APM 107 APO - Einsteiger geeignet ?

#1
Hallo Astronomie Freunde,

ich melde mich hier mal mit einer Frage. Ich bin auf der Suche nache einem guten gebrauchen Teleskop auf eure Seite und dieses Angebot von Martin aus Wien gestoßen: http://forum.astronomie.de/phpapps/...44194/APM_107_mm_F/6.5_FPL_53_Apo#Post1344194

Ich hätte mich selber bei ihm gemeldet, leider sind die Forenregeln für Neulinge derart restriktiv, dass dies nicht möglich ist. (Auch Kontakt zum Admin hilft nicht weiter.) Ich probiere es daher mal hier und hoffe nicht sofort gegen irgendeine andere Regel zu verstoßen.

Also: Falls der APM 107 für mich geeignet wäre, könnte bitte jemand Martin Bescheid geben ?

Da ich hier nun schon schreibe kann ich meine Fragen auch gleich anhängen.

Kurz zu mir:
Ich bin Mitte 50, habe mal Physik studiert, bekomme seit Menschengedenken jedes Jahr zu Weihnachten das Himmelsjahr und habe bisher nur mit Fernglas (Zeiss 8x30 / 8x20b) beobachtet. Sonst bin ich eher praktisch veranlagt (z.b. Drehbank im Hobbykeller) , und kaufe mir bei solchen Dingen lieber sehr gut gebrauchte Sachen, als (eventuell auch gute) Komplettsets aus chin. Herkunft.

Anlässlich eines Besuches der Nacht der Wissenschaften in Halle (Saale), habe ich beim "mal schnellen" schauen durch die Teleskope des Astroverein, beschlossen endlich ein Teleskop zu kaufen. ( probiert dort: ein Telementor / Skywatcher 120 & und eine andere Zeiss optik 100mm )

Was ich beobachten möchte:
- visuell keine Fotos
- hauptsächlich Planeten
- eventuell wenn ein wenig mehr Erfahrung mal die Sonne
- eventuell mal ein gut visuell beobachtbaren Nebel oder Kugelsternhaufen (falls das geht)
- ( einmal wenigstens die ISS und dem Alex winken ;-)
- ( ich würde schon auch mal terrestrisch probieren wollen)

An was ich gedacht habe (ohne Beratung bisher):

- sehr guten Refraktor mit 100-120mm
- eventuell etwas größeres Öffnungsverhältnis (wegen kl. Baulänge)
- vernünftig transportierbar & Balkontauglich
- gebaucht und sehr gut ist mir lieber
- parallaktische Montierung (goto eher nicht)
- Dobson gefällt mir nicht so ich mag es klassisch
- gepl. Budget ca 1000€ für den Tubus (logo kostet das Zubehör noch mal soviel)
- selber bauen oder viel basteln diesmal nicht.

Fragen:

Ist der angebotene APM zum visuellen Beobachten geeignet ?
Ist so ein guter FPL53 / Foto Super Apo überhaupt sinnvoll für mich?
Oder besser das Geld in mehr Öffnung dafür nur ED oder Achromat ?
(da man bei visuellen Beobachtungen den super APO Unterschied "nicht sieht" ? )

Oder: Alles Quatsch für mich wäre eher ein Reflektor (z.b. Maksutov) geeignet?
Ebenso: sollte ich mein Budget überdenken und eher kleiner (oder größer) beginnen?


Grüße aus Heidelberg - Michael







 
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#2
Hallo Michael,

leider kann ich dir jetzt nicht die Antwort geben auf die du hoffst. Ich bin recht neu dabei und momentan rein fotografisch unterwegs.

Meine Herangehensweise ob denn nun ein Objekt für meine Brennweite und meine Kamera geeignet ist, ist die Simulation und danach nervige Fragen im Forum stellen. Entweder Tools im Internet oder aber direkt im Computerprogramm, z.B. Stellarium. Da kann man sein Teleskop eingeben, ein Okular und das Objekt der Begierde.

https://astronomy.tools/calculators/field_of_view/?fov[]=206|179|||1||&solar_system=jupiter
Fotografisch passt das immer recht gut, also gehe ich davon aus das es auch für visuell gilt (kann man in dem Tool ja auch einstellen). Ob die Okulare passen und mit oder ohne Barlow beobachtet wird, werden dir die erfahrenen Leute nahebringen.

