Anfängerfragen (oder: Was brauche ich noch?)

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Widukind

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Hallo Sternenfreunde,

ich habe mir ein gebrauchtes Teleskop mit ein bisschen Zubehör via eBay-Kleinanzeigen geholt und frage mich nun, was ich brauche, um mich in das Thema "einzuarbeiten".
Bislang habe ich noch recht wenig Ahnung vom Sternenhimmel und auch von den Sternzeichen. Aber das soll sich nun ändern. Hier nochmal kurz, was ich schon habe:

Dobson Teleskop 8 Zoll von GSO
Mit 8x50 Sucher
Telrad Projektionssucher
Eine 2x Barlow Linse
Vier Plössel Okulare 25mm, 15mm, 12,5mm und 10mm
Justierlaser
Sonnenfilter (ja, für die große Öffnung)
Mondfilter

Die "Vollversion" der App "Star Walk 2" habe ich auch

Eine Stirnlampe mit Rotlicht ist bestellt.

Literatur: (da soll ich laut meiner Frau noch warten, da ich in drei Wochen Geburtstag habe, da kommt bestimmt etwas in der Richtung "Astronomie für Einsteiger" oder so.

Sternenkarte: braucht man das, oder wie findet man sonst die Sachen, die man beobachten will?

Okulare: Irgendwer meinte schon, dass ein Okular mit noch größerer Brennweite (also kleinerer Vergrößerung) fehlt, für die bessere Übersicht
Sollte es da ein SuperWeitwinkel-Okular sein? Und dann eventuell auch in 2"? Die anderen Okulare sind 1,25".
Oder tut es auch ein Plössel?
Und brauche ich wirklich noch ein 5mm-Okular für Planeten und Mond? Oder tut es da das 10mm mit Barlow-Linse?

Filter: Bislang habe ich nur einen grünen Filter, auf dem MOON steht. Taugen sogenannte "Stadtlichtfilter" was?

Ich sollte wohl noch anmerken, dass es mir nur um visuelle Beobachtung geht, Astrofotografie scheint ja nochmal ein Hobby für sich zu sein.
 
Hallo Widukind,

erstmal willkommen im Forum.

Grundsätzlich bist Du schon recht gut ausgerüstet für den Start.
Dennoch ein paar Worte zu:
Dobson Teleskop 8 Zoll von GSO
Mit 8x50 Sucher
Telrad Projektionssucher
Eine 2x Barlow Linse
Vier Plössel Okulare 25mm, 15mm, 12,5mm und 10mm
Justierlaser
Sonnenfilter (ja, für die große Öffnung)
Mondfilter
Ein 8" Dobson ist ein guter Einstieg.
Stabil montiert mit der RockerBox, intuitiv zu bedienen und auch noch gut zu transportieren.

Ich selbst bevorzuge 9x50 Winkelsucher, ist aber m.E. Geschmackssache.
Winekelsucher erleichtert einem den Einblick.

Telrad ist eine feine Sache am Dobson. In Kombination mit dem DeepSky Reiseatlas und DeepSky Reisführer eine gute Auffindhilfe am Dobson. Der Reiseatlas ist mit Karten bestückt, in denen die Telradkreise eingezeichnet sind.

Bei den Okularen würde ich auch noch ein 30mm bis 32mm Okular anschaffen. So um die 70° und in 2".
Eines mit kürzerer Brennweite, so um die 6mm bis 8mm ist eine Überlegung wert.
Würde ich persönlich aber eines für die Übersicht vorziehen.
Unter 6mm, nun ja, unser Wetter bietet da nicht so die Möglichkeiten des häufigen Einsatzes.

Etwas zum Justieren ein muss beim Newton. Die Justage ist kein Hexenwerk. bekommt man mit der Zeit zügig hin.

Bitte Sonne NIE OHNE passenden Filter beobachten, es könnte deine letzte Beobachtung sein.

Mondfilter nutze ich recht selten. Alles was so über 60% Beleuchtung geht, ist m.E. nicht mehr so gewinnbringend am Mond. Wenn mich der Mond zu sehr blendet bevorzuge ich einen Polarisationsfilter. Mit dem kann man stufenlos die Abdunklung einstellen.

Andere Filter wären OIII- und UHC-Filter, aber da würde ich noch mit warten. Für den Start nicht zwingend notwendig und gute Filter gehen ins Geld. Astronmoic Filter sind da wohl die erste Wahl. Da kostet aber ein UHC- oder OIII-Filter in 2" mal eben 200,-€.

Bei SmartPhone oder Tablet mit App am Teleskop darauf achten den Nachtmodus einstellen. Aber auch dann kann es Dir passieren das es hell auf blitzt und deine Dunkeladaption zum Teufel ist. Also Vorsicht walten lassen.

Rotlich ist auch ein Muss.

Literatur, wie schon erwähnt, die Reise-Bücher.

