Anfänger-Fragen

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Greetinx

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Ich melde mich erst mal ins Forum. Mein Name ist Bernd und ich bin ein völliger Anfänger auf diesem Gebiet, spiele aber schon ewig mit dem Gedanken mir ein Teleskop zuzulegen. Ich bin sozusagen Weltraumfanatiker :-).

Gestern habe ich mir daher ein Meade 20,3 cm f/6 LightBridge Dobson bei Amazon bestellt. Da ich in knapp zwei Wochen in die Wüste versetzt werde (Ägypten), schien mir der Zeitpunkt für den Kauf genau richtig. Um die richtige Startausrüstung zusammen zu bekommen, brauche ich aber noch etwas Hilfe. Ja, ich kann mir denken das das alles schon mal gefragt wurde und in den tiefen des Forums zu finden ist aber … ich bin neu hier und jedes Forum ist anfangs etwas unübersichtlich. Außerdem habe ich spezielle Fragen, die nur ihr Fachmänner beantworten könnt (schleim). Mein Teleskop hat anscheinend zwei Größen für das Okular (1/10 Crayford Okularauszug mit 1.25" und 2" Okularsteckaufnahme). Nun zu meinen Fragen:

1. Wäre die Barlow Linse „Achromatische Barlow Linse BA2 2x Teleskop 31,7mm 1.25"“ für mein Okular geeignet und sinnvoll?
2. Brauche ich ein weiteres Okular? Wenn ja, was wäre sinnvoll?
3. Welche Größe müsste ein Sonnenfilter (der kommt doch vorne aufs Teleskop oder?) haben und welche ein Mondfilter (auf dem Okular?) ?

Besten Dank schon mal und ich freue mich auf die unendlichen Weiten,

Bernd
 
Hi Bernd,

Du hättest besser vor dem Kauf bei Amazon hier nachgefragt.

Wer sich gaaanz genau auskennt, der kann auch bei Amazon bestellen, aber ein Anfänger sollte bei einem echten Teleskophändler bestellen. Denn falls etwas defekt ist oder Du Zubehör dazukaufen möchtest, stehst bei Amazon im Regen.

Nun zum Teleskop:

hast gesehen, daß Amazon schreibt, daß dieses Teleskop momentan nicht auf Lager ist? Und Du eine email bekommst, wenn es wieder lieferbar ist? :mauer:

Die liefern sicherlich nicht kostenlos per Luftfracht nach Ägypten!

Du schreibst "Wüste". Da fliegt auch in einer windstillen Nacht jede Menge Staub rum. Da wäre ein geschlossener Tubus vermutlich besser. Hast Du die Gewichtsangaben gelesen? 34 kg! Der Tubus wird zum Transport zusammengeschoben, muß also vor Gebrauch ausgezogen werden. Und dann zuerst justiert werden, ehe der Beobachtungsspaß beginnt. Du benötigst also noch Justierhilfen. Für die Justage vom Okularauszug zur Fangspiegelspinne und dem Fangspiegel selber ein Concenter, für die Justage vom Hauptspiegel dann einen guten Laser.

Der Staub setzt sich gerne zwischen Bodenplatte und Azimutlager, da bist Du in der Wüste nur am Reinigen, sonst ruckelt es beim händischen Nachführen!

Nächster Punkt: Wo in Ägypten möchtest Du das Teleskop einsetzen? In der Umgebung der größeren Städte gibt es keine Nacht. Da ist jede einzelne Palme mit Leuchtbändern umwickelt, die die ganze Nacht leuchtet. Und alles andere ist mit Neonröhren beleuchtet, die ebenfalls die ganze Nacht hindurch an sind. Die Lichtverschmutzung in den dicht besiedelten Gebieten ist eine Katastrophe. Da sieht man fast keine Sterne. :mauer:

Kennst Du die Sternbilder? Um dich am Himmel zu orientieren bräuchtest Du auf alle Fälle noch Kartenmaterial. Der Deepsky-Reiseführer und der Deepsky-Reiseatlas sind da sehr zu empfehlen. Und auf dem Laptop das kostenlose Programm Stellarium...

Zu den Okularen:

das beiliegende 26 mm Okular ist ein 2" Okular und als Übersichtsokular gedacht, das funktioniert nicht mit einer 1 1/4" Barlow. Die kannst Du nur bei 1 1/4" Okularen überhaupt verwenden. Du benötoigst auf alle Fälle noch 4 weitere Okulare für höhere Vergrößerung: 17 mm, 12 mm, 9mm, 6 mm in 1 1/4" Ausführung. Und zwar am besten Weitwinkelokulare. Damit Du länger die Objekte betrachten kannst, ehe Du nachschubsen mußt. Da diese Okulare aber meist schon ein Barlow-Element verbaut haben, solltest Du da nicht noch eine Barlow dazwischen setzen...