Gruß
Dennis

 
#3
Hallo Michael,

man kann Dir leider kaum eine tiefgründige Antwort geben. Als Einsteigerteleskop ist ein Apo den meisten viel zu teuer. Was den unkomplizierten Umgang mit der Optik angeht, ist ein Apo wieder prima, vom Leistungsgedanken aus betrachtet, sind es aber eben nur 4 Zoll Öffnung, während man das doppelte an Öffnung für das halbe Geld als Spiegel bekommt - wäre dann aber ein Newton.
Alternativ geht natürlich ein Mak und zwar kann man gut sagen, dass für jede Öffnung meist das Angebot mit dem kleinsten Öffnungsverhältnis vorn liegt. In den 1000er Budget würde der Skymax 180/2700 gut passen. Aber... ohne Basteln geht's da nicht, man muss das Gerät isolieren, sonst gibt es Tubus-Seeing.

Aber vielleicht schaust Du vor allem erst einmal hier herein:
http://www.svenwienstein.de/HTML/teleskope_zur_planetenbeobachtung.html
Das gibt sicher ein paar Gedanken, aus denen sich eine Diskussionsgrundlage formt.

Clear Skies
Sven
 
#4
Hallo Michael,

würde an Deiner Stelle schon beim Refraktor bleiben (wg. Planeten, Sonne, terrestisch). Aber warum gleich ein Apo? Fange doch mit einem guten Achromaten an, das liegt preislich sicher gut im Rahmen und investiere gleichzeitig in eine sehr gute Montierung. Auf diese kannst Du dann später immer noch einen Apo montieren.

Bei ebay gibt es diese Kombination im Moment gebraucht (Vixen Sphinx Montierung plus Achromat made in Japan). Damit sammelst Du erste Erfahrungen an den Planeten, mit einem Herschelkeil auch evtl. an der Sonne. Und im September besuchst Du die AME in VS. Schliesslich trägt eine gute Montierung auch mal ein schönes Zweitteleskop ...

Gruss,

Dju
 
#5
Hallo Michael,
das ist ganz bestimmt kein schlechtes Gerät, so richtig viel falsch machst Du damit nicht. Wenn Du Feuer fängst für dieses Hobby, wird es eh nicht Dein letztes Teleskop sein.

Denke aber bitte daran, Du brauchst nochmal den gleichen Betrag für eine ordentliche Montierung, Okulare und diverses Geraffel.

Ich habe selbst vor ein paar Jahren mit nem 150er Newton und einer EQ5 angefangen. Inzwischen sind noch zwei Takahashis dazugekommen. Na ja, und die EQ5 habe ich nicht mehr :)


Also ich würde zugreifen. Das ist ein feiner Allrounder, noch reisetauglich und definitiv auch eine tolle Fotomaschine.

Denk immer dran: „kein Teleskop“ ist weit schlimmer als nicht ganz das optimale Teleskop.

Klar ist es immer auch eine Budgetfrage. Einem 16-Jährigen würde ich zu etwas mehr Vorsicht raten...

VG
Wolfgang
 
#6
Hallo Michael,

ich finde, dass der APM 107/700 eine gute Wahl ist!

Ich bin schon sehr lange dabei und habe beobachtet, dass man mit der Zeit drei Phasen durchmacht:

1. Man beginnt mit einem kleinen, billigen Teleskop auf einer wackeligen Montierung.

2. Dann wird es meistens ein großer Spiegel auf einer schweren Montierung.

3. Dann wird das geschleppe zu anstrengend und man geht zurück zu einem kleinen aber feinen Apo, denn mit einem kleinen Gerät zu beobachten ist besser als gar nicht.

Insofern startest Du mit Phase 3 :)

Aber denk auch an eine vernünftige Montierung mit Reserven, denn die ist fast noch wichtiger als das Teleskop.

