APM Hi-Fw 12.5 Okulare Test

praktikant

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Hallo, ich will hier mal einen kurzen Test von meiner Neuerwerbung einstellen, dem Hi-Fw Okular von APM.
Ausprobiert habe ich die Okulare an einem APM 100/90° ED Apo Bino, meinem Takahashi FS60 und an meinem LZOS 152f8. Erstmal die Daten und Zahlen: Ein Okular wiegt stattliche 550 Gramm und hat 1,25 und 2 Zoll Steckhülsen und 1,25 Zoll Filtergewinde. Die Augenmuscheln sind aus angenehm weichem Gummi, der klassisch umklappbar ist. Nicht so fancy wie bei bekannten Televue Okularen aber funktioniert. Der Okularkörper ist sauber gearbeitet, die Hülsen sind ordentlich geschwärzt, also mechanisch keine Ausreiser. Das Gewicht ist am Bino schon ordentlich aber beherrschbar, die Zentralarmmontierung hält das Ensemble ohne Probleme.
Die optischen Daten sind mit 12,5mm Brennweite und 84 Grad scheinbarem Gesichtsfeld dem des Televue Nagler T4 12mm mit 82 Grad sehr ähnlich. Da ich beide Okulare habe gebe ich auch immer den direkten Vergleich an den Refraktoren, am Bino komme ich mit dem T4 nicht in den Fokus.

APM 100 ED Bino: Das Hi-Fw lässt sich gut fokussieren und ist schlank genug damit ich es ohne Probleme binokular verwenden kann. Beim ersten Einblick am Tag fiel mir gleich ein Gelbstich im Okular auf, ich dachte ohje das ist nicht gut. Dieser Effekt verschwindet aber sobald man die korrekte Einblickposition gefunden hat. Diese liegt nach Herstellerangabe 23mm außerhalb der Augenlinse. Ich habe eine Brille und musste wenig überraschend die Augenmuscheln umstülpen um das gesamte Feld überblicken zu können. Ohne Brille ist es aber auch besser die Gummis umgeklappt zu lassen, sonst muss ich zu sehr mit den Augen dagegen drücken. Insgesamt ist der Einblick angenehm für ein Weitwinkelokular, aber unruhiger und empfindlicher als mit Okularen der 65 Grad Klasse. Die Randschärfe ist sehr gut an dem schnellen Bino (f5,5) und die Abbildung ist nicht spürbar verzerrt. Wer häufiger am Tag mit dem Bino beobachtet wird sich vermutlich an dem beschriebenen Gelbstich stören, der bei nicht ganz korrektem Einblick auftritt. Kidney-Bean Effekt ist für mich kein Problem mit dem Hi-Fw. Die neuen Okulare sind für mich erste Wahl für offene Sternhaufen, h&chi ist ne Wucht.
Am 6 Zoll F8 Apo ist das Okular ebenso randscharf und am Mond kann ich (bei korrektem Einblick!) keine verfälschte Farbe wahrnehmen. Der Farbendruck und die Feldschärfe unterscheidet sich nicht vom 12er T4. Vom Einblick her gefällt mir das APM Okular etwas besser aber es ist ebenfalls ein sehr ähnliches Niveau, der Kideny-Bean Effekt ist am Nagler aber deutlicher und es verzeichnet auch etwas mehr. Monokular ist der Einblick noch einiges entspannter als am Bino. Das Gewicht spielt an einem großen Refraktor mit ordentlichem Auszug keine Rolle.
Am kleinen Tak ist das Hi-Fw eigentlich zu groß und zu schwer aber erzielt eine sehr gute optische Performance, im Vergleicht zum T4 merkt man dass sich die neuen Okulare an schnellen Optiken besser machen. Das Nagler verzeichnet hier deutlich mehr als das Hi-Fw und ist am Rand auch nicht ganz so scharf. Ungünstig ist wie gesagt das Gewicht des Okulars, das den primitiven Auszug des kleinen Tak ordentlich fordert und das Setup auf einem Fotostativ sehr hecklastig macht.

Der Kontrast war an allen Geräten hervorragend und gleichauf mit dem T4, es sind mir keine Reflexionen oder sonstige Ausreißer aufgefallen. Insgesamt gefällt mir das Hi-Fw sehr gut und es ist im Vergleich zum T4 bzw zum Docter UWA sicher sehr preiswert dafür aber vermutlich nicht so wertstabil. Ein direkter Vergleich mit den Docter Okularen werde ich mal auf einem Teleskoptreffen versuchen, wenn ich dazu komme, wäre sicher interessant. Das Hi-Fw ist besonders für schnelle Optiken empfehlenswert und für Beobachter die einen angenehmen Einblick maximalem Sehfeld vorziehen aber denen die 65 Grad Klasse zu eng ist. Auch für Brillenträger eine klare Empfehlung. Für langsame Optiken reichen mir persönlich meine Panoptik Okulare an Feldschärfe aus und sie sind nochmal angenehmer im Einblick.
 

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b_schaefer

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Vielen Dank für den ausführlichen Bericht! Auf das Okular werden ja einige Hoffnungen gelegt, die Eckdaten eines Docter/Noblex zum nicht mal halben Preis klingt einfach verlockend.

Die Verzeichnung im Vergleich zum T4 Nagler würde ich nicht werten, das eine wie das andere hat Vorteile. Für das Beobachten am Tage ist aber zweifellos eine geringe rektlineare Verzeichnung angenehmer.

Die Farbverschiebung bei ungenauem Einblick ist auch eine interessante Sache. Der unproblematische Einblick bei den Docter/Noblex-Okularen wird oft gelobt, aber ich brauchte da auch erstmal eine Gewöhnhngsphase. So eine konkrete Benennung der Effekte bei ungenauem Einblick kann ich aber nicht liefern.

Jedenfalls sag mal Bescheid, wenn Du zu einem Treffen fährst, dann bringe ich die Vorbilder aus Eisfeld mit.

Viele Grüße,
Sebastian
 

praktikant

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Hallo Sebastian,

Eisfeld ist ja nicht weit, ich komme aus Kronach. Wenn das Wetter wieder mal etwas besser wird ergibt sich da ja vielleicht was. Grüße Alex
 
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