Anfänger - Erstes Teleskop

#1
Hallo,

ich komme aus dem Raum Göttingen und habe endlich ein wenig Geld für ein Teleskop. Ich spiele schon seit 10 Jahren mit dem Gedanken mir eines zu kaufen aber hatte bisher weder einen Balkon, noch ein Auto um irgendwo hin zu kommen, wo man beobachten kann. Das hat sich nun geändert.

Rahmenbedingungen:

Raum Göttingen, Balkon zur Südseite dessen Sicht nach oben "nur" durch den Dachüberstand beschränkt ist. Auf der anderen Straßenseite stehen auch Häußer, so dass auch dort eine Beschränkung vorhanden ist. Ich habe ein Auto und bin in 1 Min außerorts, so dass ich auch mal in dunklere Gegenden fahren kann.

Budget: um die 1000 Euro.

Das Teleskop sollte transportabel sein. Ich würde vornehmlich gerne ein paar hellere Deep-Sky Objekte sehen können. Total ungeeignet für Planetenbeobachtung sollte es auch nicht sein, das ist aber zweitrangig. Go-To muss nicht sein. Will lernen mich selbst zurechtzufinden.

Gibt es da ein Gerät? Habe ich auf meinem Balkon überhaupt Chancen, was zu sehen?

Wenn ihr noch nähere Angaben braucht, bitte fragt. Leider kenne ich niemanden, wo ich mal durchgucken könnte.

Vielen Dank und liebe Grüße!
 
#2
Hallo,

Zitat von Castty:
Habe ich auf meinem Balkon überhaupt Chancen, was zu sehen?
Mond und Planeten gehen immer, der Rest hängt davon ab, wie hell oder dunkel es ist.

Auf der anderen Straßenseite stehen auch Häußer, so dass auch dort eine Beschränkung vorhanden ist.
Hier könnte auch die Thermik eine Rolle spielen, im Winter durch Luftschlieren an Kaminen, im Sommer durch Wärmeabstrahlung aufgeheizter Dächer.

Gruß Uwe
 
#3
Deep Sky vom Balkon ist sehr schwierig (je nach Licht in der Umgebung).
Auf jeden Fall wirst du möglichst viel Öffnung am Teleskop und gute Filter benötigen!

Planeten, Mond und Sonne (die natürlich nur mit entsprechendem Filter) sind vom Balkon aus hingegen meist kein Problem.

Wenn du aber bereit bist, für Deep Sky mit dem Auto raus zu fahren, dann sollte auch das kein Problem sein.

Welches Teleskop dafür?
Budget etwa 1000 Euro?
Es ist das erste Teleskop?

Dann wäre mein Rat der Klassiker, ein Dobson!
Die 8 oder 10 Zoll Dobsons sind noch gut transportabel und wenn du auf Deep Sky aus bist und nicht zwingend eine Nachführung/GoTo haben willst, wohl die beste Wahl.
Unter 8 Zoll Öffnung würde ich bei Deep Sky Interesse nicht anfangen - da sieht man meist kaum etwas, da die Deep Sky Objekte einfach zu lichtschwach sind.

Denke daran, dass 3-4 gute Okulare (die, die bei den Teleskopen vom Hersteller mitgeliefert werden sind meist ziemlich mies) und der eine oder andere Filter auch noch gekauft werden müssen und auch das ein paar hundert Euro ausmacht.

Hersteller solcher Dobsons gibt es viele - ich mag die Teleskope von Skywatcher, da ich deren Qualität für ein Dobson "von der Stange" echt gut finde.

Grüße, Mario

EDIT: Die Größe deines Balkons wäre noch Interessant.
Bei einem Dobson brauchst du Platz daneben, da du seitlich ins Telekop schaust. Bei manchen anderen Teleskopen brauchst du mehr Tiefe des Balkons, da du dich zum Durchsehen hinter dem Teleskop positionieren musst.
 
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#4
Hallo Castty,

wie groß ist den dein Balkon?