Gruß

Frank
 
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#7
Hallo

und vielen dank schon mal für eure Antworten. Das hilft mr schon deutlich weiter.
Ich werde versuchen jedem kurz eine individuelle Antwort zu geben:

@Dennis: kannte ich noch nicht - danke - scheint ja ab 300fach wird Jupiter und Saturn interessant - das wird aber knapp mit 107mm .

@Seven: Ja die Seite kannte ich schon. ( Ich habe bevor ich mich getraut habe hier zufragen alles gelesen was ich gefunden habe) Schöne Seite - da steckt viel Arbeit drin - Respekt. Aber genau den Bericht mit dem "Isomatte um 180 Mak" hatte ich schon gefunden, und der hat mir klar gemacht: Ach du Schreck - dann doch lieber Refraktor ;-)

@DJU - APO muss nicht aber der ist hier eben gerade angeboten, deswegen wollte ich mal fragen ob der in etwa passt. Den Löracher ebay Vixen A80M hatte ich schon gesehen. (Hat der nicht eine Sphinx SXW dabei? Da habe ich hier im Forum glaube ich nix gutes gelesen dazu - soweit ich mich als unwissender erinnere) Besser gefallen tut mir der ebenfalls ebay Vixen 102M in Unna - aber ich habe noch zu wenig Ahnung.

@Wolfgang: Unglaublich tolle Fotos - ich brauch kein Teleskop mehr ich schau einfach nur auf deine Seite. Wie geht sowas ? Das ist sicher unglaublich aufwendig. (ich komme ganz aus deiner Nähe aus Öhr)
Ja kein Teleskop ist schlimm - aber eines über das man sich jedesmal ärgert ist schlimmer ;-)
Montierung: Hatte ja schon geschrieben, dass mir klar ist, dass da nochmal soviel Euros für Montierung / Okulare usw dazu kommt. (Wobei ich jetzt erst gesehen habe was ein gutes 2" WW-Okular kostet - oh oh )

@Frank: danke - also ist das nicht so ganz verkehrt was ich mir zusammengelesen habe. Und die Idee entstand ja auch aufgrund des augenblicklichen Gebrauchtangebots hier.

------
Also:
Ich bleibe (für den Anfang) bei einem guten ca 4" Refraktor, den ich auf dem Gebrauchtmarkt erwerben werde.

Nochmal konkret zu dem angebotenen APM 107:

Der ist auch zum visuellen Beobachten geeignet ?
(und mit dem großen 3" OAZ nicht hauptsächlich eher für Fotos)

Sind die 700mm Brennweite (f/6,5) für Planeten (visuell) noch Ok ?
(die nötige Okularbrennweite ist dann ja schon eher klein, bzw am unteren Rand der Angebote)

Auf der Seite des Herstellers steht ja eher wenig zum visuellen Beobachten mit diesem Tubus. (eher mehr zu möglichen Vollformat Flattenern ) Bringt das was wenn ich mich auch dort erkundige? (oder lesen die hier mit)

Grüße Michael

 
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#8
Hallo Michael,

die Brennweite des Geräts ist zum Beispiel wurscht, es ist bei gleicher Öffnung nur immer ungleich teurer, eine kürzere Brennweite bei gleicher Abbildungsqualität zu realisieren. Kann man sich leicht vorstellen: Kleinere Brennweite heißt, dass dasselbe Bild mit denselben Details auf absolut kleineren Maßstab gebracht werden muss, wodurch die Fehlertoleranzen auch kleiner werden und die benötigten Okularbrennweiten, um das Bild für's Auge aufzubereiten, werden's auch, gleiches Spielchen auf der anderen Seite der Bildebene.

Was das kleine, leichte Teleskop aus "Schritt 3 im Leben" angeht... Also man kann das mit dem edlen Apo machen, wenn man Lust dazu hat. Aber wer mit einem 150/750 Newton klar kommt, braucht den teuren 4" Apo nicht.
Ich halte es für einen kritischen Schritt, mit so wenig Grundkenntnissen ein derart teures Teleskop für den Einstieg zu kaufen.

