Anschaffung einer Sternwartenkuppel - Fragen

Mario Stroblmayr

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich möchte in den nächsten Jahren bei uns am Sternwartenhof (Sternwartenhof – Imkerei, Astronomie & Mindful Movement) eine Sternwartenkuppel errichten.
Wer von euch besitzt eine und hat Tipps und Berichte beim Kauf?

Wunsch / Voraussetzungen:
a, Für Lage in den Alpen geeignet - also im Winter einiges an Schnee.
b, Die Kuppel kommt aufs Flachdach mit entkoppelter Betonsäule für die Montierung unten durchs Haus nach oben.
c, Durchmesser 3-4m, je nachdem was ich mir leisten kann.
d, Es sind Führungen geplant, die Tür muss also bei geöffnetem Spalt zugänglich bleiben, damit Leute aus und ein gehen können. (Bei manchen Modellen schiebt sich ja die Spaltabdeckung beim Öffnen über die Türe.)
e, Auf Grund des Windes denke ich eher an eine Kuppel mit Spalt, aber auch ein Shell wäre eine Möglichkeit, wenn ihr damit bessere Erfahrungen habt.
f, Theoretisch könnte man auch sowas eckiges vom Tischler bauen lassen, ist aber auch nicht günstiger und das flache Dach könnte problematisch mit der Schneelast sein. https://inhabitat.com/files/kielder2.jpg bzw. https://static.wixstatic.com/media/...44ed88f9245b46a090cf9~mv2_d_2800_1868_s_2.jpg

Ich freu mich über eure Erfahrungen, Tipps und Ideen,
vor allem von denen sie selbst eine Kuppel haben,
Mario
 
Hallo Mario,
für Führungen mit Personenverkehr halte ich eine Spaltkuppel als eher suboptimal, wegen Dome-Seeing, beengten Raum Verhältnissen und dem schlechten Ausblick auf den Himmel durch den Kuppelspalt.
Das Hauptproblem von Kuppeln ist das darin eingeschlossene Luftvolumen welches sich tagsüber erwärmt und auch das Teleskop erhitzt.
Alles zusammen, Luftvolumen, Teleskop, Gebäude und evtl. Publikumsverkehr, bilden eine sehr große thermische Kapazität, deren Trägheit man ohne weitere technische Hilfsmittel nicht mehr in den Griff bekommt.
Daher sind bei Kuppeln meist Dome-Seeing und Tubus-Seeing die begrenzenden Faktoren, weshalb ich eher eine Shell-Kuppel oder ein Rolldach vorziehen würde.
Bedenkt man den Aufwand und die aufgebrachten Summen ist es oft sehr schade, wenn man am Ende nur heiße Luft zu sehen bekommt.
Für einen Führungsbetrieb finde ich eine Terrasse oder freie Fläche eigentlich am besten, dort kann man mehrere Instrumente evtl. mit Sitzgelegenheiten und Liegestühlen aufstellen, welche dann auch zur Selbsterkundung einladen und man hätte einen freien Blick auf den Himmel.
Als Remote- oder Fotosternwarte wäre eine Spaltkuppel wiederum in Ordnung und könnte auch wesentlich kleiner gehalten werden, was dann auch Kosten spart.
Bei einer Kuppel, deren Dimension und Ausführung stellen sich oft so Fragen wie:
- Sind die Baulichen Voraussetzungen gegeben (Statik/Baugenehmigung)
- Was für ein Teleskop soll überhaupt rein
- Wie viele Personen sollen darin Platz haben (stehend/sitzend)
- Was soll noch alles darin Platz haben (Leiter, PC-Arbeitsplatz, Monitore, Werkzeugwagen für Okulare und Zubehör)
- Was sollen Kuppel und Teleskop alles können
- Isoliert, Belüftet, Taugeschützt
usw.
Als Literatur zum Thema Schutzbauten und Dome-Seeing kann ich dir das Buch Reflecting Telescope Optics Band 2 empfehlen oder die Artikel zum NTT.
LG
 
Hallo, Mario,

ich habe seit 24 Jahren eine 3,2m Baader Spaltkuppel im Einsatz. Die Kuppeln sind sehr stabil gebaut und trotzen jedem Wetter. Im Einmannbetrieb habe ich auch noch keine Seeingprobleme gehabt, was bei mehreren Personen schon ganz anders aussieht, außerdem wird es dann ungemütlich eng.
Ich kann mich da Quanten nur anschließen, wenn man nicht für eine größere Kuppel das Geld zur Verfügung hat, oder eine Allsky Kuppel in Betracht zieht, ist man mit
einem solide konstruirtem Rolldach besser bedient.

Für mich als Ein-mann-Sternwarte war es allerdings die beste Entscheidung die ich je getroffen habe, auch wenn`s teuer war. So viele windige und bitterkalte Nächte hätte in einer Rolldachhütte nie verbracht, und das Instrumentarium ist auch gut geschützt.

Ich hoffe ich konnte ein bisschen zur Entscheidungsfindung beitragen, ansonsten kannst Du mich jederzeit "löchern".

Beste Grüße
Thomas
 
Hallo, ich hatte schon mal eine Kuppel ca.4.5m Durchmesser mit Spalt (Konstruktion nach Stauß) kann ich für Gruppenführungen nicht empfehlen. Besser war da die im ganzen wegschiebbare Hütte.
CS Mike
 
Hallo nochmal,

ich habe in dem Post #3 heute Nachmittag geschrieben das die Kuppel 24 Jahre alt ist, das stimmt gar nicht, da ich mit der Kuppel schon einmal umgezogen bin.
Zunächst stand sie auf einer Wiese mit einem massiven Unterbau, nach dem Umzug in eine dunkle Gegend habe ich sie dann in`s Hausdach integriert.
Die Kuppel ist Baujahr 1992 also sogar schon 34 Jahre alt -meine Güte wie schnell die Zeit vergeht, dann bin ich ja jetzt schon alt (so ein Ärger:oops:).

Grüße
Thomas
 
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