Anfänger in der Mondfotografie

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Rudolfo

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Hallo zusammen
Nach der 12 jährigen Tagfotografie will ich mich nun der Astrofotografie widmen.
Als Setup habe ich :
Sony alpha 6000 APS-C mit einem stabilen Stahlstativ. Wiegt 12 kg ist schon ein Brummer.
Nachführung: Star Adventurer GTi
Als Teleskop habe ich ein Maksutov 100/1400

Jetzt bräuchte ich euch um Hilfestellung für schöne Mondfotografien zu bekommen
Was würdet ihr empfehlen?
A: Fotos ohne Okular durch das Teleskop mit der Sony Alpha 6000 hintendran ?

B: Fotos durch das Okular mit der Sony Alpha 6000 hintendran ?
Welches Okular und welche mm ?

C: Fotos mit einer Planetenkamera?
dann welches Modell?

D: oder gibt es eine ganz andere Möglichkeit welche ich noch nicht weiß

Welche Filter oder sonstiges ist zu empfehlen?
ND Filtet? Oder ohne

Zur Info vielleicht noch:
Ich bin bei dr Astrofotografie im Anfängermodus und muss noch keine Verkaufsbilder erzeugen. Es soll Spaß machen und nicht in Arbeit und Stress ausarten. Bildbearbeitung in Rahmen ist klar aber keine 10 Std. am Tag für ein Foto.

In der Hoffnung auf ein paar positive Antworten verbleibe ich bis bald.

Rudi
 
Hallo Rudi,

Planeten und der Mond werden garnicht fotografiert, sondern gefilmt! Bei den hohen Vergrößerungen wirkt sich die Luftunruhe durch die Erdatmosphäre extrem aus und viele Aufnahmen sind deshalb verwaschen oder unscharf. Also macht man einen Film, der ja aus vielen kurz belichteten Einzelbildern besteht. Aus dieser Bilderserie wählt man (per Software) die 'guten' Frames aus und verarbeitet sie zu einrm Bild.

Das mal grob als Verfahren.

Wenn die Brennweite der Optik nicht reicht, nimmt man gewöhnlich eine Barlowlinse dazu. Die gibt es ab 1,5-fach bis 5-fach. Bei Deinem Mak würde ich erstmal nur einen Adapter nehmen und die Kamera direkt anschließen. Wenn Du das dann im Griff hast, kannst Du über eine (gute!!!) Barlow nachdenken, aber max. 2fach für das Mak, denke ich.

Ich würde Dir empfehlen, dazu die einschlägigen Videos im Netz anzuschauen oder Dir ein gutes Buch zum Thema zu kaufen.

Viel Spaß und Geduld!

CS.Oli
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Oli
Vielen Dank für die schnelle und interessante Anleitung.
Mit Adapter meinst Du die Verbindung zwischen Fotoapparat und Teleskop.
Hier habe ich schon ein paar Bilder gemacht.
Für mich als Anfänger war dies schon faszinierend wie der so aussieht. Aber wie du schon sagst die luftunruhe macht es fast unmöglich etwas gescheites abzubilden. Deshalb wollte ich Euch fragen was ein Anfänger sinnvoll benötigt.
Die Videos sind schon OK. Aber sie beantworten eigentlich nicht meine Frage sondern erklären wie toll und schön sie es machen. Das Setup wird eigentlich nicht vorgestellt und auf Anfänger Fragen überhaupt nicht eingegangen. Dies sind Videos meist für die Fortgeschrittenen.
Aber ich suche weiter im Netz nach Videos und verbleibe bis dahin.
Rudi
 
Hallo Rudi,

Man kann schon mit einer spiegellosen Kamera den Mond fotografieren, auch so das Krater erkennbar sind. An die Auflösung von richtigen Planetenkameras kommt man mit einfachen Kameras allerdings nicht heran.
Ich fotografiere ab und an mit einer MTF, einer Panasonic LUMIX G70 den Mond, so das zumindest Krater auf dem Bildern erkennbar sind.

Ein paar Beispiele meiner Bilder, die ich mit verschiedenen Teleskopen und der G70 aufgenommen habe:


Der Mond.
Aufgenommen am 110/770mm Refraktor mit einer Panasonic LUMIX G70.

