Anfänger Teleskopfrage Celestron Nexstar 130/127

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Harry2017

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Hallo zusammen,

ich weiß - als Hobbyastronom wird sich bei meinen Fragen vielleicht dem einen oder anderen die Haare sträuben, aber ich versuche es mal :)

Mein Name ist Harry, komme aus dem unschönen Gelsenkirchen, bin 34 Jahre alt, habe zahlreiche Hobbys (RC-Modellbau, Heimkino etc), werde bald Vater mit entsprechend weniger Zeit und ich gehöre zu den Leuten die "einfach nur vom Balkon ohne viel Aufwand nur ein bisschen gucken wollen"...das hört man als Vollbluthobbyastronom wahrscheinlich nicht so gerne :) Kenne das von meinen eigenen Hobbys und bin auch eher genervt wenn sich jemand mit der Materie eigentlich weniger auseinandersetzen möchte....trotzdem bitte ich um etwas Hilfe.

Wie gesagt will ich einfach nur ein bisschen was sehen - Keine Fotografie geplant und auch nur sehr selten bis fast nie mal raus in die Wildnis fahren und dort beobachten, einfach nur Balkongucken :) Ohne regelmäßig viel einzustellen/regelmäßig zu justieren usw.

Da ich ziemlich Ipad und Apple-Gadget Affin bin, habe ich mir die Nexstar Goto Steuerung angesehen und stehe nun vor der Frage, welches der Teleskope ich mir anschaffe - Es geht wirklich nur um das:

Celestron Nexstar 127 MAK oder das Nexstar Newton 130 - Die Unterschiede der beiden Arten sind mir zum einlesen soweit grob bekannt. Planeten werden zwar am Anfang angefahren, aber natürlich will ich auch einmal den einen oder anderen Nebel o.Ä. betrachten, daher schwanke ich zwischen dem einfach zu handelnden MAK und dem Newton mit etwas mehr "Verwaltungsaufwand" - ich tendiere zum MAK, wollte aber mal hören wieviel Abstriche ich im genauen Vergleich mit genau diesem Newton wohl machen müsste? Bringt das 130er wirklich vieeeeeeel mehr bei anfänglichen/oberflächlichen kleinen Deep Sky ausflügen? Cool-Down Zeit bei dem MAK und dem raustragen auf dem Balkon würde mir nics ausmachen.

So etwas würde mir beispielsweise ausreichen, sind solche Bilder mit dem MAK möglich? Sind von dem 102er Achro Celestron Nexstar

http://community.dur.ac.uk/nigel.metcalfe/astro/slt_canon.php

Ich kenne das aus der RC Modellbauecke, fragt dort jemand engstirnig nach der günstigen eierlegenden Wollmichsau bekomme ich leichte Zuckungen, trotzdem habe ich mich auf eines der beiden (oder falls das Nexstar 102er besser geeignet sein soll vielleicht auch noch das) eingeschossen...Ich will wirklich nur ohne viel Verwaltungs-Aufwand ein bisschen in Ruhe den Himmel betrachten, abschalten und träumen...aber natürlich dauerhaft nicht immer nur den Mond und Jupiter angucken :) Ich habe kein Problem damit später mal in etwas besser Okkulare zu investieren, um aus dem Bild noch etwas rauszukitzeln - aber das Grundequipment sollte aus einem der 2(3) Teleskope mit der Halterung bestehen.

Hoffe die Frage ist OK :)


 
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Hallo Harry!

Also....Gelsenkirchen sehe ich nicht als unschön an. Habe dort viele Freunde und das alleine macht die Stadt schon schön genug. :)
Erstmal, herzlich willkommen hier an Bord.

Du bist nicht der Einzigste der gerne vom Balkon aus spechtelt. Das machen hier einige mit mir eingeschlossen. ;)
Aber von Zeit zu Zeit, vorallem dann wenn sicher ist das das Wetter dem entsprechent zu einem seeing einläd, läd man seine Klamotten in den Wagen und fährt dort hin wo es stock duster ist und der Himmel nicht mit unnötiger Hintergrundbestrahlung (lichtverschmutzung) überstrahlt wird, damit man auch ordentlich was sehen kann. :)
Mit ein wenig glück trifft man dann auch noch Leute die dem gleichen Hobby frönen.