Es wäre in meinen Augen der bessere Vorschlag, ein Teleskoptreffen zu besuchen, um sich mögliche Teleskope bei den Leuten anzuschauen, die damit umgehen können. Wenn ich allein das Gewicht der Montierung für den Apo bedenke...

Clear Skies
Sven
 
#9
Hallo Michael,
danke für das Lob, das ist das Ergebnis vieler schlafloser Nächte :)

Zu dem 3" OAZ: der stört nicht im Visuellen, da man sowieso auf 1,25" oder 2" reduziert - je nach Okular. Aber Du hast damit 1. einen grundsoliden Auszug und 2. einen, mit dem man auch mit großen Kamerachips fotografieren wird. Der Trend geht dahin...

Die 700mm sind OK, die Vergrößerung steuerst Du über die Okularbrennweite.

Fang einfach mal an, den Rest lernst Du unterwegs. Ich habe schon seit Beginn einen Satz aus 5mm, 8mm und 25mm Okularen und komme damit ganz gut klar. Zugegebenermaßen bin ich aber eher selten visuell unterwegs.

Für Planeten (und die stehen gerade günstig!!) brauchst Du übrigens nicht sofort High-End-Okulare, da Planeten sowieso klein sind. Die richtig teuren Okulare sind mehr für größere Objekte.

Beim Hersteller findest Du natürlich mehr Infos, die für die Fotografie relevant sind - weil das schlicht die wettbewerbsdifferenzierenden Eigenschaften sind.

VG
Wolfgang
 
#10
Michael,

ich schließe mich Sven, Frank und Wolfgang und den anderen an, die Frage nach dem "besten" Teleskop für jemanden oder "an sich" wird stets unbeantwortbar bleiben, oder besser gesagt: die Antwort ist - wenn man möchte - einfach: kauf, was Dir und Deinem Bauch gefällt. :)

Ich meine, das gilt insbesondere dann, wenn man sich schon ein wenig schlau gemacht hat, also von einem krassen Fehlgriff durch "Null Ahnung" bereits ein gutes Stück entfernt ist.

Ein APO dieser Öffnung ist fein und kann auch vernünftig wieder verkauft werden, wenn´s für Dich einen Grund geben sollte. Ich hab mittlerweile auch einige "Rohre" und mag sie alle. Bei 120 x am Jupiter seh ich kaum einen Unterschied zwischen den Abbildungen eines Maksutov oder APOs oder auch Newton. Auch nicht bei 150 x. Bei einem Super-Seeing auf 2000 m und mit den geeignetsten Okularen werden einige Kollegen hier bei 300 x wahrscheinlich mehr Unterschiede ausmachen können, als ich, aber für mich setzt immer die Luftunruhe die Grenze der Beobachtung, nicht das Teleskop (halbwegs ähnliche Öffnung vorausgesetzt).

Also würde ich einen preislich interessanten Apo durchaus überlegen, und, wie bereits oben alle meinen: einen gute Montierung, damit nix zittert beim Gucken.

:)

lg
Niki
 
#11
Hallo Michael,

eine Frage, auf die du ein breites Sammelsurium an Antworten bekommen wirst, je nach persönlichen Vorlieben und astronomischem Werdegang desjenigen, der dir antwortet.

Konkreter:
Ich besitze genau dieses Gerät und bin nach wie vor begeistert. Ich nutze es als Schnellspechtelgerät, obwohl nicht gerade ein Leichtgewicht, auf eine azimutalen Montierung (Giro3) an Sonne, Mond und Planeten. Das Gerät nutze ich auch als als Fotorefraktor mit Reducer und einer Canon.
Was ich schätze ist genau diese Vielseitigkeit! Der Auszug ist sauber verarbeitet und läuft butterweich und lässt sich Dank Mikrofokussierung gut einstellen. Die Größe des Auszuges spielt visuell keine Rolle, aber für die Fotografie mit meinem Reducer ist er ein Muß.

