Anfänger möchte seine Ausrüstung erweitern

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

lhakor

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin recht neu in dem Hobby der Astrophotographie. Letzten Herbst hatte ich mir einen Star Adventurer für den Urlaub geliehen und habe damit unter schönem Bortle 3 Himmel die Andromeda-Galaxie fotografieren können. Als Ausrüstung hatte ich meine normale EOS R und das Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6, das war dann doch recht wackelig auf dem kleinen SA, aber ging noch.
Dann war erstmal ein paar Monate nichts mit Fotografieren (hatte ja keinen Mount), im Urlaub im Januar habe ich dann die Daten vom Herbst nochmal in die Finger genommen und neu bearbeitet. Als ich ein paar Wochen später von einem entfernten Bekannten ein klasse Angebot für seine alte EQ6-R bekommen hatte, habe ich zugeschlagen und bin jetzt seit Februar Besitzer einer EQ6-R.
Fotografiert wurde darauf weiterhin mit der EOS R (nicht modifiziert, kann ich mit der auch nicht machen, die brauche ich noch für den normalen Gebrauch) und dem 100-400mm.
Bis auf das absurd schwierige Fokussieren funktioniert das eigentlich auch ganz gut.

Jetzt bricht aber die Galaxien-Saison an und Ziele mit 400mm auf Vollformat sind rar. IFN und Widefield Aufnahmen von Galaxienhaufen sind natürlich möglich, aber brauchen bei der Blende doch einiges an Zeit.

Ich würde mein Equipment gerne um ein oder ein paar Errungenschaften erweitern und sehe da derzeit folgende Optionen:
  1. Ein "echtes" Teleskop mit mehr Brennweite um mich im Frühling an den Galaxien zu erquicken. Ich dachte an was >=1000mm, damit sich das auch im Vergleich zum 100-400 lohnt, mit einem Reducer kann man ja die Lücke zwischen den 400 und dem Teleskop etwas schließen. Die EOS R könnte ich weiterverwenden, Galaxien sind ja eh meist Vollspektrum. In dem Bereich gibt es z.B. CS die teurer, dunkler aber handlicher sind, Newtons die riesig, lichtstark und günstig sind und Refraktoren die am einfachsten zu bedienen sind, aber in den Brennweiten doch recht teuer.
  2. Ein Refraktor in der Brennweite mit der ich grade schon unterwegs bin. Würde das Fokussieren deutlich vereinfachen, aber eigentlich mag ich auch nicht so viel Geld für etwas ausgeben, was ich ja bereits schon besitze. Da muss der Vorteil doch seehr verlockend werden. Hilft mir zudem nicht bei Galaxien oder Planeten (wobei mich letztere bis jetzt noch nicht besonders interessiert haben).
  3. Eine Astro-Kamera. Ich könnte endlich Ha sehen was einem doch deutlich mehr Auswahl an Nebeln bringt. Und auch die Möglichkeit der Temperaturkontrolle wäre super, da spart man sich auf lange Sicht doch einige Stunden die für Darks drauf gehen. Durch den Crop (wenn man keine Vollformat kauft die ja deutlich teurer sind) wären die 400mm plötzlich auch "größer".
Option 2 reizt mich bis jetzt noch nicht so.
Dass mit mehr Brennweite (und auch bei den 400mm jetzt wäre es nett) auch ein Autoguider auf mich zukommt, ist mir bewusst.
Mein Budget läge derzeit bei bis zu 1500€. Bei weniger würde ich mich natürlich freuen, wenn es aber absolut Sinn macht doch noch 100-200€ übers Budget zu gehen, wäre das auch noch etwas dehnbar.

Als Objekte fände ich Galaxien super spannend, würde aber gerne auch mal mehr Nebel sehen. Das war ja bisher ohne Ha etwas schwieriger.

Jetzt meine Frage an euch: Welchen Schritt würdet ihr persönlich als erstes gehen oder mir empfehlen und warum? Würde mich über ein paar Blickwinkel und Meinungen freuen.

Viele Grüße!
 
Hi,

ich bin Newton Fan. ;)
Grosse Öffnung, lichtstark, farbrein, genial einfaches Prinzip, leicht zu justieren (Justieren muss man sowieso).

Daher Option 1.
Wenn wirklich ausschliesslich AF, dann einen Foto-Newton, sonst einen auch visuell nutzbaren der Standard Grösse 150/750mm.
Da macht man nichts verkehrt.
Allerdings hat er mit der Vollformat schon ein relativ grosses Feld für Galaxien.
Daher wäre die nächste teurere, aufwendigere Variante ein 200/1000mm.

Bei Option 3, die ich auch anstreben würde, braucht's aber auch noch ein Teleskop. Also Option 1 und 3. ;)

Statt auch noch in Guiding zu investieren würde ich erstmal mit Kurzbelichtungen mit Live-Stacking starten. Braucht aber wahrscheinlich auch Option 3.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Peter für deine Antwort!
Für ein gebrauchtes SW 250/1200 PDS habe ich grade ein super Angebot gefunden, der dürfte aber eine Nummer zu schwer sein für den EQ6-R oder geht das noch?
Ansonsten würde ich mich mal bei den 200/1000ern umschauen.

Was würdest du denn als dedizierte Astrokamera empfehlen? Mit ner OSC starten um die Lernkurve unten zu halten und sich damit erstmal vertraut zu machen oder direkt Mono um bei Nebeln gegen die Lichtverschmutzung mit Narrowband anzukommen? Wohne in einer Bortle 5.
 
Hi,

also ich würde zum Anfang definitiv eine OSC empfehlen. Möglicht mit grossem Sensor und grosser Empfindlichkeit, Quanteneffizienz.
Damit bekommt man mit wenig Aufwand schöne Farb-Aufnahmen hin.

Ausserdem kann man mit Dual Narrowband Filtern (Optolong L-eXtreme, Antlia ALP-T) und einer OSC ähnliches erreichen wie mit dem viel aufwändigeren Verfahren der getrennten NB Aufnahmen.

Aber klar, es gibt tolle Ergebnisse von NB Spezialisten. die bekommt man nur damit hin.

Ein Dauerbrenner ist die ASI294MC oder mit kleinerem Sensor, die ASI533MC. Wobei es die ASI533MC nur als gekühlte und damit teurere Version gibt.
Kühlung braucht man bei leichterer AF oder EAA eigentlich nicht, macht auch alles aufwendiger.
Ich habe die ASI294MC und bin sehr zufrieden damit.

Mit noch grösserem Sensor gibt es aktuell Kameras mit dem neuen IMX571, zB die Omegon veTEC 571 C Color.
Sehr zu empfehlen aber halt auch sehr teuer.

Gruß
Peter
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben