Anfänger bittet um Empfehlung für Reise-Teleskop

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Nori

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Hallo,

ich bin neu im Forum ( habe gestern aber schon mal im Fernglas-Forum gepostet bzgl. Fernglas, Kurzsichtigkeit und Astigmatismus). Da ich gesehen habe dass Ihr Euch im Forum sehr mit Anfängern beschäftigt melde ich mich noch mal im Teleskop-Forum mit meinem Problem bzw. Fragen, da ich glaube bzw. hoffe, dass ein Teleskop für mich besser ist.

Mein Name ist Norbert, ich bin 45 Jahre alt und wohne in der Nähe von Frankfurt/Main. Ich habe in letzter Zeit angefangen, mich verstärkt für die Astronomie zu interessieren. Die vergangenen Jahre habe ich in meinen Urlauben ( meistens Ägypten ) immer sternenklare Himmel bewundert und mir für dieses Jahr vorgenommen, ein optisches Gerät mitzunehmen. Als erstes hatte ich an ein Fernglas gedacht, aber damit habe ich so meine Probleme ( wahrscheinlich wegen meinem Astigmatismus, sehe mit einem Fernglas nachts die Objekte doppelt und länglich, bin kurzsichtig mit –4,5 und –5,5 Diop., Brillenträger, vertrage keine Kontaktlinsen ).

Nun meine Frage: Welches Reiseteleskop könnt Ihr mir empfehlen? Da ich nicht sicher bin ob mein Sehfehler sich auch beim einäugigen Blick durch ein Teleskop bemerkbar macht, möchte ich auch am Anfang nicht zu viel bzw. falsch investieren ( ich dachte so an 150,00 - 250,00 €, +- ). Allerdings sollte das Teil später immer mit ins Reisegepäck, soll also kein Schrott sein und später als Zweitteleskop weiterhin seine Dienste tun. Ich dachte an einen kleinen Refraktor. Am Anfang möchte ich Planeten und den Mond beobachten, vielleicht ein paar Sternenbilder, Deep-Sky soll später folgen, wenn ich sicher bin, dass ich mit meinen Augen keine Probleme habe. Ich dachte später an einen Dobson 580 oder 680, vielleicht aber auch an einen Refraktor 102 / 1000 bzw. in der Richtung. Fotografieren möchte ich nicht. Refraktor oder Reflektor – da habe ich ja einiges im Forum gelesen, das Thema wird ja immer schwer diskutiert und ich wüsste zur Zeit eigentlich gar nicht, was ich nehmen sollte. Aber das hat noch ein bisschen Zeit, erst mal steht der Urlaub vor der Tür und was transportables muss her.

Ist eigentlich ein motorisiertes Teil mit automatischer Sternensuche zu empfehlen, unabhängig ob Reflektor oder Refraktor? Oder verzichtet man auf die Motorisierung und investiert lieber in die Optik?

Wie sind das ETX70 bzw. 90? Das ETX70 soll ja ins Reisegepäck passen, aber wie ist´s bei diesen Stücken mit der Optik bestellt?

Eine Sternenkarte habe ich mir schon besorgt – was braucht man sonst noch ( Literatur etc.)?

Danke im voraus!
 
Hi Norbert,
nun meine Augen sind auch nicht die besten und Kontaktlinsen vertrage ich auch nicht. Also beobachte ich mit Brille, was mich letztlich zwingt besonderes Augenmerk auf die Okularwahl zu legen. Das Einblickverhalten ist mir wichtig und dann geht das Beobachten mit jedem Rohr bei mir.
Ich benutzte als Reisegerät einen 80/400 Refraktor auf ner EQ1 - handgesteuert. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Das ist noch gut mit samt Zubehör in nem Handgepäcktrolley unterzubringen. Allerdings ist das kein Planetengerät!!!!
Da ich im Urlaub im Süden lieber DS Objekte betrachte die hier nicht zu erreichen sind (Planeten gehen auch bei uns) war klar in welche Richtung es geht. Das vielleicht als kleiner Anstoß Deine Überlegungen nochmal zu überdenken. Der 80/400 er paßt auch in Deinen Preisrahmen.
Wenn Du bei den Planeten bleibst, dann kommt eigentlich nur ein kleiner MAK in Frage über deren Qualität ich aber nicht berichten kann. Preislich liegen sie mit ner Monti etwas über Deinen Vorstellungen.
Den "elektrischen Teleskopen" gegenüber, bin ich eher abgeneigt. Meines Erachtens zu wenig Oktik für das Geld. Andere werden das ganz anders sehen.
Die Elektronik erspart Dir das Suchen. Da das aber bei der Planetenbeobachtung keine Rolle spielt und diese Geräte Deine Preisvorstellung deutlich übersteigen, erledigt sich jedwede diesbezügliche Überlegung miener Meinung nach.
Zu Deiner Frage was man noch braucht - gescheite brillentaugliche Okulare, ggf ne Barlow, ne Taschenlampe (rot) und ein gepostertes Transportbehältnis für das ganze Zeug.
Ich hoffe Ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen
CS
Antares
 