Du solltest auch den Leuchtpunktsucher gegen einen Telrad austauschen. Mit dem Telrad kannst Du besser die Entfernungen am Himmel abschätzen. Und die Telradkreise sind im Deepsky-Reiseatlas eingezeichnet. So kannst Du abschätzen, wie weit Du das Teleskop verfahren mußt, um ein Objekt anzupeilen...

Dann brauchst Du noch eine Rotlichttaschenlampe. Mit Weißlicht machst Du die Dunkeladaption Deiner Augen kaputt, sobald Du in den Karten etwas suchst... Und dann dauert es wieder mehrere Minuten, bis Du im Okular etwas erkennen kannst. Dann hat sich aber durch die Himmelsdrehung das zu beobachtende Objekt schon wieder aus dem Gesichtsfeld vom Okular rausgedreht und die Sucherei geht von neuem los...

Zum prinzipiellen Kennenlernen des Himmels wäre ein simples Fernglas aus meiner Sicht besser gewesen.

Und erst, wenn Du Dich "da oben" auskennst, dann ein Teleskop...



 
Hey danke Fee. Damit kann ich was anfangen. Ich wohne ca. 30km außerhalb von Kairo. Lichtverschmutzung sollte kein sehr großes Problem sein. Das Teleskop soll heute oder morgen geliefert werden. Also danke noch einmal, jetzt kann ich weiter bestellen.
Gruß,
Bernd
 
Hi Bernd,

ich fürchte, Du unterschätzt die Geschichte mit der Lichtverschmutzung gewaltig. 30 km außerhalb von Kairo bist Du noch mitten in der Lichtglocke von Kairo.

Mit "Lichtverschmutzung" ist alles Licht gemeint, daß nach oben abgestrahlt wird und an Staub und Aerosolteilchen in der Luft gestreut wird. Der Himmel ist dann nicht pechschwarz, sondern hell- oder dunkelgrau. Durch dieses Streulicht "verschwinden" lichtschwache Sterne einfach. Werden unsichtbar. Eigentlich sollte man etwa 5.000 Sterne am Nachthimmel mit dem Auge sehen können. In der Gegend von Kairo sind es leider nur noch 300 - 500 Sterne, die man sehen kann. Galaxienbeobachtung z.B. macht da keinen Spaß. Denn man sieht sie schlicht nicht. Da hilft auch kein Teleskop. Was in der menschgemachten Lichtverschmutzung untergeht, kann kein Teleskop "hervorzaubern". :(

Falls irgendwie möglich, solltest Du mindestens 50, besser noch 100 km weg von Kairo zum Beobachten sein.
 
Hallo!

Zitat von Sternenfee123:
Du benötigst also noch Justierhilfen. Für die Justage vom Okularauszug zur Fangspiegelspinne und dem Fangspiegel selber ein Concenter, für die Justage vom Hauptspiegel dann einen guten Laser.
"Sight Tube" (oder Cheshire mit Fadenkreuz) und Laser geht auch. Letzterer lohnt sich schon ab der Ausrichtung des Fangspiegels zum Hauptspiegel, also die Verkippung. Die lineare Bewegung vorher ist dagegen noch ein Fall für die erste Justierhilfe.

Um dich am Himmel zu orientieren bräuchtest Du auf alle Fälle noch Kartenmaterial. Der Deepsky-Reiseführer und der Deepsky-Reiseatlas sind da sehr zu empfehlen.
Der Karkoschka ("Atlas für Himmelsbeobachter") geht auch.

Du solltest auch den Leuchtpunktsucher gegen einen Telrad austauschen. Mit dem Telrad kannst Du besser die Entfernungen am Himmel abschätzen. Und die Telradkreise sind im Deepsky-Reiseatlas eingezeichnet. So kannst Du abschätzen, wie weit Du das Teleskop verfahren mußt, um ein Objekt anzupeilen...
Der Leuchtpunktsucher reicht aber für viel Objekte aus. Leider sind manche Exemplare schnell von Kontaktschwierigkeiten auf der Schleiferbahn geplagt. Ein Leuchtpunktsucher ohne Leuchtpunkt ist nicht hilfreich ...

Bei aufgehelltem Himmel ist die Kombination mit einem optischen Sucher, z. B. 6x30, empfehlenswert. Im Telrad oder Leuchtpunktsucher sieht man schwache Aufsuchsterne unter Umständen nicht.

Grüße

fquadrat
 
Moin Fee!

> Der Tubus wird zum Transport zusammengeschoben, muß also vor Gebrauch ausgezogen werden.

Tschuldige - es war die Rede vom Meade Lightbridge. Das ist ein Gitterrohr-Dobson, nicht zu verwechseln mit den zusammenschiebbaren "Flextube"-Konstrukt von Skywatcher.

@Bernd:
> 3. Welche Größe müsste ein Sonnenfilter (der kommt doch vorne aufs Teleskop oder?) haben und welche ein Mondfilter (auf dem Okular?)?

