Hallo,
zum Messiermarathon am 20.3/21.3.04 hatte ich mir das TS22x100 zum Testen kommen lassen. Der erste Eindruck war gut. Das Fernglas liegt gut verpackt in einer Steropurform, die nochmals in einem Stoffkoffer eingebettet ist. Beim Herausnehmen merkt man dann doch, daß es sich um ein Großfernglas mit entsprechendem Gewicht handelt. Die Waage zeigte 3800g an. Beide Öffnungen sind durch entsprechende Abdeckkappen geschützt. 100mm Linsendurchmesser sind schon enorm. Die Vergütung der Linsen zeigt die typisch violett-grüne Farbe. Das Glas hat eine Zentralfokussierung , die sich spielfrei bewegen ließ. Eine Okularseite hat eine zusätzlichen Dioptrienausgleich. Da ich das Glas bereits 14 Tage vor dem Marathon bekam wurde das Glas zunächst am Mond ausprobiert. Ein unwahrscheinlich helles Bild mit enormer Blendwirkung. Hat man sich aber daran gewöhnt ist der Anblick schon gewaltig. Das Bild ist scharf und kontrastreich. Farberscheinungen am Mondrand werden deutlich wahrgenommen, auch an Jupiter und Saturn. Tagbeobachtungen zeigten ebenfalls ein helles und kontrastreiches Bild. Um so entäuschter war ich bei Beobachtungen an Sternen. Das Glas war meiner Ansicht nach etwas dejustiert. Ein Scharfstellen selbst in Bildfeldmitte war nicht möglich, geschweige dann am Bildfeldrand. Beim Fokussieren ergaben sich am Stern immer kleine Doppelbilder. Diese Dejustage machte sich aber am Tage und an flächenhaften Objekten komischerweise nicht bemerkbar. Am Stern zeigt sich eben doch die exakte Justage eines Glases. Das Gesichtsfeld läßt sich sehr schön überblicken mit einem respektablen Augenabstand. (Ich bin allerding kein Brillenträger.)Die Befestigungsmöglichkeit mit dem vorhandenen Stativadapter erweist sich als ausreichend. Wegen der Dejustage schickte ich das Glas an den Händler zurück.
Da ich den Marathon mit einem Großfernglas angehen wollte, probierte ich das APM 25x100. Verpackung des Glases sehr gut in einem ansprechendem Alu-Koffer. Gewicht größer als das TS. Ich schätze mal ca. 1kg. Design des Glases besser als TS. Liegt in der Hand griffiger durch äußere Lederimitatbeschichtung. Beim TS Farbbeschichtung. Linsen weisen die selbe Vergütung auf, ebenfalls an beiden Öffnungen Abdeckkappen. Stativadapter identisch. Das Gesichtsfeld etwas kleiner als beim TS, aber ausreichend.Augenabstand ebenfalls angenehm. Wimpern kommen nicht mit den Okularen in Kontakt. Beim APM fehlen gegenüber dem TS die Gummikappen gegen seitliches Streulicht.Keine Zentralfokussierung, jedes Okular wird einzeln fokussiert. Der Anblick der Sterne, Sternhaufen und Nebel waren exellent. In Bildfeldmitte punktförmige Sterne, erst am äußeren Bildfeldrand waren die Sterne andeutungsweise als Striche erkennbar. Orionnebel wunderschöner Anblick, Trapezsterne eindeutig erkennbar.Ebenso die Nebelgebiete. Faszinierender Anblick waren M36,M37,M38 im Fuhrmann. Wunderschöne Auflösung in Einzelsterne. Jeder einzelne Sternhaufen liegt ideal im Gesichtsfeld.Zur Befestigung ist ein stabileres Stativ nötig. Das APM hat mich überzeugt. Ein gut justiertes TS 22x100 ist durch das größere Gesichtsfeld bestimmt noch besser. Allerdings ist die 25 fache Vergrößerung beim APM nicht zu verachten.
Das leidige Problem aller Großferngläser ist aber die optimale Befestigung auf dem Stativ. Ohne entsprechende Fernglasmontierung ist entspanntes Beobachten besonders in Zenithöhe nicht möglich. Und das sind für den Besitzer Zusatzkosten, die nicht unerheblich sind.
Ein letzter Hinweis, unbedingt vor dem Kauf testen und mit dem Händler eine Rückgabevereinbarung abschließen.
Gruß Reinhard