Der Refraktor ist das Ergebnis einer langen Entwicklung Angefangen vom Schülerfernrohr bis hin zum Eigenbaunewton.
Momentan habe ich auch noch einen 10 Zoll Newton, der am Planeten wesentlich mehr zeigt, wenn die atmosphärischen Bedingungen passen. Das hat aber nichts mit Qualität zu tun, da schlägt einfach die größere Öffnung.
Ist aber auch ein anderes Kaliber in Punkto Gewicht und Handhabung und kommt somit seltener visuell zum Einsatz.

Wichtig ist gutes Zubehör, was man sich auch nach und nach beschaffen kann. Da geht Klasse vor Masse.
Für hohe Vergrößerungen am APO nutze ich Takahashi Okulare, die zwar ein kleines Gesichtsfeld haben, aber knackscharf Abbilden. Bevor man beim Zubehör Geld versenkt, sollte man mal bei einem Hobbyastronom oder einer Sternwarte das entsprechende Okular testen.


Gruß und CS
Thomas




 
#12
Hallo Michael,

klar ist, ich persönlich würde dafür so viel Geld nicht ausgeben und rate auch niemandem, erst recht keinem Einsteiger dazu.
Weder für und zu 4" Öffnung noch für 12" Öffnung.
Das Angebot an sich ist M.E. allerdings gut.

Aber ich bin nicht Du, kenne Deine Verhältnisse nicht, also verlege ich mich mal darauf, dir zu schreiben, was so ein 4-Zöller kann.

Der kann mit 700 mm Brennweite sehr gut Weitfeld.
Du erreichst mit einem gängigen 40 mm Okular in 2 Zoll Ausführung 6 mm Austrittspupille bei etwa 3,7 Grad Feld. Ich sehe, wie viele Andere für Weitfeld mindestens 3,5 Grad vor. 4 Grad halte ich für ziemlich optimal, das wäre etwa bei 650 mm Brennweite gegeben. Die Öffnung ist dabei egal. Hier kommt es darauf an, dass ausgedehnte Objekte wie die Andromeda GX, der Nordamerikanebel, der Cirruskomplex, die Plejaden pp unter besten Bedingengen etwa 4 Grad Ausdehnung erreichen und auch andere Objekte (Objektgruppen) einfach von etwas umgebendem Feld sehr profitieren.

Das gegebene Öffnungsverhältnis bei 107/700 ist f/6,5 und damit für alle gängigen Okulare, gerade auch für gute moderne Weitwinkelokulare sehr gut, in Richtung f/5 wird das deutlich schwieriger.
Auch zu den kleinen Brennweiten, also zur hohen Vergrößerung hin, bleibt das ein Vorteil, weil man nicht die ganz kleinen Brennweiten und komplizierte Designs benötigt.

Im Übrigen kann man an einem 4-Zöller auch bei den hohen Vergrößerungen viel eher zu Okularen mit etwas kleinerem Gesichtsfeld greifen als z.B. bei doppelter Öffnung.
Durch mehr Auflösung und Licht werden dann höhere sinnvolle Maximalvergrößerungen möglich, woraus sich bei gleicher AP (Austrittspupille) und einem durch das Okulardesign vorgegebenen Okulargesichtsfeld eine Halbierung des tatsächlich sichtbaren Feldes und eine Verdoppelung der Vergrößerung ergibt.

Du bist also von Weitfeld bis zur öffnungsbezogenen Maximalvergrößerung mit so einem 4" f/6,5 APO bestens ausgestattet, da kommt so schnell nichts anderes ran was es zu kaufen gibt, denn kleine käufliche Newtons sind, bis auf spezielle Fotooptiken einfach nur schlecht gemacht, gnadenlos billig und selbst dann nicht konkurrenzfähig, wenn Du beim APO zwei Preis- und Leistungsklassen nach unten gehst.

Gute visuelle Newtons kann man für gutes Geld am 6 Zoll Öffnung bekommen, das ist dann aber eine andere Geschichte und für die an maximal 700 mm Brennweite gekoppelte Weitfeldnummer brauchts dabei schon ein sehr angespanntes Öffnungsverhältnis von f/4 mit Komakorrektor. Da muss dann die grundsätzliche Qualität und die Justage schon sehr gut sein, um nicht durch die durch das Öffnungsverhältnis bedingte, hohe Obstruktion sehr deutlich sichtbare Einbußen im Hochvergrößerungsbereich hinnehmen zu müssen.