Hallo Nori,
ich selbst benutze einen 80/400 Refraktor auf einer motorisierten EQ-1 Montierung, der gerade so in einen handelsüblichen Alukoffer reinpaßt, und von der Größe her noch als Handgepäck durchgeht (wenn auch 12 kg schwer). Das gibt bei der Flughafen-Kontrolle immer ein starkes Interesse seitens der Security. Einzig das Stativ muss dann diagonal in den normalen Reisekoffer.
Damit geht natürlich auch Deep Sky (riesiges Gesichtsfeld), jedenfalls vom Himmel über Kreta aus, und mit dem 4er LV Okular von Vixen gehen bedingt auch Planeten (dabei stört natürlch schon das sekundäre Spektrum).
Die von Dir angesprochenen Maksutovs sind sicher auch bestens als Reisegeräte geeignet, spielen aber preislich in einer anderen Liga.
Ich selbst bin auch auch fehlsichtig, komme am Okular ohne Brille jedoch am besten klar.
Clear Sky, Roland
 
Hi Norbert,

die Sehstärke allein bereitet am Teleskop keine Probleme. Man nimmt die Brille ab und fokussiert anders. Teleskope haben da einen viel grösseren Fokussierbereich als Feldstecher. Ich selbst stelle mit -4,25 immer wieder fest, daß Feldstecher üblicherweise eben nur +/- 4 Dioptrien erlauben.
Solltest Du eine Hornhautverkrümmung haben (Astigmatismus, Zylinder), dann könnte es nötig sein, mit Brille zu beobachten. Dafür kann man Okulare mit Brillenträgerfreundlichen Augenabstand kaufen.

Nun mal zum Teleskop. Während ich das ETX 90 für eine gute Optik halte, würde ich keinesfalls das ETX 70 empfehlen.
Der unterschied ist, daß das ETX 90 eine Spiegeloptik mit gefaltetem Strahlengang ist, also bietet es bei kompakten Abmessungen eine lange Brennweite. Das ETX 70 ist aber ein kurzbrennweitiges Linsenteleskop und es hat (als Achromat) mit einem erheblichen Farbfehler zu kämpfen. Ausserdem ist es schwierig, Okulare zu finden, die eine für Planeten brauchbare Vergrößerung liefern.

Das ETX 90 ist ein Maksutov-Cassegrain und ich würde für Deine Zwecke genau diesen Optiktyp empfehlen.
Da gibt es zum Beispiel wesentlich günstiger, als das ETX 90, die Skywatcher Travelmax Geräte. Die gibt es z.B. unter diesem Link: TS-Maks. Es gibt natürlich auch andere Händler, ich hatte halt den TS-Link gerade parat.

Das ist jedenfalls ein sehr schönes Gerät, zunächst für Reisezwecke, aber auch als Einsteigerteleskop.

Clear Skies
Sven
 
Re: Anfänger bittet um Empfehlung für Reise-Telesk

Hallo Sven,

ich danke Dir ( und natürlich auch allen anderen, die sich gemeldet haben ) für die Antwort.

