Apo vs Newton

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Hallo Gerrit,

Mit etwas fachlicher Expertise und handwerklichem Geschick, läßt sich auch für einen Newton aus Fernost ein ordentliches Gewand fertigen. Nur ist es so, wie Du sagst: Da kommen dann noch mindestens 800 Euro drauf, wenn man nicht gerade den Schuhkarton durch Baumarktsubstanzen austauscht. Letzteres wäre günstiger, muß auch nicht weniger schick aussehen.

ja kann man sicherlich, wobei so ein getunter Newton auf Basis eines China bzw. Taiwanproduktes dann noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist das vorstellbar wäre.
Man kann auch schon allein für die Optik also HS und FS richtig Geld lassen.
Ein HS von Zambuto zb. oder ein FS von Antares in höchster Qualität.

http://www.apm-telescopes.de/de/opt...to-carl-parabolspiegel-8-f-4.5-aufwaerts.html
http://www.antaresoptics.com/Products.html

Da können bei 8“ schon mal fast 2000€ zusammenkommen nur für beide Spiegel.
Und mit exklusivem Tubus, CNC gefräster HS Zelle, Rotations- Rohrschellen CNC gefräst und kugelgelagert und was weiß ich.
Komakorrektor von ASA
https://www.teleskop-express.de/sho...n-Koma-Korrektor-0-95x---50mm-korr--Feld.html

Da kann man problemlos den Preis eines APOs mit 120 bis 150mm Öffnung erreichen.
Je nachdem mit was man vergleicht.
Ob man das nun braucht sei mal dahingestellt.
Was ich deutlich machen will ist das auch ein Newton richtig teuer sein kann und hier ging es ja um die provokante Frage APO versus Newton und es wurde auf den hohen Preis des APOs verwiesen.

Und da du Selbstbau und Tuningmaßnahmen ansprichst.
Ich finde es sehr schade das es bei APOs da kaum Angebote für einzelne Objektive gibt, so das man sich nur dieses kauft und den Rest selber baut.
Oder noch ein Schritt weiter einen Satz zum selber schleifen wie es ihn mal von Busch gab.
http://www.wolfgangbusch.eu/Seiten/hab.html

Ein wesentlicher Kostenvorteil beim Newton resultiert ja aus dem Selbstbau und den vielen Arbeitsstunden die man da reinsteckt ohne sie in der Kostenrechnung zu berücksichtigen.
Beim APO muss man in der Regel alles fix und fertig kaufen und damit auch jede Arbeitsstunde die da darin steckt teuer bezahlen.

Grüße Gerd
 
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Hallo Kolja,


Ich formulier das mal um: wird man für 400.- auf der APO Seite soviel Öffnung und günstiges Öffnungsverhältnis bekommen wie bei den Newtons (abseits allen CNC gefrästem NiceToHaves)?
Wahrscheinlich nicht.
Oder kann man den Vergleich auf der Ebene auch nicht ziehen?

also zum einen kostet ja schon allein der Komakorrektor für den Newton 400€ und mehr, je nach Modell und zum anderen kommt es auf die Öffnung an.
Natürlich laufen die Preise bei APOs mit größeren Öffnungen völlig aus dem Ruder aber betrachtet man kleine bis mittlere Öffnungen dann ist der APO bei fairen Vergleich mit allem Drum und Dran also Komakorrektor bzw. Flattener berücksichtigt, gleichwertiger OAZ, gleichwertiger Tubus usw. nicht zwangsläufig teurer als ein Newton mit gleicher Öffnung.
Vor allem wenn man nicht die nominelle sondern die bezüglich Lichtmenge effektive Öffnung betrachtet.

Um wieder auf den Vergleich bei den Teleskopen zurück zu kommen, auch gerne EdelNewton vs Billig GSO Newton: seht ihr den Unterschied im Bild? (nicht auf der PixelPeep Ebene)

Also es ist ja Hobby und das soll Spaß machen.
Da zählt keine nüchterne Kosten-Nutzen Rechnung, wenn du die bestmöglichen Bilder zum kleinstmöglichen Preis bekommen willst dann lass das Fotografihren ganz und lade dir ein paar Hubble Bilder aus dem Netz.
Das kommt am billigsten.

Es zählt beim Hobby nicht nur das Endergebnis sondern den Spaß an der Sache hat man doch letztlich auf dem Weg dahin.
Und da macht es schlicht und ergreifend mehr Spaß an einem Feather Touch Auszug zu drehen als an einem der Marke Wackel Dackel auch wenn man dann am Bild am Ende nicht erkennen kann welcher OAZ denn nun zum Einsatz kam.
Und das gilt prinzipiell für sämtliche Komponenten der Ausrüstung.
Wer nichts anderes kennt der mag auch mit weniger wertigem zufrieden sein und seinen Spaß haben und letztlich dann unterm Stich mit entsprechenden Mühen ordentliche Ergebnisse vorweisen können.
Wer richtig Hochwertiges kennengelernt hat der weiß aber das es einfach ein ganz anderes Arbeiten ist und das Hochwertiges eben doch noch mal mehr Spaß macht.
Und um den Spaß an der Sache geht es ja letztlich immer bei einem Hobby.
Ob einem dann die höherwertige Ausrüstung immer den Preis wert ist seht noch mal auf einem anderen Blatt.
Das muss man von Fall zu Fall entscheiden.

Ich habe mir zb. jetzt mal ein Berlebach Stativ gegönnt.
An den Bildern sehe ich nicht ob ich das olle China Stativ oder das Berlebach drunter habe.
Es macht mir mit dem Berlebach aber einfach mehr Spaß und darum bereue ich keinen Cent den ich für das Berlebach ausgegeben habe.
Ganz im Gegenteil es freut mich jedes mal das ich es habe und das ist letztlich das was wirklich zählt bei einem Hobby.

Grüße Gerd
 
Zitat von Gerd_Duering:
Hallo Gerrit,

Mit etwas fachlicher Expertise und handwerklichem Geschick, läßt sich auch für einen Newton aus Fernost ein ordentliches Gewand fertigen. Nur ist es so, wie Du sagst: Da kommen dann noch mindestens 800 Euro drauf, wenn man nicht gerade den Schuhkarton durch Baumarktsubstanzen austauscht. Letzteres wäre günstiger, muß auch nicht weniger schick aussehen.

ja kann man sicherlich, wobei so ein getunter Newton auf Basis eines China bzw. Taiwanproduktes dann noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist das vorstellbar wäre.
Man kann auch schon allein für die Optik also HS und FS richtig Geld lassen.
Ein HS von Zambuto zb. oder ein FS von Antares in höchster Qualität.

http://www.apm-telescopes.de/de/opt...to-carl-parabolspiegel-8-f-4.5-aufwaerts.html
http://www.antaresoptics.com/Products.html

Da können bei 8“ schon mal fast 2000€ zusammenkommen nur für beide Spiegel.
Und mit exklusivem Tubus, CNC gefräster HS Zelle, Rotations- Rohrschellen CNC gefräst und kugelgelagert und was weiß ich.
Komakorrektor von ASA
https://www.teleskop-express.de/sho...n-Koma-Korrektor-0-95x---50mm-korr--Feld.html

Da kann man problemlos den Preis eines APOs mit 120 bis 150mm Öffnung erreichen.
Je nachdem mit was man vergleicht.
Ob man das nun braucht sei mal dahingestellt.
Was ich deutlich machen will ist das auch ein Newton richtig teuer sein kann und hier ging es ja um die provokante Frage APO versus Newton und es wurde auf den hohen Preis des APOs verwiesen.

Und da du Selbstbau und Tuningmaßnahmen ansprichst.
Ich finde es sehr schade das es bei APOs da kaum Angebote für einzelne Objektive gibt, so das man sich nur dieses kauft und den Rest selber baut.
Oder noch ein Schritt weiter einen Satz zum selber schleifen wie es ihn mal von Busch gab.
http://www.wolfgangbusch.eu/Seiten/hab.html

Ein wesentlicher Kostenvorteil beim Newton resultiert ja aus dem Selbstbau und den vielen Arbeitsstunden die man da reinsteckt ohne sie in der Kostenrechnung zu berücksichtigen.
Beim APO muss man in der Regel alles fix und fertig kaufen und damit auch jede Arbeitsstunde die da darin steckt teuer bezahlen.