Ich selbst bin kein Freund von Barlows, außer wenn ich Planetenvideos erstelle, für die rein visuelle Beobachtung nutze ich sie nicht.

Astrofotografie ist im DeepSky-Bereich mit einem Dobson auch schwer bis gar nicht zu bewerkstelligen.
Das höchste der Gefühle ist Planetenvideos. Das dann aber mit EQ-Plattform.
Es gibt Spezialisten die das auch Manuell hin bekommen, aber das wohl mit viel Übung und Erfahrung.
Ansonsten hast Du recht, visuelles beobachten und Astrofotografie sind zwei Paar Schuhe. Deshalb wird das Equipment auch meist getrennt.
 
Literatur: (da soll ich laut meiner Frau noch warten, da ich in drei Wochen Geburtstag habe, da kommt bestimmt etwas in der Richtung "Astronomie für Einsteiger" oder so.
Hallo @Widukind,

ich habe mir kürzlich einen 1.400 Seiten Klopper gegönnt:
Astronomie: Die kosmische Perspektive (Pearson Studium - Physik) (Deutsch) Gebundene Ausgabe – 3. November 2020
diese Buch kann ich sehr empfehlen, liest sich toll, vermittelt umfangreiches Wissen einfach gut!

Sternenkarte: braucht man das, oder wie findet man sonst die Sachen, die man beobachten will?
ich arbeite ausschließlich mit Stellarium einer Freeware. Damit kannst Du am PC alles nachschauen, finden, anschauen wie am Teleskop und, und, und - man braucht etwas um sich in das Programm reinzufuchsen aber wenn man es mal verstanden hat, dann ist es fast alternativlos. Wenn es am Smartphone sein soll, ist Skysafari als APP auch nicht verkehrt!

Vier Plössel Okulare 25mm, 15mm, 12,5mm und 10mm
Okulare: Irgendwer meinte schon, dass ein Okular mit noch größerer Brennweite (also kleinerer Vergrößerung) fehlt, für die bessere Übersicht
Ich finde damit bist Du nicht verkehrt aufgestellt. Natürlich kann man da immer weiter aufrüsten. sowohl nach oben (30 mm bis 40 mm) als nach unten (5 mm bis 10 mm) und natürlich geht auch noch mehr Eigengesichtsfeld wie mit einem Pössel aber für den Einstieg und damit Du einen Eindruck bekommen kannst, was Du willst und möchtest, mein Rat bringe erst mal 10 bis 20 Nächte hinter Dich. Du wirst mit den jetzt vorhandenen Okulare tolle Beobachtungen haben und Du wirst nichts fundamentales vermissen.
Und brauche ich wirklich noch ein 5mm-Okular für Planeten und Mond? Oder tut es da das 10mm mit Barlow-Linse?
Also für den Mond brauchst Du garantiert nicht die Barlow Linse. Da wirst Du eher mit 25 mm Okular arbeiten als mit "kürzeren" Brennweiten. Einfach mal ausprobieren. Für ein 5 mm Okular bzw. ein 10 mm Okular mit 2x Barlow, braucht es auch die entsprechenden Seeing Bedingungen um so etwas überhaupt einsetzen zu können. Also auch wieder mein Rat, selber mal ausprobieren und anschauen. Mit der Zeit / Anzahl der Beobachtungs-Nächte kommt die Erfahrung und Vorstellung und Wünsche was man will.

Sollte es da ein SuperWeitwinkel-Okular sein? Und dann eventuell auch in 2"? Die anderen Okulare sind 1,25".
Ob 2" oder 1,25" entscheidet das Eigengesichtsfeld und die Brennweite. 100° geht bei 25 mm Brennweite nur mit 2" - 100° bei 5 mm Brennweite das geht auch mit einem 1,25" Okular. Am Ende geht es um die Größe und wie viel Glas verbaut ist. Ein Plössel bei 25 mm | 50° wiegt wahrscheinlich ~ 100 - 200 g ein Telvue Ethos mit 100° für 25 mm wiegt gut 1.300 g - dann muss man auch sofort über Balance des Dobson und des Newton nachdenken, wenn man oben in den OAZ 1,3 kg reinsteckt!

Viele Grüße - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Meiner Meinung nach zunächst das Wichtigste und wie Du selber schon schreibst: Sternkarte zum Finden von Objekten.

Hier bietet sich meiner Meinung als erstes der Occulum Deep sky Atlas an, der recht perfekt auf die Kombination mit dem Telradfinder ausgelegt ist.

D ann noch ein möglichst weitwinkliges Okular mit einer Brennweite um 6mm. Hier würde ich qualitativ mindestens eine "Goldkante" wählen.

