Anregungen für justierbare Linsenfassung

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SunCobalt

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Hallo liebe Astrogemeinde,

für ein Selbstbauprojekt bräuchte ich einige Anregungen für eine justierebare Linsenfassung. Ich habe zwar schon einige Selbstbaufassungen gesehen, aber einige Fragen stellen sich mir noch

- die Fassungen, die ich gesehen habe, funktionieren mit je 3 Zug- und 3 Druckschrauben. Lässt sich das nicht einfacher realiseren bspw. mit 3 Zugschrauben mit Stahlfedern o.ä.?
- der Teil, der mit dem Tubus verschraubt wird, sieht von der Seite meist aus wie ein um 90° verdrehtes T. Das Oberteil des T hat einen größeren Durchmesser als der Tubus. Wäre es nicht besser, den Teil zylindrisch zu drehen, also den Aussendurchmesser über die gesamte Länge dem Tubusinnendurchmesser anzupassen und den Innedurchmesser des Zylinders zu erhöhen? Evtl sogar seitweit, dass der Teil, der die Linse hält, in den Teil der mit dem Tubus verschraubt wird, versenkt werden kann.
- Um die Linse zu fassen, muss ja das "Loch" geringfügig größer sein. Wieviel ist geringfügig und wie verhindere ich am besten das klappern? Und wie halte ich die Linse? Drei Schrauben, die um 120° versetzt sind und die Linsen klemmen, gefallen mir irgendwie nicht. Das riecht irgendwie nach Verspannungen.

Vielen Dank schonmal.

Grüße & CS
Thomas
 
Hallo Thomas,

ich beschäftige mich bereits seit einigen Jahren mit der Justierung von Linsenteleskopen und habe schon einige Techniken getestet und mit vielen Spezialisten versucht diese weiter zu entwickeln und zu optimieren. Ich habe gerade mit Bosma u.a. in der "Sache Justiermöglichkeit" ein Jahr hin- und her entwickelt.

Es hat sich für uns herausgestellt, das die drei um 120° versetzten Zug-Druck-Schraubenpaare die wirtschaftlichste und funktionierendste Technik zu seien scheint. Sie ist sehr justierstabil, funktioniert auch im Feld bei Rotlicht und fast jeder kann damit umgehen. Bei unsachgemäßer Bedienung kann man damit nicht viel Kaputt machen ;-)

Wenn es einfacher sein soll, könnte man durch die Linsenfassung mit drei (oder sechs in zwei Reihen) 120° versetzte Madenschrauben die Zelle zum Tubus verkippen. Ob der Tubus über der Linsenzelle, oder die Linsenzelle in dem Tubus steckt, ist tendenziell gleich unstabiler und gewährleistet einen sehr geringen Justierspielraum. Hier müsste evtl. mit ein wenig Schraubenlack die Justierung stabilisiert werden.

Oder man verbindet die Linsenzelle fest mit dem Tubus, und justiert/zentriert nur die Linsen. Was nicht wirklich für den User einfacher ist.

Wegen der Linsen in der Fassung selber, wäre ein Spiel gegen sehr wenig das Beste (auch oder trotz Temperaturausdehnungskoeffizienten ein bisschen) je nach Linsenfassung und der Linsenverschraubung. Vorausgesetzt die Linsen passen vom Schliff richtig zueinander. Eine Öffnung zum verdrehen der Linsen wäre gut.

Erfahrungsgemäß müssen die Linsen einzeln justierbar sein. Mit der Druckschraube auf dem Linsenrand mit Abstandsringen zwischen den Linsen ist die einfachste, aber auch die gefährlichste und verspannenste Lösung. Zu leicht angezogen klappert´s (kann evtl. mit einem Streifen Irgendwas gedämpft werden), zu fest kann die Linse sogar platzen lassen (auch mit einem Metallstreifen zwischen Schraube und Linse).

Eine Technik wäre noch mit Keilringen zwischen den Linsen und drei Druckschrauben. Hier wird auf den Ring gedrückt und nicht auf die Linsen. Damit kann aber auch die Linsen gegen die Ober- oder Unterseite verspannt werden.

Mit Abstandsplättchen realisieren es die meisten Hersteller. Ob mit dünnen Plastikringen oder Metallplätchen, muss sehr genau getestet werden, um den richtige Abstand und Verkippungsgrad zu erhalten. Mit den Ringen ist nur ein Gesamtabstand machbar, aber keine Verkippung.

Wichtig ist auch die Justierung/Zentrierung des Okularauszuges. Der ist genauso wichtig.

Generell sollte die Justierung feinfühlig und exakt machbar sein, um so genau justieren zu können.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, die aber für ein Selbstbauprojekt zu aufwendig sein könnten, ohne Dein umsetzungstechnisches Können in Frage zu stellen ;-)

Ich kann Dich auch gerne anrufen, dann können wird darüber "Fachsimpeln".

CS und viel Erfolg!

Charly


http://www.teleskop-werkstatt.de



 
Hallo Charly,

vielen Dank für die vielen Anregungen. Da habe ich einiges zum Nachdenken. Momentan ist das Projekt noch im Kopf- /Nachdenkstadium. Ich werde wohl zuerst einen kleinen Achromaten zur Probe bauen auch wenn die justierbare Fassung dafür wohl der Overkill ist.
Auf das Angebot zum Fachsimpeln werde ich bestimmt nach dem Bau des kleinen Achromaten zurück kommen.

Viele Grüße & CS
Thomas
 
verschiedene varianten gehen.
die mit den federn ermöglicht eine leichtere justierung, egal, wie das teleskop ausgerichtet ist. allerdings müssen die federn eine mindestspannung haben und dürfen nicht im laufe der zeit nachgeben :) :

( siehe an meinem damaligen 105er tmb )

http://www.binoviewer.at/teleskoptuning/TMB105_optimierung.htm

die variante " zug- und druckschraube " halte ich aber für justierstabiler, ist für anfänger aber nicht ganz so leicht zu handhaben.
wichtig ist dabei, daß die beiden schrauben ( jeweils zug- und druckschraube ) möglichst eng beieinander sind, um eine verspannung des flanschringes zu vermeiden.

( beispiel eine eigenbaufassung für ein 80er objektiv...)

http://www.binoviewer.at/equipment/w_hoehle/C80.htm


Wolf
 
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