"Anfängerfrage" zu LX90ACF/LX200ACF

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Marcel_S

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Hi!

Ich bin neu hier im Forum - Also erstmal: Hallo zusammen!

Bisher hatte ich mein Hobby eher vernachlässigt, möglicherweise bedingt durch mein 114mm Newton ;-)

Aber in letzter Zeit habe ich immer mehr Gefallen daran gefunden. Und da Regelmäßgkeit eingekehrt ist, muss jetzt ein "richtiges" Gerät ran.

Nach viel hin und her habe ich mich für Meade entschieden.
Auch was GOTO betrifft steht meine Entscheidung fest.
Die vielen Beiträge darüber habe ich mit großem Imteresse verfolgt.

Nun zu meinen Fragen.
Es wurde schon mehrfach eine vergleichende Meinung zu LX90/LX200 angefragt. Da ich für mich nicht in allen Punken eine passende Antwort gefunden habe, schneide ich das Thema halt nochmal an.

10" und ACF steht jetzt fest und das Gewicht der beiden habe ich mal "erfühlen" können.

Fotografie steht bei mir nicht unbedingt im Vordergrund, zumindest keine Langzeitbelichtungen.
Daher denke ich mir mal sind die extremere (lt. Meade "Heavy Duty") Mechanik, der Spiegelfeststeller und der Mikrofokusierer, nicht unbedingt notwendig oder?

Mir kommmt es hauptsächlich auf die Visuelle Beobachtung an.

Auf die Frage ob die Mechanik beim LX90ACF trotzdem robust/langlebig genug ist, habe ich bisher verschiedenes gelesen. Ein "paar" Jahre möchte ich es schon haben.
Wie sind hier die LX90 Besitzer zufrieden?

Auch AutoStar oder Autostar II (30.000 oder 146.000 Objekte) ist so ne Sache. Ich hatte bisher kein GOTO, glaube aber nicht, bzw. kann ich mir nicht vorstellen, dass man mit dem
LX200ACF 146.000 Objekte wirklich als solche ausmachen kann.

Was mich noch umbedingt interessiert, sind die variablen Geschwindigkeiten. Ich würde gern mal wissen, ob man beim LX90ACF nur die im Prospekt gedruckten "festen" Geschwindigkeiten einstellen kann. Bzw. hat es so eine Art "Schongang" um die Mechanik nicht immer voll zu fahren. Und natürlich: WELCHES IST LEISER?

Preislich gesehen, würde durch die Differenz für das LX90
sogar noch etwas Zubehör rausspringen. Das sollte man ja nicht vernachlässigen. Ein "Rundes Paket" sozusagen.

Falls ich mich in irgend einer meiner geistigen Vorstellungen irre, bin ich für Euren Rat sehr dankbar.

Schöne Grüße

Marcel
 
Hallo Marcel,
da ich schon einige der Geräte in der Ausstellung hatte und auch damit beobachtet habe, versuche ich einige Deiner Fragen zu beantworten.

Bisher hatte ich mit LX 90 in der Mechanik keine Probleme.
Es gibt 2Jahre plus 1 Jahr also 3 Jahre Garantie, so dass der Anfang völlig sorgenfrei gemacht werden kann.
Mir reichen persönlich bei anderen Montierungen auch 6000 Objekte in der Datenbank, so dass der Unterschied nicht wirklich wichtig ist.
Die max. Geschwindigkeit kann auch beim LX90 im Menü heruntergesetzt werden, was die Geräusche mindert.
Die Vorteile des LX 200 sind höhere Stabilität, der Kabelanschluss dreht sich nicht mit wie beim LX 90 und ein Fokussierer ist bereits dabei. Den würde ich beim LX 90 nachrüsten, wozu es allerdings verschiedene Anbieter von mechanischen und elektrischen Auzügen gibt.
Die Doppelbelegung der Tastatur macht manchmal die Bedienung unübersichtlicher als die vom Autostar; ist aber Übungssache.
Neben dem Preis ist auch das Gewicht des LX 200 höher.
Das ist wirklich manchmal der Knackpunkt für die Entscheidung. Da es optisch keine Unterschiede mehr gibt sind obige Punkte der Wichtigkeit nach zu untersuchen.
Bei visueller Beobachtung erscheint mir insgesamt das LX 90 als gute Lösung; ich würde wie gesagt einen mechanischen Okularauszug nachrüsten.

Viele Grüße
Ralf
 
Hallo Ralf!

Danke für die umfangreichen Infos.
Das mit den Kabeln, hatte ich noch gar nicht bedacht und
ist natürlich ein Argument.

Ich finde, wenn ich das 90er nehme kann ich mit dem Geld, was mir zur Verfügung steht, ein schönes Paket draus machen.
Es braucht ja auch noch 2-3 Okulare, Taukappe u.s.w.
Da denken viele am Anfang ja auch nicht dran.
Das ganze kommt beim 200er dann ja auch noch dazu.

Was die Optik betrifft, habe ich noch gelesen, beim 200er
wäre es ein SC nach RC und beim 90er halt ein "normales" SC.