Zu deinen Teleskopen die du dir da raus gesucht hast, da halte ich mich vorerst geschlossen. Bin kein Mak-Pilot und kenn mich mit den Teilen nicht aus. Da gibt es hier weit aus bessere die wissen weit mehr wie ich.
Was aber immer sehr hilfreich für deine Fragen sein könnte ist, in welchem Preisbereich schwankst du so rum, bzw. wie viel darf denn deine Ausrüsstung kosten?
Was du dir bisher ausgeguckt hast liegt zwischen 500 und 600 Eurönchen. Für ein bischen gucken doch recht viel Geld, wenn ich das mal so anmerken darf.
Und wie du selber festgestellt hast, kann man weit mehr sehen als einem lieb sein dürfte und dann keine Astrofotografie?
Also, mal ganz erlich.....das bleibt nicht so. ;)
Warte mal ab. Wenn du Blut geleckt hast. :D

Mit freundlichen

Domi
 
Hallo Harry,

wilkommen an Board!

Die Frage ist durchaus ok, die Frage ist aber ob dir die Antworten gefallen?

Eines Vorweg, von genau den 3 Teleskopen halte ich pers. wenig. Zum einen kannst du mit keinem der Teile senkrecht nach oben schauen, weil die Gabel nicht lang genug scheint und zum anderen sind sie zum "Knipsen" aufgrund der Gabel auch nur bedingt geeignet. Bedingt geeignet in so fern, als das du damit zwar Sonne (MIT FILTER!!), Mond und Planeten Videografieren kannst, aber bei längeren Belichtungszeiten bei DSO schlägt die Bildfelddrehung unerbittlich zu...
Zum anderen, iPad-Affin hin oder her, vermittelt dir das Goto vermutlich eine falsche Vorstellung, denn zum eichen musst DU schon wissen, welchen Stern du gerade im Okular siehst und welchen nicht. Wenn das nicht funktioniert, fährt das Goto ins Nirvana.

Da ich selbst fotografiere nutze ich keinen Dobson, aber genau den würde ich dir mit 6" oder 8" ans Herz legen, denn je mehr Öffnung das Teil hat, desto mehr siehst du, gerade bei den DSO! Vorteil des Dobsons, einfach rausstellen, ein paar Minuten auskühlen und losspechteln, gerade vom Balkon aus sehr einfach (kein Goto-Geeiche, kein Einnorden kein nix), dafür aber auch keine Apple-Spielereien...

Da du das vermutlich nicht unbedingt lesen wolltest, kleine Ergänzung. Ob du nun 130mm beim Newton oder 127mm beim Mak an Öffnung hast, spielt nicht wirklich eine Rolle, da beide eine recht hohe Obstruktion haben, durch die zentral angebrachten Spiegel, so dass ich eher zum Mak greifen würde, da dieser auch (MIT FILTER) an der Sonne und am Mond durchaus Spass machen kann. Aber wie schon gesagt, bei 500 € Budget würde ich keines deiner 3 Exemplare wählen.

Wenn du später mal Fotografieren willst, würde ich mir dann eher zum Dobson eine kleine Reisemontierung wie z.B. die Star-Adventurer gönnen und dann nur mit DSLR und leichtem Tele Widefields machen.

Was die verlinkten Bilder betrifft, ja die kannst du vermutlich mit einem kleinen Refraktor machen, aber keinesfalls mit dem Mak, denn der hat zu viel Brennweite!
 
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Hallo Harry!

Ich habe mir für den Anfang auch das Celestron SLT 127 Mak geholt gehabt.
Ich war auch soweit zufrieden mit dem Gerät das es durch die einfache zu bedienende GOTO -Montierung auch dem Laien schon einiges zeigen kann.
Die Referenzsterne zu kennen ist für den Anfang unnötig,
da die Montierung NICHT abhängig ist davon bestimmte Sterne anzufahren.
Es reichen lediglich 3 helle Sterne die in einem gedachten Dreieck am Himmel stehen.
Wirklich sehr gut hat mir die genaue Nachführung gefallen ,der Jupiter war bei Höchstvergrösserung selbst noch nach 10 Minuten in der Mitte des Gesichtsfeld (:
Zenitbeobachtung sind mit dem MAK 127 uneingeschränkt möglich da er nicht an der Gabelhalterung anstößt.
Die optische Leistung ist ordentlich und man bekommt einiges zu sehen,auch wenn das Gesichtsfeld naturgemäß durch die hohe Brennweite gering ist.
Planeten gehen damit sehr gut,Deepsky-Objekte sind auch schon einige drin.
Unschön war es zum Beispiel bei den Plejaden,die konnte man leider nicht ganz überblicken.
Die Montierung neigt leider zum zitttern bei hohen Vergrösserungen,weshalb man sie am besten gar nicht erst auszieht sondern sie eingeschoben lässt + Gewicht in einer Tüte die man an die Okularaufnahmeplatte hängt.
Des weiteren benötigt man recht schnell ein Netzteil bzw ein Anschlusskabel zu einer separaten Stromquelle (Auto- oder Mopedbatterie) da die 8 aa Batterien doch recht schnell ausgelutscht sind.
Die Justage ist stabil gewesen trotz häufiger Transporte zu meinem Beobachtungsplatz.
Im großen und ganzen ist das Teleskop bis auf leichte schwächen im Detail empfehlenswert (meiner Meinung nach)
Mittlerweile wurde es allerdings durch ein Nexstar 6se ersetzt das eine stabilere Montierung bietet und eine grössere Öffnung ;)