Gruß Horst
 
Hallo,

ich verwende keine Sternkarte sondern die Freeware Stellarium. Damit plane ich meine Beobachtungen, es zeigt Dir genau den Sternhimmel vor Ort mit den vielen interessanten Objekten.
Ein Okular für höhere Vergrößerung könnte fehlen. Ich würde da zu einem 6mm Okular tendieren und das nicht als Plössl. Da ist der Augenabstand und das Gesichtsfeld einfach zu gering. Falls Preis-Leistung wichtig ist, wäre eine 6mm Goldkante oder Planetary nicht schlecht.

Falls die 2 fach Barlow gut ist, würde es auch erst einmal damit und dem 10mm Okular gehen aber wahrscheinlich wird sie das Bild eher verschlechtern.

Vielleicht wartest Du auch mit den Neuanschaffungen und sammelst erst einmal wichtige Erfahrungen mit dem vorhandenen Equipment.
Dann kannst Du besser einschätzen was Dir noch fehlt.

Gruß,
Holger
 
Okay, ich werde also erstmal probieren (falls das Wetter jemals besser wird) und in Papier investieren.
Und auf die Merkliste für später kommt sowas wie das Omegon SWA 38mm 2".
 
Hallo,

Literatur: (da soll ich laut meiner Frau noch warten, da ich in drei Wochen Geburtstag habe, da kommt bestimmt etwas in der Richtung "Astronomie für Einsteiger" oder so.

Sternenkarte: braucht man das, oder wie findet man sonst die Sachen, die man beobachten will?

Okulare: Irgendwer meinte schon, dass ein Okular mit noch größerer Brennweite (also kleinerer Vergrößerung) fehlt, für die bessere Übersicht
Sollte es da ein SuperWeitwinkel-Okular sein? Und dann eventuell auch in 2"? Die anderen Okulare sind 1,25".
Oder tut es auch ein Plössel?
Literatur: Fernrohrführerschein, Reiseatlas, Reiseführer
Sternkarte: Ich hab mir germerkt, welcher helle Stern zu welcher Uhrzeit in welcher Himmelsrichtung stand und später mit der Software Stellarium nachgeschaut, welcher Stern das war und zu welchem Sternbild er gehört.
Okulare: Meine Staffelung für den 200/1200er wäre heute: 32 (oder 34-36)-13-9-6
Hier findest Du detaillierte Erklärungen: FarOut, Deep Sky Brothers
Ein Bügelstuhl ist für die Beobachtung recht praktisch.

Gruß
Ronald
 
Vielen Dank nochmal für Eure Hilfe, ich habe jetzt eine KOSMOS drehbare Sternenkarte, ein Heft "Der Sternenhimmel 2012" von bpa.wissen und folgende Bücher:
- Astronomie für Einsteiger (Kosmos-Verlag)
- Deepsky Reiseführer
- Deepsky Reiseatlas
Jetzt bin ich noch ungeduldiger und warte noch sehnsüchtiger auf gutes Wetter....
 
Ja, das Wetter. Ich wünsche Dir so wie uns allen endlich wieder einen klaren Himmel. Ich lebe jetzt schon 2 Monate abstinent^^
 
Hallo Widukind,

vergiss nicht die kälteresistente Kleidung.

Ansonsten fehlt erstmal nichts zum Start. Wenn die Barlow zumindest akzeptabel ist, kommst du damit ja auch auf 5mm runter. Die weniger hohen Vergrößerungen machen aber gerade als Einsteiger und bei den derzeit bescheidenen Planetenansichten voraussichtlich mehr Spaß.

VG
Klaus
 
Zu deiner Liste:

Dobson Teleskop 8 Zoll von GSO
-->Stabiles Teleskop
Mit 8x50 Sucher
-->tut was es soll
Telrad Projektionssucher
--> teste erst einmal den Standard-Sucher. Ich habe das Telrad nie benutzt
Eine 2x Barlow Linse
--> gute Wahl. Die von Explore Scientific sind gut, aber momentan oft vergriffen
Vier Plössel Okulare 25mm, 15mm, 12,5mm und 10mm
--> ich würde 30-14-10-6.7 nehmen, kommt aber immer auf Teleskopleistung und Ziele ab
Justierlaser
--> Nimm gleich noch ein Concenter, du wirst es brauchen ;) Eine Filmdose oder selbstgedruckte Einsehhilfe tut es auch.
Zum Thema Justierung gibt auf meiner Webseite einen Bericht (siehe Signatur)
Sonnenfilter (ja, für die große Öffnung)
--> Zuschneidbar günstig zu bekommen
Mondfilter
--> Nimm besser einen Kombifilter, der sich drehen lässt. (Variabler Polfilter)

Tauschutzkappe wäre noch eine Idee oder einen automatischen Fokus, der das Fokussieren unheimlich vereinfacht. Eventuell Gegengewichte im Hinterkopf behalten, falls es vorne mal zu schwer wird. Die kannst du aber auch aus allem möglichen fertigen. PushTo ist auch ganz nett. selbstgebaut kostet es unter 50 EUR.
 
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