Die meisten hier werden dir zu einem Dobson raten, ich möchte auch nicht dagegen sprechen, wenn der Balkon mindestens 2 Meter Breite hat ist alles gut.
Mobil ist immer gut wen es nicht zu schwer wird und du irgendwann keine Lust mehr hast das ganze immer von der Wohnnung zum Auto zutragen hast.

Da ich auch mit einer Balkonsternwarte angefangen habe und diese nur eine Breite von 1,20 Meter hat, habe ich mit einem Kompromiss begonnen.

Erst ein 102/1300 MaK, mittlerweile bin ich bei einem SC 9,25.
Ich bin damit immer noch mobil, aber meist ist es doch der Balkon. Planeten gehen damit sehr gut, auch Deep Sky.

Der 9,25 ist natürlich für dein Budget etwas teuer, man muß auch an die Montierung denken.

Aber ein 127/1500 Mak oder 150/750 Newton würden schon für den Anfang passen.

CS Wilfried
 
#7
Hallo Cassty,

Ich selbst habe mit einem 130/650 Newton angefangen und konnte etwa 3 Wochen später ein gebrauchtes C8 in einer Gabel für 450 Euro ergattern , von diesen Erfahrungen ausgehend würde ich eventuell diesen Weg beschreiten, gebraucht sind die C8 in Gabel immer wieder für wirklich günstiges Geld zu erhalten , meist sind dann schon ein Paar Zubehörteile wie Taukappe , Okulare etc. dabei , du hättest dann eine Nachführung und das suchen kannst du dann mit Hilfe eines Deepsky-Atlas erlernen.
Dann hättest du für Okulare noch etwas Geld übrig und man hat auch etwas Öffnung zur Verfügung, für mich war der Sprung von 130mm auf 200mm deutlich spürbar und das C8 macht Spaß, ist handlich und günstig zu bekommen.



MfG André
 
#9
Hallo Castty,

Die Fertigung eines Maksutov ist prinzipiell schon teurer als die Fertigung eines Newton und das Goto tut natürlich sein übriges noch dazu.
Beim Newton mit der EQ3 ist zu bedenken das der Einblick immer geändert wird sobald du auf ein anderes Objekt gehst, auf einem Balkon ein nicht zu unterschätzendes Handycap .
Außerdem muss die Montierung eingenordet werden, sprich Polaris sollte nach Möglichkeit vom Balkon aus zu sehen sein, ansonsten könnte es schwierig werden, nicht unmöglich aber auch nicht komfortabel.
Mit der Goto Einarmgabel kannst du auch manuell fahren (aber dann immer über die Tasten der Handsteuerung) das wird dann müßig weil es nicht so schnell geht .

Hast du dir mal ein paar Leute in deiner Umgebung mit Teleskopen gesucht und mal mit beobachtet? Dann kann man auch schnell sehen was einem gefällt und vor allem was einen interessiert.

Vielleicht ist das ja eine Option?

MfG André
 
#13
Wenn es ums Transportieren geht, finde ich die Skywatcher Flextube Dobsons sehr praktisch!

http://www.ktectelescopes.ie/images/products/1647.jpg

https://www.fernrohrland-online.de/out/pictures/master/product/3/sol_810209_pic3_3.jpg

https://astrogarten-shop.de/media/i...Watcher-Skyliner-Flextube-Transport-PKW-2.jpg

https://www.skynews.ca/wp-content/uploads/2014/02/SynScan-truss-system.jpg

(Gibt es mit und ohne GoTo)
Ich habe einen und ein Kollege ebenfalls. Qualität ist (meiner Meinung nach) super!

Grüße, Mario
 
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#14
Hallo,

ich möchte noch erwähnen dass der verlinkte Omegon 150/750 einen sphärischen Spiegel hat. Schlecht für Vergrößerungen wie sie für Planeten nötig sind.

Beim Dobson am Balkon musst du dir im Klaren sein dass der da noch auf einen stabilen Tisch oder Kiste gehört. Sonst schränkt die Brüstung den Bewegungsspielraum zu stark ein. Seeing von der Bebauung muss nicht unbedingt immer stark ins Gewicht fallen. Ich hatte hier mitten im Ort schon echt okaye Bedingungen auch bei niedrigem Planetenstand.