Wie sieht es mit Farbfehlern bzw. dem Kontrast bei den Travelmax-Modellen aus? Ich habe auf der Homepage auch ein TS Mak mit 102mm Öffnung uns 1400mm Brennweite gesehen. Was ist der Unterschied? Ist bei diesen Geräten das Bild auch auf den Kopf gestellt? Ist ein 1,25" Anschluss o.k.? Oder ist ein 2" Anschluss besser für Okulare für Brillenträger ( wegen dem Gesichtsfeld bei Beobachtung mit Brille ) oder ist das egal?

Wieso ist eigentlich der Travelmax mit 90mm Öffnung teurer als der Mak 102 mit 102 mm Öffnung?

Ich hoffe, ich nerve nicht mit meinen Fragen, aber ich hab´ halt´ noch wenig Ahnung ...
 
Re: Anfänger bittet um Empfehlung für Reise-Telesk

Hi Norbert,

nönö, nervt erstmal nich.
Also ein Mak hat zwar eine Meniskuslinse, aber deren Farbfehler bleibt unsichtbar, der ist kleiner als die Sternpunkte.
Im allgemeinen haben Maks eine gute Optik, weil nur sphärische Flächen verwendet werden, die man einfach mit eine Maschine schleifen kann. Wie gut das Gerät nun im Einzelfall ist, kann man daraus natürlich noch nicht ableiten.
Der Unterschied zwischen dem TS und dem Travelmax liegt eben bei Mechanik und Verarbeitung, vielleicht auch Optikqualität. Ich habe durch beide noch nicht durchgeschaut, aber wenn Du die Suchfunktion des Boards nutzt, wirst Du einige interessante Kommentare finden. Warum das Travelmax teurer ist - keine Ahnung...?

Das Bild steht bei diesen Geräten auch auf dem Kopf.
Brillenträger hat gar nichts mit 1,25" und 2" zu tun. Wer hat in Dir diese Assoziation gepflanzt? Es gibt Brillenträgerfreundliche Okulare, wie zum Beispiel die LV Okulare und inzwischen auch noch einige andere. Diese Okulare erlauben es, auch in 2cm Abstand Auge <-> Okular das ganze "Bild" des Okulares zu sehen. Der Augenabstand wird ein zunehmendes Problem, je kürzer die Brennweite des Okulares ist.
Da man aber in 2" nur langbrennweitige Okulare findet (ab ca. 20mm Brennweite), ist bei diesen der Augenabstand meist (immer?) Brillenträgerfreundlich.
Also ist das ganze eine Frage des Okulartyps und spielt sich ohnehin nur bei 1,25" Okularen ab.

Das Gesichtsfeld eines 2" Okulares ist größer, und zwar das wahre Gesichtsfeld unabhängig von der Vergrößerung. Wenn man 0,5° wahres Gesichtsfeld sieht (einen Vollmond-Durchmesser), dann wird ein kurzbrennweitiges Okular daraus einen riesengroßen Vollmond machen, zum Beispiel mit 60° scheinbarem Durchmesser, während ein langbrennweitiges Okular nur einen scheinbar 20° großen Vollmond zeigt - dabei haben beide den gleichen Himmelsausschnitt gezeigt.
Bei 2" kann insgesamt ein größerer Himmelsausschnitt gesehen werden. Das macht aber erst ab ca. 20mm Okularbrennweite sinn.
Vielleicht liest Du mal auf meiner Homepage den Bereich über 2" Okulare und Gesichtsfelder, da hab ich's genauer beschrieben.

Clear Skies
Sven
 
Re: Anfänger bittet um Empfehlung für Reise-Telesk

Moin

da habe ich als Brillentrräger auch mal eine Frage.
Habe nur 0,5 bis 1 Dioptrien (Weitsichtig). Kann man diesen kleine Fehler an der Optip eines Teleskopes einstellen. Oder muss ich ein Zusatzteil dazu kaufen? Für meine Spiegelreflex Kamera musste ich dies tun.
 
