmen sehr viel Sinn, den der verbaute Chip sieht das IR-Licht. Aber die Nebel am Himmel strahlen hauptsächlich in H-Alpha Licht. Und das wird vom IR-Filter schon zum größten Teil weggeschnitten. Es fehlt also der Hauptanteil des Roten Leuchtens. :(

Abhilfe bringt da der Umbau der DSLR. Von Fachfirmen wird der Filter ausgebaut. Jetzt kommt das H-Alpha Licht prima auf den Chip. Damit kannst dann tolle Bilder machen. :super:

Aber für Tageslicht ist die Kamera jetzt nicht mehr so dolle. Tagsüber haben ihre Bilder einen Rotstich. Auch mit entsprechendem Weißabgleich sind sie nicht wirklich farbneutral. :(

Bei den hierfür langen Belichtungszeiten stört der aufgehellte Stadthimmel gewaltig. Da solltest raus ins dunkle Umland.


c) Kugelsternhaufen, Galaxien und kleinere Nebel, Planetarische Nebel:
die sind 1/2 bis 1/10 so groß wie der Vollmond. Und sie sind zappenduster. Mann muß lange Belichten, bis sie auf den Chip zu sehen sind. Mehere Minuten. Für die kannst auch die DSLR (umgebaut oder auch nicht) nehmen. Aber die Brennweite sollte etwa zwischen 500 und 1000 mm liegen.

Bei den hierfür langen Belichtungszeiten stört der aufgehellte Stadthimmel gewaltig. Da solltest ebenfalls raus ins dunkle Umland.


Du brauchst also je nach Objektklasse unterschiedliche Fernrohre/Teleobjektive und hast auch unterschiedliche Belichtungszeiten. Für b) und c) brauchst Autoguiding.

Hintergrundinfos zum Autoguiding:
Jede parallaktische Montierung hat innen drinn einen großen Zahnkranz auf der Stundenachse (das ist die, die zum Himmelspol in der Nähe vom Polarsten zeigen tut). Und eine Schnecke, die in die Zähne vom Zahnkranz greift und so die Achse bewegt. Damit die Rotation der Erde ausgeglichen wird, treibt ein Motor die Schnecke elektrisch an. Auch die Deklinationsachse (rauf, runter) hat so nen Zahnkranz und eine Schnecke zum Bewegen.

Das ist mechanisch Feinarbeit. Da hast immer Spiel. Im Motorgetriebe, an der Motorachse, an der Schneckenlagerung, am Zahnkranz. Daraus ergibt sich bei Langzeitbelichtungen eine eirige Sternspur. Immer. Das Spiel zwischen Schnecke und Zahnkranz kann man kleiner justieren. Die Lagerung der Schnecke kann man auch justieren. Aber auch dann eiert es noch. Halt weniger.

Um diese eirige Sternspur zu nem runden Stern hinzubekommen, brauchst "Autoguiding". Da guckt sich ne 2. Kamera einen Stern durch ein kleines Leitrohr (z.B. einen 8x50 Sucher) an und schickt mit Hilfe von nem Guidingprogramm Korrekturimpulse an die Steuerung, die die Stundenachse und auch die Deklinationsachse bewegt. Und zwar immer dann, wenn der Stern aus dem Fadenkreuz weglaufen will. Je nachdem, wie genau Du die Stundenachse auf den Himmelspol eingestellt hast und wie groß das Spiel in allen Achsen ist, blos alle 20 Sekunden oder aber alle 2 Sekunden einen.

Neben der Guidingkamera brauchst Du also an der Steuerung für Deine Montierung einen Autoguider-Eingang (ST-4 genannt) für die Autoguidinggeschichte. Darauf mußt achten, wenn Du eine Steuerung für die Montierung kaufst. :)

Bei den Montierungen wird eine Tragekraft angegeben. Die bezieht sich auf das Durchgucken, nicht auf das Fotografieren. Fürs Fotografieren mußt mindestens 30 % der Tragekraft abziehen. Bei Teleskopen, die lang sind (Dein Refraktor) sogar eher 40 %. Wegen dem Hebel des langen Rohrs.

Wie anfangen?
Ich würde an Deiner Stelle erstmal ein Planetariumsprogramm auf den Rechner ziehen und parallel mit dem Seben im Garten spechteln (den Himmel kennenlernen) und ein Gefühl für den Himmel und den Umgang mit der Montierung bekommen.

Es spricht absolut nix dagegen, im eigenen Garten den großen Refraktor auf ne EQ6 aufzubauen und tagsüber Sonnenflecken (mit Baaderfolie vor der Teleskopöffnung) sowie den abends Mond (komplett oder einzelne Krater) sowie die Planeten zu beobachten. Dann merkst recht schnell ob er ein schönes Bild liefert oder "ne Gurke" ist. Und mal ein paar Euro für ne Webcam auszugeben. Dann kannst in die Astrofilmerei einsteigen. Dafür brauchst kein Autoguiding.

http://www.teleskop-express.de/shop...Kamera---Mond---Planeten---1-25--Adapter.html

Zusätzlich noch den UV-IR Sperrfilter und die Barlow für 64 Euro aus dem empfohlenen Zubehör, feddisch. Damit kriegst solche Fotos wie oben hin. Du brauchst dann nur noch den Film mit den Sonnenflecken, Mondkratern oder Planeten durch ein Freewareprogramm wie Giotto, Registax oder Autostackert zu jagen und hast damit den Einstieg in die Astrofotografie. :super:

Die EQ6 trägt dann auch alle anderen Optiken, mit denen Du später mal geguidete Deepsky Fotografie machen könntest...
 