Grüße Gerd

HAllo Gerd,

War doch garnicht so schwer.
Du scheinst verstanden zu haben, worum es mir ging.
Herzlichen Dank!
CS
Gerrit
 
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Hallo zusammen,

vielen Dank für euren regen Input zu meinem provokativen Themenstart,
es kamen doch recht zahlreiche Blickwinkel zu dem Thema zusammen, vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen Anfänger (so wie mir) abzuwägen in mehr oder weniger Qualität zu investieren, und ob man Bastelei scheut, oder eben nicht, und welches Fernrohrsystem generell besser für die eigene Fotografie geeignet ist.
Das ganze Thema ist doch sehr komplex und bei der Fülle an Möglichkeiten (und Kosten) hier nachts den Himmel zu fotografieren tauchen zwangsläufig jede Menge fragen zu den Tauglichkeiten der verschiedenen Systeme auf.
Von daher ist der Erfahrungsschatz der Fortgeschrittenen so wichtig für Neulinge.

Momentan fahre ich mit dem Blecheimer von der Stange ganz gut, und es war noch kein Aufreger zur Mechanik oder zur finalen Bildqualität dabei.
Beim Stöbern durch Astrobin habe ich aber natürlich Bilder von Fortgeschrittenen wie euch gesehen die zeigen wie viel mehr da noch möglich ist und von daher ist das eine niemals endende Lernkurve und wie Gerd schrieb, der Weg ist wahrscheinlich auch das Ziel....

Ich wünsche euch entpannte Festtage und schon mal einen guten Start für 2018.

Viele Grüße,

Kolja
 
Hallo Kolja,

mit dieser Erfahrung bist Du ja nicht allein und letztlich hast Du ja die Wahl, wenn Dir etwas negativ auffällt, Änderungen/Tuningmaßnahmen am Teleskop vorzunehmen.
Du musst ja beim Newton (wie auch beim kleinen APO) nicht bei 400 Euro stecken bleiben oder bei 4000 Euro rauskommen, da gibt es viele Zwischenschritte.

Da es gerade nochmal zu Deinem Resümee passt will ich noch einen Fehler korrigieren der mir hier
#1315951 - 12/19/17 05:45 PM
unterlaufen ist.

Die im Original fehlende Passage ist in roter Schrift eingefügt.

Zitat von *entfernt*GMS:
Hallo Kolja,

deine Frage, gerade auch mit dem großen Öffnungs- und Auflösungsunterschied ist, wie Du an der Diskussion bemerkst....
Man kann aus einem 8" Newton keinen 10" Newton machen, man kann nur holen, was 8" Öffnung bieten und was schon in dem Teleskop an grundsätzlicher optischer Qualität steckt.
Ich habe schon sehr viel Tunings gemacht und gesehen. Niemals konnte ein superduper 6-Zöller einen gut justierten 8 Zoll Newton ähnlicher Spiegelqualität von der Stange schlagen. Ähnlich sieht das auch im Qervergleich der Überschrift aus.....
Das bedeutet für Dich, wenn Du deinen 8-Zöller lässt wie er ist und damit klar kommst, gute Fotos machst, dann hast Du immer noch einen 8-Zöller und keinen 6-Zöller und im Resultat kann ein 80mm Fernröhrchen das was Dir dieses Teleskop an Bildern ermöglicht niemals in der damit möglichen Auflösung und Qualität liefern.

Es kann andere Bilder, in anderer Qualität und Auflösung liefern und es wäre m.E. fatal unsinnig, das als besser oder schlechter zu werten......

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Kolja,

ein absolut wesentlicher Punkt bei der Astrofotografie ist die mechanische Stabilität des Teleskops (und natürlich die der Montierung).
Bei einer relativ leichten DSLR ist das alles kein Problem. Das schafft auch ein dünner Netwon Tubus mit China-OAZ. Auch die Bildausleuchtung kriegt dieser noch hin. Schön justiert und gut nachgeführt liefert so eine Kombi schöne Bilder. Komakorrektor vorausgersetzt.
Hab ich alles hinter mir.

Nun kommt irgendwann die Zeit, wo die Ansprüche wachsen und der Kamerachip größer werden soll. Dann fangen die Probleme an:
Großer Chip = großer OAG = großes Filterrad = große Kamera = großes Gewicht. In meinem Fall 5kg.
Das schafft ein normaler Newton mechanisch auf gar keinen Fall. Da verbiegt es Dir alles.
Nun kommt man auch drauf, warum ein fotooptimierter Newton, der dann gerne als "Astrograf" betitelt wird, plötzlich Unsummen kostet, obwohl es im Grunde auch nur ein Newton mit einem großen Fangspiegel ist. Knackpunkt ist der vergleichsweise riesige Korrektor, damit ein großer Chip auch korrigiert belichet und ausgeleuchtet werden kann. Dazu kommt ein dicker Tubus und ein riesenhafter OAZ. Bezüglich der Abbildung ist es dann halt auch nur ein Newton.