In der Summe ist, extreme Eigenbauten mal ausgeklammert, ein guter ED-/APO-Refraktor in der Öffnungsklasse 4" schon das Mittel der Wahl, wenn man Weitfeld und Hochvergrößerung im Rahmen der Öffnung will.

Ob es für rein visuelle Zwecke genau der angedachte Refraktor sein muss oder darf, oder ob Du Dich zunächst mal im Kontakt zu aktiven Beobachtern hinterfragst und verschiedene Gerätschaften auf ihre Eignung für Deine Ziele durch Beobachtung prüfst, kannst nur Du entscheiden.

Gruß
Günther

 
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#13
Hallo Michael,

die frühen 107er aus 2012 waren nach meiner Erfahrung sehr gute Geräte.
Und wenn die Objektiv gut zentriert ist, dann hättest Du einen sehr guten Apo der Dir auch in ein paar Jahren - selbst wenn Du eine größere Optik daneben einsetzt - noch sehr viel Freude bereiten wird. Der 3" OAZ stört nicht bei der visuellen Beobachtung. Er gleicht einen Teil des Objektivgewichts eher aus.

Ich schließe mich den Befürwortern für dieses Teleskop gerne an.

Es gibt sehr schöne Selbstbauten auch an Alt-Az-Montierungen. Und wenn Deine Drehbank es von der Spitzenhöhe und Spitzenweite hergibt, hast Du schon gute Vorrausetzungen, um Dir günstig eine solche Montierung zu bauen.

CS,
Gerrit
 
#14
Hallo Michael,

ich habe eines der ersten dieser sehr guten Geräte neu gekauft und bis vor 2 Jahren besessen. Ich hatte mich für dieses Gerät entschieden, da es die beste, halbwegs erschwingliche Optik war, die visuell auf eine Vixen GP Montierung passt. Ich habe sehr schöne Planetenbeobachtungen gemacht und auch die klassischen Messierobjekte sind damit sehr gut machbar. Gegenüber einem Newton ist der Einblick von hinten sehr viel angenehmer(parallaktisch montiert) und im Sitzen beobachten ist viel wert.

Der hervorragende Okularauszug ist auch für visuell eine tolle Sache, da z.B. das Baader Mark V Bino mit Okularen auch schon sehr schwer ist und einen stabiler Auszug notwendig macht.

Später habe ich dann mit dem APM angefangen Fotos zu machen, als Einstiegsgerät auch hier sehr gut geeignet.


Auch wenn es nicht mein erstes und auch nicht mein letztes Teleskop war, war ich mit dem APM immer sehr zufrieden. Einen kleinen Nachteil gibt's: Das Ding ist eine Einstiegsdroge fürs APO Fieber... so war es zumindest bei mir.


CS Alex
 
#15
Hallo zusammen,

ich bedanke mich für die guten Informationen und die Beratung hier.
Ich habe also etwas das für passen könnte gefunden.

( Nur noch mal kurz weil das angesprochen wurde: Ich habe mich nicht auf genau diesen APO "fixiert". Das war eher andersrum: Ich habe über Google nach guten gebrauchten gesucht, diesen hier gefunden, und das zum Anlass genommen bei euch nachzufragen.

Das Problem jetzt: Ich kann mit dem Anbieter nicht in Kontakt treten, da ich als "Newbee" keine PM schicken kann. (email hat er nicht angegeben)

Wäre jemand von euch so freundlich und gibt qtrem mal einen Tipp?