Hallo nochmal :-)

Danke für die beiden ausführlichen Beispiele! Das gibt mir nun mal einen guten Überblick wie komplex die Geschichte ist.

Ich habe ja nun erstmal das Seben und habe mir dafür auch noch ein wenig zubehör gekauft dass jetzt die Woche kommen sollte. Der Refraktor, wenn er ankommt, wird dann erstmal zur Seite gelegt.

Dann wird für ne eq6 Montierung gespart und gleichzeitig der himmel besser kennen gelernt ;-). aber da das fotografieren anscheinend nicht so einfach zu handeln ist, werde ich mich wohl doch erstmal davon zurück ziehen und beim beobachten bleiben. wenn ich damit richtig zufrieden bin kann ich immer noch die nächste baustelle angehen :-D

habe den tread hier jedenfalls abgespeichert, denn ist eine gute übersicht. Danke nochmal!
 
Hallo!!!

Nach rund 4 Monaten habe ich nun die Grundaustattung zusammen und habe Freitag Nacht zum ersten mal Saturn durch mein Refraktor bestaunt und bin begeistert. Ich konnte details in Ringen und der oberfläche von Saturn erkennen und sogar einen Saturn Mond und das knackscharf Oo

Gegenüber meinen Seben Teleskop ist das ein Traum und ich denke ich kann das noch deutlich optimieren, da ich bisher vor allem bei Okularen, Zenitspiegel und Barlow-Linsen sehr günstige Varianten genommen habe.

Nun möchte ich gerne weiter investieren und bräuchte Hilfe wo und wie ich das am besten mache. Aber auch Erfahrungswerte weil ganz erlich gesagt weiß ich immer noch nicht was ich wie kombiniere um optimale vergrößerungen zu bekommen. Hier erstmal mein derzeitiges Equipment:

Teleskop: 6 Zoll Refraktor (http://www.teleskop-service.de/Astro/Refraktor/TS150/TS150Rueck.jpg)
Montierung: Bresser Exos-2 Goto (http://www.amazon.de/gp/product/B00...N=B005Y818KO&linkCode=as2&tag=httpwwwg2neu-21)

Zubehör
Als Okular nutz ich derzeit eigentlich immer ein Seben Plösl 30mm (http://www.mods4cars.com/sms/shop/i...JyPTE=&action=products&cat=2&mode=view&id=161)
Als Zenitspiegel hab ich derzeit einen Skywatcher im Einsatz: (http://www.amazon.de/gp/product/B00...N=B0017WSN40&linkCode=as2&tag=httpwwwg2neu-21)
Und Barlow Linse nehme ich so gut wie immer bresser 3,5x die hier: (http://www.amazon.de/Bresser-Barlow...qid=1371375941&sr=8-2&keywords=barlowlinse+3x)

Meine Fragen
Also ich möchte halt umbedingt mehr optimieren... so das ich eine möglichst große Vergrößerung bei Planeten bekomme mit möglichst vielen details. Weil Planeten da hab ich mich grade festgefahren... finde das super iteressant!

Desweiteren benutze ich sehr viel die goto funktion, hab zur zeit aber nur nen batteriepack. würde gerne ein netzteil dazu kaufen. kenne mich aber mit den stromwerten nicht so aus... denke aber dass das hier ein passendes ist... kennt sich da jemand aus und kann das bestätigen?

http://www.ebay.de/itm/12V-3A-36W-N...o-LED-SMD-RGB-Strips-/110799362079#vi-content
für
http://www.astromann.de/aid-988-GoTo-Motor-Set-fuer-EQ-5-Montierungen-GoTo-Nachruestung.html
?

Ich danke schon jetzt für Antworten!
 
Hallo,

wie findest du das Seben 30mm Plössl? Ich denke mal, dass die billigen Okulare "OK" sein werden und sich viel Teureres nicht unbedingt lohnt. ZUmindest für den Einstieg nicht. Du könntest also als Überichtsokular das Seben weiter nutzen.

Es gibt auch gute Plössl Okulare mit weniger Brennweite, die erst mal reichen würden. TS optics biete eine große Auswahl und ich denke mal, dass die gut abbilden.

Welche Zwischengröße du nun brauchst kannst du dir selbst überlegen. Wie man die Vergrößerung ausrechnet weißt du ja. Es gibt auch genug zu lesen im Netz.
Zum Beispiel wurde schon viel über das 150/1200mm Newton geschrieben, von dem due Zwischenvergrößerungen übernehmen könntest, guckst du hier:
site:http://forum.astronomie.de Okulare 150/1200


Ich persönlich mag es lieber, am Achromaten (100/1000) nur bis ca. max = Objektivdurchmesser[mm] zu gehen oder höchstens max = 1,5*Objektivdurchmesser[mm]

Viel mehr bringt nicht viel mehr Detail!

entsprechend würde ich wahrscheeinlich auch am 150/1200 Achro beobachten.

So eine Vergrößerung hättest du ja schon mit dem 30mm: (1200mm/30mm * 3,5[Barlow]) = 140.

Da müsste der Saturn schon gut zu sehen sein.

Habe ihn gestern bei 143fach gut gesehen.



VG,
Christian
 
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