Im Gegensatz dazu sind größere Apos ab 130mm zwar sauteuer, aber die Abbildungsleistung auf dem Chip ist eben Apo-like.
Schau Dir einfach mal Rohbilder im Vergleich an.
In der Fotografie ist die Öffnung nicht besonders wichtig. Auch die "Schnelligkeit" wird prinzipiell überbewertet. Je schneller, desto mehr Probleme (Fokussierung usw.)
So ein f/7 Apo ist eine absolut relaxte Sache.
Bei der Verwendung einer s/w Kamera spielen beim APO auch eventuell vorhandene Restfarbfehler keine Rolle. Begründung: Pro Nacht wird (bei mir zumindest) sowieso nur ein Filter belichtet - alles andere bringt nicht die erforderliche Tiefe, wenn man einen gewissen Anspruch hat.
Nachfokussieren muss man sowieso immer mal wieder. Ob es nun von der wechselnden Temperatur oder von etwas anderem kommt.

Mein Tipp aus der eigenen Praxis daher:
Kleine DSLR + Newton: Funktioniert prima und schont den Geldbeutel. Das Gesamtsystem ist aber prinzipbedingt in seinen Möglichkeiten begrenzt.

Hochwertiger APO + s/w Cam + Filterrad = Fotoausrüstung quasi ohne Limit mit hervorragender Abbildung.

Mir kommt übrigens kein Spiegel mehr ins Haus.
(Hatte schon alles mehrfach: Newtons, RC's, Maksutovs...)

PS: Am besten schreibst Du mal ein paar Astrofotografen an, schaust, was die so im Vergleich machen und fragst, was die an Zeug verwenden. Visuell und astrofotografisch gibts riesige Unterschiede und völlig andere Prioritäten. Mach Dich nicht mit Berechnungen verrückt - in der Praxis gibts andere Probleme.
Halte Dich an Leute, die ansprechende Foto-Ergebnisse bringen. Die wissen, wie es geht und was funktioniert.

Grüße
Rolf
 
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hallo,

habe den Thread nicht durchgelesen, kann aber vielleicht auch was beitragen:

als Anwender und Liebhaber von sowohl Apos als auch Newtons meine ich, jedes Instrument hat seine Objekte wofür es gut geeignet ist. Kleine Brennweiten, große Felder - das ist die Domäne der Apos, und große Brennweiten und hohe Auflösung die der Newtons. Jetzt mal generell gesprochen.

Heute gibt es kleine leichte Kameras mit kleinen Pixeln, die mechanisch weniger Ansprüche ans Teleskop stellen, aber ziemlich gute Ergebnisse liefern. Auch die früher üblichen langen Einzelaufnahmen, wie 30min für Schmalband, sind mit diesen Kameras nicht mehr nötig. Das hilft sehr, Flexibilitäten und Nachführprobleme wirken sich dann nicht so stark aus.

Man hat heute als Einsteiger recht gute Möglichkeiten, sowohl was Hard als auch Software betrifft, und kann gesteckte Ziele eher erreichen als es früher möglich war. Von daher sind es goldene Zeiten für uns Amateure.

lg Tommy
 
Hallo,

Verständnisfrage eines Nichtfotografen an Rolf: warum braucht es beim Einsatz von Filtern überhaupt einen Apo? Sind die Filter nicht eng genug damit es auch beim, sagen wir, 80mm f/7 Fraunhofer keine Restfarbe gibt?

VG
Klaus

 
Hallo Klaus und @all

ich habs noch nicht probiert - aber, da gebe ich Dir Recht: Es sollte bei Schmalband funktionieren.
Es kommt nun darauf an, wie groß Dein Chip ist und ob es für einen FH dann den passenden Flattener gibt.
Ist der Chip klein genug, kommt man eventuell ohne aus.

Mein Chip ist vergleichsweise groß (52mm Diagonale). Da wirds mit Zubehör-Flatteneren vermutlich knapp.
Das ist der eigentliche Grund, weshalb ich einen APO nutze: Für diesen gibts vom gleichen Hersteller passend gerechnete Flattener, die Mittelformat ausleuchten und ihrem Namen auch gerecht werden.
Die Optik des Apos bräuchte ich als überwiegender Schmalbandfotograf nicht unbedingt, aber das für mich wichtige Drumherum (ultrastabiler OAZ und Tubus, passender Flattener) ist halt in diesem Paket in optimaler Weise erhältlich.