Aber unterm Strich denke ich liegen die Vorteile des 200 aus meinen bisherigen "theoretischen" Erkenntnissen bei der Fotografie. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Das mit dem Gewicht beim 200, würde ich gerade noch so verkraften aber das wäre auch die Obergrenze.

Heute Nachmittag hatte ich mich fast schon auf das 90er + etwas Zubehör festgelegt. Aber jetzt bin ich wieder am Grübeln.

Wie gesagt habe ich bisher einen 114er Newton. Eine Verbesserung für den "richtigen" Einstieg müsste das 90er
allemal sein.

Warum würdest du den Fokusierer unbedingt nachrüsten?
Was meinst Du mit der Doppelbelegung der Tastatur?

Gruß

Marcel
 
Hallo Marcel,
mit der Taukappe hast Du natürlich recht. Das Gewicht der Metalltaukappe hilft auch schweres Zubehör wieder in die Waage zu bringen.
Bei den Okularen würde ich auch empfehlen, zunächst nur 2 oder 3 anzuschaffen, dann aber entsprechend Gute. Mehrfach gekaufte Okulare kommen am Schluß teurer, wenn Sie die Erwartungen nicht erfüllen.
Bei der Optik ist nun ganz Aktuell eine Änderung vorgenommen worden. Es werden nun alle Tuben mit ACF Optiken geliefert. Praktisch gibt es den SC bei Meade nicht mehr. Gerade bei 2" Okularen wird die Verbesserung auch visuell sichtbar, da die Randschärfe deutlich besser ist.
Also kannst Du Dich von optischen Unterscheidungen frei machen und Dich auf die anderen Punkte konzentrieren.

Für den Fokussierer sprechen verschieden Argumente:
Der Anschluss an das Gerät erfolgt beim 10" über ein 3,3" Gewinde. Serienmäßig ist eine Reduzierung auf das Standard 2" Gewinde dabei. Allerdings hat diese Reduzierung nur ca. 40mm Durchlass. Das Gerät selber lässt aber 50mm von den Blenden des zentralen Blendrohres zu. Wenn Du nun die volle Öffnung nutzen willst, muss am 3,3" Gewinde montiert werden. Da bietet sich der Auszug als ideale Lösung an.
Außerdem ist dann eine hochwertige Klemmung mit 2" Spannring gleich dabei. Weiterer Vorteil ist das Ausschalten von Spiegelshifting, dass je nach Gerät und Beobachter mehr oder weniger die Beobachtung beinträchtigt.
Zudem ist die Bedienung ergonomischer und last but not least gewinnst Du etwas mehr Freiraum zwischen Tubus und Kopf!
Mit der Tastatur können bei Autostar II mit einer Taste mehrere Funktionen ausgeführt werden. Wie beim Taschenrechner, wo zwei Symbole stehen. Das Reduziert die nötigen Tasten, kann aber auch in der Nacht zu Fehlbedienung führen.
Ich hoffe gedankliche Ansätze gegeben zu haben.

Viele Grüße
Ralf

 
Nabend!

Das klingt einleuchtend.
Vielen Dank für nochmals ausfühlichen Erklärungen.
Ich denke mal, jetzt kann ich beruhigt schlafen gehen (mit dem LX90ACF-Prospekt unterm Kopfkissen).


Danke!