VG
Klaus
 
#15
Hallo Klaus,

hm, woher kommt die Info, dass der 150/750 sphärisch ist? Habe ich einen anderen Link übersehen, auf der Webseite steht nichts davon. Ein Kugelspiegel wäre bei den Eckdaten sehr schlecht, aber das finde ich in der Produktbeschreibung nicht. (Was nichts heißt, aber für 150/750 wäre es mir neu, während man von 200/800 leider schon weiß.)

Clear Skies
Sven
 
#16
Hallo Castty,

Zitat von Castty:
Danke schonmal für die Hinweise. Mein Balkon ist ca. 3 Meter lang und mehr als einen Meter breit.
wenn dein Balkon nur einen Meter breit ist, kannst du einen Dobson vergessen. Bei einem Meter Breite kannst du da nicht navigieren.

Wenn du bereit bist noch 350.- € auf dein Budget draufzulegen, würde ich ein C8 auf NEQ-5 empfehlen:
C8 auf NEQ-5

Die Schmidt-Cassegrains sind sehr kompakt gebaut und sind die universellsten Teleskope - gut für Deep-Sky und Planeten.

Wenn dir das zu teuer ist, wie wäre es dann mit einem C6:
C6

und dieses dann auf eine NEQ-5:
NEQ-5

Du hättest damit eine solide, ausbaubare Basis!

Dieter
 
#17
Hallo Sven,

die Info stammt von Astroshop direkt. Ich wollte mir aus einem Gebrauchten dieser Serie mal einen Reisedobson zimmern, weil man die Tuben mitunter sehr günstig bekommt. Da hatte ich mal nachgefragt. Letztlich musste dann mein Skywatcher Skyliner dran glauben und wurde verbastelt... ;)

Es gibt dieses andere Omegon Modell mit 152/752 oder so ähnlich das hat dann einen Parabolspiegel.

VG
Klaus
 
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#19
Hallo, danke an Alle.

Ich habe mich jetzt doch gegen ein Dobson entschieden und mir ein Newton 200/1000 auf einer NEQ-5 Montierung besorgt (ich hoffe, das war kein Fehlgriff).

Das Teil kam heute an. Habe Auf- und Abbau bereits einige Male geübt. Heute scheint auch die Wolkendecke aufzuklaren, so dass ich hoffe, erste Beobachtungen machen zu können. Das Teil ist schon ein rechter Klopper, passt aber auch in voller Höhe aufgestellt gut auf meinen Balkon. Vlt ist er doch etwas Breiter als 1 m.

Das Teil lässt sich auch gut auseinanderbauen, so dass ich das unbeengt ins Auto kriegen werden, auch wenn von "leicht" keine Rede sein kann. Das ist alles sehr robust.

Ich bin mal gespannt, ob ich was vor die Linse bekomme.

VG
 
#22
Hallo Castty,

die Kombination aus HEQ-5 und dem 200/1000 habe ich einige Male gesehen und auch die NEQ-5 sollte dazu in der Lage sein, das Gerät zu schönen Beobachtungen zu tragen.
Beim f/5 Newton ist halt die Okularausstattung ein Punkt, der darüber entscheidet, ob der visuelle Beobachter mit dem Gerät erfolgreich ist. Sehr viele und wie es leider so ist eben zumeist günstige Okulare neigen dazu, am Rand des Bildes nicht mehr scharf zu werden. Das wird von vielen Sternfreunden als "Newtonkoma" angesehen und das erzeugt den falschen Eindruck, das man damit leben müsste. Aber Okulare, die mit f/5 bis an den Rand so gut klar kommen, dass man Koma wirklich erkennen kann, kosten nicht ganz so wenig.
Weiter treibt einen f/5 auch zu sehr kurzbrennweitigen Okularen, wenn man die höchst möglichen Vergrößerungsbereiche der jeweiligen Optik nutzen möchte. Bei f/5 und einer gut justierten und beugungsbegrenzt funktionierenden Optik ein 3,5mm Okular nicht übertrieben. Jene aus wenigen Linsen aufgebauten Okulare, die gerade Planetenbeobachter an vielen Geräten favorisieren, werden mit so einer kurzen Brennweite nicht angeboten, weil deren Augenabstand immer ein Bruchteil, um drei Viertel, der Okularbrennweite ist. Daher setzt man bei f/5 Optiken andere Okulare mit mehr Linsen, besserem Augenabstand und oft auch mehr scheinbarem Gesichtsfeld ein, oder man verwendet eine zum schnellen Newton passende Barlow vor einem der typischen Planeten-Okulare (wie z.B. einem Ortho). Auch das ist wieder eine Angelegenheit, bei denen man die kleinen Scheinchen davon flattern sieht. Andererseits spricht ja nichts dagegen, sich in den kommenden Jahren in Ruhe eine schöne Okularpalette aufzubauen. Man sollte nur nicht mit der Erwartung an die Sache herangehen, dass die beigelegten Super 10mm und Super 20mm eine wirkliche Idee abgeben, was so ein Gerät leisten kann.

