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DeltaFlyer

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Hallo,

ich, Anfänger, 45 Jahre, männlich, aus der Gegend um Göttingen (um 300m ü. NN), will mir endlich mal ein eigenes "Amateur" - Equipment zum Beobachten von Mond, Planeten, Sterne, Galaxien, Kometen, Asteroiden, Meteoriten etc. zulegen, Kinder sind aus dem Haus, und die Gattin ist selbst interessiert.

Mein Augenmerk liegt hauptsächlich auf ein 12" Dobson (Explore Scientific, Skywatcher oder GSO Deluxe) mit Telrad.

4 - 6 Okulare von Explore Scientific mit 82º, und 2 - 3 Filter, welche Brennweiten weiß ich aber noch nicht genau, da fehlt mir das Wissen zu, was sinnvoll wäre.

Und etwas Literatur und Sternkarte sollte auch nicht fehlen.

Maximales Limit all inclusive 2000 EUR, Anschaffung/ Kauf bis Dez. 2015.

Habe ich etwas vergessen? Oder gibt es vielleicht besondere Empfehlungen?


Gruß
DeLta






 
Hallo DeLta (?),

(Vor)name wäre nicht schlecht, macht alles hier ein bisschen persönlicher :-)
Hört sich gut an, was Du so vor hast- allerdings ist ein 12" Dobson auch schon eine ordentliche Größe. Die meisten fangen mit etwas weniger Öffnung an und testen erst einmal, ob das Hobby Astronomie auch die Erwartungen erfüllt.
Ich würde zuerst ein bisschen hier im Forum rumstöbern, da wurden die meisten Fragen, die man jetzt hat, schon beantwortet.
Ich habe damals alles selber gebaut, ohne Internet, ohne Bücher und habe dann 40 Jahre mit den Gerätschaften beobachtet ;-)
Wenn Du Literatur, Sternkarten und Software benötigst... wohne wahrscheinlich nicht allzu weit von Dir weg :-)


Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo,

den ES-Dobson hatten wir vor 2 Wochen zur Begutachtung. Das Handling (werkzeugfrei) ist okay, die beiden Kisten kompakt und gut zu tragen. Die optische Qualität entspricht vergleichbaren Teleskopen dieser Preisklasse. Es geht zwar noch leichter, dann wird es aber teurer.

Ab 1. Februar werden viele Preise bei praktisch allen Astrohändlern angehoben. Falls eine Entscheidung vorher möglich ist, ... ;)

Gruß, Günther.
 
Moin zusammen!

> allerdings ist ein 12" Dobson auch schon eine ordentliche Größe.

Genau - das ist nämlich das Hauptproblem. Enge Treppenhäuser und Kleinstwagen fallen da schon mal flach. Allein der Volltubus wiegt bestimmt über 20 Kilo - besonders bei den Fernost-Modellen, die allesamt einen Stahlblechtubus verbauen. Über die Maße und Gewichte sollte man sich wirklich vor Kauf im Klaren sein und vielleicht mal so ein Instrument in natura gesehen haben. Viele unterschätzen das.
Ansonsten ist eine 12"-Optik was feines, wenn man als Anfänger mit dem relativ kleinem Gesichtsfeld bei 1500 mm Brennweite der genannten Geräte klarkommt.

Zwecks Okular-Auswahl sollte man sich im Bereich "opt. Zubehör" mal Zeit zum Lesen nehmen. Im Grunde läuft die Erstausstattung immer auf das gleiche bei Dobsons heraus: Drei Okulare - eins für Minimalvergrößerung, eins für mittlere und eins für moderate Höchstvergrößerung. Beim Dobson bieten sich natürlich Weitwinkel-Okulare an, die es in allen Preisklassen gibt.

Die Panikmache mit den Preiserhöhungen wegen des Dollarkurses (bisher eine Mitteilung eines Händlers, oder nicht?) halte ich für übertrieben. Ein großer süddt. Händler hat gerade als Antwort draauf geschrieben, daß vorrätige Lagerware zu alten Preisen verkauft wird. Also...
 
Danke für die ersten Antworten.


Also, ich habe einen großen Balkon, Ost - Süd - West Rundumsicht von ca 70ºOst bis 270ºWest, wenig Streulicht, und noch weniger ab ca. 23:00 und später, darum ein 12" Dobson.