Wie oben geschrieben: Bei kleiner Kamera ohne großem Filterrad kann man fast jedes beliebige Instrument nutzen.

Ich bin ein gebranntes Kind und habe sehr viel Lehrgeld bezahlt. Darum bin ich jetzt bei einer für mich 100% funktionierenden ********* angelangt.

Natürlich hat jeder Astrofotograf irgendwann "seine" Ausrüstung beisammen und diese sieht wahrscheinlich bei keinem anderen gleich aus.
Wie gesagt: Gerade mit Spiegeln habe ich persönlich eher negative Erfahrungen gemacht, was aber nur teilweise an den Instrumenten an sich lag. Da ich Balkonfotograf mitten in einem dicht besiedelten Wohngebiet bin, scheidet ein großer Spiegel bei mir sowieso aus. Das Seeing habe ich hier gar nicht, um so etwas nutzen zu können.

Deshalb oben mein Tipp, in Frage kommende Astrofotografen anzuschreiben und zu fragen, was sie verwenden. Dabei auch nach dem Einsatzort fragen.

Viele Grüße
Rolf

 
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Hallo Klaus,

zu Schalbandfiltern hatte Rolf ja schon etwas geschrieben, du schreibst aber allgemein von Filtern.
Da will ich auch noch mal was dazu sagen.
Einfache RGB Filter haben eine zu große Bandbreite, da wirst du den Farbfehler eines einfachen Achromaten nicht soweit mindern können das er nicht mehr auffällt.
Das hängt aber auch sehr von der Pixelgröße des Sensors ab.
Hier wäre Binning eine sinnvolle Maßnahme um dennoch zu akzeptablen Ergebnissen zu bekommen.
Aber was ist akzeptabel?
Da gehen die Meinungen ja sehr weit auseinander.
Einige finden ja sogar Aufnahmen mit Farbsensor am sehr schnellem Achromaten akzeptabel.
Für mich wäre das nichts, ich musste da etwas schmunzeln als man mit dem extrem schellen Bresser 102 Achromaten mit N4,5 nun plötzlich meinte gute Fotos machen zu können nur weil Bresser ED in die Werbung geschrieben hatte.
Das Ding hat aber in Messungen nachgewiesen die Farbkorrektur eines ganz normalen FH mit diesen Eckdaten.

@ Rolf,

Es kommt nun darauf an, wie groß Dein Chip ist und ob es für einen FH dann den passenden Flattener gibt.

Man kann auch für einen FH handelsübliche Flattener verwenden.
Zumindest ein reiner Flattener ohne Verkürzungsfaktor wie der TS

https://www.teleskop-express.de/sho...Flattener-Korrektor-fuer-APO-Refraktoren.html

sollte auch am FH funktionieren wenn man den passenden Arbeitsabstand wählt.

Es gibt ja aber auch Achromate mit Feldkorrektur.
In der gehobenen Klasse wäre da der Vixen Neoachromat zu nennen.

http://www.apm-telescopes.de/de/tel...ten/vixen-na140ss-neo-achromat-refraktor.html

Für Schmalbandfotografie in jedem Fall eine erstklassige Lösung.
Klar er ist schon etwas teurer aber dafür kommt die Optik aus Japan, man hat einen gegenüber einem FH etwas geminderten Farbfehler und ein recht schnelles Öffnungsverhältnis.

Grüße Gerd
 
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Ich hab ja geschrieben, dass es mannigfaltige Kombinationsmöglichkeiten gibt. Die Frage ist nur: Hat jemand die Muße, um die wenigen klaren Nächte für Testaufnahmen zu verschwenden, nur um festzustellen, dass etwas NICHT funktioniert? Dann steht man wieder am Anfang, stellt fest, dass z.B. der angegebene Reducer-Abstand leider doch nicht stimmt. Dann sucht man jemanden, der einem einen Adapter dreht. Dieser passt dann nicht oder es gibt Reflexe, Verkippungen oder sonstwas. Es gibt so viele Möglichkeiten, warum etwas schiefgehen kann. Hab ich alles hinter mir!
Daher finde ich es wichtig, Wege aufzuzeigen, die definitiv funktionieren. Also Setups von Fotografen, die mit einer bestimmtenn Kombination arbeiten. Eine Möglichkeit ist es, alles aus einer Hand zu nehmen, also Teleskop und Flattener hoher Qualität aus dem selben Haus.

