Ich würde das alles nicht so dramatisch sehen. In der KI ist im Grunde auch mehr K als I drin. Wenn man schaut, wie KI Algorithmen alltägliche Aufgaben übernehmen können, erkennt man damit nur, dass unser Leben erschreckend weitgehend aus eingefahrenen Verhaltensweisen besteht. Ist aber nix neues, das wusste die Gruppe Kraftwerk schon lange (Wir sind die Roboter...

)
Mittwl. ist erwiesen, dass etliche Tiere sich im Spiegel erkennen. Als Menschen erkennt man in Kohlestrichzeichnungen sein eigenes Gesicht, obwohl rein physikalisch die Daten in ganz anderer Form daher kommen. Die Fähigkeit, abstrakte Daten zu einem grösseren Ganzen zu interpretieren, ist Teil des Wahrnehmungsapparates. D.h. es findet immer ein Konversion/Interpretation statt, und damit besteht immer die Möglichkeit, auch mal auf einen Fake 'reinzufallen, oder was zu sehen, was gar nicht da ist.
Ein anderer Punkt ist die Aufbereitung von Daten selbst. Das was z.B. bei einer Marsaufnahme durch unsere Amateurteleskope auf der Festplatte landet, ist ja auch nicht die absolute Wahrheit, sondern durch viele Effekte verzerrt, gestört, verrauscht, etc. Manche davon (z.B. Beugung am Objektiv) kriegt man nicht mehr 'raus, andere (atmosphär. Fluktuation) zum Grossteil schon, d.h. die Aufbereitung mit Alignment/Stacking/Schärfung gehört zu dem gesamten Prozess dazu. Die Option, es zu weit zu treiben, existiert immer, macht jedoch die Methoden per se nicht ungültig.
Sicher entsteht durch die Möglichkeiten der Darstellung eine dementsprechende Ästhetik, aber das fällt eben umso mehr auf, wenn neue Methoden auf den Plan treten, und man vergisst dabei, dass die Ästhetik, die man aktuell gewohnt ist, auch irgendwann neu war und als unheimlich empfunden wurde.
-cb