Sternenwarten habe ich auch einige in der nahen Umgebung, da brauche ich dann meines nicht umherschleppen.

Ich denke aber, um flexibler zu sein, an 5 Okulare, nur stelle ich mir die Frage, 4,7mm, 6,7mm, oder 8,8mm als Kleinstes, und 24mm oder 30mm als Größtes. Dazwischen 11mm, 14mm und 18mm, oder gibt es eine sinnvollere Alternativzusammenstellung? Trotz meiner Lenze habe ich 110% Sehvermögen, falls das relevant ist.

82º Gesichtsfeld finde ich schon super, Filter benötige ich dann ja sowieso in 1,25" und 2", also immer doppelt. Den Pferdekopf will man(n) ja auch irgendwann mal betrachten.

Preiserhöhung sehe ich nicht so als gravierend, ich mach es nicht von dem EURO Kursfall abhängig, da ja später wahrscheinlich eh noch zu gekauft, optimiert und modifiziert wird.


Gruß
Sten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sten,

die Sache mit dem "darum ein 12 Zoll" ist für mich ein Indiz, dass bei Dir ein paar Astro-Mären untegebracht worden sind. Zum Beispiel, dass man nur unter dunklem Himmel eine große Öffnung gut nutzen kann.
Ich sehe das auch nicht so easy, wenn man unkritisch diese "ich will mal probieren" Mentalität beim ersten Teleskop nennt. Sehr leicht ist ein zu billig gekauftes Teleskop gleich der Ausstieg aus dem Hobby. Denn unser Hobby bedeutet, bei kalten Temperaturen in feuchter Luft (Tau) draußen stehen, wenn andere im warmen Bettchen schlafen. Bei aller Romantik (die das Hobby definitiv hat) sollte man sich da aber nicht irgendwie einen kleinen Wackeldackel nach dem Motto "zu wacklig, zu dünn und zu kurz" antun. Es sollte eher um ein Gerät mit Zukunftsperspektive gehen. Das muss keine lebenslange Verbindung werden, aber ein optisch solides Gerät lässt sich wieder verkaufen im Gegensatz zu verramschen.

Sternwarten: Die taugen prima zum Kontakte knüpfen. Wie wäre es damit, dort mal eine Truppe aktiver Beobachter zu finden? Vielleicht darfst Du nach einer Vorstellung dort mal mit "auf den Acker"? Wenn da ein paar Teleskope stehen, durch die man schauen darf, bekommt man ein Gefühl für die Handhabung, die Größe und mit etwas Glück bekommt man auch demonstriert, dass ein gutes Teleskop mit einem (dafür) schlechten Okular rein gar nichts taugt. Weniger kann mehr sein! Weniger als drei sollten es aber auch nicht sein.

Damit wäre ich mal kurz beim 12" Dobson. Der hat normalerweise f/5 (1500mm Brennweite) und ist entsprechend ausladend. Das kann auch auf einem großen Balkon zu Einschränkungen führen. Zumindest sollte man damit rechnen, dass es nicht so geräumig sein könnte, wie geplant. Klappen wird es wohl.
Bei f/5 ist die Justage eine wichtige Sache. Das will gelernt werden und kann eine einfache Sache sein, wenn man es von jemandem auf dem Acker und am eigenen Gerät beigebracht bekommt. Es kann aber auch zu tiefem Frust und mieser Abbildung führen, wenn man es nämlich nicht richtig hinbekommt.
Dabei denke ich dann auch an die Okularwahl. Ich kann mir vorstellen, dass das Gefühl aufkommt, man würde etwas verschenken, wenn man erstmal kein Okular für die maximalvergrößerung hat. (Ich würde sie konservativ und aus gutem Grund bei Öffnung durch 0,7 sehen, also ca. 430x.) Was für die Einschätzung dazu fehlt ist die Kenntnis darüber, dass man an sehr vielen Abenden und besonders auf einem thermisch schwierigen Balkonstandort einfach zuviel Luftunruhe haben wird, um eine solche Vergrößerung nutzen zu können. Es wird sich bezüglich der maximal nutzbaren Vergrößerung viel mehr Beobachtung im Bereich zwischen 150x und 230x abspielen. Übrigens, die 110% Sehvermögen betreffen wohl nur die Fähigkeit, Details aufzulösen, also Linien voneinander zu trennen. Die ist etwas über dem Durchschnitt, was definitiv nett ist.