Re: Anfänger bittet um Empfehlung für Reise-Telesk

hallo nori,

farbfehler hat das travelmax und das TS-mak keinen.
der kontrast ist so gut, wie die optik des individuellen
gerätes es zuläßt. man muß sich dabei wirklich
jedes einzelne gerät genau ansehen, da die qualität
innerhalb der serie stärker streuen kann. du kannst
also ein gutes, genauso aber auch ein weniger gutes
erwischen.

wenn du bei den Maks mit zenitspiegel beobachtest
ist das bild aufrecht, aber seitenverkehrt, genauso
wie bei einem refraktor mit zenitspiegel.

die travelmax sind teurer, weil sie von einem anderen
hersteller kommen und die TS-maks im gegensatz zu den
travelmax das hauslabel von wolfi ransburg tragen (TS-...).

im allgemeinen ist es so, das die TS-maks optisch besser
sind als die travelmax, dafür aber größeres shifting
aufweisen. shifting bedeutet, daß das eingestellte objekt
beim scharfstellen hin- und herwandert. so kann es dann
passieren, daß bei hoher vergrößerung der eingestellte
planet beim scharfstellen ganz aus dem gesichtsfeld
rauswandert, was natürlich auf die dauer recht nervig ist.

bestellst du also ein TS-mak, dann achte auf geringes shifting,
bestellst du ein travelmax, dann ist auf die optikqualität
zu achten.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Anfänger bittet um Empfehlung für Reise-Telesk

selbst wenn du 10 dioptrien hast, kannst du das
durch nachfokussieren direkt am gerät ausgleichen.
du hast also einfach einen anderen fokuspunkt am
gerät als ein normalsichtiger.

wenn du weitere augenfehler hast wie zb. astigmatismus,
dann ist es bei großer austrittspupille besser
die brille aufzulassen.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Re: Anfänger bittet um Empfehlung für Reise-Telesk

Hi Burki,

ums nochmal genau darzustellen: Die Dioptrien bewirken eine Änderung bei der "Schärfe-Entfernung". Wenn Du das Teleskop auf 100m scharf stellst, dann siehst Du damit als Kurzsichtiger Objekte in vielleicht 80m scharf, als Weitsichtiger in 120m. Beim Fotoapparat geht das nicht, weil eine Mattscheibe das Bild erzeugt, welches dann durch den Sucher betrachtet wird. Man müsste also den Sucher scharfstellen, nicht das Objektiv, daher das Zusatzteil.
Beim Teleskop ist auch beim "unendlich" kein Anschlag, sondern jedes Teleskop lässt sich ein Stück weit in beide Richtungen davon weg fokussieren. Das muß so sein, weil die Unendlich-Einstellung je nach Okular verschieden ist. Und genau dieser Spielraum erlaubt Dir den Ausgleich Deines Sehfehlers.

Clear Skies
Sven
 
Hi @ all!
Ich werde auch in Kürze in den Süden fliegen. Ist es denn ratsamer das Reiseteleskop als Handgepäck mitzunehmen (habe auch einen 80/400 Refraktor im Visier)? Ich nehme mal an, die Gefahr, dass das Gerät schaden nimmt ist dabei nicht so groß.
Möchte bloß wissen ob ich dabei richtig liege und mir nachher nicht mein Teleskop ruiniere <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />
Clear Skies <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Simon
 
Re: Anfänger bittet um Empfehlung für Reise-Telesk

Hallo,

gibt´s auch geeignete bzw. brauchbare "Reisestative" ( Tischstativ oder ähnliches ) ?

Simon: Für welches Teil hast du ich entschieden? Hast du bereits erste Erfahrungen damit? Ich bin auch an einem 80/400 mm Gerät interessiert.
 
Re: Anfänger bittet um Empfehlung für Reise-Telesk

Hi Norbert,
ich nehme die EQ1 auf dem normalen Stativ, das dann aber in den großen Koffer muß. Allerdings habe ich vor die Beine so weit zu kürzen, daß sie ebenfalls in den Reisetrolley passen. Für die leichten Geräte ist es m.E. ausreichend.
Es gibt aber auch ein Tischstativ für die EQ1 über dessen Qualität ich nichts sagen kann. Kam für mich bei der Auswahl nicht in Betracht, da das normale Stativ, durch die Variabilität in der Höhe unabhängiger ist. So brauche ich nichts worauf das Ganze stellen muß.
Von welcher Firma ist mehr oder weniger gleich. Ich denke die geben sich nichts, kommen sie doch weitgehend aus der selben Schmiede.
CS
 
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