Grüße Michael
 
#16
Hallo Günther,
Zitat von MootzGMS:
Gute visuelle Newtons kann man für gutes Geld am 6 Zoll Öffnung bekommen, das ist dann aber eine andere Geschichte und für die an maximal 700 mm Brennweite gekoppelte Weitfeldnummer brauchts dabei schon ein sehr angespanntes Öffnungsverhältnis von f/4 mit Komakorrektor.
kann man entschärfen, indem man trennt. Für Weitfeld nimmt man einen 150/750 oder einen 130/650, jeweils mit 2"-Auszug und passendem Fangspiegel. Das gibt beim Einsatz eines entsprechenden Super- oder Ultraweitwinkelokulars genügend wahres Gesichtsfeld, um den Cirrusnebel noch komplett sehen zu können. Der 130/650 PDS kostet 229 Euro, der 150/750 mit einfacher Geschwindigkeit liegt bei 249 und der 150/750 PDS bei 309 Euro. Die Obstruktion liegt mit bis zu 36 % recht hoch, aber wenn man keine Planeten- oder sonstige Hochvergrößerungsarbeit damit durchführt, stört das nicht weiter.

Für Planeten und Mond kommt dann ein 150/1200 zum Einsatz, jetzt mit Auslegung für 1,25"-Zubehör. Das gibt bei vernünftiger Justage (Laser reicht völlig) ein sehr gutes Bild, wie meine Vereinskollegen am Freitag feststellen konnten. Das Ding kostet 249 € und hat 25 % Obstruktion, was auch am Planeten nicht mehr stört.

Und nun kann man mal die Preise von Richfielder und Planeteninstrument addieren und dann mit dem des Apochromaten vergleichen ...

Grüße

fquadrat

PS
Die Qualität der schnellen Newtons von Skywatcher kenne ich nicht, sie scheint aber nicht schlecht zu sein, da sich kaum jemand darüber beklagt und der 130/650-PDS ein beliebtes Weitfeldteleskop ist.

 
#17
Zitat von mhoff:
Hallo zusammen,

ich bedanke mich für die guten Informationen und die Beratung hier.
Ich habe also etwas das für passen könnte gefunden.

( Nur noch mal kurz weil das angesprochen wurde: Ich habe mich nicht auf genau diesen APO "fixiert". Das war eher andersrum: Ich habe über Google nach guten gebrauchten gesucht, diesen hier gefunden, und das zum Anlass genommen bei euch nachzufragen.

Das Problem jetzt: Ich kann mit dem Anbieter nicht in Kontakt treten, da ich als "Newbee" keine PM schicken kann. (email hat er nicht angegeben)

Wäre jemand von euch so freundlich und gibt qtrem mal einen Tipp?

Grüße Michael


Hallo Michael,

Grüße aus Wien !! Ich bin dann aufmerksam gemacht worden von Astrokiollegen über deine Interesse an meiner APO 107.

Ich melde mich dann bei dir.. deine Email habe ich, steht ja bei Dir im Profil !!

LG

Martin



PS! Meine Emailadresse steht auch bei mir im Profil.. und ist zugänglich für alle die hier angemeldet sind !!

 
#18
Hallo Michael,

Email sollte nun bei dir im BOX sein.. melde dich wenn du weiterhin ans APO interesse haben solltest via Email !!

CS

Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
#19
Hallo Michael,

es gilt der erste Hauptsatz der Astroberatung: Jedes Instrument hat seinen Himmel. Hier konkret: Wenn du Lust hast auf atemberaubende Anblicke von Kugelsternhaufen oder schwachen Galaxien (für mich essenziell wichtig) dann sind 1200 Euro für 4 Zoll Öffnung herausgeschmissenes Geld. Für Planeten und Gasnebel (ggf mit Filter) sowie offene Sternhaufen ist das Gerät eher geeignet.

Beispiele: M 13, der als prächtigster Kugelsternhaufen des Nordhimmels gilt, ist mit der von dir anvisierten Öffnung nur am Rand aufzulösen. Acht Zoll Dobsons zeigen da viel viel mehr. Der Nordamerika Nebel dagegen passt nicht recht ins Gesichtsfeld des Achtzöllers, da wirst du mit dem Apo unter dunklem Himmel und mit gutem Filter einen schöneren Anblick haben, da er durch seine kürzere Brennweite mehr Feld zeigt. Nur damit du weißt was dich erwartet.


VG Klaus
 

Neustes Astronomie Foto

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