 
Hallo Harry,

von Balkonspechtler zu Balkonspechtler:

der Mak ist ein feines Planetengerät, auch Sonne (mit Baaderfolie vor der Öffnung) und Mond machen Spaß. Völlig unkritisch, was Okulare betrifft. Das können ruhig günstige im 50 Euro Bereich sein.

Aaaaber, der Mak brauch Auskühlzeit! Und zwar reichlich. Vor allem, da sich das dunkle Röhrle im Sommer tagsüber in der Sonne massig aufheizt. Oder soll es drinnen stehen und jedesmal rausgetragen werden? Auch dann muß es sich von der Zimmertemperatur (20-25 °C ?) an die kühlere Nachtluft (10-15°C) angleichen... Dann mußt jedesmal zusätzlich neu einnorden. Kannst Polaris vom Balkon aus sehen? Kennst die Namen von ca. 10 oder 15 Sternen am Himmel (Eichsterne fürs Alignment)?

Der Tipp mit "Finger weg von wegen Stativ ausziehen" ist Gold wert. Ausgezogen schwingt das Teil wie ne tibetanische Gebetsfahne im Wind. Das Stativ ist Müll, um es mal ehrlich zu sagen...

Du brauchst ne stabile große und hohe Holzkiste, auf die Du das kurze Stativ stellen kannst. Oder Du bastelst Dir aus Holz vom Baumarkt selner ein stabiles Stativ. Mußt nur die Füße austauschen...

Ein wirkliches "Schnellspechtelgerät für spontan mal 10 Minuten gucken sind Deine rausgesuchten Teleskope nicht.

Da würde ich für 1/3 des Preises nen 6" Newton nehmen mit Rockerbox. Der hat ein größeres Gesichtsfeld, man kann ein 2" Übersichtsokular in den OAZ stecken (schön für großflächige Objekte (Andromedanebel, Plajaden, Orionnebel)

Solange Du den Newton nur auf dem Balkon nutzen tust, hast Null Probleme mit Justage. Die verliert er eher bei rumpeligen Feldwegen im Auto. :D

Ich hab sowol nen 6" Newton als auch nen 6" Mak. Den Newton nehme ich für Genusßspechteln von großen Objekten, den Mak für Planeten...

Wie gesagt will ich einfach nur ein bisschen was sehen - Keine Fotografie geplant ...

So etwas würde mir beispielsweise ausreichen, sind solche Bilder mit dem MAK möglich?

nein, solche "Bilder" sind prinzipiell nicht möglich. Das sind Fotografien mit vielen Minuten an Belichtungszeit. Dein Auge kann aber nur 25 Millisekunden!

Du kannst diese Objekte teilweise sehen. Als graue, fluffige "Etwasse" vor dunkelgrauem Himmelshintergrund, aber definitiv nicht so deutlich, so viel Detail und vor allem keine Farbe!

Kugelsternhaufen gehen noch am besten. Die sind fürs Auge hell genug. Kleine Haufen Diamanten auf schwarzem Samt. Aber die hübschen bunten Nebel sind blos graue "Wattebäuschles"...


 
Hey,

Also zunächst einmal super vielen Dank schonmal für die netten und schnellen Antworten - Ich war natürlich nicht untätig und hab weiter und weitergelesen und da bin ich auch auf eine Vergleichsbeschreibung von langzeitbelichteten Fotos zum wirklich Visuellen gestossen,davon derartige Bilder durchs Teleskop zu sehen hatte ich mich also schon verabschiedet :) Ist aber nicht schlimm, besser vorher als direkte Enttäuschung beim Spechteln.