Frag nicht, wie lange ich gebraucht habe, um ein passendes Setup zu finden.
Was in den Datenblättern steht, ist ja ganz nett, aber mit der Praxis muss das nicht unbedingt etwas zu tun haben. Versprochen wird viel...
Wenn es klappt und passt, ist es super - aber wehe, falls nicht.

Gut, wer sich auf die Datenblätter oder Theorie verlässt, der wird halt den steinigen Weg gehen, wie viel zuvor auch ...
Für das Geld, was bei den ganzen Versuchen verbraten wurde, hätte man sich auch gleich was Gescheites kaufen können.
Will bloß keiner hören :-)

Grüße
Rolf
 
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Hallo Rolf,

genauso ist es.

"Für das Geld, was bei den ganzen Versuchen verbraten wurde, hätte man sich auch gleich was Gescheites kaufen können.
Will bloß keiner hören :-)"

"Frag nicht, wie lange ich gebraucht habe, um ein passendes Setup zu finden."

Wir müssen aber auch dazu sagen, daß wir zu einer Zeit angefangen haben, als
es kaum erreichbare Lösungen im unteren Preissegment gab. Versprochen wurde viel, gehalten wenig.

Für den Einstieg gibt es aber mittlerweile günstige Lösungen im Brennweitensegment unterhalb 1000 mm. Die auch funktionieren. Oder Montierungen die auch gut arbeiten sind mittlerweile in ein Preissegment unterhalb 2000 Euro gerutscht.

Tommy zeigt ja, was möglich ist. Schaut Euch mal seine Ergebnisse an. Da sind nicht nur Bilder dabei, die durch einen FSQ aufgenommen wurden. Das ist eine ziemlich gute Orientierungshilfe. Und gut beraten ist man dann auch, wenn man mal hinter die Kullissen der Bilder schaut: Im Service und vor dem Kauf.
Im Grunde fast es Tommy sehr gut zusammen.

CS,
Gerrit

 
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Hallo Gerrit,
dein Beispiel schließt leider Rolfs Aussage nicht aus.
Denn Tommy hat nun mal Zugriff auf alle erdenklichen Geräte und Zubehör.
Da lässt sich halt so einiges ausprobieren.
Aber ist schon richtig das dies als Orientierungshilfe dienen kann.
Es ist aber auch schwierig für einen Shop auf Grundlage bereits getätigter Fehler oder Fehleinkäufe Empfehlungen zu geben welche diese Fehler wieder ausbügeln.
Das ist häufig die Grundlage bei der auch hier im Forum Hilfe gesucht wird.
Dann gibt es auch immer wieder die "Glücksritter" welche einmal in ein Regal greifen und gleich die richtigen Komponenten und die Qualitativen Ausreißer nach oben erwischen.
Dies dient dann als Grundlage für Empfehlungen.
Wie gesagt, Rolf hat grundsätzlich recht mit seiner Aussage.
Dennoch bleibt dem durchschnittlich situierten Hobby Astrofotografen meist nicht mehr übrig als ins günstigere Regal zu greifen und zum Teil auf sein Glück zu hoffen.
Denn alles andere bedeutet, der Händler lässt sich auf keinen Hokus Pokus ein, nimmt das was ihm garantiert den wenigsten Ärger einbringt, und stellt das im vollen Umfang dem Kunden in Rechnung. Dann ist mit einem kleinen Apo, einer APSC Kühlkamera einer Narrensicheren GoTo Montierung und allem Zubehör ruck zuck die 10.000€ Marke geknackt.
Ja, ja ich weiss. Geht inklusive Beweisphotos diverser Astrophotographen auch deutlich billiger.
Nur wenn man das hinterfragt kommt genau das raus was Rolf schrieb.
Kaufen, probieren, forschen, messen, wieder verkaufen, neu kaufen, Tipps holen, sich sagen "ist doch eigentlich ganz OK", wieder fluchen, doch neu planen alles verkaufen, wieder neu kaufen, sich sagen das man eigentlich nur aufgerüstet hat und irgendwann mit der richtigen Kombi dann festzustellen: war doch ganicht so schwierig ;)



 
Hallo Jadran,

meine Intention war nicht, Rolf zu widersprechen. Und ich gehe davon aus, daß er das auch so verstanden hat. Falls das es ankommt, dann möchte ich das hier nochmal klarstellen. Vielmehr glaube ich erkennbar gemacht zu haben, daß sich in den letzten Jahren schon andere Möglichkeiten ergeben haben.