  • 25% von 723 Bildern.
  • 1/3.200 Sekunde belichtet.
  • ISO: 8.000.
  • Weißabgleich: Automatik.

Mond-1.jpg


Mare Serenitatis.
Aufgenommen am 110/770mm Refraktor mit einer Panasonic LUMIX G70.

  • Baader Q-Barlow 2,25x.
  • 25% von 274 Bildern.
  • 1/3.20 Sekunde belichtet.
  • ISO: 10.000.
  • Weißabgleich: Automatik.

Mond-3.jpg


Mondterminator
Aufgenommen am 254/3048mm Cassegrain mit einer Panasonic LUMIX G70.

  • Insgesamt 25% von 1822 Bildern.
  • 1/1.000 Sekunde belichtet.
  • ISO 12.800.

Mond-2.jpg


Für solche Bilder nehme ich mit der Serienbildfunktion meiner Kamera kontinuierlich drei Minuten lang Bilder auf. Die Kamera schließe ich direkt, fokal, an das Teleskop auf. Die Bilder nehme ich im JPG fine Format auf.
Die Bilder stapele (oder stacke) ich mit dem Programm RegiStax6. Mit diesem Programm schärfe ich auch die Bilder nach. Dabei verwende ich nur die ersten drei Ebenen.
Mit dem Programm Gimp passe ich noch den Kontrast und die Helligkeit an, mit IrvfanView ändere ich die Größe der Bilder.

Das Nachbearbeiten geht relativ schnell. Für einzelne Bilder benötige ich eine halbe Stunde, für ein Panorama wie das vom Mondterminator etwas länger.
Es kommen sicher nicht die besten Bilder dabei heraus. Es ist aber eine gute Methode um mit einer einfachen Kamera ohne großen Aufwand Bilder vom Mond zu erstellen.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Gerd
Ja das sieht doch super aus. Für mich wäre das schon eine sehr schöne Ausbeute. Sehr sehr schön.
Ich werde mich
mal so nach deinen Fahrplan Rantasten und hoffe das mein Maksutov 100/1400 mit der Sony alpha 6000 ähnliches produziert.
Bildbearbeitung versuche ich mit Siril und Lightroom evtl. noch mit einem Topazbaustein oder Luminar Neo..
Kann ja dann auch mal RegiStax6 anschauen. Das Programm kenne ich nicht.

Dann noch viele klare Nächte und bis demnächst.
Vg Rudi
 
Hallo Rudi,

Kann ja dann auch mal RegiStax6 anschauen. Das Programm kenne ich nicht.

Mit den Programmen wie RegiStax oder auch AutoStakkert werden die einzelnen Bilder überlagert. Es werden nicht alle verwendet, sondern es werden den Programmen vorgegeben, das z.B. die besten 25% der aufgenommen Bilder verwendet werden.
Mit dem überlagern der Bilder kann das Seeing gut eliminiert werden. Mit den Funktionen von entrauschen und schärfen von RegiStax können durchaus sehr ansehnliche Bilder erstellt werden.


mal so nach deinen Fahrplan Rantasten und hoffe das mein Maksutov 100/1400 mit der Sony alpha 6000 ähnliches produziert.

Wichtig wären viele Bilder bei möglichst kurzen Belichtungszeiten. Und so gut es nur geht zu fokussieren.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo,

man kann das Teleskop auch quasi als Teleobjektiv benutzen, wenn man eine Kamera ohne Objektiv adaptiert. Auch ohne zu filmen kann man so schöne Fotos machen:

vollmond (2).JPG

63/840mm Refraktor an Canon EOS 350D, fokal

Mit einem Projektions-Adapter kann man den Mond auch mit einem Okular auf den Sensor projizieren (Okularprojektion). Geeignete Okulare sind z.B. Plössl mit Brennweiten zwischen 20mm und 30mm. Auch hier kann man ruhig mal Einzelbilder versuchen:

moon_telementor.jpg

63/840mm Refraktor an Canon EOS 350D, Okularprojektion

Die einfachste Art von Fotos gelingt manchmal mit einem Smartphone durch das Teleskop mit Okular, auch ohne filmen:

alpen_handy.jpg

Einzelfoto mit einem Nokia 3.1 durch meinen Dobson mit Okular 10mm

salü+cs, volker :coffee:
 
Hallo zusammen
Ich werde bei der nächsten Gelegenheit mal die Kamera direkt an das Teleskop Maksutov 100/1400 anschließen.
Welch ISO und Belichtungszeit würdet ihr mir empfehlen?
Vg Rudi
 
Hallo Rudi,

Welch ISO und Belichtungszeit würdet ihr mir empfehlen?