Dobson und Newton hatte ich bereits im Auge, hatte aber beide erstmal verworfen, um einen möglichst leichten Einstieg zu bekommen - das würde ja laut Euren Aussagen mit dem MAK auch durchaus gut gehen. Ich bin leider etwas von der ungeduldigen Sorte und verliere bei anfänglichem Riesenaufwand ohne wirklich etwas zu sehen schnell die Lust (Ich hatte vor einem Jahr einmal kurz das 70/700 Lidl-Skope und bin bei der Kalibrierung / Planetenfindung bzw der Objektsuche abseits vom Mond kläglich gescheitert und habe schnell aufgehört, hoffe das passiert mir mit der GOTO Steuerung nicht.

Da ich durchaus bereit bin später für ein liebes Hobby auch mehr auszugeben und aufzusteigen, sofern ich mir erst einmal Einsteigerwissen angeeignet habe und erste Erfolge verbuchen konnte, ist es für mich kein Problem mit kleinem Verlust auch 2x zu kaufen bzw was Neues anzuschaffen - Hauptsache ich habe nicht schnell die Lust verloren und bin erst einmal angefixt :) Denn zu einer Frage von oben: Ich kenne natürlich die Planeten unseres Sonnensystems mit Namen, damit hört es aber auch schon auf - Den Polarstern finde ich selbst ohne Nachlesen nun nicht, wirklich blutiger Anfänger also.

Ich habe gerade bei Amazon im Warehousedeal einfach mal das 127er MAK für 360€ eingesackt - guter Preis und Rückgaberecht inklusive...ich werde testen und berichten :)
 
Hallo Harry,

viel Spass mit dem Mak!

Zitat von Harry2017:
Ich bin leider etwas von der ungeduldigen Sorte

Das ist allerdings in der Tat nicht wirklich optimal... Geduld ist bei dem ganzen hier wirklich wichtig. Dunkeladaption der Augen, Auskühlen der Optik, ... das alles dauert seine Zeit und während dessen sollte man auch nicht am Handy rumspielen, da kühlt das Teleskop zwar ebenso gut drum aus, aber deine Augen "gewöhnen" sich dabei nicht wirklich an die Dunkelheit. Bei Mond/Planeten macht auch das zwar nicht all zu viel, aber auf Dauer hilft nur Power Geduld.
 
Das Auskühlen ist das kleinste Problem - Das geht ja automatisch :) Ich meine eher, dass ich am Anfang mit allem / den Einstellungen nicht gleich überfordert sein will und Erfolge brauche, um den Anspruch / den Aufwand dann Schritt für Schritt zu steigern...Abwarten und abkühlen, damit ich durchgucken kann geht ganz gut klar :)

Ich möchte mich nur nicht gleichzeitig mit Spiegeljustieren/Ortskallibrierung und Grundlagen der Sternsuche befassen, sondern mir Schritt für Schritt themenbezogen Wissen in den einzelnen Bereichen aneignen :)

Sonst sehe ich nix und weiß nicht ob es am Teleskop / am falschen Ort / am falschen Stern liegt...
 
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Hallo Harry,

Willkommen im Forum und viel Spaß mit dem MAK! Ich habe selbs damit mehrere Jahre Sonne (NUR MIT GEEIGNETEM FILTER BEOBACHTEN), Mond, Planeten und auch in wenig Deep Sky von der Terrasse aus beobachtet.
Wenn Du Fragen hast, schick' mir 'ne PN.

Achim
 
Danke danke alle miteinander - Welch herzliche Aufnahme, super :)

@Aro - Das klingt genau nach dem was ich erstmal will, bin gespannt.

Freitag wirds kommen - Dann wird erstmal ausgepackt, geschraubt und der Mond betrachtet....den finde ich wenigstens auf Anhieb :) Danach kann ich mich ja mal mit Skyalign vertraut machen, ich weiss nur nicht ob ich überhaupt 3 Sterne dafür finde :D

Meine Anfängerberichterstattung zum Teleskop wird es dann natürlich auch geben...ich freu mich ie ein Kleinkind :)
 
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Hallo Harry,

ich habe seit ca. 1,5 Jahren ebenfalls ein NexStar 127 SLT, und bin damit ziemlich zufrieden.
Meine Erfahrungen v.a. mit der Stabilität des Stativs hatte ich in diesem Beitrag damals berichtet:
Erfahrungsbericht

Ich benutze es nur ca. 3-4 Mal pro Jahr, da ich a) keinen Balkon habe und daher immer mit dem Auto aufs Land fahren muss, und b) eine öffentliche Sternwarte mit entsprechendem Equipment um die Ecke habe.
Allerdings ist das Teleskop samt Stativ und Montierung klein und leicht und kann so ohne große Probleme in den Urlaub mitgenommen werden.