Filter doppelt: Sein lassen! Ein Reduzierstück von 2" auf 1,25" sollte unbedingt so lang sein, dass eine 1,25" Steckhülse darin so verschwindet, dass der Filter im 2" Filtergewinde des Reduzierstücks sitzen kann, ohne dass die 1,25" Steckhülse aufsetzt. Der perfekte Reduzierer schützt den eingeschraubten Filter durch eine kleine Anschlagkante im unteren Bereich der 1,25" Aufnahme. Einmal einen vernünftigen Reduzierer gekauft und viel Geld bei den Nebelfiltern gespart. Daneben braucht man für den Anfang eigentlich nur einen Graufilter. Ich glaube, dass ein 4x Grau erstmal reicht. Die Farbfilterei für Planetenbeobachtung kann man anfangen, wenn man etwas Erfahrung gewonnen hat.

Pferdekopf - Thema Filter: Vom Balkon ist es wahrscheinlich, auch mit dem besten Filter gar nichts davon zu sehen! Für den Pferdekopf braucht man verdammt guten Himmel, eine nette Öffnung und... einen guten H-Beta-Filter. Und so ein H-Beta-Filter wäre wirklich nicht der erste Filter, den ich zum Kauf vorschlagen würde. Für die Beobachtung auf dem Balkon schlage ich einen harten OIII-Filter vor. Meiner Meinung nach macht man da mit einem Baader OIII den besten Griff. Thousand Oaks ist eine Alternative. Diese Filter dunkeln den Himmelshintergrund sehr stark ab, auch im Vergleich mit anderen OIII-Filtern. Das ist schon wichtig, wenn man mit 12" auf dem Balkon steht, denn ich bezweifle, dass Dein Balkon so gut gelegen ist, dass Du Sterne der 6. Größenklasse ausmachen kannst. Falls ich mich da jedoch täusche, darf es auch ein weniger kräftiger OIII sein.

So, das war jetzt einiges an Beratung ins Blaue, indem ich Deine Beiträge aufgegriffen habe.
Um das etwas systematischer anzugehen:
Wo willst Du beobachten? Ist Deine Vorstellung wirklich so richtig, dass Du Dein Gerät nicht transportieren willst?
Wer wird unter welchen Bedingungen Beobachten? Balkontür auf, Grill daneben? Oder sich auf dem Balkon aussperren lassen, damit keine warme Luft aus dem Innern Luftunruhe produziert?
Soll das Gerät immer schnell mal draußen stehen und sofort am Start sein? Oder darf es auch mal zwei Stunden auskühlen?(Beobachtung mit wenig Vergrößerung quasi nach einer kurzen Aufbauzeit.)

Eine Sache ist so richtig komfortabel: Zeit bis Dezember 2015. Da kann man doch in aller Ruhe mal nach Beobachtergruppen in der näheren Umgebung schauen.

Clear Skies
Sven
 
Bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte nur einmal kaufen, und mich nicht verkaufen, Ansichten sind unterschiedlich, das Ziel scheint dasselbe.
 
Hallo Sten,

einmal kaufen! guter Weg!

Aber dann ist der Tipp sich das mal bei Astrokollegen anzuschauen, ist ein wichtiger Hinweis!
Dort kann man dann das Handling austesten und erfragen, ob ein offener Reisedobson für den Balkonboden besser geeignet ist, als ein Vollrohrtubus und können Dir so bei der entscheidung helfen.

Auf meiner Terrasse zeigt der belüftete 12" Vollrohrtubus schneller das bessere Bild als mein belüfteter 12" Gitterrohrdobson.
Der stundenlang mit wabernden Störungen der abstrahlenden Wärme der Terrassen zu kämpfen hat.
Betreibe ich Ihn 6m weiter unten im Garten, ist Er im Vorteil, hier kommt die schnelle Auskühlung dann voll zu Tragen!

Vielleicht haben ja Andere auch so was festgestellt und können hier davon berichten.


Gruß Günter


 
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