Das ist von Teleskop zu Teleskop sehr unterschiedlich.
Ich fotografiere den Mond mit einem hohem ISO-Wert um zu geringen Belichtungszeiten zu gelangen. Den ISO-Wert stelle ich durchaus auf 10.000 ein, um möglichst kurz zu belichten.
Ich würde einfach verschiedene Einstellungen ausprobieren um ein Gefühl für die Teleskop/Kamera Kombination zu bekommen.

Viele Grüße
Gerd
 
OK OK ich werde testen und wieder berichten.

nochmals vielen Dank für eure INfos.

Rudi
 
Hallo Rudi,

ein Bild von mir, extra gestern Abend für dich aufgenommen.

Einzelbild, Sony alpha 6000 am 100mm f/5,5 Esprit mit flatner. ISO 200 1/800 s
Bildbearbeitung : etwas Helligkeit und Kontrast angepaßt, moderat geschärft ( Affintiy Photo, Klarheit 6%, Hochpaßfilter 1 Pixel, unscharf Maskiert 1 Pixel )

Gruß Uwe
Apple Photos DocumentB.jpg
 
Hi Uwe
Das sieht ja schon super aus.
Ich hoffe mein Maksutov macht das auch so schön wie bei dir.
Bis bald
Rudi
 
Hallo Rudi,

noch ein paar Tips von mir.

1400mm Brennweite erzeugen ein ca. 12,6mm großes Mondbild. Sensorhöhe ist 15mm. Ich würde das Bild so einstellen, daß ca. 1/4 des Mondes noch außerhalb ist und den Mond dann ins Bild laufen lassen und wenn er mittig ist Kamera auslösen. Selbstauslöser 2s.

Du hast f14. Das sind 2,5 Blenden weniger als meine f5,5. Statt ISO 200 also auf ISO 1200. Probier mal 1/1000s mit ISO1600.
Etwas unterbelichten schadet nicht, kann man gut in der Bildbearbeitung korrigieren.

Ich bin auf dein Bild gespannt.

Gruß Uwe
 
Hi Uwe
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Rückmeldung. Für mich als Anfänger ist das schon sehr hilfreich und sorgt für eine schöne Nacht.
Ich werde demnächst mal aufs Dach gehen und loslegen. Warte nur noch auf die Bathinovmaske zum Scharfstellen. Ich hoffe sie verspricht nicht zuviel.
Bis dann und nochmals merci an alle die mir die guten Tipps gegeben haben.

Grüße Rudi
 
Hier mein Mond von vorgestern Abend. Singleshot mit 80/480 APO und ZWOAsi 585 mc. Bearbeitet mit der Bildbearbeitung im iPhone. Klar, mit Video wäre mehr möglich, aber es geht auch mit Einzelaufnahmen was.

LG Olaf

IMG_3441.jpeg
 
Hi Olaf
für so aus der Hüfte nicht schlecht - und vor allem nur ein Einzelbild.

Rudi
 
Hallo Rudi,

ich bin auf dem Mond meist ohne Kamera unterwegs, mach mir aber immer ein Erinnerungsbild. Dieses Bild entstand gestern an einem FH 102/1000mm bei ISO 100 und 1/40s.
Mond 20240415_L.jpg

Eins von zehn Bilder taugt was und die Nachbearbeitung mache ich in Lightroom oder Gimp. (Hier mit Lightroom)
Da ich mein Teleskop aber erst seit drei Wochen habe, bin ich auch noch in der Aufwärmphase.

Gruß und CS,
Markus
 
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