Erfahrungen mit dem Hofheim-Dobson
Hallo!
Ich möchte diesen sehr informativen Thread nutzen und auch meine Erfahrungen zum Hofheim Dobson zum Besten geben:
Optik:
Die opt. Leistung ist hervorragend. Sowohl DeepSky- als auch Mond- und Planetenbeobachtungen machen Spass! Da kann ich nichts beanstanden. Auch bei höheren Vergrößerungen (AP 0,7 mm) ist die Optik knackig und kontrastreich. Das Limit ist daher meistens das Seeing.
Die Anti-Streulicht-Hülle aus Stoff sollte man immer benutzen – dann ist man auf der Sicheren Seite (wie der Name schon sagt…).
Bei F/4 ist Koma am Rand (bei niedrigen Vergrößerungen) natürlich sichtbar aber ich war doch überrascht, wie wenig es mich stört. Wenn ich mit dem 16er Nagler oder dem 22er LVW (AP 5,5 mm) beobachte, nutze ich aber dennoch meistens den Hofheim Koma Korrektor. Der Effekt ist eindeutig sichtbar, das Bild wird ästhetischer. Die Korrektur am Rand wird viel besser. Einen negativen Effekt auf der Achse konnte ich nicht sehen.
Mechanik:
Ein kompletter 8 Zöller, der nur 8 kg wiegt und in der winzigen Kiste (31cmx32cmx20cm) verschwindet, ist schon ziemlich genial: hochtransportabel und trotzdem volle 8“ Öffnung!
Der Zusammenbau geht recht schnell und ohne Werkzeug, wobei man beim Festklemmen der „Zollstöcke“ in der Spiegelbox darauf achten muss, das sie richtig auf den entsprechenden Zapfen sitzen bevor man sie festklemmt. Wenn man das mit zuviel Gewalt macht, hat man die Klemmung in der Hand… Das ist mir am Anfang einmal passiert. Ist aber kein Problem, denn mit etwas Holzleim kann man das richten. Seitdem ist Ruhe!
Die Nachführung (Teflon und Ebony) funktioniert ruckfrei. Bei schweren Okularen muss man die Rockerbox zusätzlich beschweren und/oder das Friktionssystem benutzen.
Die Fangspiegelhalterung (incl. Spinne) ist stabil genug und praxistauglich.
Der Rotationsauszug ist sehr hochwertig verarbeitet, ebenso wie das Reduzierstück auf 1 ¼“.
Die Einblickhöhe ist ziemlich niedrig. Ich nutze den Astro „Stuhl“ von Hofheim, ein sehr kompakter aber stabiler Campig-Hocker. Der ist niedrig und man kann ihn mit einer Hand umsetzen, wenn man die Sitzposition verändert. Man hüpft sozusagen ums Teleskop…
Justierung:
F/4 erfordert natürlich eine anständige Justierung, die ich mit dem ICS Collimaster realisiere. Die Justierschrauben an Haupt- und Fangspiegel sind einfach zu bedienen, so dass es auch im Dunkeln schnell geht. Dann noch schnell die Endkontrolle am Stern – fertig! (der Collimaster ist übrigens sehr präzise, so dass Nachjustieren nur selten nötig ist).
Fazit:
Trotz des schnellen Öffnungsverhältnisses ist der Hofheim Reise Dobson ein praxisgerechtes, kompaktes Teleskop, dass man oft nutzen kann (nicht nur auf Reisen)!
Ich würd´s auf jeden Fall wieder kaufen! Nicht zuletzt wegen des freundlichen Services von Herrn Tennigkeit.
Neben dem 8“ Hofheim Dobson beobachte ich übrigens noch mit einem perfekten 8“ F/6 Dobson (der aufgrund des Gewichts aber immer öfter ungenutzt bleibt) und einem Tak. FS60-C (solo oder als H-alpha Teleskop mit Coronado SM40 Filter).
Gruß
Matthias