Und dazu gehört auch zu erwähnen, daß Tommy das Zeugs auch einsetzt, was er verkauft. Von welchem Händler oder Vertreter eines Händlers kann man das denn in der Durchgängigkeit bitte behaupten? Amazon? eBay? Selbst so mancher Fachhändler ist ohne externe Expertise überfragt.

Eben und Tommy hat auch Möglichkeiten, das Equipment vor dem Kauf auf der optischen Bank zu testen. Diese Option bieten andere Händler auch. Die Frage ist doch, ob man sich diesen Service zu nutze macht. Und auch dafür zahlt. Wann sichert man sich seine Investition ab?
Es ist nicht nur die Frage Apo vs. Newton: Sondern was man fürs Geld bekommen kann. Und dazu gehört auch der Service.

Grüße,
Gerrit
 
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Hallo Kolja,

hier noch eine praktische Überlegung:

Unser Fotograf Tommy hat hier eine ausführliche Justageanleitung für Fotonewtons verlinkt:
https://teleskop-austria.at/information/pdf/FN25010c_Photonewton_Justage_Primer.pdf

Wenn Du gewillt bist, dies öfters mal durchzuführen (vor allem bei mobilem Einsatz)und Tests der Abbildung zu machen, ist ein Newton eventuell das Richtige für Dich.

Im anderen Fall bist Du wahrscheinlich mit einem Apo besser bedient. Diesen sattelst Du einfach auf und legst los.
(Vorausgesetzt, dessen Optik ist ab Werk O.K. und der Flattener passt dazu).

Grüße
Rolf





 
Hallo Rolf,

Danke für den Link, das ist sehr schön zusammengestellt. Die Justage mache ich nach jedem Aufbau und dauert im Schnitt 2-3 Min (einfache Kollimation mit dem Laser).
Ab und zu wird mehr geprüft.

Ich fotografiere bereits mit dem Fotonewton von der Stange und bin total begeistert was man damit abbilden kann. Mechanisches Versagen hatte ich bisher nur einmal erlebt, einmal hat sich der Fokus verschoben, ob das am Spiegel oder am OAZ lag kann ich nicht sagen, ich habe es jedoch rel rasch bemerkt, da ich die Bilder über WLAN im warmen HomeOffice überwachen kann.
Ich mache mir dazu immer eine Ansicht des scharfen Anfangsbildes auf und vergleiche die eintrudelnden Frames mit diesem Bild.
Wenn die Bilder unscharf werden, der PHD Graph aber gut aussieht, hechte ich raus und fokussiere neu.
Von daher gab es noch kein „Oh Gott, Nein!“ Erlebnis beim Auswerten der Bilder.

Das geht natürlich nicht wenn man nicht von zu Hause aus fotografieren kann und mobil unterwegs ist.
Ich wohne hier auf dem Land, da sehe ich Nachts die Hand vor Augen nicht. Von daher muss ich nicht mobil sein.
Dafür habe ich die ganze Tierwelt die sich natürlich brennend für das Fernrohr interessiert (besonders Füchse, ich dachte immer die sind scheu....).

Sicher fehlt mir der Vergleich zum Apo, aber selbst wenn der mal kommen sollte haben sich die 400.- für den 8“er f4 voll gelohnt und bisher viel viel Freude gebracht. Von daher werde ich mich nicht ärgern dieses Geld als Lehrgeld bezahlt zu haben....

Mein größtes Problem hier in Bayern ist momentan: jede Nacht bewölkter Himmel, Zefix.. .