Viel Spaß damit!
Grüße
Stefan
 
Hallo Seginus,

da ich mich schon seit einiger Zeit mit einem "Upgrade" zum SLT 127 beschäftige, hauptsächlich wegen der wackligen Montierung bzw. Stativ:
Wie sind denn deine Erfahrungen mit der SE-Montierung/Stativ im Vergleich zum SLT?

Zitat von seginus:
Mittlerweile wurde es allerdings durch ein Nexstar 6se ersetzt das eine stabilere Montierung bietet und eine grössere Öffnung ;)

Ich hatte schon ein paar Mal überlegt, lediglich den "Unterbau" zu ersetzen.
In der Bucht gibt es nämlich immer wieder günstige SE-Montierungen samt Stativ zu erstehen, habe aber bisher nie zugegriffen, weil ich oft gelesen habe, dass die SE-Montierung nur wenig stabiler ist (diverse US-Foren).
Zudem: Die SE-Montierung ist ja auch "andersrum" als die SLT-Montierung (Gabel links vs. Gabel rechts). Wäre das in der Praxis deiner Einschätzung nach ein Problem?

Danke im Voraus für ein paar Tipps.
CS
Stefan
 
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Hallo Steffan,

die Torrision im oberen Bereich der Rohr und einfachen Alustative ist das Problem!
Ein Holz Stativ wie hier bringt die nötige Stabilität als Unterbau!
http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/viewtopic.php?t=25

Es muss aber nicht ausziehbar sein, eine Hartholzlatte in ausreichender Länge, mit eine Aussparung für den Montierungsfuß, genügt pro Stativbein!

Gruß Günter
 
Stimmt Günter,

das mit der Torsion im oberen Bereich ist das Problem - bei dem SLT-Stativ sind die Edelstahl-Rohre zwar recht stabil, aber die Verbindungsstücke, -hülsen, -muffen am Übergang zur Montierungsaufnahme bzw. zwischen den Teleskopauszügen der Beine sind aus weichem Kunststoff. Da ist die Wackelei eingebaut, diese Konstruktion kann man für höhere Vergrößerungen komplett vergessen. Hier müssten Metallverbindungen her, mit den wackligen Plastikstutzen ist es nur schade um die Rohre, die stabiler gefasst vermutlich brauchbar wären.

Ich habe meiner SLT ersatzweise ein relativ stabiles aber leichtes Alu-Doppelrohrstativ verpasst, bei dem die Metall-Muffen langschenklig ausgeführt sind und auch die großen Klemmungen sehr solide sind und nicht nur punktuell, sondern über die ganzen Rohrumfänge wirken. Dieser verwindungssteife Unterbau wiegt inkl. der SLT-Aufnahmeschale keine 2,5 kg, ist also kaum schwerer als das Originalstativ. Zusammem mit dem Montierungsarm, der ebenfalls keine 2,5 kg auf die Waage bringt, erlaubt das jetzt problemlos Hochvergrößerungen bei insgesamt ca 3,5 kg Belastung und ca. 70cm Hebel durch einen Refraktor mit Binoansatz). Alles zusammen wiegt betriebsfertig inkl Akku und Okularen nur gute 8kg. Damit macht mir mobiles Beobachten und GoTo richtig Spass.


@Stefan:
Bei den SE Montierungen muß man zwischen zwei Versionen unterscheiden. Die erste, immer noch erhältiche SE-1, hat integrierte Füße mit denen man sie als Tischstativ einsetzen kann und eine - fotografisch weitgehend nutzlose - integrierte Polhöhenwiege. Der Arm wiegt ca. 3kg und trägt nur max. 4kg, also nicht mehr als die fast 1kg leichtere SLT, erlaubt aber im Gegensatz zu dieser bei längeren Tuben keine Zenitbeobachtungen, und kostet gut das anderthalbfache der SLT. Die zweite verstärkte Version SE-2 verzichtet auf diese Einbauten, ist aber stabiler, der Arm wiegt hier 5kg und trägt bis zu 6kg. Erkennbar ist die SE-2 an dem etwas gerundeteren Gehäuseprofil, während die SE-1 nach unten zu den Tischfußstummeln hin hin eine schärfer gestaltete Kante hat. Die SE-2 wird ca. 100 Euro teurer angeboten.

Noch stabiler ist die neue einarmige "Evolution", die sogar die gut 9kg eines C9,25 plus weiterem Zubehör problemlos tragen soll und einen eingebauten Akku nebst WiFisteuerung hat. Sie scheint allerdings momentan noch nicht separat erhältlich und dürfte dann noch einmal deutlich teuerer ausfallen.


Gruß,
Mathias.
 
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