Die Beobachtungsmöglichkeit vom Balkon aus empfinde ich immer als eine Bereicherung, wenn man doch zu gerne beobachten will, aber die Fahrt unter dunklen Himmel einfach nicht passend zur Wetterlage und Mondphase möglich ist. Dann kann man wenigstens von Balkonien aus über den Mond streifen und schauen, ob die Planeten nicht zu tief stehen und ansonsten eben die helleren Deepsky-Objekte "ausprobieren". Ein OIII-Filter hilft da bei den meisten Nebeln, also den typischen planetarischen und diffusen Nebeln. Sternhaufen, Reflexionsnebel und Galaxien kann man nicht wirklich filtern und sie leiden extrem an der unnötigen Lichtverschmutzung unserer Städte. Falls Dir solche Objekte also vom Balkon aus wenig attraktiv und schwer auffindbar erscheinen: Fahre raus aus dem Licht und Du wirst genau wissen, warum Du Dir ein transportables Gerät angeschafft hast...

Clear Skies
Sven
 
#23
Hallo Castty.

1. Zu deinem Balkon ^^
Mit 1m Tiefe wirds da schon eng, Ich spreche aus Erfahrung.
meiner hat 1,3m Tiefe und ich habe eine EQ5 Montierung auf hohem Stativ.
Da wird die bewegung mit ner 1200mm Röhre doch arg eingeschrängt denke ich. Ich habe mit 900mm schon Teils leichte Problem.

2. Von welchem Göttingen Sprechen wir ?
Das im Süden bei Ulm, oder das in in der Mitte bei Duderstadt-Northeim-Münden.
Letzteres wäre von der Lichtverschmutzung her genial ^^
Ein Paar kilometer weiter ein Class3 Himmel (wenig Licht)
Direkt vor Ort Class4 (auch schon nicht schlecht).
Beim Göttingen im Süden direkt Class4, aber im Umfeld auch nicht besser werdend.

Könnte man dann bei der Öffnungsgröße berücksichtigen hinsichtlich Deepsky. Wenns dunkler ist, erkennt man schwache objekte ja besser, so das man evtl. die Öffnung eine Nummer kleiner wählen könnte. Aber das überlasse ich dann den Experten hier. ^^ (nicht bös gemeint, bin halt auch Anfänger).

Ich selber habe mir ein GSO 150/900 gekauft auf einer N-EQ5.
Bin mit der Schärfeleistung zufrieden.
Er ist genau dafür konzipiert worden.
Knackige schärfe im Visuellen Bereich.
Und mit seinem F/6 Öffnungsverhältnis auch genügsamer bei den Okularen.
Habe aber keine DeepSkyErfahrung, da ich selbst unter einem clas6 Himmel sitze und nur selten raus komme (Arbeit-Wetter-bedingt).
Beim diesem GSO ist das adaptieren einer Canon-kamera aber nicht ohne Umbauaktionen möglich.
Rein Visuell (nur beobachten) aber sehr gut.


Gruß
Markus
 
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