Lieber Gruß und CS

Kolja
 
Hallo Kolja,

ich habe die Diskussion nun schon eine Weile verfolgt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die genannten Standpunkte haben allesamt ihre Berechtigung. Mein persönlicher Weg zu den Sternen währt nun bereits rund 25 Jahre, in denen ich diverse Teleskope, Montierungen und Kameras ausprobiert habe. Sämtlich Spiegeloptiken, muss ich dazu sagen. SCs, RCs, Newtons... Ich teile Rolfs Erfahrungsweg: Man versucht, halbwegs günstig davon zu kommen und geht Kompromisse ein. Dann justiert man, testet, justiert erneut, testet wieder, optimiert mechanische Komponenten, testet usw. usw. Jede Menge Geld wurde versenkt, nur ab und zu sind brauchbare Bilder aus der Pipeline gepurzelt. Meine Fotos sind gerade auch hier im Forum bekannt, aber in den vergangenen Jahren habe ich ganz überwiegend getestet, weil die Ausrüstung eben nicht mal eben so die gewünschten Ergebnisse brachte. Ich bin, das muss ich dazu erwähnen, allerdings auch sehr pingelig in Bezug auf die Abbildung. Für mich ist es nicht hinnehmbar, wenn ich das Teleskop justiere, auf die andere Seite des Meridians schwenke und die Justage stimmt nicht mehr exakt. Und das war bislang immer so. Es muss mechanisch bedingt sein. Als Beispiel bringe ich mal die Firma "Dreamscope", die große hochpreisige Newtons baut und damit wirbt, dass die Kollimation eben auch bei Schwenks exakt halten soll. Dazu stellen sie fits-Bilder zur Verfügung, die das dokumentieren sollen. Schaue ich mir diese Bilder an, zeigen sie aber genau das Gegenteil: Die Justage ist eben doch weg in den Bildecken. Die meisten schauen eben nicht so genau hin, wie Rolf und ich das tuen.

Nun darf und soll jeder seinen Fokus so legen, wie es ihm am besten gefällt. Lege ich Wert auf eine exakte Sternabbildung, dann leiden die Ergebnisse eben unter solchen Effekten. Kommt es mir mehr darauf an, dass der fotografierte Nebel schön bunt herauskommt, kann die Abbildung nebensächlich sein. So hat jeder seinen Schwerpunkt.

Wie Rolf bin auch ich der Meinung, dass es im Endeffekt günstiger ist (sein kann), einmal richtig zu investieren und das optimale Instrument zu erhalten, als klein anzufangen und dann viel Geld und - noch wichtiger - seltene Beobachtungszeit in Tests zu investieren. Ich habe nun auch erstmals einen APO neben dem Spiegel und bin begeistert von der Abbildungsleistung - "Plug and Play". Das sind fotografisch sicher die unkompliziertesten Optiken. Dafür haben sie eben den Nachteil, dass der Abbildungsmaßstab wegen der kleinen Brennweiten geringer ist oder, bei ähnlichem Maßstab dank kleinerer Pixel, eben weniger Licht ankommt wegen der kleineren Öffnung. Einen "trade off" gibt es eben immer.

Wenn du mit deinem - vergleichsweise - günstig erworbenen Fotonewton tolle Bilder gewinnen kannst, dann finde ich das großartig und freue mich dafür. Wie weiter oben gesagt wurde, gibt es diese hervorragenden Ausreißer nach oben in der Qualität. Meinen ehrlich gemeinten Glückwunsch dazu (wie auch zu dem dunklen Himmel bei dir ;-) ). Am Ende kommt es nur auf eines an: Dass man mit den eigenen Aufnahmen zufrieden ist. Alles andere tritt dann in den Hintergrund.

In diesem Sinne: Viele weitere tolle Aufnahmen und bald wieder klaren Himmel!

CS
Stefan
 
Hallo Stefan,

Danke für Deinen Beitrag. Dieser zeigt auf, dass es bei der Wahl des fotografischen Teleskopes weniger auf die theoretischen Werte, aber vielmehr auf die absolute Praxistauglichkeit ankommt. Ganz meine Meinung!

Zudem hat wirklich jeder Astrofotograf einen völlig anderen Qualitätsanspruch bei der Abbildung. Dem einen genügen prinzipiell scharfe Sterne auf der Achse, der andere will absolut runde Punkte in allen Ecken.
Bei großen Vollformat-Chips kann man da gerne mal die Nerven verlieren, wenn die Mechanik es nicht hergibt.

Daher nochmal mein wirklich gut gemeinter Tipp: Das Teleskop lieber eine Nummer kleiner, aber mit absolut stabilem Tubus + OAZ + OAG + passendem Flattener. Die Optik lieber etwas "langsamer" (f6-f7) und mit weniger Durchmesser - das ist viel entspannter.

Grüße
Rolf
 
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