Marcel
 
Hallo Ralf,

es wäre interessant, wenn Du Deine Erfahrungen bezüglich der visuell besseren Randabbildung eines ACF mal näher schildern könntest. Klar, dass da insbesondere interessiert, mit welchem Okular und im Vergleich zu welchem SC Du das beobachtet hast.
Ab wo im Feld wird denn der Effekt in etwa sichtbar?
Es gibt ja einige Okulare, die schon am SC eine gute Randabbildung lieferten. Da wäre es dann auch interessant zu wissen, ob die Randabbildung eines ACF visuell eher durch das Okular begrenzt ist, oder eben ob das Teleskop weiter der begrenzende Faktor ist.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,
vermutlich werde ich die Frage nicht ganz in Deinem Sinne beantworten können. Du wünscht einen A/B Verleich mit einem bestimmten Okular.
Bei mir ist das so, dass ich im Jahr ca. 20 verschiedene SC oder ARC/ACF durchsehe und häufig justiere. Da sind dann alle Marken und fast alle Größen dabei. Bei den Okularen ist es kaum Anders, da hier durchaus 20 verschiedene Okulare zum Einsatz kommen.
Deshalb erlaube mir etwas zu Pauschalieren, was in dem Fall sogar dem Leser hilft.
Es ist nach meiner Erfahrung so, dass die ACF keine besonderen Anforderungen an die Okualare stellen, wie das z.B.bei einem lichtstarken Newton der Fall wäre. Trotzdem sind bei den 2" Okularen die Top-Okulare wie Panoptic 41mm, Nagler 31mm und Nagler 22mm genauso im Vorteil gegenüber günstigen Okularen der 100,--€ bis 200,--€ Klasse, wie es auch bei der Vewendung an SC´s zu sehen ist.
Was aber sofort auffällt, das die Sterne über das ganze Gesichtsfeld "hart" abbgebildet werden, während bei SC´s die Sterne in der Abbildung "weicher" sind. Entschuldige, wenn ich dafür keinen besseren Ausdruck finde, aber es entspricht recht gut dem Eindruck. Mein "echter" RC liefert visuel den gleichen Eindruck.
In der absoluten Mitte gibt es praktisch keinen Unterschied, so dass der Planetenbeoabachter keinen Gewinn hat.
Die Frage wo nun der Unterschied sichtbar wird, ist beim Justieren augenfällig. Beim SC muss der Stern absolut in der Mitte stehen, wenn die "Ringe" eines unscharf gestellten Sternes gepüft werden. Beim ACF spielt das im Vergleich kaum eine Rolle.
Der geübte Beobachter kann beim scharfen Stern den Unterschied schon bei 1,25" Okularen sehen; z.B. im 18mm Ortho oder im Pentax XW 14. Bei hochwertigen 2" Okularen ist der Unterschied kaum zu übersehen. Der begrenzende Faktor ist eindeutig das Okular. Für den visuellen Beobachter sind damit Sternhaufen deutlich attraktiver; bei Nebelbeoachtung oder Verwendung von Schmalbandfilter macht das natürlich keinen Gewinn.
Der SC User kann durchaus mit seiner Sternabbildung zufrieden sein und tolle Beoachtungen machen. Im direkten Vergleich wird sich mit nahezu jedem Okular eine feinere Abbildung abseits von wenigen Millimetern zur Mitte einstellen. Trotzdem muss man sich im Klaren sein, dass der Vergleich nur für im gleichen Maß obstruierte Systeme zu betachten ist. Wenn ich durch meinen 8" Apo Sterne betachte, so sind diese bis ca. 160x Nadelpunkte.
Beim ACF 8", 10" oder auch 12" wird wesentlich früher das Sternbild flächig. Beonders in einem Vergößerungsbereich, wo das Auge beim ACF noch keine Fläche erkennen kann und die Abbildung sehr hart erscheint liegt meiner Meinung nach das große Plus.
In Namibia am 14" ACF mit dem 31Nagler ergab an Omega Centauri einen unbeschreiblichen Eindruck. Perfekte Randschärfe und feinste Sternabbildung. Das Ethos 13mm ergab nochmals mehr Auflösung, aber da die Sterne dann schon flächig werden, bleibt der Eindruck im 31mm Nagler ungeschlagen. Besonders Eindrucksvoll auch am "Schmuckkästchen", einem Sternhaufen mit hellen, farblich impossanten Sternen.

Viele Grüße
Ralf


 
Hallo Ralf,

schön beschrieben, danke schön. Das ist doch wesentlich aussagekräftiger. So kann man sich selbst als Laie etwa ausmalen, wie die Unterschiede aussehen.
Natürlich muss man auch beachten, dass man mit eher günstigen Okularen von der besseren Abbildung nicht besonders wird profitieren können.

Clear Skies
Sven
 
Re: "Anfängerfrage" zu LX90ACF/LX200ACF

Hallo!

Und genau das ist der Grund, warum ich bei 99% visueller Beobachtung dann doch lieber das LX90ACF nehmen würde und für die Differenz zum 200er noch zwei "gute" 2" Okulare.

Mit meinen 2 1,25" Kellner Okularen (25mm und 5mm), die ich bisher im Newton habe, würde mir das LX200ACF mit sicherheit keinen Spaß machen...

Und übrigens: Schön beschieben ;-)


Gruß

Marcel
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo!

Ich muss Euch mal noch was fragen.
Mich hat nochmal jemand auf einen anderen Gedanken gebracht und nach etwas stöbern im Einsteigerbereich des Forums habe ich ähnliches gelesesen.

Für den Preis des LX90ACF würde ich theoretisch auch ein Celestron C11 SGT bekommen.
Vorteile:
- 1" mehr "teleskoptechnischen Hubraum" und der ist ja bekanntlich durch nichts zu ersetzen ;-)
- die Montierung ist etwas flexibler

Nachteil:

- ich habe diese Montierung mal live mit einem c8 drauf erlebt und hätte am liebsten Kopfhörer dabei gehabt ;-(


Die LX90 und LX200 die ich auf einem Treffen mit dem C8 SGT
vergleichen konnte waren leiser, deshalb hatte ich mich dann auf Meade festgelegt.

Und jetzt die Preisfrage:

Wenn ich ca. 3.300,- Euronen für ein LX90ACF oder C11SGT ausgeben muß, gibt es ja eventuell eine gute Kombination aus Optik und einer Montierung womit ich gleiches erreichen kann?
Theoretisch könnte ich dann sogar für ca. 2.100,- Euro den LX200R Tubus nehmen und hätte noch 1.200,- Euro für eine Montierung.
Ist das zu "blaueugig" kalkuliert.

Habt Ihr einen Vorschlag in die Richtung?

Gruß

Marcel
 
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