Zum Thema Gitterrohr-Dobson und Sonnenbeobachtung... - Da muß auf alle Fälle erstmal eine Verdunkelung des offenen Tubus' gegen seitlichen Lichteintritt her, eine sogenannte "Socke" in Schwarz. Kann man für die Lightbridge käuflich erwerben.
Danach kann man sich den Sonnenfilter basteln. Baader AstroSolar-Folie gibt es einmal im DIN-A4-Format (das schränkt die verfügbare Öffnung des Filters etwas ein), oder man besorgt sich im Astrohandel ein Stück Filterfolie 50x50 cm o.ä. und baut sich den Sonnenfilter über die komplette Teleskop-Öffnung. Bastelanleitungen dazu gibt es im Netz. Fertiglösungen u.U. bei einzelnden Astrohändlern.

Mondfilter halte ich für überflüssig bei 8" und entsprechend hohen Vergrößerungen.
 
Hallo Bernd.

Zitat von Greetinx:
Gestern habe ich mir daher ein Meade 20,3 cm f/6 LightBridge Dobson bei Amazon bestellt.
Leichter zu justieren und okularfreundlicher als ein 1:5er Öffnungsverhältnis.

3. Welche Größe müsste ein Sonnenfilter (der kommt doch vorne aufs Teleskop oder?) haben und welche ein Mondfilter (auf dem Okular?) ?
Der Sonnenfilter kann entweder ein Off-Axis-Filter sein, der seine Öffnung zwischen zwei Fangspiegelstreben hat. Dann ist der eigentliche Filter kleiner sowie der Beugungsanteil an der Bildaufhellung geringer. Oder ein Filter für die volle Öffnung. Ich würde letzteren bevorzugen. Als Filterstärke nimmst Du ND5, nicht ND3,8. Und ja, der Filter kommt vorne auf das Teleskop. Okularsonnenfilter sind unsicher.

Als Mondfilter ist ein ND0,9 für Okulare sinnvoll. Nimm keinen "Mondfilter"! Für Übersichtsbeobachtungen ist das 26-mm-Okular sinnvoll, Du hast dann auch noch etwas Himmel, um den auswandernden Mond ohne Herumschubsen im Blick zu behalten. Hier wäre also ein Filter mit 2" Steckdurchmesser nötig. Der hat dann den Vorteil, daß Du ihn beim Wechsel der Okulare nur einmal in den Adapter drehen mußt und dann die 1,25"-Okulare ohne Herumgeschraube wechseln kannst. Alternativ wäre auch ein 1,25"-Filter in Kombination mit einem 25- oder 32-mm-Okular diesen Steckmaßes eine Alternative. Praktischerweise hat die Sonne den gleichen Winkeldurchmesser, also ist ein Übersichtsokular für den einen Himmelskörper auch eines für den anderen.

Ach ja: Das mitgelieferte Meade QX gilt als nicht einmal in der Bildmitte sonderlich gut abbildend, daher würde ich es nur für Übersichtsbeobachtungen nehmen.

Grüße

fquadrat
 
Hey danke Euch für die Tipps. Das Teleskop wurde heute geliefert hat meine Frau gesagt (ich bin noch auf Lehrgang). Ich habe heute noch ein Okular 9mm, Sternenkarten und Anfängerlitaratur sowie Filter bestellt. Nächste Woche kommt dann alles in den Container und ab gehts. Alles was dann noch fehlt, muss ich halt nachbestellen. Auf jeden Fall freue ich mich schon, wenn der Container in ca. 6 Wochen in Kairo ist (nach Zoll etc.) und ich in die Ferne schweifen kann.
Danke noch mal und ich melde mich dann wieder ;-)
 
Hallo Bernd,

ich bin seit Sept. 2013 mit einem Teleskop unterwegs.

Ich würd dir anstelle des Karkoschkas den Deeskpy Reisatlas empfehlen. Ich fand der Karkoschka am Anfang sehr unünersichtlicht und war damit überfordert und hab ihn zurückgeschickt.

Dagegen mit dem DS-Atlas kam ich sofort zurecht, nicht zuletzt wegen der besseren "Aufmachung" bzw. Designs.

Gruß Markus
 
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Hallo Bernd,

der Leuchtpunktsucher an der Lightbridge ist sehr gut. Man kann 4 "Muster" auswählen und 7 Leuchtstärken. Die geringste Leuchtstärke beim "Schwachen Punkt" ist für dunklen Himmel die richtige.

Die "Socke" gibt es normalerweise gleich dazu. Dann spricht nichts gegen einen 8-Zoll-Sonnefilter auf em Hut.

Bei Okularen empfehle ich Dir, Sternfreunde in Deiner Umgebung zu finden und dort Okulare auszuprobieren. Die können Dir auch beim Kollimieren des Telekops helfen. Manch einer mag Orthos lieber als Weitwinkelokulare. Teleskopkauf ist nichts für ebenso mal zwischendurch, falls man das Hobby ernsthaft betreiben möchte.

Gruß, Günther.
 
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